Schülerstreitschlichter
Seit dem Schuljahr 1999/2000 werden im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft Schülerinnen und Schüler der Europaschule zu Streitschlichtern bzw. Mediatoren ausgebildet. In Zusammenarbeit mit Herrn Hüsson von der Erziehungsberatungsstelle in Bornheim wurde die Ausbildung an die Voraussetzungen und Fähigkeiten der noch jungen Schülerinnen und Schüler angepasst.
Die Streitschlichter-Ausbildung orientiert sich am Bensberger-Mediations-Modell (BMM). Trainer sind zur Zeit Julia Cevela (Lehrerin) und Christian Vörtmann (Sozialpädagoge), die von der Thomas-Morus-Akademie zu Mediatoren ausgebildet wurden.
Im Verlauf der bisherigen Ausbildungsdurchgänge sind bisher rund 110 SchülerInnen zu Streitschlichtern ausgebildet worden. Die Mitarbeit der ausgebildeten Streitschlichter im Projekt ist freiwillig. Ein Ausstieg ist für die Streitschlichter, auch zeitweise, jederzeit möglich. Im Schuljahr 2007/2008 sind 24 ausgebildete StreitschlichterInnen aktiv im Dienst. Die meisten davon sind SchülerInnen der 8. Klasse, der Rest erstreckt sich von der 9. Klasse bis in die Oberstufe.
Ein wichtiges Ziel des Streitschlichterprojektes ist, den SchülerInnen, die die Schlichtung in Anspruch nehmen, eine konstruktive Form der Konfliktbewältigung zu zeigen, um langfristig die Konfliktkultur an unserer Schule positiv zu beeinflussen.
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an alle SchülerInnen der Europaschule. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Sekundarstufe I und dort auf den Jahrgängen fünf und sechs.
Die Auswahl der Streitschlichter
Die Ausbildung zu Schülerstreitschlichtern wird mit SchülerInnen durchgeführt, die im Vorfeld von ihren Mitschülern oder ihren Klassenlehrern für diese Aufgabe ausgewählt worden sind. Zu Streitschlichtern ausgebildet werden SchülerInnen, die eine überdurchschnittliche soziale und kommunikative Kompetenz haben und in der Vergangenheit in ihren Klassen eine eher ausgleichende und vermittelnde Rolle in Streitfällen zwischen Mitschülern eingenommen haben. Aus jeder Klasse können bis zu zwei SchülerInnen zu Streitschlichtern ausbildet werden, wobei - wenn möglich - immer beide Geschlechter berücksichtigt werden.
Es ist im Sinne des Streitschlichter-Konzeptes wünschenswert, dass die SchülerInnen selber geeignete Mitschüler aus ihrer Klasse auswählen, die dem Persönlichkeitsprofil eines Schlichters entsprechen (können). Ist dies im Einzelfall offensichtlich nicht der Fall, können immer noch die Klassenlehrer intervenieren, um geeignete und von den Mitschülern akzeptierte Teilnehmer für die Streitschlichter-AG zu finden.
Die Eltern der ausgewählten SchülerInnen werden dann informiert und müssen der Teilnahme ihres Kindes an der Streitschlichter-Ausbildung zustimmen.
Die Ausbildung der Streitschlichter
Streit schlichten will gelernt sein. Am Anfang steht das Training: Sicheres Auftreten, Gerechtigkeitssinn, Erkennen von Stimmungen, Eingehen auf Gefühle der Streitenden - und vor allem Gesprächsführung. Diese Fähigkeiten werden durch geeignete Übungen bei den AG-Teilnehmern entwickelt und vertieft. Dabei hat die Methode des Rollenspiels eine große Bedeutung, in dessen Verlauf typische Verhaltensmuster eines Schlichters eingeübt werden. Die zukünftigen Streitschlichter lernen in diesen Rollenspielen eine Abfolge von Gesprächsphasen, die eine einvernehmliche Streitschlichtung möglich machen. Dies wird am Ende der Ausbildungsphase abgeprüft. Es finden aber auch Veranstaltungen statt, wie Weihnachtsfeiern, Sommerfeste, ein Besuch in der Kletterhalle, Bowling, Schlittschuh fahren u.ä.
Die Streitschlichter entwickeln und vertiefen durch ihre Mitarbeit im Projekt wichtige persönliche und soziale Qualifikationen, die für den weiteren schulischen und beruflichen Werdegang von Vorteil sind. Die aktive Tätigkeit als Streitschlichter wird den SchülerInnen in Form eines Ausweises und einer Urkunde von der Schule bescheinigt. Diese kann bei späteren Bewerbungen vorgelegt werden.
Die Aufgaben der Streitschlichter
Die Streitschlichter informieren zu Beginn des Schuljahres die neuen fünften Klassen über die Möglichkeit der Streitschlichtung an unserer Schule. Dieses Informationsangebot richtet sich aber auch an alle anderen Klassen der Schule und wird regelmäßig in Form von Informationsveranstaltungen durchgeführt.
Jeweils zwei Streitschlichter (in der Regel vertreten durch beide Geschlechter) sind einer 5. bzw. 6. Klasse als "Paten" fest zugeordnet und besuchen einmal in der Woche zu Beginn einer vorher fest vereinbarten Unterrichtsstunde ihre jeweilige Klasse um dort als Ansprechpartner für die SchülerInnen zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus können in dieser Zeit Termine für Schlichtungsgespräche vereinbart werden, die später im Schlichtungsraum durchgeführt werden. Diese Gespräche finden normalerweise in der OA-Zeit statt und können eine Schulstunde dauern. Ist das Gespräch erfolgreich verlaufen, schließen die ehemaligen Streitpartner eine schriftliche Vereinbarung, die sie an die Einhaltung ihrer Vereinbarungen erinnern soll. Außerdem wird ein Nachfolgetreffen vereinbart, bei dem die Umsetzung der Vereinbarungen überprüft wird.
Simone Herrlinger
Julia Cevela
Christian Vörtmann





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