Sie sind hier: Unsere Schule > Steckbrief > Schul-Programm

Schulprogramm der Europaschule Bornheim


Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
liebe Lehrerinnen und Lehrer,
liebe Freunde und Förderer der Europaschule,

das vorliegende Schulprogramm zeigt wie eine Momentaufnahme den aktuellen Entwick-lungsstand unserer Schule. Das Schulprogramm gibt darüber Auskunft, was uns wichtig ist, wie unsere Schule arbeitet und welche Ziele wir in den kommenden Jahren verfolgen. Bei einer so lebendigen und sich ständig weiterentwickelnden Schule wie unserer Europa¬schule ergeben sich natürlich auch immer wieder Änderungen am Programm. Im Moment sind wir in einer besonders spannenden Phase. Nachdem wir 2009 eine Zukunftswerkstatt durchgeführt haben, die nach der SWOT Methode (Analyse von Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Risiken) mit Unterstützung einer externen Moderation die Entwicklungs¬felder und Arbeitsschwerpunkte für unsere Schule bis 2015 festgelegt hat, haben wir uns vorgenommen – wieder mit Unterstützung von außen - unser Leitbild zu überarbeiten. Jetzt, Anfang des Schuljahres 2016/17, ist das Leitbild nebst Indikatoren reif zur Abstimmung in den Gremien.  Danach werden wir überprüfen, welche Aspekte des Leitbildes schon umgesetzt werden und welche Indikatoren wir schon erfüllen, aber auch an welchen Aspekten weiter gearbeitet werden soll. Dies wird wiederum Auswirkungen auf unser Schulpro¬gramm haben. Und das Beste von allem: jedes Mitglied unserer Schulgemeinschaft ist herzlich dazu eingeladen, sich an der Gestaltung und Entwicklung unserer Schule zu beteiligen. In diesem Sinne wünschen wir eine interessante und anregende Lektüre des Schulprogramms der Europaschule Bornheim.

Für die Schulgemeinschaft


Chr. Becker
Ltd. Gesamtschuldirektor


Die aktualisierte Fassung (Okt. 2016) finden Sie Leitet Herunterladen der Datei einhier als PDF-Datei (5,08MB)
 







Jeder Mensch ist einzigartig und verdient unser Vertrauen.

Kein Mensch darf gedemütigt werden.

 


 



Inhaltsverzeichnis


Öffnet internen Link im aktuellen Fenster1.     Schullied und Schulcharta

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.     Die Schulgemeinschaft

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.1    Die Schülervertretung (SV)
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.2    Die Schulpflegschaft
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.3    Der Förderverein
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.4    Das Kollegium
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.5    Das Sekretariat
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster2.6    Die Hausmeister


Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.     Schulentwicklung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.1    Schulprogrammbaum
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.2    Organisation Schulprogrammarbeit
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.3    Steuergruppe
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.4    Zukunftswerkstatt
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.5    Bilanz Halbzeit / Endphase
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.6    Leitbild
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster3.7    Erweiterungsbau

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.     Unterricht und Laufbahngestaltung - Viele Kinder - viele Wege!

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.1    Klassen 5 – 7 - Abteilung I
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.2    Klassen 8 – 10 - Abteilung II
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.3    Die Sekundarstufe II - Abteilung III
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.4    Portfolio zum Lernerfolg
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.5    Individuelle Begabungsförderung (IBF) / EXTRA stark
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.6    Feedback – Schülerinnen und Schüler als Experten für Unterricht
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.7    Bilingualer Bildungsgang
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.8    Projektwoche Sommer
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.9    Projektwoche Herbst
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.10    Musikzweig
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.11    Sonderpädagogische Förderung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.12    Gemeinsames Lernen / Auszeitraum
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.13    Sozialpraktikum
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.14    Studien- und Berufsorientierung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.15    Vergleichsarbeiten und Zentrale Prüfungen
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster4.16    Fortbildungskonzept


Öffnet internen Link im aktuellen Fenster5.     Persönlichkeitsentwicklung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster5.1    Beratung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster5.2    Schulsozialpädagogik
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster5.3    Streitschlichtung
 

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster6.     Besondere Profilbausteine

Öffnet internen Link im aktuellen Fenster6.1    Die Europäische Dimension an unserer Schule
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster6.2    Unsere Partnerschulen / Mit COMENIUS durch Europa
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster6.3    Medienkompetenz und Medienkonzept
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster6.4    Impulse - Pädagogischer Ehrenpreis


Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.     Lebensraum Europaschule - Ganztag
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.1    Mediothek
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.2    Schulhofgestaltung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.3    Unser Schulrestaurant „Sunny“
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.4    Arbeitsgemeinschaften und Projekte
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.5    „Keep-Swinging“ - Big Band
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.6    „webteam5“-Schülerfirma
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster7.7    Karneval / Brauchtum im Rheinland


Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.     Aktuelle Projekte
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.1    Aktion „Schöne Schule“
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.2    Die Europaschule als MINT-Schule
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.3    Friedenserziehung
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.4    Symbolen folgen Taten
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.5    Nachhaltigkeit – Handy Sammelaktion
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.6    Schule atmosfairisch
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster8.7    Kultur und Schule


Öffnet internen Link im aktuellen Fenster9.    Schulgeschichte
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster9.1    Schulentwicklung von 1998 bis 2009
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster9.2    Schule und Computer – ziemlich beste Partner
Öffnet internen Link im aktuellen Fenster9.3    Geschichte der Europaschule Bornheim - Interview Gründungsschulleiter


Das vollständige Schulprogramm finden Sie hier als Leitet Herunterladen der Datei einPDF-Datei (6 MB)


 

1.    Schullied und Schulcharta

An den Anfang unseres Schulprogramms haben wir unser Schullied und unsere Schul-charta gestellt. Beide vermitteln bereits sehr viel von dem Geist, der unsere Schule ausmacht.

_______________

Wer unser Schullied hören möchte, braucht nur auf unsere Homepage zu gehen und oben rechts auf „Play“ zu klicken.
 

Schulcharta


In unserer Schule sollen alle menschenwürdig zusammenleben. Unsere Schulordnung gibt uns dafür eine Orientierung. Sie regelt, wie wir uns in der Schule und auf dem Schulweg verhalten, wie wir miteinander umgehen, wie wir unseren Gästen begegnen, wie wir mit dem Eigentum anderer und dem Gemeineigentum umgehen und vieles mehr.

Wir achten die Würde und Persönlichkeit aller am Schulleben Beteiligten und verpflichten uns zu Gewaltlosigkeit und Freundlichkeit im Umgang miteinander.

Von der Freiheit und der Verantwortung


In unserer Schule kann sich jeder frei entfalten.
Die Freiheit des einen endet da, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird. Jeder, der Freiheit beansprucht, muss Regeln anerkennen und befolgen und bereit sein, aus Fehlern zu lernen. Jeder, der mitent¬scheiden will, muss Verantwortung übernehmen.

Dazu gehört, dass wir
•    einander ausreden lassen und einander zuhören,
•    Rücksicht auf jüngere oder langsame Mitschüler nehmen,
•    sachlich und höflich miteinander sprechen,
•    uns gegenseitig helfen, wenn wir etwas besser können.

Vom Dienst für die Gemeinschaft

Jeder übernimmt Verantwortung und Aufgaben in unserer Gemeinschaft. Im alltäglichen Schulablauf sind viele kleine Aufgaben zu erledigen. Es ist gerecht, wenn alle sich an diesen Aufgaben beteiligen.

Dazu gehört, dass alle sich an das Regelwerk halten und die Dienste ausführen.

Vom sozialen Handeln


Alle bemühen sich um Freundlichkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft.

Dazu gehört, dass
• alle am Schulleben Beteiligten Gewalt – körperlich wie verbal - vermeiden,
• wir nachdenken, bevor wir reagieren,
• Schülerinnen und Schüler körperliche Angriffe vermeiden und sich mit Worten zur Wehr setzen, die nicht verletzend sind,
• Schülerinnen und Schüler schwächere Mitschüler schützen und bei Konflikten/Streitigkeiten eingreifen oder Lehrerhilfe holen,
• immer wiederkehrende Gewalttätigkeiten und Konflikte im Klassengespräch zum Thema gemacht werden.

Vom eigenen Ich

Jeder achtet darauf, ehrlich zu sich selbst zu sein. Für Schülerinnen und Schüler soll gelten, dass sie sich zu Menschen mit Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entwickeln können, dass sie Zivilcourage zeigen und andere Standpunkte verstehen und achten. Eltern und Lehrer/innen begleiten und unterstützen sie darin, indem sie zu sich selber stehen und ihnen Möglichkeiten zur Orientierung und Abgrenzung geben.
Dazu gehört, dass

•    wir über unsere Gefühle und Gedanken mit anderen reden,
•    wir mitteilen, wenn wir uns beleidigt oder ungerecht behandelt fühlen,
•    Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben, mit ihren Klassen-lehrer/innen, den Beratungslehrer/innen oder einem Lehrer/einer Lehrerin ihres Vertrauens über ihren Frust sprechen.

Von der Zusammenarbeit


Schule braucht das Vertrauen und die Zusammenarbeit von Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrpersonen. Über die Arbeit von Schulpflegschaft und SV hinaus sind offene Gespräche und vielfältige Formen von Zusammenarbeit aller an der Schule Beteiligten nötig. Das schafft ein gutes soziales Klima und ist Voraussetzung für die Verständigung über gemeinsame Erziehungsziele.

Dazu gehört, dass
•  Schülerinnen und Schüler ihre schulischen Pflichten erfüllen und die Regeln beachten,
•  Eltern sie dabei unterstützen und gesprächsbereit sind,
•  Lehrer und Lehrerinnen Kontakt zu den Eltern suchen, Schülerinnen und Schüler bei Auseinandersetzungen ernst nehmen und ihnen helfen.

Vom Unterrichten

Der Unterricht ist so anzulegen, dass er möglichst viele Lernaktivitäten und selbst-ständiges Lernen ermöglicht und Schlüsselqualifikationen und Fachkenntnisse vermittelt. Die fachliche und methodische Fortbildung ist eine Verpflichtung für jede Lehrerin und jeden Lehrer.

Vom Lernen

Jede Schülerin und jeder Schüler ist für das eigene Lernen selbst verantwortlich, Lehrer/ innen und Eltern können dabei nur helfen. Das Lernen muss mit dem eigenen Kopf, den eigenen Händen und dem eigenen Herzen stattfinden. Auch das Lernklima wird von allen gestaltet, Lehrer/in, Schüler/innen und Eltern müssen das Lernen für jeden Schüler unterstützen.

Dazu gehört, dass
•   Schülerinnen und Schüler Störungen des Unterrichts vermeiden,
•   Schülerinnen und Schüler ihre Hausaufgaben erledigen,
•   Schülerinnen und Schüler sich aktiv am Unterricht beteiligen,
•   wir durch einen freundlichen Umgang zu einem guten Arbeitsklima beitragen,
•   Eltern ihre Kinder bei der Erfüllung ihrer schulischen Pflichten unterstützen,
•   alle sich bei Gesprächen in der Schule kooperativ verhalten,
•   Lehrer/innen mit Schülern/innen Gespräche führen,
•   Lehrerinnen und Lehrer Eltern bei Schwierigkeiten informieren und um Mithilfe bitten,
•   wir Schwächere schützen und bei Konflikten helfen.

Von der Gestaltung der Räume

Jede Klasse richtet nach gemeinsamer Planung von Schülern/innen und Klassen-lehrern/innen ihre Klasse so ein, dass alle gut und gerne darin lernen können. Darüber hinaus pflegen und gestalten wir die Flure und Außenanlagen. Mit der Einrichtung gehen wir sorgfältig um.

Dazu gehört, dass
•    wir den Abfall in den Mülleimer werfen
•    wir Papier auch aufheben, wenn ein anderer die Regel missachtet hat.

Von der Umwelt

Wir gehen mit Strom und Wasser, mit Materialien und Medien in unserer Schule schonend, sparsam und bewusst um. Nach Möglichkeit vermeiden wir den Umgang mit umweltschädlichen Stoffen in der Schule.

Vom Gelingen


Alle, die in der Schule mitwirken, jeder einzelne, verhält sich so, dass die Arbeit erfolgreich und die Freizeit erholsam ist. Jeder ist für das Gelingen von Schule und Unterricht verant¬wortlich, indem er/sie die Regeln unserer Schulordnung achtet.


Mit meiner Unterschrift erkläre ich meine Bereitschaft, an diesen Zielen mitzuarbeiten.


Bornheim, den ....................                    .....................................................

 

 

2.    Die Schulgemeinschaft


Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht immer der Mensch. Deshalb steht am Anfang unseres Schulprogramms eine kurze Vorstellung der beteiligten Gruppen. Zur Schulgemeinschaft gehören alle Menschen, die in unserer Schule miteinander lernen, lehren und arbeiten, sowie natürlich die Eltern unserer Schülerinnen und Schüler.

 

2.1    Die Schülervertretung (SV)     

Schülersprecherinnen, Schülersprecher und Vertretung

Unser Schülersprecher ist Adrian Arab und Leonard Jansen als seine Vertretung, beide aus der Jahrgangsstufe 13. Sie engagieren sich seit vielen Jahren aktiv in der SV, Adrian seit der 6. Klasse und Leo seit der 10. Klasse. Sie sind außerdem noch in der Politik-AG unserer Schule tätig.

Schule für und mit Schülerinnen und Schülern


Die SV hat das Ziel, die Meinungen, Wünsche und Ideen der Schülerinnen und Schüler so gut es gelingt umzusetzen und die gesamte Schülerschaft zu vertreten. Unter diesem Motto arbeitete die Schülervertretung in den letzten 25 Jahren immer im Sinne derer, für die die Europaschule existiert – für die Schülerinnen und Schüler. Diesen, mittlerweile 1500 Schülerinnen und Schülern, eine möglichst laute, frische und wenn nötig auch freche Stimme zu geben war und ist die Aufgabe der Schülervertretung.

SV-/Vertrauenslehrerinnen und -lehrer


Unsere neuen SV-Lehrer sind Frau Stienen, Frau Swiderek und Herr Michel, die uns mit sehr viel Spaß, Engagement und Zielstrebigkeit behilflich sind.

SV-Arbeit


Wer kann alles mitarbeiten? Was können wir bewirken? Wie können wir unsere Meinung einbringen? Wie viele Möglichkeiten haben wir? Und welche Aktionen, Arbeitsgemeinschaften/-kreise gibt es? Auf all diese Fragen gibt es eine Antwort. Wir Schülerinnen und Schüler können mitwirken, wir können unsere Meinung einbringen und etwas bewegen.

Jeder, von der 5. bis zur 13. Klasse, kann behilflich sein und seine Vorstellungen äußern. Jede und jeder, die/der Interesse hat, unsere Schule zu einer besseren zu verändern und seine Belange einbringen möchte, kann uns unterstützen. In den Schulkonferenzen können wir Schülerinnen und Schüler unsere Meinung einbringen und unsere Stimme abgeben.

Die SV organisiert sich, in dem sie ungefähr viermal im laufenden Schuljahr (und bei Bedarf) Vollversammlungen einberuft, zu der das Kernteam der SV (aktuelle Schülersprecherinnen und –sprecher, SV-Lehrer-Team und alle ständigen Mitarbei-terinnen und Mitarbeiter) sowie alle Klassensprecher-Teams geladen sind. Auf diesen Vollversammlungen werden aktuelle und anzustehende Themen und Aktionen besprochen, die durchgeführt werden sollen. Geleitet werden diese Vollversammlungen durch die Schülersprecherinnen und –sprecher. Es wird immer eine/n Protokollant/in festgesetzt, um Transparenz für alle Interessierte zu schaffen und, um Termine oder Beschlüsse nachlesen zu können. Nachdem ein Tagesordnungspunkt von den Schüler-sprecherinnen und –sprechern vorgetragen wird, können alle Anwesenden ihre

Meinungen, Wünsche und Ideen äußern. Abschließend wird über eine Vorgehensweise der anzustehenden Arbeit abgestimmt, Arbeitskreise gebildet, Listen herumgereicht o.ä. Die konkretere Arbeit erfolgt dann in den Arbeitskreisen. Die Plattform Facebook wird genutzt, um –innerhalb einer geschlossenen Gruppe– Termine abzusprechen oder inhaltlich über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Für diejenigen, die keinen Facebook-Account haben, und alle weiteren Schülerinnen und Schüler wird die SV-Wand in der Schulstraße als Informationstafel genutzt.

Es gibt verschiedene Aktionen und Arbeitskreise wie zum Beispiel das Flüchtlingsprojekt „Fußball verbindet“, die Arbeit am Leitbild, Aktion „Schöne Schule“, Veränderung der Handynutzung in der Schule, Verlassen des Schulgeländes, Anpassung der Attest Pflicht in der Oberstufe, Schule ohne Rassismus, der Welt-Aids-Tag, Nikolaus-, Valentinstag- oder Osteraktionen, Spenden für Afrika, Gesunde Schule, der/die perfekte Klassensprecher/in, Schulhof- und Mensagestaltung, Zukunftswerkstatt, Karnevalsfeier, SV-Seminar und noch vieles mehr.

