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Pädagogik

Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens Erziehung an sich selbst erfahren, manchmal eher schmerzhaft, zuweilen aber auch bereichernd und hilfreich. Im Pädagogikunterricht geht es um solche Erfahrungen aus der Vergangenheit. Zugleich ist der Blick auf die Zukunft gerichtet, in der wohl jede/jeder auch selbst erzieherisch auf andere Menschen einwirken wird. Auch vor dem Hintergrund erzieherischer Defizite und Unsicherheiten bei vielen erziehenden Menschen gewinnt die Auseinandersetzung mit erzieherischen Fragen zunehmend an Bedeutung. Erziehung und Bildung gehören zu den wesentlichen Phänomenen und Erfordernissen unserer Gesellschaft. Im Pädagogikunterricht reflektiert man daher auch gesellschaftliche und historische Bedingungen für erzieherisches Handeln.
An unserer Schule wird Pädagogikunterricht sowohl in der Sekundarstufe II in Grund- und Leistungskursen angeboten als auch in der Sekundarstufe I im Wahlpflichtbereich der Jahrgangsstufen 9 und 10.

Pädagogikunterricht  in der Sekundarstufe I

PädagogikIm Wahlpflichtbereich (WP) der Sekundarstufe I wird das Fach Pädagogik im Moment in den Jahrgangstufen 9 und 10 angeboten.
Hier geht um Grundfragen wie: Was ist Erziehung? Braucht man Erziehung? oder man arbeitet in Projekten zu Themen wie: Tipps zum besseren Lernen, Wenn Kinder Kinder kriegen, Typisch Mädchen, typisch Junge oder  erkundet in praktischen Tagen Erziehungseinrichtungen.
In der Sekundarstufe I erfolgt die Auseinandersetzung mit pädagogischen Fragen konkret und praxisnah. Nachdem man z.B. Kenntnisse über den angemessenen Umgang mit Kindern gesammelt hat, kann man sich diese in einen Babysitter-Diplom bestätigen lassen.
Der Pädagogikkurs organisiert aber auch bei gegebenem Anlass eine Kinderbetreuung in der Schule. Wo möglich greift der Unterricht aktuelle Themen auf, wie z.B. die Fernsehsendungen Super Nanny oder Verführung zur Magersucht durch Deutschlands Next Top Model?

Pädagogikunterricht in der Sekundarstufe II


In der Sekundarstufe II behandelt man wissenschaftliche Erklärungsansätze, um pädagogische Praxis verstehen, analysieren und beurteilen zu können und gegebenenfalls eigene Strategien zu pädagogisch verantwortungsvollem Handeln zu entwickeln.
Inhaltlich beschäftigt man sich im Pädagogikunterricht der Sekundarstufe II natürlich mit der Grundfrage:

  • Was ist Erziehung ?

Und:

  • Warum ist es wichtig, sich mit pädagogischen Fragestellungen auseinander zu setzten ?

Man sucht aber auch Antworten auf die Fragen:

  • Wie lernen Menschen und wie kann dies pädagogisch gefördert werden?
  • Was brauchen Kinder, um sich physisch und sozial stabil zu entwickeln und wie kann das pädagogisch gefördert werden?
  • Warum verlaufen im Jugend- und Erwachsenenalter Entwicklung und Sozialisation oft krisenhaft und wie kann Pädagogik hier präventiv und helfend eingreifen?
  • Wie wird anderswo erzogen, in anderen Epochen, in anderen Ländern, in anderen Gesellschaften, in besonderen Modellvorhaben und können wir daraus etwas lernen?
  • Wie können Schulen gestaltete werden, die "die Sachen klären und die Menschen stärken" (H. v. Hentig) ?
  • Welche Vorstellungen vom Menschen und welche verschiedenen Auffassungen von Erziehung gibt es? Was ist meine Position dazu?


Um die Antworten zu finden, lernt man Techniken zur Beschaffung und Produktion pädagogisch relevanter Informationen kennen, man arbeitet mit wissenschaftlichen Texten und Theorien, man erlernt Grundtechniken des wissenschaftlichen Arbeitens, man analysiert pädagogische Praxis, man reflektiert nebenbei ein Stück seine eigenen Erziehungsgeschichte und entwirft Möglichkeiten des pädagogisch verantwortungsvollen Handeln.

 

 

Gedichte

elternbefragung

frage:
warum ersparen sie sich
in diesen düsteren zeiten
nicht einfach das großziehen
von kindern

antwort:
wer am licht spart
schafft raum
für mehr dunkelheit

(Manfred Sestendrup)

 

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch,
Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken,
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.
Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein,
aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und Er spannt euch mit seiner Macht,
damit seine Pfeile schnell und weit fliegen.
Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein;
Denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt Er auch den Bogen, der fest ist-


(Khalil Gibran)