Neben dem Durchführen von eigenen Aktionen und dem damit verbundenem Schaffen von Schulleben steht die politische und partizipative Arbeit der Schülervertretung im Vordergrund. Diese Schule auf allen sie betreffenden Ebenen mitzugestalten ist unser Anspruch. Dies macht die Arbeit sowohl in schuleigenen Gremien wie der Zukunfts-werkstatt, den verschiedensten Arbeitskreisen und der Schulkonferenz ebenso notwendig wie den Austausch und den Diskurs mit dem Schulträger, der Stadt Bornheim.

SV-Seminar


Um uns besser kennenzulernen, zu vertiefen, welche Rechte wir überhaupt haben und, um unsere Arbeit gezielt voranzubringen, veranstaltet die SV jedes Jahr eine SV-Fahrt. Auf der letzten SV-Fahrt 2014 nahm das Kernteam an einem zweieinhalbtägigem Seminar (www.pas-bonn.de) in Bad Honnef teil.

Dort wurden vor allem die Themen Management, Ideenumsetzung, Schülerrechte und Arbeitskreise vertieft. Dieses Seminar hat uns alle weitergebracht und die Zusam-menarbeit vereinfacht. Es war sehr interessant, die SV-Arbeit mal aus anderen Perspek-tiven kennenzulernen. Mit allen Schülerinnen und Schülern zu lernen, gemeinsam zu diskutieren, sich zu unterhalten und auch den gemeinsamen Spaß nicht zu kurz kommen zu lassen war eine schöne Abwechslung zum Schulalltag.

Zielsetzung

Als von Natur aus mit jungen Menschen gefülltes Gremium sind es aber vor allem die Themen der Zukunft, die uns reizen.

Schule im Rahmen von Inklusion neu zu definieren, eine neue Kultur von Lernen und Schulleben zu entwickeln und Schule als Ort der Freiwilligkeit und des Wohlfühlens zu begreifen, all dies sind Themen, die schon jetzt aber noch stärker in der Zukunft durch die Schülervertretung und die Schülerinnen und Schüler in den Schulalltag eingebracht werden.

Lust auf Mitwirkung und Veränderung?

Habt ihr Lust auf die SV-Arbeit bekommen? Möchtet ihr eure Ideen einbringen und umsetzen? Dann meldet euch doch uns! Wir freuen uns auf euch und euer Engagement.

Auf eine gute Zusammenarbeit und ein gutes Gelingen!

Eure SV

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailsv@ich-will-keinen-spameuropaschule-bornheim.de

 

 

2.2    Die Schulpflegschaft


Eltern-mit-arbeit ist die Möglichkeit der Erziehungsberechtigten an der Gestaltung des Lebens und der Arbeit an der Schule mitzuwirken.

Die Europaschule ist für die Schülerinnen und Schüler eine Stätte der Begegnung, in der sie einen großen Teil ihres Tages verbringen. Die Europaschule ist neben dem Elternhaus und dem Freundeskreis die dritte Säule in der Erziehung unserer Kinder. Die Lehrerinnen und Lehrer begleiten die Schülerinnen und Schüler und ermöglichen ihnen zu Persön¬lichkeiten heranzuwachsen. Sie werden befähigt, sich den Anforderungen des Lebens stellen zu können und dabei offen und kritisch zugleich ihren Lebensweg zu beschreiten. Dies kann nur der Fall sein, wenn zwischen Lehrern, Schülern und Eltern ein Klima der gegenseitigen Akzeptanz und des Vertrauens besteht. Das gemeinsame Ziel der Erziehung unserer Kinder erfordert eine enge Partnerschaft von Lehrern und Eltern, aber auch eine klare Trennung der Aufgaben und Zuständigkeiten. So kann und darf die Elternarbeit nicht die pädagogische Freiheit und Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer beschränken. Ebenso falsch wäre es, die Verantwortung der Erziehung als alleinige Aufgabe der Schule zu sehen.

Unsere Ämter als Schulpflegschaftsvorsitzende der Europaschule Bornheim haben uns erfahren lassen, dass wir Eltern mit den Lehrerinnen und Lehrern an unserer Schule Partner haben, die mit sehr viel persönlichem Engagement, Verantwortung und Mensch-lichkeit ihre Aufgaben wahrnehmen und die jederzeit bereit sind, andere Meinungen zu akzeptieren und zu tolerieren.

Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung zeigte uns, dass wir fest in das schulische Leben eingebunden sind und Elternmitwirkung an der Europaschule Bornheim eine mit Leben gefüllte, partnerschaftliche Zusammenarbeit ist.

Für das Wohl unserer Kinder wünschen wir uns für die Zukunft weiterhin eine solch solide Basis.


Marion Winterscheid,
Schulpflegschaftsvorsitzende

 

 

2.3    Der Förderverein


Unser Förderverein zählt aktuell über 700 Mitglieder. Bedenkt man, dass viele Eltern mehrere Kinder auf unserer Schule haben, bedeutet dies, dass über 60 % der Familien den Förderverein aktiv unterstützen. Dadurch ist es dem Förderverein mög¬lich, unsere Schule an vielen Stellen maßgeblich zu unterstützen. Neben der Hilfe für einzelne Schülerinnen und Schüler bei der Finanzierung von Klassenfahrten und kostenpflichtigen Angeboten wird eine Vielzahl von Projekten gefördert, die ohne diese Mittel nicht durchführbar wären:  

•    die Anschaffung neuer elektronischer Medien
•    eine/n naturwissenschaftliche/n Assistenten/in
•    die Schulhofneugestaltung
•    den PAX-Sanitäts-Rucksack
•    die Anschaffung eines Rollstuhls für den Sportunterricht
•    die Big Band, Theater- und Tanzprojekte
•    das Projekt Peer Education in der Suchtprävention
•    die Anschaffung von zwei Trinkbrunnen
•    das Schülerprojekt „Sunny Schulrestaurant“
•    Trikots für die Schulmannschaften
•    und vieles mehr ...


Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailfoerderverein@ich-will-keinen-spameuropaschule-bornheim.de

 

 

2.4    Das Kollegium


Zum Kollegium unserer Schule gehören 162 Menschen. Darunter sind 132 Lehrerinnen und Lehrer, 8 Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, 1 Sozialpädagogin, 1 Sozialpädagoge sowie 20 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter. Uns alle eint das gemeinsame Streben nach einer möglichst guten Schule für alle uns anver¬trauten Schülerinnen und Schüler.

 

 

2.5    Das Sekretariat –  „Die Schaltstelle“


Das Sekretariat der Europaschule Bornheim ist die erste Anlaufstelle in allen Belangen des schulischen Alltags für Schülerinnen, Schüler, Eltern, Kolleginnen und Kollegen.

Für den reibungslosen Ablauf sorgen täglich drei Sekretärinnen: Frau Gehrmann, Frau Pinsdorf und Frau Reiske.

Täglich ab 07.00 Uhr steht das Sekretariat den Schülerinnen, Schülern, Eltern, Kolleginnen und Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. Hier kümmert man sich z.B. um Telefonate, die Post, Sorgen und Nöte von Schüler-, Eltern- oder/und Kollegenseite. Tröstet, verarztet und freut sich mit allen am Schulleben Beteiligten über erfolgreiche Prüfungen. Erledigt Schreibarbeiten, Terminanfragen, Schulbescheinigungen, Kopien aller Art, Postein- und -ausgang, um nur einige Dinge zu nennen. Kurzum: das Sekretariat ist tatsächlich die „Schaltzentrale“ der Europaschule Bornheim und im Schulalltag für die Schulgemeinde unverzichtbar!

 

 

2.6    Die Hausmeister


Hausmeister an der Europaschule Bornheim zu sein, bedeutet verantwortlich zu sein für die Instandhaltung einer der schönsten Schulen im Regierungsbezirk Köln.

Ohne ein intaktes und sicheres Schulgebäude mit funktionierender Technik kann Schule nicht gelingen. Deshalb sorgt unser Hausmeister Team von morgens bis abends dafür, dass Gebäude und Einrichtung in Schuss bleiben. Oder, wie Herr Heinen es vor kurzem ausdrückte: „Unsere Schule ist wie der Kölner Dom. Wenn Du an einem Ende fertig bist, kannst Du am anderen weitermachen“. Zwar nicht so alt wie der Dom, aber von Anfang an dabei, ist unser Hausmeister-Urgestein Dieter Odermatt. Nicht ganz so lange aber auch schon 19 Jahre gehört Werner Schmitz zum Team. Unterstützt werden beide seit 2010 von Markus Heinen und seit 2014 von Ronny Sonnefeld.

 

 

3.    Schulentwicklung

Schule kann nur gemeinsam gelingen!

Unser Schulprogramm erfüllt vor allem zwei Funktionen. Zum einen dient es der Entwicklung unserer Schule, indem hier die großen Entwicklungsziele beschrie¬ben werden, auf die sich unsere Gemeinschaft verständigt hat. Auch die Über¬prüfung, ob wir die gesteckten Ziele auch tatsächlich erreichen, wird im Schul¬programm doku¬mentiert. Zum anderen spiegelt das Schulprogramm die vielfältige Arbeit unserer Schule wider und dient allen Beteiligten zur Orientierung.


 

3.1    Schulprogrammbaum

 

 

3.2    Organisation Schulprogrammarbeit

 

 

3.3    Steuergruppe


Von Anfang an gab es eine Steuergruppe besetzt mit Lehrerinnen und Lehrern, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern. Aufgabe dieser Gruppe ist die Koordination, Kontrolle und Begleitung der Arbeit an den in der Zukunftswerkstatt festgelegten Schwerpunkten, die Vernetzung der Werkstätten und Arbeitskreise untereinander sowie mit den anderen Arbeitskreisen und Arbeitsgebieten der Europaschule und der Herstellung von möglichst großer Transparenz. Ebenfalls dazu gehört die Koordina¬tion der Vorschläge für die Gremien Lehrerkonferenz, Schulpflegschaft, Schülerver¬tretung und Schulkonferenz.

Im Laufe der Arbeit zeigte sich, dass eine Umorganisation der Arbeit der Steuergruppe nötig wurde. Die Steuergruppe war zu groß um immer schnell und flexibel genug auf die Entwicklungen in den Werkstätten reagieren zu können.

Heute gibt es eine „Kleine Steuergruppe“, die zurzeit aus drei Lehrerinnen und dem Schulleiter besteht. Sie trifft sich alle 14 Tage und hat die Aufgabe, die kurzfristigen Entwicklungen im Blick zu haben um schnell koordinierend und steuernd eingreifen zu können. Daneben gibt es die „Große Steuergruppe“, bestehend aus der „Kleinen Steuer-gruppe“, drei Eltern aus der Schulpflegschaft und zwei Schülern aus der Schüler-vertretung, die zweimal in jedem Halbjahr zusammen kommt. Hier werden die lang-fristigen Entwicklungen geprüft und die Sichtweisen der Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerkräften darauf koordiniert.

 

 

3.4    Zukunftswerkstatt


Deshalb haben wir mit der Zukunftswerkstatt im September 2009 einen demokratischen Weg der Schulentwicklung begonnen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer haben jeweils in eigenen Zukunftswerkstätten nach der SWOT Methode (Analyse von Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Risiken) mit Unterstützung einer externen Moderation eine Vision der Europaschule 2015 entwickelt. Aus allen drei Gruppen kamen neue Impulse, Ideen und Visionen. An der Zukunftswerkstatt der Lehrerinnen und Lehrer nahm das gesamte Kollegium teil, an der Zukunftswerkstatt der Eltern und Schülerinnen und Schüler jeweils die entsprechenden Vertreter der Schul¬pflegschaft bzw. der Schülervertretung und Interessierte.

Die Auswertung der jeweiligen Zukunftswerkstätten ergab, dass die Sichtweisen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern auf die Schule teilweise ganz unterschiedlich waren, es aber auch viele Überschneidungen hinsichtlich der Arbeitsfelder gab, auf denen gearbeitet werden sollte. In einem gemeinsamen Treffen von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern aus den Zukunftswerkstätten, wurden drei Arbeitsschwerpunkte herausgearbeitet, in denen sich die Vision der Europaschule 2015 Stück für Stück realisieren soll. Dies waren:

•    guter Unterricht als Kerngeschäft der Schule
•    Schule als gesunder Lebensraum
•    die Verbindung von Schule und Lebenspraxis

Daraus entstanden drei offene Werkstätten, die Werkstatt Unterricht – Arbeiten mit Motivation und Neugier, die Werkstatt Gesunde Schule und die Werkstatt Lebensbildung. Für alle drei Bereiche wurden Ziele formuliert, die in den kommenden fünf Jahren angestrebt werden.

Der Weg

In den Werkstätten arbeiten seitdem Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern gemeinsam. In den ersten Sitzungen der Werkstätten wurden genauere Ziel¬setzungen und Arbeitsbereiche festgelegt. Es bildeten sich Arbeitskreise heraus, die an der Umsetzung konkreter Teilziele, in Teilbereichen zeitlich begrenzt arbeiten, bis die Aufgabe erfüllt ist. Koordiniert wird die Arbeit durch die Prozesssteuergruppe, besetzt mit LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern sowie dem Schulleiter.

Im Schuljahr 2010/11 trafen sich die Mitglieder aller Werkstätten zu einem open space, um ihre bisherige Arbeit vorzustellen und sich über Fortschritte und Schwierigkeiten auszu¬tauschen. Seitdem berichtet die Steuergruppe regelmäßig in den Gremien und der Schulinfo über den Fortgang der Arbeit in den Werkstätten und Arbeitskreisen. Im Schuljahr 2012/13 zog die Steuergruppe eine Halbzeitbilanz über das Erreichte und die noch offenen Aufgaben.

Der Arbeit in der Zukunftswerkstatt liegt als Prinzip die Demokratisierung von Entschei-dungsprozessen innerhalb der Schulgemeinde durch Befragung, Partizipation, Evaluation und Kompromissbildung zugrunde. Die Arbeitskreise bringen ihre Vorschläge in die Gremien wie Schülervertretung, Schulpflegschaft und Lehrerkonferenz ein, dort werden sie diskutiert und abgestimmt. Als oberstes Gremium entscheidet die Schulkonferenz über die Umsetzung.

Die Arbeit in den Werkstätten

In der Werkstatt „Unterricht – Arbeiten mit Motivation und Neugier“ geht es um die Veränderung und Verbesserung des Unterrichts und der Unterrichtsstruktur durch Arbeit im Bereich Qualitätsmanagement und Feedbackkultur, Überlegungen zur Veränderung des Unterrichtstages und des Stundenrasters. So sollen längere Lernphasen möglich und der Unterrichtstag beruhigt werden. Auch das vorhandene Konzept zur individuellen Begabungsförderung (IBF) wird reflektiert.

Seit dem Schuljahr 2012/13 gibt es die Verpflichtung, dass das gesamte Kollegium sich in allen Kursen einmal im Schuljahr ein Feedback zu seinem Unterricht einholt und mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert.

Nach einer Arbeitskonferenz des Lehrerkollegiums im Februar 2012, die nach Möglichkeiten des Abbaus von Belastungen, ohne dabei die Qualität unserer Schule zu beeinträchtigen gesucht hat, entstand die Organisation zweier Projektwochen, einmal vor den Herbstferien und vor den Sommerferien, die es ermöglicht, sich auch in anderen Lernformen Themen außerhalb der Curricula anzunähern wie z.B: die Auseinandersetzung mit Themen wie Leben mit Handicap, Suchtprävention oder Internet und Sicherheit. Schwierig gestaltet sich die Veränderung des Stundenrasters im Sinne einer Veränderung der Länge der Unterrichts¬stunden und Anzahl und Dauer der Pausen.

Die Werkstatt „Gesunde Schule“ verfolgt das Ziel, die Europaschule so zu gestalten, dass die Gesundheit im ganzheitlichen Sinne gefördert wird, so dass sich jeder wohl fühlen kann. Dies gliedert sich in die Bereiche Gestaltung der Schulräume und der räumlichen Umwelt, der Umgang mit Aggression und der Förderung der Gesundheit in der Schule durch Bewegung, Entspannung und gesunde Ernährung. Ein Arbeitskreis arbeitet hier z.B. an der Optimierung des Essensangebotes der Schulmensa. Dazu wurde eine Umfrage durchgeführt und im Austausch mit dem Schulcaterer eine an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler und die gesunde Ernährung angepasste Lösung gefunden. Zurzeit versucht dieser Arbeitskreis die Aufstellung von Trinkbrunnen im Schulgebäude zu verwirklichen.

Wie schwierig sich eine auf den ersten Blick einfache Aufgabe gestalten kann, zeigt sich am Thema Toiletten. Seit Anfang des Schuljahres 2010/11 arbeitet ein gleichnamiger Arbeitskreis an der Verbesserung der sanitären Anlagen. Zähe und hartnäckige Verhand¬lungen mit der Stadt Bornheim und viel Eigeninitiative waren nötig, damit 2011 eine renovierte Toilettenanlage in der Schulstraße eingeweiht werden konnte. Die Renovierung einer weiteren Toilettenanlage hat die Stadt für das Schuljahr 2013/14 versprochen. Und dann gibt es ja noch weitere Toilettenanlagen in der Schulstraße, in der Oase, auf den Stockwerken u.s.w.

Ein immer wieder von den Schülern in diese Werkstatt eingebrachtes Anliegen war die attraktivere Gestaltung des Schulhofes, dem sich der Arbeitskreis Schulhofgestaltung an-nimmt. Den Anfang macht unsere Außenoase, die mit tatkräftiger Unterstützung von Eltern, unseren Jugendlichen und Lehrkräften gestaltet und im Juni 2010 eingeweiht wurde. Im Sommer ist dies nun in den Pausen ein beliebter Platz und ein open air Unterrichtsraum. Nach Ideen und Plänen von Schülern wurde der Schulhof weiter umge¬staltet. Die Stadt hat ein neues Kleinspielfeld eingerichtet, eine Lauf- und Fitnessstrecke modelliert sowie eine Skateranlage gebaut. Die Einweihung einer Chill-out-Zone mit Hängematten, die eine Schülergruppe im ehemaligen Schulgarten aufgebaut hat, steht kurz bevor.
Praxis in die Schule und Schule in die Praxis zu bringen und so das Lernen mit dem Leben stärker zu verbinden ist das Anliegen der Werkstatt „Lebensbildung“. Diese Werk-statt ist mit sehr viel Engagement an die Arbeit gegangen. Zu Beginn haben die Mitglieder den Vernetzungsgrad der Europaschule auf kommunaler Ebene, in Bezug auf Partner¬schulen, über projektbezogene Vernetzungen und in Bezug auf die Wirtschaft ermittelt. Danach wurden vielfältige zum Teil unkonventionelle, visionäre Ideen entwickelt wie die Zusammenarbeit mit Grundschulen, Vereinen der Umgebung, der Lokalpolitik oder der Wirtschaft und den Hochschulen intensiviert werden kann. Leider kam die Werkstatt über das Stadium der Planung nicht hinaus und schlief im Laufe der Jahre ein. Im Schuljahr 2012/13 wurde diese Werkstatt mit dem Namen „Öffnung der Schule“ wiederbelebt. Sie arbeitet im Moment an einer Broschüre, die die vielfältigen Aktivitäten der Europaschule mit außerschulischen Partnern dokumentiert. Sie setzt sich das im Vergleich zum Anfang weniger ehrgeizige Ziel, das Wissen über die Möglichkeiten der außerschulischen Zusammenarbeit für alle transparent und zugänglich zu machen und diese Aktivitäten konstruktiv zu begleiten. Als ein Beispiel der Öffnung der Schule ist die ab jetzt wieder regelmäßig in der Europaschule im Herbst stattfindende Berufs- und Informationsmesse zu nennen, aber natürlich auch der Austausch mit unseren Partnerschulen, die Mitarbeit in Comenius-Projekten oder die Teilnahme an Wettbewerben. Es gibt momentan über 30 verschiedene Projekte in Zusammenarbeit mit außerschulischen Bildungspartnern.

 

 

3.5    Bilanz Halbzeit / Endphase


Auf dem Weg wurden Erfolge erzielt wie z.B. die Einrichtung eines regelmäßigen Feedbacks, das die Schüler dem Unterricht jeden Lehrers und jeder Lehrerin geben, die Renovierung eines Toilettentraktes, die teilweise Abschaltung des Pausengongs zur Beruhigung des Schultages, die Umgestaltung des Schulhofes mit der Außen¬oase oder die Einrichtung von regelmäßigen Projektwochen im Herbst und im Sommer. Nach einer Befragung zum Angebot des Schulrestaurants „Sunny“ entstanden in Zusammenarbeit mit dem Schulcaterer Verbesserungen. Eine jährlich stattfindende Berufsinformationsmesse an der Europaschule wurde etabliert um nur einiges zu nennen. Es mussten aber auch Ideen aufgegeben werden, so ließ sich die Zuteilung eines Fachraumes für jeden Lehrer / jede Lehrerin nicht verwirklichen oder eine radikale Umgestaltung des 9ten Jahrganges, so dass große Teile der Lernerfahrung außerhalb der Schule z.B. in Praktika oder Projekten stattgefunden hätten.

Der Erfolg und die Bedeutung der Zukunftswerkstatt liegen aber nicht nur in den direkt sichtbaren Resultaten, sondern auch in der kontinuierlichen Zusammenarbeit von Lehr-kräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern an der Gestaltung ihrer Schule.

Die intensive Zusammenarbeit dieser drei Gruppierungen war anfangs ungewohnt. Es mussten Wege gefunden werden, die möglichst viele Bedürfnisse berück¬sichtigen, aber es waren auch Kompromisse nötig. Die Einrichtung eines regelmäßigen Feedbacks der Schülerinnen und Schüler an das Kollegium war z.B. ein starker Wunsch der Eltern und Schülerinnen und Schüler. Im Kollegium stieß dies auch auf Widerstand, Ängste und Befürchtungen. Bis zur jetzigen Lösung, ver¬pflichtendes Feedback über einen vorgege-benen Fragebogen, war es ein Weg mit vielen Gesprächen und Überzeugungsarbeit von allen Seiten. Er war jedoch auch geprägt vom Respekt der Sicht des jeweils anderen.

Es stellte sich als Problem heraus, dass nur relativ wenig Schülerinnen und Schüler regelmäßig die Werkstätten bzw. Arbeitskreise besuchen, trotz intensiver Werbung oder persönlicher Ansprache. So wurden andere Möglichkeiten der Partizipation gefunden wie z.B. Umfragen, einzelne Zusammentreffen mit Schülerinnen und Schülern, Beteiligung der Schüler an der Planung oder der tatkräftigen Umsetzung, so dass diese so ihre Sicht in die Arbeit einbringen können.

Gerade in der Entwicklung dieser Kultur und den Formen der Zusammenarbeit steckt ein weiterer großer Wert der Arbeit. In unserer Schule können Eltern nicht nur in der Teestube mitarbeiten oder in der Schulpflegschaft, sondern ganz direkt und aktiv die Weiterent¬wicklung unserer Schule mitgestalten.

Ausblick

Am Anfang des Weges standen Visionen für das Jahr 2015. Die Bilanz zeigt, wie die Visionen Gestalt angenommen haben. Die Arbeit an einer gesunden Schule, der frucht-baren Öffnung der Schule oder der Verbesserung des Unterrichts ist sicher nie zu Ende. Dennoch wurden wichtige Ziele erreicht und die Evaluation und Begleitung der implementierten Veränderungen bleibt Aufgabe der Werkstätten und Arbeitskreise.

Und was ist nach dem Jahr 2015? Wird es eine weitere Zukunftswerkstatt geben oder werden andere Formen gefunden, wie die gesamte Schulgemeinde an der Weiterent-wicklung unserer Europaschule arbeiten und sie aktiv steuernd mitgestalten kann? Alle Mitglieder der Schulgemeinde können und sollen ihre Ideen dazu auch in Zukunft einbringen.

 
Bilanz – Halbzeit

Die von uns 2009 gestartete Zukunftswerkstatt erreicht mit dem Jahreswechsel 2012/2013 die Halbzeit. Die Steuergruppe nimmt dies zum Anlass eine Zwischen¬bilanz zu ziehen. Dabei werden bereits erreichte Ziele von kurzfristig zu erreichenden und von langfristig noch anzustrebenden Zielen unterschieden. Dieser Auflistung von Ergebnissen stellen wir die Art und Weise in der wir uns auf den Weg zur Weiterent-wicklung unserer Schule gemacht haben voran. Dieses an der Europaschule im Zuge der Zukunftswerkstatt eingeführte Prinzip der Zusammenarbeit stellt für uns eine Errungenschaft an sich dar.

Prinzip der Zusammenarbeit

Der Arbeit in der Zukunftswerkstatt liegt als Prinzip die Demokratisierung von Ent-scheidungsprozessen innerhalb der Schulgemeinde durch Befragung, Partizipation, Evaluation und Kompromissbildung zugrunde.

Erreichte Ziele:

    Feedback
    Pausengong
    Toiletten
    Befragung Schulrestaurant „Sunny“
    Außenoase
    Projektwochen, Sommer, Herbst
    Berufsinformationsmesse
    Überarbeitung der Stundentafel (Reduzierung der Schienen)

Kurzfristig zu erreichende Ziele:

    Trinkbrunnen
    Chilloutzone
    Toilette Teil 2
    Schul-Wiki
    Verschönerung Schulrestaurant „Sunny“
    Schulhofgestaltung

Langfristig anzustrebende Ziele:

    Stundenraster
    Erweiterungsbau

Zweite Halbzeit

Die Bilanz zeigt, wie viel wir bereits gemeinsam erreicht haben. Die Arbeit lohnt sich also und wir sollten mit Energie und Zuversicht in die zweite Halbzeit starten.
Alle Schülerinnen, Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sind herzlich zur Mitarbeit aufgerufen. Selbstverständlich gilt dies auch für Menschen, die bisher noch nicht mit-wirken konnten.





Zwischenbilanz 2014 – Endphase der „Zukunftswerkstatt“


Die von uns 2009 gestartete Zukunftswerkstatt erreicht mit dem Jahreswechsel 2014/2015 die Endphase. Die Steuergruppe nimmt dies zum Anlass eine zweite Zwischenbilanz zu ziehen.

Prinzip der Zusammenarbeit

Der Arbeit in der Zukunftswerkstatt liegt als Prinzip die Demokratisierung von Ent¬schei-dungsprozessen innerhalb der Schulgemeinde durch Befragung, Partizipation, Evaluation und Kompromissbildung zugrunde.

Erreichte Ziele:
    Pausengong
    Toiletten
    Befragung Schulrestaurant „Sunny“
    Austausch und Zusammenarbeit zwischen Schulcaterer und AK gesunde Schule, Vereinbarung mit dem Schulrestaurant
    Gestaltung der Außenoase
    Regelmäßige Projektwochen, Sommer, Herbst
    Berufsinformationsmesse
    Überarbeitung der Stundentafel (Reduzierung der Schienen)
    Verschönerung Schulrestaurant „Sunny“
    Schulhofgestaltung
    Regelmäßiges Feedback der Schüler an die Lehrer
    Broschüre: Öffnung der Schule, Dokumentation der Kooperation der Europaschule Bornheim mit außerschulischen Partnern
    Beschluss der Schulkonferenz, das 60min Stundenraster einzuführen

Mittelfristig noch zu erreichende Ziele:
    Trinkbrunnen
    Chilloutzone auf dem Schulhof (Schulgarten)
    Toilette Teil 2
    Konkrete Umsetzung des 60min Stundenrasters
    Etablierung einer Feedback-Kultur

Endspurt

Die Bilanz zeigt, wie viel wir bereits gemeinsam erreicht haben. Es lohnt sich, den Endspurt anzugehen.

Einige Aufgaben werden uns jedoch auch noch nach 2015 beschäftigen. Die Arbeit an Themen wie „Gesunde Schule“, „Öffnung der Schule“ oder „Guter Unterricht“ ist mit dem Ende der Zukunftswerkstatt sicher nicht zu Ende. Sie wird Teil der Schulentwicklung bleiben. Konkrete Visionen dazu wurden jedoch angegangen und umgesetzt.

Der Schulprogrammbaum veranschaulicht die verschiedenen Bereiche des Lernens und Lehrens an der Europaschule Bornheim. Nach der gemeinsamen Erarbeitung von Leitsätzen, werden die Äste und Blätter des Baumes überarbeitet werden müssen.

Elisabeth Heinze,
Koordinatorin Schulprogramm

 

 

3.6    Leitbild


Unsere Schulgemeinschaft hat beschlossen, nach sechs Jahren Arbeit in der Zukunfts-werkstatt nun gemeinsam ein Leitbild in Form von Leitsätzen für das weitere Lernen, Lehren und Leben in unserer Schule zu erarbeiten. Natürlich bedeutet dies nicht, dass unsere Schule in den seit ihrer Gründung vergangenen 25 Jahren keine Orientierung gehabt hätte. Deshalb beginnen wir auch bei der Erarbeitung der Leit¬sätze nicht bei Null, sondern bauen auf dem bereits Vorhandenen - zum Beispiel unserer Schulcharta - auf und prüfen, verändern, und entwickeln es weiter.

Ziel ist die Formulierung von Leitsätzen, die für alle verständlich und von allen akzeptiert zum Ausdruck bringen, was unserer Schulgemeinschaft besonders wichtig ist. Diese Leitsätze werden uns sowohl bei der zukünftigen strategischen Ausrichtung unserer Schulentwicklung als auch bei den vielen von uns allen alltäglich zu treffen¬den Ent-scheidungen als Orientierungshilfe dienen. Damit dies gelingt müssen die Leitsätze für unseren Schulalltag bedeutungsvoll sein. Das heißt, es bedarf einer ausführlichen Kon-kretisierung der Leitsätze, die deutlich macht, welchen Bezug die Leitsätze zu unserem täglichen Miteinander haben.

Wirksam werden die Leitsätze in dem in einem nächsten Schritt aufgestellten Arbeits-programm unserer Schule. Das Arbeitsprogramm weist aus, mit welchen Aktivitäten und Bausteinen wir die in den Leitsätzen formulierten Ziele erreichen.

Leitsätze und Arbeitsprogramm werden möglicherweise beide Rückwirkungen auf unser Schulprogramm haben.  

Schließlich werden wir die langfristige Wirksamkeit der Leitsätze sicherstellen, in dem wir selbst überprüfen, ob wir die gesteckten Ziele auch wirklich erreichen. Für diesen Schritt formulieren wir Kennzeichen, an denen wir den Erfolg unserer Entwicklung ablesen können.

 
Kreis der Leitbildaspekte





Leitbild  Zeitstrahl










3.7    Erweiterungsbau


Für die Entwicklung unserer Schule benötigen wir dringend größeren Raum, v.a. für die Bereiche der Sekundarstufe II, der Inklusion und des Ganztags. Deshalb sind wir unserem Schulträger sehr dankbar für den Beschluss, einen Erweiterungsbau zu errichten - Baubeginn 2016!

I    Planungsarbeit

Die Europaschule bedankt sich beim Schulträger für die Beteiligung an den Planun¬gen für den Erweiterungsbau. Dies entspricht einer moderner partnerschaftlichen Kooperation zwischen Schulträger und Nutzer, ist aber dennoch nicht selbstverständlich. Um trotz Beteiligung der Schule eine effektive, zeit- und kostensparende Zusammenarbeit zu gewährleisten, werden Regeln und eine Arbeitsstruktur vereinbart. Für diese Struktur schlagen  wir vor, dass die schulische Beteiligung innerschulisch organsiert wird und die dort erarbeiteten Ideen und Vorschläge durch die Schulleitung in gemeinsamen Baube¬sprechungen mit dem Schulträger vertreten werden. Wir bitten darum, die unter Punkt V Erste Ideen aufgeführten Aspekte als Formulierung eben solcher erster Ideen und damit als Anregung aus dem Arbeitskreis Zukunftsplanung für den jetzt einsetzenden Planungs¬prozess zu verstehen.

II    Bedarfserhebung

Das Ergebnis der von der Stadt Bornheim vorgenommenen Analyse hinsichtlich des an der Europaschule bestehenden räumlichen Bedarfs wird von der Schulleitung der Europaschule bestätigt. Demnach bedarf es der Errichtung folgender Flächen bzw. Räume:

1.    3 Kursräume SII (210 qm)
2.    2 NW Räume (150 qm)
3.    Nebenräume (220 qm)
4.    Schüleraufenthaltsraum (80 qm)
5.    Forum (90 qm)
6.    Mediothek (220 qm)
7.    Ganztagsbereich (370 qm)
8.    Inklusion (135 qm)  

Gesamt: 1475 qm

III    Grundsätzliches

Bei den Vorüberlegungen seitens der Europaschule wird auf verschiedene Quellen zurückgegriffen. Dazu gehören die Veröffentlichungen des MSW (auch Zeitschrift Schulverwaltung 10/2012, Seite 267 ff.) ebenso wie das von der Montag Stiftung verfasste Standardwerk „Schulen planen und bauen“. Dieser Quelle entstammen die 10 Thesen (siehe Punkt VI) zu den zentralen Herausforderungen im Schulbau. Eine weitere Quelle sind Besuche bereits bestehender Schulen wie z.B. der Schirmerschule, einer modernen Förderschule in Jülich (http://www.schirmerschule.de).

An den Überlegungen werden alle Säulen der Schulgemeinde (Schülerschaft, Eltern, Lehrkräfte) beteiligt. Demokratisches Lernen benötigt eine demokratische Schule (These 8).


IV    Fragen

Um zu gewährleisten, dass die Europaschule durch den Erweiterungsbau und die damit zusammenhängende stellenweise Nutzungsänderung des bestehenden Gebäudes zukünftigen Anforderungen nachhaltig erfolgreich begegnen kann, müssen einige Fragen beantwortet werden:

1)    Wie viele Schülerinnen und Schüler mit einem festgestellten sonderpädago-gischen Förderbedarf sollen langfristig die Europaschule besuchen? Bleibt es bei einer Klasse pro Jahrgang, oder werden es mehr?
2)    Welche Förderschwerpunkte werden in welcher Ausprägung vertreten sein und welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um eine entsprechende Förderung leisten zu können? Werden pflegerische Maßnahmen erforderlich werden?
3)    Sollen / können Leistungen für Kinder / Schülerinnen und Schüler benachbarter Institutionen oder Wohngebiete im Sinne eines Campus der Inklusion übernommen werden?
4)    Welche Fragen müssen wir uns noch stellen?

V    Erste Ideen


Der Erweiterungsbau soll baulich mit dem bestehenden Gebäude verbunden sein. Insbe-sondere vor dem Hintergrund der geplanten Einrichtung von Therapieräumen ist ein disloziertes Gebäude mit ganzjährigem Zugang über den Schulhof nicht sinnvoll. Im Zuge der baulichen Erweiterung soll erreicht werden, dass für jeden Jahrgang wenigstens ein Differenzierungsraum zur Verfügung steht. Daher möchten wir folgende Ideen als Grundlage weiterer gemeinsamer Überlegungen vorstellen:

1.    Die drei fehlenden Kursräume für die Sekundarstufe II werden in den Räumen 181, 184 und 281 angesiedelt. Die jetzige Mediothek wird ebenso wie der aktuell als Kunstraum genutzte Raum 281 aus der Oase in den Neubau verlegt wird (siehe auch Punkt 2).

2.    Die beiden fehlenden NW Räume werden durch Nutzungsänderung der im NW Trakt liegenden Kunsträume 132 und 133 geschaffen. Dabei muss die Wand versetzt werden, damit zwei nutzbare Räume entstehen. Dadurch entfallen der Bau einer weiteren NW-Sammlung und die Anschaffung einer kompletten weiteren natur-wissenschaftlichen Ausstattung. Die Physik- und Chemieräume werden in einem Trakt gebündelt. Der Kunstraum wird gemeinsam mit dem aus der Oase entnommenen Kunstraum 281 im Erweiterungsbau untergebracht. Der im bestehenden NW-Trakt liegende Tonarbeitsraum wird in den Neubau verlegt. Hier kann er als inklusionstauglicher Ganztagsraum genutzt werden, in dem auch lebenspraktische Unterrichtsinhalte vermittelt werden können.

3.    Die fehlenden Nebenräume (Sammlungs-, Vorbereitungs- und Lagerräume) werden teilweise im Erweiterungsbau geschaffen und teilweise durch Nutzungsänderung bestehender Räume generiert.

4.    Der fehlende Schüleraufenthaltsraum wird in den Räumen 085 und 086 in der Oase geschaffen. Raum 087 wird zum Kursraum (Raum 185 übernimmt die Funktion von 254 als PC-Raum – keine PC-Räume im Erdgeschoss wg. Ein¬bruchgefahr). Damit liegen zwei PC Räume in 185 und 186 nebeneinander, an der Gesamtzahl der PC Räume ändert sich nichts. Raum 084 (34 qm, kleine Teestube) bleibt dem Ganztag gewidmet. Alle übrigen Ganztagsangebote ziehen aus der Oase um in den Erweiterungsbau (siehe auch Punkt 7).

5.    Die fehlende Forumsfläche wird gemeinsam mit den ebenfalls zu schaffenden Räumen für den Ganztag (siehe auch 7.) im Erweiterungsbau realisiert.

6.    Die im Bereich der Mediothek fehlende Fläche von 220 qm wird im Erweiterungsbau hergestellt. Die neue Mediothek umfasst dann insgesamt 385 qm. Dadurch kann der Betrieb der Mediothek wie bisher ohne zusätzliches Personal gewährleistet werden. Die Mediothek bietet auch Raum für das Selbstlernzentrum (These 2). Zusätzlich werden auch die Lehrmittel (Schulbücher) in einem gesonderten Bereich von ca. 145 qm im Erweiterungsbau verwaltet. Dadurch wird die durch den aktuell zur Schulbuch¬verwaltung genutzten Raum gegebene arbeitsrechtliche Problematik behoben.

7.    Die fehlenden Räume für den Ganztag werden im Erweiterungsbau geschaffen (siehe auch 5.) und dort mit den aus der Oase entnommenen Ganztagsangeboten zu einem inklusionstauglichen Gesamtbereich zusammengefasst. Die Bündelung des Ganztags ermöglicht es den vorhandenen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen in Zusammenarbeit mit Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen den gesamten Bereich zu beaufsichtigen. Hier wird durch eine variable Gestaltung der Räume (verschiebbare Wände) gemeinsam mit dem Forum eine Fläche geschaffen, die sowohl im Ganztag als auch als Versammlungsstätte nutzbar ist. Der Ganztagsbereich bietet vielfältige Möglichkeiten (These 3). Die Versammlungsstätte wird auch für Veranstaltungen der Stadt genutzt (These 10).

8.    Die für die Inklusion fehlenden Räume werden an dieser Stelle in zwei Varianten berechnet. Variante 8a bezieht sich auf eine Aufnahme von ca. 5 Schülerinnen und Schülern mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf pro Jahrgangsstufe. Variante 8b veranschlagt den zusätzlichen Raumbedarf, welcher bei Aufnahme von ca. 10 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Jahrgang entstehen würde.  

a)        Bei einer Aufnahme von ca. 5 Schülerinnen und Schülern mit einem sonder-pädagogischen Förderbedarf pro Jahrgangsstufe werden zusätzliche Räume in einer Größenordnung von insgesamt 135 qm benötigt.
Hierzu zählen: 2 Gruppenräume, 1 Mehrzweckraum, 2 Therapieräume (Psychomotorik, Krankengymnastik, Logopädie), 1 Pflegeraum, 1 Ruheraum, 1 Testraum. Diese Räume sollen im Erweiterungsbau errichtet werden. Auch in diesem Bereich sollte mit variablen Wänden gearbeitet werden, um eine vielseitige Nutzung der Räume zu ermöglichen (These 5). Insgesamt werden bei dieser Variante 8 zusätzliche Räume benötigt.

b)    Eine Aufnahme von ca. 10 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf pro Jahrgang führt nicht automatisch zu einer Verdopplung des Raumbedarfs. Erforderlich würden dann 4 satt 2 Gruppenräume, 2 statt 1 Mehrzweckraum und 2 statt 1 Ruheraum. Die Anzahl aller anderen Räume bedarf keiner Anpassung. Insgesamt werden bei dieser Variante 12 zusätzliche Räume benötigt.

9.    Raum 147 (PC Raum) wird zum Differenzierungsraum für den Jahrgang, der in den Räumen 163 bis 168 untergebracht ist (in diesem Trakt gibt es bisher keinen Differenzierungsraum).

10.    Raum 152 übernimmt die aktuelle Funktion des Raumes 147 als PC Raum.

11.    Raum 152 wird aktuell für Science genutzt, diese Nutzung übernimmt Raum 254 (aktuell PC Raum). Raum 255 dient als Sammlungsraum für Science und Biologie, die in Raum 256 bleibt. Raum 257 wird zum Scienceraum und übernimmt damit die Funktion des Raumes 323. Damit werden beide Scienceräume in einem Trakt gebündelt.

12.    Raum 323 wird zum Klassenraum Jahrgang 10, Raum 324 wird zum Nebenraum, Raum 325 (aktuell Klassenraum) wird zum Differenzierungsraum für den Jahrgang 10 (in diesem Trakt / Jahrgang gibt es bisher keinen Differenzierungsraum).

13.     Für den Trakt 223 – 228 konnte bisher keine Lösung für einen Differenzierungsraum gefunden werden.

14.     Die bauliche Struktur der Verwaltung in der Europaschule Bornheim ist überholt aber existent. Bei einem Neubau würden sicherlich andere Bürogrößen im Verbund mit Besprechungszimmern realisiert. Dies ist im Altbestand mit den vorhandenen Strukturen nicht mehr abzubilden. Die in den Büros vorhandene Fläche darf rechnerisch nicht zur Fläche der Lehrerzimmer hinzugerechnet werden, auch wenn das Raumnutzungsprogramm für beide „Verwaltung“ lautet. Dass Lehrerzimmer bedarf einer gesonderten Betrachtung. Nach den Schulbaurichtlinien der Stadt Köln sollte eine Schule wie die Europaschule Bornheim über ein Lehrerzimmer in der Größe von 484 qm (inklusive 70 qm als Arbeitsraum) verfügen. Tatsächlich weisen beide Lehrerzimmer zusammen eine Fläche von 410 qm auf. An dieser Stelle müssen die Veränderungen des LABG (Lehrerausbildungsgesetzes) und die sich daraus ergebenden Veränderungen für den Raumbedarf vor Ort unbedingt Eingang in die Planungen finden. Das neue LABG schreibt insgesamt vier Praxisphasen vor. So müssen alle Lehramtsstudierenden ein Orientierungspraktikum, ein Eignungspraktikum, ein Praxissemester und die Referendarzeit in der Schule absolvieren. Für ein System von der Größe der Europaschule bedeutet dies zeitgleich den Aufenthalt weiterer 30 Personen im Lehrerzimmer!
Hier könnte es eine Lösung sein, den früher als Sprachlabor genutzten Raum 149 mit dem Lehrerzimmer 2 im Raum 155 zu verbinden. Der dadurch verlorene PC Raum könnte im Erweiterungsbau ersetzt werden.

VI    10 Thesen: Zentrale Herausforderungen für die Partnerinnen und Partner im Schulbau

These 1
Lernen benötigt viele und unterschiedliche Perspektiven, Zugänge und Ergebnisse.

These 2
Gelernt wird allein, zu zweit, in der Kleingruppe, mit dem ganzen Jahrgang, jahr-gangsübergreifend und auch im Klassenverband.

These 3
Ganztagsschule heißt Lernen, Bewegen, Spielen, Toben, Verweilen, Reden, Essen und vieles mehr – in einem gesunden Rhythmus.    

These 4
Schulbuch und Kreidetafel werden ergänzt durch Tablet-PC, Smartboard und andere Neue Medien.    
These 5
Förderung in einer inklusiven Schule geschieht in heterogenen Gruppen.

These 6
Kulturelles und ästhetisches Lernen muss durch Pädagogik und Architektur vermittelt werden.

These 7
Lernen in Gesundheit und Bewegung findet in anregender und weiträumiger Umgebung statt.

These 8
Demokratisches Lernen benötigt eine demokratische Schule.

These 9
Schule ist im Umgang mit Umwelt und Technik ein Vorbild.

These 10
Die Schule öffnet sich zur Stadt – die Stadt öffnet sich zur Schule.


VII    Literatur

Schulen planen und bauen; Herausgeber: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bonn;

Der GanzTag in NRW - Beiträge zur Qualitätsentwicklung; 8. Jahrgang, 2012, Heft 23; Materialien zum Schulbau, Pädagogische Architektur und Ganztag; Herausgeber: Vera-Lisa Schneider, Eva Adelt, Anneka Beck, Oliver Decka;

Schulbaupreis 2008 - Auszeichnung beispielhafter Schulbauten in Nordrhein-Westfalen; Herausgeber MSW, Architektenkammer Nordrhein-Westfalen; 1. Auflage 2008;

 

 

4.    Unterricht und Laufbahngestaltung


Viele Kinder – viele Wege!


Eine große Besonderheit und Stärke unserer Schule sind die vielfältigen Möglichkeiten und Angebote. Bei uns kann jede Schülerin und jeder Schüler jeden im Land NRW an einer allgemeinbildenden Schule vergebenen Schulabschluss erreichen und dazu noch ihre / seine ganz besonderen Fähigkeiten und Interessen entwickeln.

 

 

4.1    Klassen 5 bis 7 – Abteilung I


In den Gründungsjahren nahm die Gesamtschule Bornheim –so hieß unsere Schule 1989– 120 Schülerinnen und Schüler in jeden neuen Jahrgang 5 auf. Aufgrund der von Beginn an hohen Anmeldezahlen wurde die Zügigkeit der Europaschule dann schnell auf sechs erhöht. Damit konnten bis zum Schuljahr 2011/12 jedes Jahr 180 Schülerinnen und Schüler von der Grundschule zu uns wechseln. Mit der Einführung des gemeinsamen Lernens und durch das 9. Schulrechtsänderungsgesetz ändert sich diese Zahl zum Schuljahr 2014/2015 erneut. Dann brennen 162 Schülerinnen und Schüler darauf, am ersten Schultag ihre neuen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden und ihre beiden Klassenlehrer/innen kennenzulernen. In den beiden Gruppen gemeinsamen Lernens werden 25 Schülerinnen und Schüler willkommen geheißen, in den anderen vier Klassen 28 Kinder. Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern gestalten wir einen behutsamen Übergang von der Grundschule in die Europaschule Bornheim. Dabei ist uns wichtig, dass jede und jeder Einzelne gut ankommt und sich an der neuen Schule wohlfühlt, denn dies ist eine Grundvoraussetzung für den Lernerfolg.

Damit das Kennenlernen und Zusammenwachsen zu einer Lerngruppe funktioniert, bereiten sich die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer auf einer Fortbildung in den Sommerferien zum Thema „Soziales Lernen” auf ihre Klasse vor. In der ersten Schulwoche und im weiteren Verlauf des Schuljahres jeweils in zwei Wochenstunden finden Aktivitäten statt, die das freund¬liche, respekt- und vertrauensvolle Miteinander stärken. Dazu gehört auch, dass die Streitschlichter ihre Dienste bei Konflikten anbieten. Das sind ältere Schüler und Schülerinnen, die Mediation gelernt haben, d.h. sie schlichten Streit, ohne dass es dabei Verlierer gibt.Vor den Herbstferien findet die erste Klassenfahrt statt, denn nirgends kann man sich besser kennen lernen als bei solchen Gemeinschaftsaktivitäten. Meist gibt es dabei viel Spaß, und sollte der Eine oder die Andere Heimweh haben, so gibt es verständnisvolle Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen, die diese Hürde meistern helfen. Das Kennenlernen im Jahrgang wird auch dadurch erleichtert, dass alle 6 Klassen räumlich zusammen untergebracht sind und dass im 5. Jahrgang möglichst wenige Lehrer und Lehrerinnen eingesetzt werden, die dann den Unterricht in mehreren Klassen gestalten. Die Schülerinnen und Schüler lernen zunächst die verschiedenen Angebote der individuellen Begabungsförderung (IBF) kennen, bevor sie sich zu Beginn des 2. Halbjahres der 5. Klasse zusammen mit Ihren Eltern und Lehrerinnen und Lehrern für ein IBF-Modul entscheiden. Bei Nachholbedarf in Englisch, Mathematik oder Deutsch ist dies der Förderunterricht; bei besonderen Interessen in Deutsch, Mathematik oder Natur-wissenschaften können entsprechende Forderangebote gewählt werden. Nach Beratung durch die einzelnen Lehrkräfte und in Absprache mit den Eltern können sie bei besonderer Begabung am bilingualen Bildungsgang teilnehmen. Im zweiten Halbjahr der Jahr¬gangsstufe 5 werden weitere wichtige Entscheidungen für die Schullaufbahn vorbereitet und am Ende des Schuljahres getroffen. Mit dem zweiten Zeugnis in diesem Jahrgang findet die Zuweisung zu den Grund- und Erweiterungskursen in Englisch und Mathematik statt. Das ist eine wichtige Entscheidung, weil die Kurszugehörigkeit in Deutsch, Englisch, Mathematik und Chemie am Ende des 10. Schuljahres über den erreichten Abschluss entscheidet. Abhängig von den individuellen Leistungen können diese getroffenen Zuweisungen verändert werden.

Die zweite wichtige Entscheidung ist die Wahl des Wahlpflicht-(WP) Faches. Dieses Fach wird ab dem 6. Schuljahr belegt. Zur Wahl stehen eine zweite Fremdsprache (Französisch, Latein oder Spanisch) sowie die Fächer TIP (Technik, Informatik und Physik) und CEB (Chemie, Ernährungslehre und Biologie). Wie bei allen Entscheidungen erhalten die Kinder und Eltern eine fundierte Beratung durch Klassenlehrer und ggf. durch die Abteilungsleitung.

Im 6. Jahrgang nehmen die Klassen an einem Anti-Rauchen-Projekt (Be smart, don´t start) teil, das im Rahmen der Erziehung gegen Drogen durchgeführt wird. Ebenfalls findet ein Projekt zur Sexualerziehung statt.

In der Jahrgangsstufe 7 fahren die Schülerinnen und Schüler eine Woche nach Südengland um die Englischkenntnisse zu verbessern. Sie sind in Familien untergebracht und fahren gemeinsam im Klassenverband nach London.

Während der gesamten Zeit in der Abteilung I erhalten Eltern und Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen über den Lernerfolg. So analysieren an den „Sprechtagen“ Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam die Lernfortschritte und vereinbaren für einen überschaubaren Zeitraum individuelle Lernziele, die im Portfolio schriftlich festgehalten werden.

Ziel ist, dass jeder Schüler, jede Schülerin so gestärkt wird, dass er bzw. sie den bestmöglichen Schulabschluss erreicht. Dabei werden Selbstständigkeit und Selbstverantwortung weiter gefördert.

Auf diesem Fundament baut die Fortsetzung der individuellen Schullaufbahn in der Abteilung II mit dem Wechsel in die Jahrgangsstufe 8 weiter auf.


Abteilungsleitung I

 

 

4.2    Klassen 8 bis 10 – Abteilung II


Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen in den Klassen 8 bis 10 einen wichtigen Abschnitt ihrer schulischen Laufbahn und durchleben eine nicht immer einfache Phase ihrer persönlichen Entwicklung. Beide Aspekte finden in unserer schulischen Arbeit ihre Berücksichtigung.

Zu den Fachleistungsdifferenzierungen in Englisch und Mathematik kommt in Klasse 8 die Differenzierung in Erweiterungs- und Grundkurs im Fach Deutsch und in Klasse 9 die Differenzierung in Chemie dazu.

In den Klassen 9 und 10 werden die Weichen für die weitere Ausbildung gestellt, sei es die Fortsetzung der schulischen Laufbahn oder die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung. Unsere Schule unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Planung ihres weiteren Weges und bei dem Bestreben, den dafür notwendigen und für sie passenden Schulabschluss zu erreichen. Lernerfolg und voraussichtlich erreichter Abschluss werden den Eltern und den Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9 vierteljährlich in Form einer schriftlichen Prognose mitgeteilt. Hierauf beruht die gemeinsame Laufbahnplanung und –beratung, die mit allen beteiligten Personen regelmäßig überprüft und eventuell geändert wird, damit immer eine Perspektive vorhanden ist.

Mehr als die Hälfte unserer Schülerinnen und Schüler besucht nach Abschluss der Sekundarstufe I die gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II) an unserer Schule, die anderen wechseln auf eine andere weiterführende Schule oder beginnen eine berufliche Ausbildung.

In enger Zusammenarbeit der Studien- und Berufsberater unserer Schule mit den Klassenlehrern und den Berufsberaterinnen und -beratern des Arbeitsamtes leistet die Europaschule Hilfestellung bei der notwendigen beruflichen Orientierung. Wesentlicher Bestandteil bei der beruflichen Orientierung ist das in Klasse 9 zu absolvierende dreiwöchige Betriebspraktikum. Der Einblick in die Arbeitswelt hilft den Schülerinnen und Schülern ihre Vorstellungen von Ausbildungs- und Berufswelt zu überprüfen und führt oft zu einer neuen Einstellung gegenüber Schule im Grundsatz.

Suchtprävention und Gesundheitserziehung weisen den Weg zu einer gesunden Lebensweise und werden daher in den verschiedenen Jahrgängen in unterschiedlicher Weise berücksichtigt. Besondere Bedeutung kommt in diesem Bereich der Peer Education zu, der gegenseitigen Erziehung durch Gleichaltrige. Im Jahrgang 8 werden aus jeder Klasse zwei „Peers“ ausgebildet, die gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zum Thema Suchtprävention arbeiten.

An der Europaschule ist sowohl der achtjährige als auch der neunjährige Bildungsgang bis zum Abitur möglich. Um dies gewährleisten zu können, werden die bisherigen Klassenverbände am Ende der Klasse 9 aufgelöst und die sechs Klassen neu zusammengesetzt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Klassen sozial und leistungsmäßig ausgewogen aufgeteilt werden, so dass alle Abschlüsse in allen Klassen erreicht werden können. In

 
einer Klasse werden die Schülerinnen und Schüler zusammengefasst, die den acht-jährigen Bildungsgang für sich wählen und in dieser Klasse werden teilweise inhaltliche Aspekte aus der Jahrgangsstufe der Einführungsphase mit berücksichtigt.


Dr. Gabriele Grimme,
Abteilungsleiterin II

 

 

 

4.3    Die Sekundarstufe II – Abteilung III

Einige Hinweise zur Praxis der Oberstufe an der Europaschule:

Noch in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien nehmen die zukünftigen Ober-stufenschüler an Einführungstagen teil, die auf die zukünftige Arbeit einstimmen.

Zu Beginn der Einführungsphase (ehemals Jahrgangsstufe 11) findet eine fünftägige Orientierungsfahrt statt. Hierbei lernen sich Mitschülerinnen und Mitschüler und Lehrerinnen und Lehrer kennen. Die Schüler bearbeiten in Modulen untergliederte Methodenkurse, die das nötige Handwerkszeug für die Oberstufe vermitteln, bewältigen in Gruppen einen erlebnispädagogischen Parcours und gestalten den gemeinsamen Abschlussabend.

Ein dreiwöchiges Sozialpraktikum am Ende der Einführungsphase wird in Kranken-häusern, Altenheimen, Sonderschulen und ähnlichen Einrichtungen absolviert. Am Ende der Einführungsphase bestimmen die Schülerinnen und Schüler über ihre weitere Schullaufbahn.

Im Rahmen vielfältiger Projektkurse im ersten Jahr der Qualifikationsphase (Jahr-gangsstufe 12) können Schülerinnen und Schüler fächerübergreifend an selbstgewählten Themen arbeiten, die sie später der Schulöffentlichkeit vorstellen. Diese Projektkurse zeigen die ganze Vielfalt der Europaschule. Beispielhaft kann hier das aktuelle Schuljahr 2013/2014 stehen. Durchgeführte Projektkurse sind hier „MathePlus“ in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen; das Europäische Kooperationsprojekt „We are Europeans“ in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie Otzenhausen sowie der Europäischen Akademie Nordrhein-Westfalen, das Kunstprojekt „25 Jahre Europaschule“ sowie das Projekt „Kinder brauchen Märchen“, das dieser Thematik in Kunst und Literatur nachgeht.

Eine Besonderheit der Europaschule ist das sehr erfolgreiche Angebot der „Tanz-praktischen Studien“, das in einem Jahreskurs durchgeführt wird. Absolventen dieses Angebotes haben im Jahr 2013 im Rahmen von „Tanzende Schulen – Jugend trainiert für Olympia“ den NRW-Landesmeister-Titel errungen.

Einen Höhepunkt im ersten Jahr der Qualifikationsphase bildet eine Studienfahrt in der Woche vor den Osterferien, die im Leistungskurs vor- und nachbereitet wird. Der Leistungskurs Sport führt darüber hinaus jeweils im Februar eine Schulskifahrt durch, die das Spektrum der Bewegungsfelder in diesem Fach er-weitert.

Das zweite Jahr der Qualifikationsphase (ehemals Jahrgangsstufe 13) bleibt demgegen-über ruhiger, steht es doch ganz im Zeichen der Konzentration auf die Abiturprüfung.

Natürlich ist die Europaschule nicht denkbar ohne die europäische Perspektive, die im Schulprogramm und im Unterricht sowie in zahllosen außerunterrichtlichen Aktivitäten auch in der Oberstufe verankert ist. Aus diesem Grund stehen hier auch Besuche der Partnerschulen in Zawiercie (Polen), Bologna, Madrid, Atlanta und Georgia auf dem Programm.


Eike Brandt,
Abteilungsleiter III

 

 

4.4    Portfolio zum Lernerfolg


Da gehe ich hin!

Das Portfolio enthält die Themen

Schülerdaten

Schullaufbahn

Dokumente, Zeugnisse, Zertifikate

Europäische Dimension

Unterwegs

Sprachen an der Europaschule

 

 

 

4.5    Individuelle Begabungsförderung (IBF)


Die Europaschule Bornheim nimmt im Jahrgang 5 jedes Jahr 162 neue Schülerinnen und Schüler auf, die wir zu dem für sie optimalen Schulabschluss begleiten. Wissend, dass jedes dieser Kinder seine eigene Geschichte und die unterschiedlichsten Begabungen und Interessen mitbringt, stellen wir viele Möglichkeiten bereit, das eigene Schulleben selbstverantwortlich mitzugestalten. Unser Ziel ist es, jede Schülerin und jeden Schüler zum jeweils individuell bestmöglichen Abschluss zu führen. An der Europaschule bleibt kein Kind sitzen. Es werden alle in NRW erreichbaren mittleren Schulabschlüsse vergeben. Das Abitur wird sowohl nach 8 als auch nach 9 Jahren erlangt. Zusätzlich zum und in Verbindung mit dem vorgeschriebenen Fächerkanon ermöglichen wir unter¬schiedliche und individuelle Laufbahnen. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler nutzen zusätzlich zur Forderung durch den binnendifferenzierten Unterricht viele Angebote, um sich ihrem Leistungsvermögen entsprechend zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler, die größerer Hilfe bedürfen, finden diese im kooperativen Lernen mit den Mitschülerinnen und Mitschülern und in speziellen Angeboten der Schule. Zur Veranschaulichung des facettenreichen Angebots der Europaschule Bornheim werden hier einige Angebote skizziert.

In den Jahrgängen 5 und 6 können bereits einige Schülerinnen und Schüler am Musik-zweig teilnehmen. Sie erlernen in Kleingruppen während des Schulalltages das gewünschte Musikinstrument. Für die dabei ausfallenden Stunden gibt es Lernpaten, so dass kein Stoff verpasst wird. Später kann das Gelernte in der BigBand eingebracht werden.

Seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt es an der Europaschule Bornheim die Möglichkeit, ab der Klasse 6 bis einschließlich Klasse 10 die eigenen Neigungen und Interessen in ausgewählten Fächern oder Fachbereichen zu stärken oder bei Förderbedarf Unterstützung in den Fächern Mathematik, Deutsch oder Englisch zu erhalten. Hier eine Übersicht der zurzeit angebotenen IBF-Fächer:

Die IBF Kurse ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, die eigene Schullaufbahn nach während der Schullaufbahn entwickelten individuellen fachlichen und thematischen Vorlieben und Schwerpunkten mit zu gestalten. Manch einer möchte mehr über einen Fachbereich kennenlernen, ein anderer hat gar schon einen Beruf ins Auge gefasst oder braucht in einem der Förderfächer kontinuierliche Unterstützung und Beratung um den gewünschten Schulabschluss zu erreichen. Im Fachbereich Französisch kann man sich auf das Sprachzertifikat DELF vorbereiten.

Motivierend ist für die Schülerinnen und Schüler, dass in den meisten IBF Fächern die Inhalte von ihnen mit ausgewählt werden können, was im Regelunterricht durch die vorgegebenen Curricula und Kernlehrpläne nicht möglich ist.

Die gezielte Anwahl von Kursen erleichtert Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen später eine Verkürzung der Schullaufbahn durch das Überspringen der Einführungsphase (früher Jahrgangsstufe 11) und bietet anderen Unterstützung in Problem¬fächern.

Eine äußere Differenzierung erfolgt zurzeit noch in den Fächern Englisch und Mathe zum Jahrgang 6, in Deutsch zum Jahrgang 8 und in Chemie zum Jahrgang 9. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler in Grund- und Erweiterungskursen. Eine Umkursung ist bei Leistungssteigerung bzw. auftretenden Lernschwierigkeiten möglich.

Eine weitere Möglichkeit zur individuellen Laufbahngestaltung bietet der bilinguale Bildungsgang. Hierbei erhalten die Kinder, die daran teilnehmen, ab der Jahrgangsstufe 6 mehr Englischstunden, später zusätzlich Erdkunde bzw. Geschichte auf Englisch und können das bilinguale Abitur ablegen.

Ist man besonders sprachbegabt, kann man in der Europaschule bis zu 4 Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch und Latein) erlernen. Somit ergibt sich die Möglichkeit, das Sprachenzertifikat Certilingua zu erwerben, wenn man auch an den angebotenen Europa-Projekten teilnimmt.

Die praktische Umsetzung der Sprachkenntnisse sowie die Förderung europäischer bzw. internationaler Kontakte und Erfahrungen erfolgen in zahlreichen Austauschprogrammen, Fahrten und auch durch die Möglichkeit, das Berufspraktikum im Ausland zu absolvieren. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können zusätzlich zu dem für alle angebotenen Fahrtenprogramme an einer Vielzahl von Austauschprogrammen teilnehmen.

Wer seine Stärken mehr im technischen, naturwissenschaftlichen oder künstlerisch-musischen Bereich sieht, dem stehen mit den Wahlpflichtfächern Technik-Informatik-Physik, Chemie-Ernährungslehre-Biologie, Darstellen und Gestalten sowie zahlreichen Modulen im Bereich IBF entsprechende Angebote zur Laufbahngestaltung zur Auswahl.

Zusammenfassend kann man sagen, dass für die vielseitigen Begabungen und Interessen unserer SchülerInnen ein sehr facettenreiches Angebot zur individuellen Laufbahnge¬staltung besteht.

 
EXTRA stark!


Erstmalig seit Frühjahr 2015 bietet die Europaschule mit "EXTRA stark" solchen Schüler/innen eine zusätzliche Chance, die in mehreren Fächern besonders schnell lernen und deshalb nicht immer genügend gefordert werden können.

Leistungsstarke Schüler/innen erhalten damit die Möglichkeit, neben und z.T. auch anstelle des regulären Unterrichts, an von ihnen selbst gewählten Projekten zu arbeiten. Gerade dadurch ist die Arbeit an fächerübergreifenden oder sogar völlig schulfremden Themen sowie Schüler-Wettbewerben denkbar. Die individuelle und ausschließlich interessengeleitete Themenwahl der Teilnehmer stellt eine der Grundvoraussetzungen für deren Leistungsbereitschaft, Kreativität und Ausdauer dar.

Die Teilnahme erfolgt freiwillig und auf Empfehlung von Klassen- oder Fachlehrern. Nach Rücksprache mit Fachlehren können bis zu 4 Wochenstunden anstelle des regulären Unterrichts für das „EXTRA stark“-Projekt verwendet werden. Neben schulischen Lernorten (z.B. Bibliothek) sind auch außerschulische Lernorte denkbar.

Eine zwischen Schule, Schülern und Eltern getroffene rechtsverbindliche Vereinbarung enthält alle wichtigen Details, wie Thema, Stundenumfang, Arbeitsorte in- und außerhalb von Unterricht/Schule sowie das Projektergebnis. Versäumte reguläre Unterrichtsinhalte werden eigenverantwortlich nachgearbeitet.

Damit diese selbstverantwortlichen Schülervorhaben auch gelingen, gleichzeitig aber die schulischen Leistungen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, erfolgt die Betreuung durch einen Fachlehrer bzw. Koordinator in regelmäßigen Abständen. Versäumte reguläre Unter¬richtsinhalte müssen selbstverständlich eigenverantwortlich nachgearbeitet werden.

Die Ergebnisse der Projektarbeiten werden einmal im Schuljahr der Schulöffentlichkeit vorgestellt und können bei Wettbewerben eingereicht werden. Die Teilnahme wird den Schüler/innen auf dem Zeugnis bescheinigt bzw. mit einer Urkunde honoriert.

Roland Gerstenmeyer
Koordinator zur Förderung leistungsstarker Schüler/innen

 

4.6    Feedback - Schülerinnen und Schüler als Experten für Unterricht

Gemeinsam die Qualität des Lernens und Lehrens verbessern

Nicht erst seit der Studie von Hattie ist bekannt, dass die Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern zum Unterricht zur Verbesserung des gemeinsamen Lernens und Lehrens beitragen können. Deshalb haben wir das Schülerfeedback verbindlich gemacht.

Die Schulkonferenz beschließt, das Schülerfeedback dauerhaft zu installieren. Ziel des Feedbacks ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften und damit eine Verbesserung des Unterrichts. Lehrerinnen und Lehrer sollen selbst entscheiden, in welchen Klassen und Kursen die Durchführung eines Feedbackverfahrens aus ihrer Sicht sinnvoll erscheint. Schülerinnen und Schüler können ihrerseits ein Feedback anregen. Das Feedback kann mittels der bisher verwendeten Fragebögen, per SEfU oder auf andere Weise erfolgen. Ein Austausch über die Ergebnisse des Feedbacks zwischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften ist wünschenswert.

 

 

4.7    Bilingualer Bildungsgang


Bilingualer Sachfachunterricht boomt … und unsere Schule ist mit dabei!

Was ist eigentlich Bilingualität …

Der bilinguale Unterricht hat sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Was zunächst als reiner erweiterter Englischunterricht angesehen wurde, hat mittlerweile den Status der an der Sache orientierten und angewandten Fremdsprache erreicht und spielt im Berufsleben vieler Arbeitnehmer im europäischen Raum eine überaus wichtige Rolle.

Die Überlegungen, bilingualen Unterricht an der Europaschule Bornheim einzuführen, gehen zurück in die späten neunziger Jahre, denn als Europaschule ist uns eine Orientierung an den gesamteuropäischen Entwicklungen und Arbeitsmärkten ein erklärtes Ziel.

… und wie kam diese an die Europaschule Bornheim?


Wegweisend für die Einführung des bilingualen englisch-deutschen Unterrichts mit dem Schwerpunkt auf den Sachfächern Geschichte und Geographie war unsere damalige Kollegin Sabine Kreutzer. Vor allem ihr ist es zu verdanken, dass wir im Jahre 1998 mit dem ersten Kurs beginnen konnten. 2006 schlossen 21 Abiturientinnen und Abiturienten ihre Schullaufbahn mit der Zusatzqualifikation des bilingualen Abiturs im Sachfach Geschichte ab. Voraussetzung für diese Zusatzqualifikation ist der Leistungskurs Englisch und Geschichte auf Englisch im mündlichen Abitur (viertes Abiturfach). Das hat sich bis heute nicht geändert.

2012 bestätigte uns die Bezirksregierung Köln, die im Rahmen einer Revision an einigen bilingualen Geschichtsprüfungen teilgenommen hat, dass unsere Schülerinnen und Schüler ihre überwiegend guten und sehr guten Noten zu Recht erhalten.

Aller Anfang ist schwer …

In den ersten Jahren fand der bilinguale Sachfachunterricht in Erdkunde und Geschichte noch zu den AG Zeiten am Nachmittag statt und durfte nicht benotet werden. Hier mangelte es sowohl auf Lehrer- als auch auf Schülerseite mitunter an Motivation, zumal die „Nicht-Bilis“ ab dem 8. Jahrgang am Mittwochnachmittag nach Hause gehen durften.

Schon bald fehlte es aufgrund der großen Nachfrage am bilingualen Angebot der Europaschule an entsprechend ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern mit der Fächerkombination Englisch und Geschichte bzw. Englisch und Erdkunde.

Da sich der bilinguale Bildungsgang im gesamten Bundesgebiet noch in den Kinderschuhen befand, konnten wir zudem nicht auf gut aufbereitetes und bewährtes Unterrichtsmaterial zurückgreifen und wir mussten viel in Eigenarbeit erstellen und erproben.

… aber für (fast) alles gibt es Lösungen


Mit der Integration der bilingualen Fächer Geschichte und Geographie in das „normale“ Stundenraster seit 2008 findet der Sachfachunterricht zeitgleich mit dem Geschichts- und Erdkundeunterricht auf Deutsch statt. Es werden entsprechend der curricularen Vorgaben die gleichen Themen behandelt.

Mittlerweile werden unsere „Bilis“ von neun Englischlehrerinnen und -lehrern mit dem Sachfach Geschichte (Eike Brandt, Silke Korda, Elisabeth Kerstgens, Konstantin Korda, Sylvia Krautstein, Maria Manderfeld und Silke Ross) bzw. Erdkunde (Marco Klein und Tim Weingartz) betreut und zum Abitur geführt.

Wie wird man denn eine/ein „Bili“?


Von Beginn an haben wir uns sehr viel Mühe mit der Zuweisung der Kinder in den bilin-gualen Bildungsgang gegeben. Ausgehend von den individuellen Neigungen, Interessen und Fähigkeiten werden ausführliche Beratungsgespräche geführt. Hilfreich sind zum einen die Einschätzungen der Klassen- und Hauptfachlehrerinnen und -lehrer, aber auch die Ergebnisse des schulübergreifenden vom Cornelsen Verlag durchgeführten soge¬nannten Kompetenztests. Insgesamt hat sich unser Zuweisungsverfahren sehr bewährt und wurde bereits von anderen Schulen in NRW übernommen.

Die Arbeit im bilingualen Bildungsgang wird auf der Website der Schule anschaulich dokumentiert. Dort findet man Informationen über den Bildungsgang, das Anmelde-verfahren, die Unterrichtsinhalte, sowie eine Reihe von Kommentaren und Filmbeiträgen unserer „Bilis“.

Wie geht es weiter in der Qualifikationsphase?

Neben der Zusatzqualifikation des bilingualen Abiturs können unsere bilingualen Ober-stufenschülerinnen und -schüler das sog. Exzellenzlabel CertiLingua erwerben. Diese Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW passt bestens in das Profil unserer Schule. Gleichzeitig ist die Europaschule Bornheim die einzige Gesamtschule im Bundesland, die dieses hochgeschätzte Zertifikat vergibt.

Die bilingualen Schülerinnen und Schüler sind zur Teilnahme und späteren schriftlichen Ausarbeitung eines binationalen Projekts verpflichtet. Nachdem in den Jahren 2010 bis 2012 die ersten Schülerinnen und Schüler unserer Schule mit dieser Auszeichnung belohnt wurden, ist CertiLingua seit 2012 für unsere Kandidaten an einen Projektkurs im Jahrgang 12 gekoppelt. In dem einjährigen Projektkurs „We are Europeans“ –offen für alle– lernen die Schülerinnen und Schüler wichtige Aspekte europäischer Zusam¬menarbeit. Der Kurs beinhaltet eine Kursfahrt nach Brüssel, organisiert von der Europäischen Akademie in Bonn und eine Fahrt zur Europäischen Akademie in Otzenhausen (Saarland), welche das internationale Begegnungsprojekt abdeckt und verpflichtender Teil des Certi-Lingua Zertifikats ist.

Wir bleiben dran …

Damit die Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen reibungslos funktioniert und der Informationsfluss garantiert ist, existiert seit 2011 an der Europaschule Bornheim eine Konferenz „Bilingualer Bildungsgang“, die mindestens einmal im Schuljahr zusammen-kommt. Diese Konferenz dient als Schnittstelle zwischen den Fachkonferenzen Englisch und Geschichte bzw. Erdkunde für speziell bilinguale Themen. Es werden u. a. schul-interne Absprachen getroffen, aber auch Anregungen aus der zweimal im Jahr statt-findenden Koordinatorentagung bilingualer Schulen NRW diskutiert. Auch hier ist die Europaschule Bornheim die einzige, regelmäßig vertretene, Gesamtschule in NRW.

… und verlieren unsere Zukunftsideen nicht aus den Augen

Einige Unternehmungen wurden auf der Konferenz bilingualer Bildungsgang bereits angedacht, so beispielsweise ein Austausch mit einer englischsprachigen Schule im Rahmen einer Europakonferenz, Projekte mit internationalen Schulen und Brieffreundschaften mit Schülern im afrikanischen Raum. Darüber hinaus wird an einem Konzept für eine mögliche Bili-Kursfahrt für die Sekundarstufe I gearbeitet.

Aber schon heute steht der bilinguale Bildungsgang der Europaschule Bornheim auf dem festen Fundament einer guten Organisation, guter und motivierter Lehrerinnen und Lehrer und einer unterstützenden Schulleitung, damit unsere Schülerschaft in hohem Maße vom zusätzlichen Angebot des bilingualen Unterrichts profitiert. Wir sind sicher, dass wir in den nächsten Jahren diese Erfolgsgeschichte noch fortschreiben werden.


Konstantin Korda,
Koordinator bilingualer Bildungsgang



4.8    Projektwoche Sommer


Die jeweils letzten Schultage sind für die Schüler und Schülerinnen wie eine Art Stationenlernen konzipiert. Das bedeutet, dass die von uns festgelegten Oberthemen für die Jahrgangsstufen in Modulthemen (immer Doppelstunden) unterteilt sind, welche während der drei Projekttage durchweg angeboten werden. Die Schüler und Schülerinnen durchlaufen diese Module in kleineren Lerngruppen.

Ziel ist eine sinnvolle und für die Schülerinnen und Schüler gewinnbringende Nutzung der Phase nach den Zeugniskonferenzen. Dabei werden auch Inhalte erarbeitet, die im Jahresverlauf keine Berücksichtigung finden konnten.

Materialien für die Module


Die Materialien sowie grobe Stundenabläufe sind bereitgestellt in den Modul-Ordnern im oberen Lehrerzimmer.

Gruppenstärke

Außer im Jahrgang 8 (Klassenstärke) befinden sich immer maximal 20 Schüler in den Lerngruppen.


Jahrgang  5
Thema:    „Leben mit Handicap“


Jahrgang 6
Thema:    „Internet & Sicherheit“

 
Jahrgang 7
Thema:    „Globales Lernen“


Jahrgang 8
Thema:    „Suchtprävention“



4.9    Projektwoche Herbst


Die zweimal jährlich durchgeführten Projektwochen an der Europaschule haben den Auftrag, einen Beitrag zur „Entschleunigung“ des Schullebens zu leisten. Das Bedürfnis nach Entschleunigung wurde im Jahr 2009, als die Zukunftswerkstatt von Schülern, Eltern und Lehrern der Europaschule zum ersten Mal stattfand, von Seiten der Lehrerinnen und Lehrer geäußert.

An der Europaschule werden die Klassenfahrten und Praktika in jeweils einer Woche gebündelt, sodass insgesamt kaum Beeinträchtigungen des normalen Schulalltags zu befürchten sind. In diesen beiden Wochen (einer im Sommer, einer im Herbst), ist es jedoch geboten,  die reduzierten Ressourcen, d.h. Lehrerstunden, möglichst optimal zu nutzen. Wenn also beispielsweise mehrere Fachlehrer einer Klasse auf Fahrt sind, sollte die Klasse dennoch in einem sinnvollen Rahmen unterrichtet werden.

Hierzu hat die Zukunftswerkstatt Themen, sogenannte „Module“ erarbeitet, die für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schülerinnen und Schüler, ihr Weltwissen und die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenzen von vorrangiger Bedeutung sind und die im normalen Schulalltag häufig zu kurz kommen. Die ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten können immer wieder genutzt werden, werden aber jährlich nach Bedarf (z.B. auf Grund von Feedback seitens der Kolleginnen und Kollegen) überarbeitet oder durch andere ersetzt.

Zur Herbstwoche: Viele Projekte wie Berufsorientierung, Theaterstück und Peeraus-bildung zum Thema Cybermobbing etc., die früher den geregelten Unterrichtsablauf unterbrochen haben, wurden in dieser Woche angesiedelt.

Es werden Pläne ausgehängt, in die sich die Kolleginnen und Kollegen gemäß ihrem Stundendeputat eintragen, sodass die Arbeit gerecht verteilt ist. Darüber hinaus stehen Ordner mit vorbereiteten Unterrichtseinheiten im Lehrerzimmer.

Im Unterschied zur Projektwoche im Sommer arbeiten die Jahrgänge nicht zu einem Oberthema, sondern es wurden jeweils vier Module bestimmt, deren Themen dem Kollegium auf der Zukunftswerkstatt von besonderer Wichtigkeit erschienen. Außerdem bleibt der Klassenverband bestehen, der Unterricht findet in der Regel im eigenen Klassenraum statt.

Wichtig ist, dass die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer im Vorfeld die Möglichkeit haben, sich für gewünschte Module einzutragen und so möglichst viel Zeit mit ihrer Klasse zu verbringen. Anschließend hängen die von den Klassenlehrern abgestimm¬ten Pläne für alle Klassen im Lehrerzimmer aus, sodass sich die Fachlehrer ebenfalls eintragen können.

 

4.10    Musikzweig


Seit rund 4 Jahren gibt es nun an der EUBO den Musikzweig für die Jahrgangsstufen 5 und 6. Ziel des Angebots ist es, dass die Schülerinnen und Schüler innerhalb des Ganztagsunterrichts ein Instrument erlernen und dabei eine besondere musikalische Förderung erhalten.

Zur Wahl stehen dabei die Instrumente Querflöte, Saxophon, Klarinette, Trompete, Posaune, Gitarre, E-Gitarre und E-Bass. Da durch den Ganztagsunterricht den Schülerinnen und Schülern häufig nicht viel Freizeit bleibt, ist dies für viele Kinder eine gute Möglichkeit, alles „unter einen Hut“ zu bekommen.

Der Unterricht des Musikzweigs besteht aus drei Bausteinen, die aufeinander abgestimmt sind: Instrumentalunterricht, Ensemblespiel und individuelles Coaching.

Im Instrumentalunterricht erlernen die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen die notwendigen Grundfertigkeiten auf ihrem Instrument. Durch unsere Kooperation mit der Musikschule Bornheim kommen die Instrumentalpädagogen der Musikschule hierfür wöchentlich zu uns an die Europaschule.

Neben dem regulären Musikunterricht haben die Schülerinnen und Schüler eine Doppel¬stunde Ensemblespiel pro Woche. Dabei werden die erlernten Fähigkeiten genutzt, um gemeinsam Musik zu machen und sich auf kleinere Konzertauftritte in der Europaschule vorzubereiten (z.B. Weihnachtsbasar, März-Concerts, Musikzweigfest).

Um den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler nachzukommen, nehmen jede Woche einzelne Schülergruppen am Coaching teil. Hier können die Kinder je nach Bedarf Tipps, Übungshilfen oder zusätzliche Anregungen erhalten.

Ein besonderes Highlight bietet jedes Jahr das Musikzweigfest, auf dem neben vielen Musikbeiträgen auch die neuen Musikzweigkinder begrüßt werden. Exkursionen zu den Kulturstätten der Region (z.B. Kölner Philharmonie, Beethoven-Haus) runden das Angebot ab.

Seit Beginn des Musikzweigs haben bisher rund 75 Kinder ihre „musikalische Karriere“ an der EUBO gestartet. Mit Freude sehen wir, dass die meisten Schülerinnen und Schüler auch nach ihrer Zeit im Musikzweig auf ihrem Instrument weiterspielen und sich in der BigBand der EUBO, bei musikalischen Angeboten der Musikschule Bornheim oder auch in Bands und Musikformationen außerhalb der Schule engagieren.

Der Musikzweig wird vom  Förderverein sowie der Bornheimer Bürgerstiftung unterstützt, wofür wir herzlich danken möchten!

Wir wünschen allen weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Musikmachen!

 

 

4.11    Sonderpädagogische Förderung


Die sonderpädagogische Förderung betrifft in erster Linie Kinder und Jugendliche, für die im Rahmen einer breit angelegten, interdisziplinären Diagnostik ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf ermittelt wurde. Dabei werden Art und Grad der individuellen Beeinträchtigung, persönliche Fähigkeiten, Lernstärken und Lernschwächen, Entwick¬lungs¬verläufe, Interessen und Zukunftsperspektiven sowie das erzieherische und sprachliche Umfeld der Kinder und Jugendlichen einbezogen.

An der Europaschule Bornheim fördern und begleiten derzeit vier Lehrerinnen und Lehrer für Sonderpädagogik Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Lebenswelten und Erfahrungsräumen.

Ihre didaktischen Konzepte ziehen die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen aus Wissenschaften wie Soziologie, Psychologie, Medizin, Sprach- und Kommunikations-wissenschaft heran. Fragen der Barrierefreiheit thematisieren sie Schritt für Schritt mit allen Beteiligten und halten deren Umsetzung in einem Zeitplan fest, damit auch zukünftig Kinder und Jugendliche mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung die Schule barrierefrei besuchen können.

Durch individuelle Unterstützung in ihrer Lern- und Verhaltensentwicklung, ihrer Motorik sowie in dem Kommunikationsverhalten der Lernenden bemühen sich die Lehrkräfte für Sonderpädagogik in Abstimmung mit den Fachlehrkräften um die gezielte therapeutische Stärkung der vorhandenen Ressourcen und zielen auf die Förderung der Lebenspraxis, die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen von Kulturtechniken.

Die sonderpädagogische Förderung findet im Klassenverband statt und ist sowohl auf zielgleiche als auch auf zieldifferente Schulabschlüsse ausgerichtet.

Diagnostische Erkenntnisse, die die Lehrkräfte für Sonderpädagogik erheben, münden in einem individuellen Förderplan, der auf den jeweiligen Förderschwerpunkt abgestimmt ist. Ziele der Förderung und die dazu geplanten Maßnahmen werden in regelmäßigen zeitlichen Abständen dokumentiert, alle Kompetenzbereiche ganzheitlich berücksichtigt und evaluiert. Zudem überprüft die Klassenkonferenz in einem jährlichen Rhythmus den Förderschwerpunkt und den Förderort der Lernenden.

Des Weiteren betrifft die sonderpädagogische Beratung alle am inklusionsorientierten Unterricht teilnehmenden Schülerinnen und Schüler und stellt die Chance zur Etablierung einer reflexiven Beratungskultur in den Klassenräumen dar.

Besonders vor dem Hintergrund der Debatte zum gesellschaftlichen Wertewandel wird deutlich, dass in unserer schnelllebigen Zeit sich die Rahmenbedingungen zunehmend verändern. Während Partizipation und Selbstbestimmung stärker von der Gesellschaft gefordert werden, rücken Werte wie Disziplin und Fleiß immer mehr in den Hintergrund. Für eine Schule bedeutet das wachsende Kompetenzanforderungen an Lernende wie auch an Lehrkräfte. Es wachsen die Anforderungen an Schülerinnen und Schüler, selbsttätig und selbstorganisiert zu lernen. Für Lehrkräfte bedeutet das zunehmend, Lernumgebungen zu bieten, die Freiräume für Planung, Ausführung, Reflexion und Evaluation ermöglichen. Zu den grundlegenden Kompetenzen gehört dabei auf Seiten der Schülerinnen und Schüler das Erlangen von Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen und Handlungsanforderungen umgehen zu können.

Dieses Kompetenzprofil ist im Rahmen der Bemühungen um einen inklusiven Unterricht in heterogenen Lerngruppen deutlich erkennbar. Die Kinder und Jugendlichen lernen mit¬einander und voneinander in einer freundlichen Atmosphäre, die eine gegenseitige Achtung einfordert und ein Arbeiten ohne Angst vor Fehlern ermöglicht. Sie übernehmen in koopera¬tiven Lernformen selbstständige und selbstgesteuerte Lerntätigkeiten.

Dies erfordert einen gezielten Aufbau von Kompetenzen in den Bereichen Arbeits-techniken, Lernstrategien, Kommunikation und Kooperation. Personelle Kompetenzen, wie z. B. ein realistisches Selbstkonzept, Motivation und Frustrations¬toleranz gewinnen in der inklusionsorientierten Unterrichtspraxis ebenso immer mehr an Bedeutung.

Angestrebt wird also eine ganzheitliche Förderung mit dem Ziel der größtmöglichen Selbstständigkeit aller Lernenden. Schließlich sollen Schülerinnen und Schüler auf eine gesellschaftliche Teilhabe und selbstständige Lebensführung vorbereitet werden.

Bei ihren Bemühungen um ein gemeinsames Lernen von Lernenden mit und ohne Handicap bieten die Fachlehrkräfte gemeinsam und in Gleichberechtigung mit den Lehr¬kräften für Sonderpädagogik allen Schülerinnen und Schülern einen gemeinsamen Zugang zu einer Thematik durch eine Vielfalt der Lernwege und Lernziele. Denn der Unter¬richtsalltag mit dem Ziel der Inklusion erfordert, dass die Lernangebote der Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler mit und ohne diagnostizierten Unter¬stützungsbedarf und den jeweiligen Begabungen und Leistungsentwicklungen tatsächlich gerecht werden.

Organisatorisch setzt dieser Ansatz eine kleinere Klassenstärke und eine Doppel-besetzung der Lehrkräfte im inklusionsorientierten Unterricht voraus. Inhaltlich impliziert dies ein schülerzentriertes Vorgehen, bei dem persönliche Interessen ernst genommen sowie persönliche Forder- und Förderbedürfnisse, beispielsweise im Zusammenhang mit einem Behinderungs- bzw. Krankheitsbild, zum Bezugspunkt für Unterrichtsangebote gemacht werden.

Unterrichtsformen wie Wochenplan, Stationenlernen, Projektarbeit, Gesprächskreise und kontinuierliche Lernbegleitung gehören zum inklusionsorientierten Unterrichtsalltag. Sie ermöglichen es, die Lerninhalte so aufzubereiten, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Zugang zu einem Thema erhalten und inhaltliche Differenzierungen entsprechend den Lernvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen vorgenommen werden können. Inhaltliche Aspekte eines Unterrichtsthemas werden vor dem Hintergrund der ver¬schiedenen Fächer auf die schülerbezogenen Förderaspekte im Sinne von kognitiven, kommunikativen, sozialen, emotionalen und sensomotorischen Entwicklungsbereichen bezogen.

Neben der sonderpädagogischen Förderung werden ergänzende therapeutische und soziale Hilfen außerschulischer Art nach Abstimmung mit den Erziehungsberechtigten angebahnt.

Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit von Lehrkräften und Eltern, eine enge Kooperation unter den Lehrkräften und ebenso eine starke Vernetzung mit externen Partnern wie Grundschulen, medizinisch-therapeutischen Einrichtungen und Jugend-ämtern. Der Kooperation aller am Erziehungsprozess beteiligten Personen kommt damit eine hohe Bedeutung zu.

Abschließend ergänzen Hausaufgaben, die die Kinder und Jugendlichen in Partner- und Gruppenarbeiten außerschulisch erledigen, die Lernangebote des gemeinsamen Lernens. Dadurch erhalten auch die Familien und Angehörigen das Angebot, sich mit der Verschiedenheit der Heranwachsenden in Zeiten von Inklusion auseinanderzusetzen.

Schließlich ist die Vision von Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ihre Wertschätzung setzt voraus, dass alle mit ihr in Zusammenhang stehenden Menschen und Bedürfnisse Akzeptanz und Wertschätzung erfahren.





4.12    Gemeinsames Lernen –

Stand der Dinge im Schuljahr 2013/14

Seit März 2009 ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auch in Deutschland geltendes Recht: sie garantiert im Artikel 24 nicht nur das Recht auf Bildung, sondern auch das Recht auf den Zugang zu gemeinsamem Lernen an Grundschulen und weiterführenden Schulen.

An der Europaschule wurde deshalb im Schuljahr 2009/2010 ein Arbeitskreis gegründet, der über die Gelingensbedingungen für die Einrichtung einer „integrativen Lerngruppe“ an unserer Schule diskutierte. Es wurden zahlreiche Gespräche mit vielen unterschiedlichen Partnern geführt. Dazu gehören Gespräche mit allen Bornheimer Grundschulen, den Förderschulen im Umkreis, dem Kompetenzzentrum Bornheim, der Bezirksregierung Köln, der Stadt Bornheim, dem Schulamt, anderen im gemeinsamen Unterricht erfahrenen weiterführenden Schulen und der Montagstiftung. Es gab Informationsveranstaltungen für alle Mitglieder der Schulgemeinde.

Auf der Grundlage der vom Arbeitskreis erarbeiteten Bedingungen stimmte sowohl das Kollegium als auch die Schulkonferenz im Januar 2011 ohne Gegenstimmen zu. Also wurde im Schuljahr 2010/11 erstmals eine integrative Lerngruppe eingerichtet.

Aktuell gibt es drei integrative Lerngruppen (Klasse 5a, Klasse 6a und Klasse 7a) mit insgesamt 15 Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf. Zehn von ihnen werden zieldifferent unterrichtet, d.h. diese Schülerinnen und Schüler können oder müssen nicht den gleichen Abschluss erreichen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Sie erhalten deshalb keine Zeugnisse mit Noten, sondern Lernberichte. Die anderen fünf Schülerinnen und Schüler werden zielgleich unterrichtet, sie können also nach Klasse 10 wie alle anderen einen Schulabschluss erreichen. Alle Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf werden nach den Richtlinien für die Gesamtschule unterrichtet und darüber hinaus mit Hilfe von Förderplänen in ihrem jeweiligen Förderschwerpunkt unterstützt. Die meisten Stunden in den integrativen Lerngruppen sind deshalb mit zwei Lehrkräften besetzt. Einige Schüler haben zusätzlich eine Schulbegleiterin oder einen Schulbegleiter, die/der sie im Unterricht und im Schulalltag unterstützt.

Neben den integrativen Lerngruppen gibt es auch in einigen Regelklassen einzelne Schülerinnen und Schüler mit einem festgestellten Förderbedarf. Diese Schülerinnen und Schüler werden durch das Kompetenzzentrum Bornheim unterstützt.

Im Oktober 2013 wurde das 9. Schulrechtsänderungsgesetz (9. SchRÄG) im Landtag verab¬schiedet. Mit diesem Gesetz will die Landesregierung die Inklusion für alle Schulen und Schulformen verbindlich machen. Gegen den Gesetzentwurf gab und gibt es von vielen Seiten heftige Einwände, vor allem die Elternverbände und viele weiterführende Schulen, an denen es zum Teil seit mehr als 20 Jahren integrative Lerngruppen gibt, beklagen, dass das Gesetz an vielen Stellen Fragen offen lässt und die bisher bestehen-den Bedingungen viel zu sehr einschränken werden.


An der Europaschule erarbeitet eine Arbeitsgruppe der Konferenz Inklusion zurzeit eine Vorlage für die Gremien der Schule, damit wir als Schulgemeinde Klarheit darüber bekom¬men, wie es mit dem gemeinsamen Lernen als Teil der Inklusion an der Europaschule weitergehen wird. Wir sind fest davon überzeugt, dass gemeinsames Lernen für alle Schülerinnen und Schüler und auch für die Lehrerinnen und Lehrer ein Gewinn ist und wir hoffen sehr, dass wir eine Lösung finden, die alle Beteiligten zufriedenstellt.


Irene Ockenfels, Koordinatorin Inklusion


 
Auszeitraum
SAmS – Soziales Arbeiten mit Schüler/innen

Grundgedanke / Entstehung:

Die Europaschule Bornheim unterstützt aktiv den inklusiven Gedanken und setzt diesen im „gemeinsamen Lernen“ um. Die Schülerklientel ist dadurch deutlich heterogener geworden und stellt für alle Beteiligten der EuBo eine neue Herausforderung dar. Durch diese Veränderung gilt es, sich den Schülerinnen und Schülern noch intensiver anzunehmen und diese individuell nach ihren Begabungen und Fähigkeiten zu fordern und zu fördern.
In mehreren Unterrichtseinheiten gibt es zwar „Doppelbesetzungen“ (Fachlehrer und Sonderpädagoge), in einigen Stunden ist aber der Fachlehrer auf sich allein gestellt.

Die Sonderpädagogikkurse der Q1, welche im Schuljahr 2014/15 erstmals angeboten wurden, haben zur Verbesserung der Rahmenbedingungen ein Konzept für einen Auszeitraum namens „SAmS“ entwickelt und niedergeschrieben. Geleitet werden die Kurse von Herrn Michel, der Sonderpädagogik als Unterrichtsfach für die Sekundarstufe I und II studiert hat. So wurde gemeinsam entschieden, die Kurse in der Oberstufe anzubieten. Die Kurse haben sich im ersten Halbjahr dieses Schuljahres intensiv mit den Themen „Inklusion“, „Menschen mit Behinderung“ und „individuelle Förderung“ auseinandergesetzt. Neben dieser theoretischen Ausbildung haben die Schülerinnen und Schüler in ver¬schiedenen Unterrichtseinheiten gemeinsamen Lernens an der Europaschule sowie an Förderschulen hospitiert. Anschließend haben sie Arbeitskreise zu folgenden Themen gebildet und Konzepte dazu erarbeitet: Patenschaft, Lernzentrum, Schüler mit herausforderndem Verhalten und Erlebnispädagogik.

Konzeptideen der Arbeitsgruppen:

Lernzentrum:
- findet im SAmS statt (siehe Belegungsplan)
- betrifft SuS mit schulischen Problemen
--> Klassenarbeit 5 oder 6 (z.B. gemeinsame Berichtigung schreiben)
--> versteht ein Thema nicht, benötigt weitere Unterstützungen / Hilfen
--> benötigt in einem Fach individuelle Unterstützung
- Anmeldung durch "Anmeldebogen" neben dem Telefon (Vertretungsplan LZ), ausfüllen, Q1 - SuS sammeln diese ein und gehen auf Lehrer zu
- Q1 - SuS holen die Kinder ab und bringen sie auch zurück
- Kinder erhalten nach jeder Stunde eine schriftliche Rückmeldung
- Kinder können sowohl über längeren Zeitraum, als auch für einzelne Stunden Hilfe / Unterstützung bekommen
- Material/ Aufgaben/ Themen durch Fachlehrer erwünscht

Erlebnispädagogik  
- betrifft zunächst Jahrgänge 5, 6, 7
- SuS bieten 4-Wochen-Programm an (1 Stunde pro Woche)
- Q1-SuS leiten Übungen zur Stärkung der Klassengemeinschaft an
- Terminabsprache individuell (Durchführung in der Einzelstunde Sport? KMT?)
- Q1 - SuS werden sich aktiv vorstellen und bei den Lehrer/innen anfragen
- Ziel: Klassengemeinschaft stärken, Zusammenhalt, Vertrauen, soziales Miteinander




Herausforderndes Verhalten
- einzelne Projekte laufen schon zwischen "groß und klein"
(persönliche Beziehungen sind wichtig und sollen bestehen bleiben)
- Schüler/in der Sek I verhält sich herausfordernd (Störungen, etc.) --> kommt ins SAmS (SuS werden hier in Empfang genommen, Verhalten besprochen, schriftliche Vereinbarung getroffen, etc.)
- bei regelmäßigen Störungen kann der Schüler / die Schülerin der Sek I auch zu festen Zeiten regelmäßig ins SAmS kommen und dort mit einem Schüler / einer Schülerin der Sek II arbeiten
- Umgang mit diesen Kindern verläuft individuell (vertraute Gespräche, Zielvereinbarungen, Anti-Aggressionstraining, Konzentrationsübungen, etc.)
- es wird stets Protokoll geführt
- Schüler/in der Sek I wird entweder vom Fachlehrer/in zum SAmS gebracht oder von einem Mitschüler / einer Mitschülerin begleitet

Patenschaft
- betrifft den Jahrgang 5
- Q1 - SuS sprechen die Klassenlehrer/innen an und vereinbaren einen Termin zur Vorstellung in den Klassen
- Paten bieten Sprechstunden für die "Kleinen" an
- Ziel: Beziehung zueinander entwickeln / Unterstützen durch Gespräche und gemeinsame Aktivitäten (z.B. helfen beim Sportfest, bei Klassenausflügen, ...)
- Paten erarbeiten auch gerne individuelle Aktivitäten (Rallye durch Bornheim, etc.)
- fördert das Miteinander unter Schüler/innen

Umsetzung / erste Schritte:

Der Raum für das SAmS wurde mit Tischgruppen, Sesseln, Laptop, Pflanzen, Sofa, Schrank, etc. neu eingerichtet und soll zum einen eine „Wohlfühl-Atmosphäre“ schaffen, aber auch gleichzeitig die Möglichkeit bieten, gut zu arbeiten. Die Einrichtung des Raumes wurde durch die Schulleitung unterstützt und die Umgestaltung von den Kursen durchgeführt.

Die Kurse umfassten im ersten Halbjahr jeweils zwei Unterrichtsstunden zu festen Zeiten. Im zweiten Halbjahr bleibt der Umfang (zwei Stunden) bestehen, jedoch können die Schülerinnen und Schüler individuelle Angebote machen (eine Stunde pro Woche), sodass der Raum möglichst oft besetzt ist (Orientierung an den Freistunden der Q1). In der zweiten Stunde werden die Schülerinnen und Schüler vom Lehrer zu einer festen Zeit begleitet. Hier haben sie die Möglichkeit, Fragen zu stellen, von ihren Praxiserfahrungen zu berichten, die Herangehensweise zu reflektieren, weitere Schritte zu planen, etc.
Die Q1-Schülerinnen und Schüler führen stets Protokoll und notieren, wann sie im SAmS waren und mit wem sie gearbeitet haben. Zudem erhält der Schüler / die Schülerin der Sek I eine schriftliche Rückmeldung über die Inhalte, damit der Fach- / Klassenlehrer über die Arbeit und das Verhalten informiert wird.

Zur Gewährleistung der Aufsichtspflicht ist immer eine Lehrerin / ein Lehrer unmittelbar ansprechbar.


Philipp Michel, Sonderpädagoge / Regellehrer

 

 

4.13    Sozialpraktikum


Vor 16 Jahren wurde das Sozialpraktikum in unserem Schulprogramm verankert. Seitdem absolvieren jedes Jahr die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II ein dreiwöchiges Sozialpraktikum.

Sie gehen in z. B. Altenheime, Krankenhäuser, Werkstätten für behinderte Erwachsene oder Förderschulen, um dort Bereiche des Lebens kennen zu lernen, die in unserer Gesellschaft häufig ausgeblendet werden. Anders als beim Berufspraktikum im 9. Jahrgang geht es nicht um die Begegnung mit der Arbeitswelt und daraus resultierend eine Planung des eigenen beruflichen Werdegangs. Das Sozialpraktikum soll den Jugendlichen die Gelegenheit geben, Erfahrungen zu sammeln in Lebensbereichen, in denen Menschen auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Vielfach öffnet es die Augen für Probleme der Mitmenschen und kann so der Entsolidarisierung der Gesellschaft entgegenwirken. Statt Ich-Bezogenheit in der modernen Ellbogengesellschaft erfahren die Heranwachsen¬den ein Stück gelebter Mitmenschlichkeit.

Dies erfordert vielfach Mut, sich dem Neuen und Fremden zu stellen, Berührungsängste müssen dabei überwunden werden. Auf den Einsatz werden die Schülerinnen und Schüler in ihren Tutorenkursen vorbereitet. Dabei werden Befürchtungen und Ängste thematisiert und Strategien für den Umgang mit Schwierigkeiten entwickelt. Im Praktikum werden die Lernenden von erfahrenen Kräften vor Ort betreut sowie von Lehrern begleitet. In der Nachbereitung im Unterricht werden Erfahrungen in der Gruppe ausgetauscht und reflektiert. Lena: „Mein Praktikum war sehr anstrengend, jedoch ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass man Menschen helfen kann.“ „Im Ganzen waren die letzten drei Wochen ein voller Erfolg. Ich konnte viel für meine Zukunft mitnehmen, vor allem, dass das Bild zwischen normalen Menschen und behinderten Menschen von Vorurteilen geprägt ist. Ich sehe Menschen mit Behinderungen jetzt mit anderen Augen und versuche in Zukunft ohne Vorurteile, wie ich es im Praktikum gemacht habe, neuen Menschen zu begegnen“, resümiert Hendrik und bestätigt damit die Zielsetzung des Sozialpraktikums.

Die Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern zeigt, dass die Europaschule auf dem richtigen Weg ist, soziale Verantwortung zu stärken.


Hanna Gronefeld,
Koordinatorin Sozialpraktikum

 
Menschen
alt, hilfsbedürftig
neu – spannend – erschreckend
erschreckend ungerecht, hilfsbereit, professionell
Verständnis

Besonderheiten
individuell, eigensinnig
Anstrengung – Abwechselung – Berg
schwer, interessant, eigen, selten
VERSTEHEN

Schlaganfall
lernen akzeptieren
erschreckend – traurig – motiviert
schlimm – real – anders – helfen
Alltag

Menschen
einzigartig, hilfsbereit
spannend, lustig, toll
erlebnisreich, großartig, liebevoll, hilfreich
Gemeinschaft

Schattenseite
Verdeutlichung realisieren
bedrückend, aufklärend, verändernd
erschreckend, wichtig, nachdenklich,
Wahrnehmungsänderung
Tod


Schülerinnen und Schüler der
Einführungsphase
bringen ihre im Sozialpraktikum
gesammelten Erfahrungen und Eindrücke zum Ausdruck

Wer: alle Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs
Wann: in den 3 Wochen vor den Sommerferien
Wo: in Einrichtungen im Umfeld der Schule bzw. des Wohnortes
Wie: Schülerinnen und Schüler suchen sich eigenverantwortlich einen Praktikumsplatz

 

 

4.14    Studien- und Berufsorientierung


Die Zukunft im Blick …

An der Europaschule können als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe alle Bildungs-abschlüsse vom Hauptschulabschluss bis zur allgemeinen Hochschulreife erworben werden. Aus der Breite des Angebots ergibt sich die besondere Verpflichtung, in die sorgfältige Begleitung der individuellen Schullaufbahn auch die Heranführung an die außerschulische Lern- und Arbeitswelt einzubinden, um so – über das Ziel des Schulab-schlusses hinaus – eine weiterführende Perspektive zu entwickeln.

In den Anfangsjahren der Schule waren die Unterrichtsinhalte, die den Schülerinnen und Schülern theoretische und praktische Hilfen bei der Berufswahl boten, vornehmlich in Fächern wie Arbeits- oder Wirtschaftslehre angesiedelt. Pionierarbeit leistete hier Herr Werner Begemann, der sich in seiner 20-jährigen Tätigkeit an der Europaschule für die berufliche Orientierung einsetzte. So organisierte er u.a. das mehrwöchige Praktikum in der Jahrgangsstufe 9 und gab den Schülerinnen und Schülern mit der Praktikumsmesse ein Forum zum regen Erfahrungsaustausch mit Mitschülern, Eltern und Lehrern.

Mit dem Wachsen der Schule und den sich zunehmend rasch verändernden Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten erweiterte sich das Aufgabenfeld kontinuierlich.

Seit 2009 bemühen sich 3 Koordinatoren (2 für die Sek I, einer für die Sek II) darum, mit inner- und außerschulischen Angeboten die Grundlagen für eine fundierte Berufs- oder Studienwahl zu schaffen.

Neben der Bereitstellung zahlreicher Informations- und Übungsmaterialien sind hier vor allem der Besuch bzw. die Organisation von Informationsveranstaltungen, Trainingsein-heiten, Praktika im In-und Ausland sowie die Koordination von Beratungsterminen zu nennen.

  • Berufsinformationstage (Klasse 8)
  • Potenzialanalyse (Landesprogramm KAoA, Klasse 8)
  • Teilnahme am Girls´- Boys´Day (Klasse 8)
  • Bewerbungstraining durch außerschulische Partner (Klasse 9)
  • Betriebspraktikum (Klasse 9)
  • Besuch der Berufskollegs (Klasse 10)
  • eigene Berufsinformationsmesse „Treffpunkt Ausbildung“ (Klasse 9 – 13)
  • Informationsveranstaltungen durch die Agentur für Arbeit ( Klasse 9 - 13)
  • Assessment-Center, Rhetoriktraining, Bewerbungstraining (je nach Bedarf)
    in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern Begleitung zu berufs- und studienorientierenden Informationsveranstaltungen außer Haus (z.B.: Messe "Einstieg" in Köln; "vocatium" in Bonn; Zusammenarbeit mit "absolut Karriere-Traumberufe im Medienbereich)
  • monatliche Sprechstunden der Studien-/ Berufsberater der Bundesagentur für Arbeit

Unterstützt wird diese Arbeit von zahlreichen Kooperationspartnern (KURS- Partner-schaften mit der Kreissparkasse Köln, der Debeka und einem ortsansässigen Rechtsanwalt), diverser anderer Unternehmen (z.B. Evonik, Lyondell-Basell, Telekom), engagierten Eltern und nicht zuletzt auch von unseren Ehemaligen, die mit ihren Erfah-rungsberichten das vielfältige Angebot ergänzen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Die positive Resonanz auf die, in Zusammenarbeit mit der Bornheimer Verbundschule, der Heinrich-Welsch-Schule, der Heinrich-Böll-Sekundarschule und der Franziskus-Schule, 2015 zum vierten Mal in der Europaschule veranstaltete "Bornheimer Berufsmesse" (www.bornheimer-berufsmesse.de), ist ein Beleg für die gute regionale Vernetzung, die einen Erfolg versprechenden Blick in die Zukunft erlaubt.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stiftung Partner für Schule/Zukunft fördern steht seit 2010 ein StuBo-Raum zur Verfügung, der Schülern und Kollegen als Anlaufstelle für alle Fragen dient, die sich um außerschulische Weiterbildungsperspektiven oder Übergangsmöglichkeiten wie ein Freiwilliges Soziales Jahr/Bundesfreiwilligendienst/Work and Travel oder Ähnliches drehen.

Die Studien- und Berufsorientierung hat damit nicht nur einen festen Ort im Schulgebäude, sondern zunehmend auch im Bewusstsein aller Beteiligten gefunden, was die Einbindung in den schulischen Alltag erheblich verbessert.

Als ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsbildung erfährt die Studien-und Berufsorientierung damit die Aufmerksamkeit und Wertigkeit, die ihr in unserer schnelllebigen und erfolgsorientierten Zeit zukommt.

Susanne Haas-Bleckmann / Thomas Asmus
für die Stubos

 

 

4.15    Vergleichsarbeiten und Zentrale Prüfungen


Die Ergebnisse der zentralen Vergleichsarbeiten und Zentrale Prüfungen werden jedes Jahr überprüft und hinsichtlich möglicher Konsequenzen für den Unterricht analysiert.

Lernstandserhebungen


Die Auswertung der Berichte zu den LSE 2013 und 2014 unserer Schule zeigen, dass die E-Kurse, in allen Vergleichswerten (Deutsch, Englisch, Mathematik) besser abgeschnitten haben, als die Schulen unseres Standorttyps 2 und deutlich besser als alle Gesamt¬schulen. In den G-Kursen (wenige Schülerinnen und Schüler, sehr kleine Statistik) haben wir ähnlich gut abgeschnitten wie die Schulen unseres Standorttyps. Bei der Auswertung der Landesberichte im Vergleich mit den Schulberichten, erkennt man, dass die E-Kurse unserer Schule, in allen Vergleichswerten (Deutsch, Englisch, Mathematik) besser abge¬schnitten haben als die Schulen des Standorttyps 1.

Die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen erfolgt in drei Schritten auf drei Ebenen:

•    die Fachlehrkräfte der Jahrgangsstufe 8,
•    die Diskussion und Überlegungen zu Konsequenzen durch die Fachkonferenzen .
•    die Berichtlegung in der Lehrer- und Schulkonferenz sowie an die Eltern und Schülerinnen und Schüler.

Fazit der Ergebnisse der LSE: Wir lassen (fast) keine Schülerin und keinen Schüler zurück. Fast alle erreichen mindestens die Niveaustufe 2, die allermeisten die Stufen 3 (grund¬legendes Verstehen) und besser.

Zentrale Prüfungen Jahrgang 10


Analyse der Ergebnisse der ZP 10 von 2012 bis 2014

Im Fach Deutsch hatten nur 3 Schüler in den vergangenen drei Jahren in den Grund-kursen ein ausreichend in den ZP, alle anderen waren besser (2013: 12,5 % 2013 und 2014: 14,3 % entspricht nur 1 bzw. 2 Schülern). Keine Schülerin / kein Schüler hatte hier ein mangelhaft oder ungenügend. In NRW haben zum Vergleich ca. 40 % ein ausreichend oder schlechter.

Im Fach Mathematik hatten in vergangenen drei Jahren nur 2 Schüler im Grundkurs ein mangelhaft; in NRW 2013 ca. 47 % und 2014 ca. 28 % mangelhaft und ungenügend.

Im Erweiterungskurs hatten 13 (2012: 10, 2013: 1, 2014:2) von 496 Schülerinnen und Schülern ein mangelhaft; dies entspricht 2,6 % unserer Schülerinnen und Schüler; im Vergleich hierzu waren es in NRW 2012 22%, 2013 10%, 2014 10%.

Im Fach Englisch sind die Ergebnisse denen in Deutsch vergleichbar.

Gute und sehr gute Leistungen erbringen ca. 40 % unserer Schülerinnen und Schüler in allen Fächern, im Grundkurs wie im Erweiterungskurs, in fast allen Jahren, oft deutlich mehr (z. B. GK E: 2013 86 %, 2014 93 %; M EK: 2013 ca. 70 %).

Fazit der Ergebnisse der ZP 10: Die Ergebnisse zeigen, dass wir insgesamt sehr erfolgreich arbeiten. Die an unserer Schule praktizierte Leistungsbewertung wird auch durch die Ergebnisse der zentralen Prüfungen bestätigt.

 

 

4.16    Fortbildungskonzept


1.    Allgemeine Grundsätze der Fort- und Weiterbildung an Schulen
2.    Fort- und Weiterbildung an der EUBO
2.1    Fort- und Weiterbildungsbedarf
2.2    Schulinterne Fortbildungstage
2.3    Fortbildungsbudget
3.    Dokumentation der Fortbildungsveranstaltungen 2009-2015
3.1    Anlagen zu dem Bereich Fort-und Weiterbildung
3.1.1    Antragsformular
3.1.2    Umfrage zur kollegiumsinternen Fortbildung - als Planungsgrundlage für zukünftige Fortbildungen
3.1.3    PPT zur Auswertung der Umfrage
4.    Ausblick



1.    Allgemeine Grundsätze der Fort- und Weiterbildung an Schulen

Die Fort- und Weiterbildung an Schulen in NRW ist als Teil schulischer Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung zu verstehen.

Strukturen und Inhalte der Fort-und Weiterbildung für Lehrkräfte, pädagogische und sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für Schulleitungen sind im Schul¬gesetz  geregelt.

Im Rahmen des Schulprogramms sind die Schulen u.a. verpflichtet eine Fortbildungs-planung zu erstellen.

Das Schulgesetz vom 01.08.2006 verpflichtet Lehrer und Lehrerinnen sich zur Erhaltung und weiteren Entwicklung ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten selbst fortzubilden und an dienstlichen Fortbildungsmaßnahmen auch in der unterrichtsfreien Zeit teilzunehmen. Die Genehmigung von Fortbildungen setzt in der Regel voraus, dass eine Vertretung gesichert ist oder der Unterricht vorgezogen oder nachgeholt oder Unterrichtsausfall auf andere Weise vermieden wird.

Die Lehrerkonferenz entscheidet über die Grundsätze für die Fortbildung der Lehrer und Lehrerinnen auf Vorschlag der Schulleiterin oder des Schulleiters.

Die Schulleiterin oder der Schulleiter entscheidet im Rahmen der von der Lehrerkonferenz beschlossenen Grundsätze über Angelegenheiten der Fortbildung und wirkt auf die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer hin. Dazu gehört auch die Auswahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Fortbildungsveranstaltungen. Der Lehrerrat ist nach § 69 Abs. 2 zu beteiligen.

Die Didaktische Leitung ist zuständig für die Planung und Durchführung von innerschulischen Fortbildungsveranstaltungen und Information über außerschulischen Fort¬bildungsveranstal¬tungen.

Fortbildung ist die gemeinsame Aufgabe aller an der Schule tätigen Personen: Lehrkräfte, pädagogische und sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Schulleitun¬gen.


2.    Die Fort- und Weiterbildung an der Europaschule Bornheim (EUBO)

Fort- und Weiterbildung wird an der Europaschule Bornheim als Chance verstanden, die zur Professionalisierung der Lehrkräfte und somit der Verbesserung der Unterrichtsqualität und des Systems Schule beiträgt. Darüber hinaus soll die Fort- und Weiterbildung dazu beitragen, die Berufszufriedenheit und die Gesundheit aller Beteiligten am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Die schulinterne Fortbildungsplanung orientiert sich dabei an den Zielen der EUBO, dies schließt eine persönlich motivierte Fortbildung nicht aus, und stellt die systemischen Entwicklungen der Schule in den Fokus. Pädagogische und fachliche Notwendigkeiten, die sich aus dem Schulprogramm ergeben sowie die landesweit gesetzten Vorgaben zu den Qualitätsstandards  finden ebenso Berücksichtigung.

Schulinterne sowie externe Fortbildung dient der systemischen qualitätsorientierten Weiter¬entwicklung der gesamten Schule.

Ferner stellt die Fort- und Weiterbildung ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung hinsichtlich Professionalisierung, Unterrichtsentwicklung und auch Förderung von Leitungsqualifikationen dar.

2.1    Fort- und Weiterbildungsbedarf

Bis Ende eines Kalenderjahres wird der Fortbildungsbedarf in den unterschiedlichen Gremien für das kommende Schuljahr ermittelt.

Der Bedarf wird durch die Steuergruppe, Lehrerkonferenz, Fachkonferenzen, Arbeits-gruppen etc. festgestellt und soll mindestens folgende Angaben enthalten:

•    Thema und Ziel der Fortbildungsmaßnahme
•    Initiator (Lehrerkonferenz, Steuergruppe, Fachkonferenzen, Arbeitsgruppe etc.)
•    Leitung (sofern sie im Vorfeld schon feststeht)
•    Art der Fortbildungsmaßnahme (intern/extern)
•    Zeitlicher Umfang, Termin, Referentin, Moderatorin
•    Voraussichtliche Kosten

Auf der Grundlage der Bedarfsmeldungen und den Notwendigkeiten aus Schulleitungs-sicht erstellt die Didaktische Leitung in Absprache mit dem Schulleitungsteam, der Steuer¬gruppe, und dem Lehrerrat einen Fortbildungsplan für das kommende Schuljahr. Darüber hinaus entstehender Fortbildungsbedarf, der zum Erstellungszeitpunkt noch nicht abseh¬bar sein konnte, wird ebenfalls nach Absprachen und Möglichkeiten in den laufenden Fortbildungs¬plan eingearbeitet.

Zum Ende des Schuljahres 2011/12 wurde eine Umfrage zu schulinternen Fortbildungen im Lehrerkollegium der EUBO von der Didaktischen Leiterin und dem stellvertretenden Schulleiter durchgeführt und ausgewertet.  Die Ergebnisse der Umfrage wurden und werden seit den darauffolgenden Schuljahren bei der Fortbildungsplanung und deren Umsetzung berücksichtigt.

2.2    Schulinterne Fortbildungstage

Bei den schulinternen Fortbildungen finden i.d.R. bestimmte Module oder Blöcke ver-pflichtend für alle Lehrkräfte statt , zusätzlich können die Lehrerinnen und Lehrer nach Bedarf weitere Module belegen. Grundsätzlich nehmen Vollzeitkräfte an drei Blöcken teil, Teilzeitkräfte können nach Absprache mit der DL oder dem OL reduzieren. Durch die zeitliche Versetzung könnten die Lehrkräfte insgesamt an fünf Modulen teilnehmen.

2.3    Fortbildungsbudget

Die Schule erhält ein jährliches Fortbildungsbudget zur eigenen Bewirtschaftung.
Diese Mittel werden überwiegend für

•    Reise- und Materialkosten der Moderatorinnen und Moderatoren
•    Kosten für Referenten und Referentinnen
•    Seminar- und Reisekosten bei externen Veranstaltungen verwendet.

3.    Dokumentation der Fortbildungsveranstaltungen

3.1    Fort- und Weiterbildungen von 2009 bis 2015

2009: Zukunftswerkstatt (ganztägig)
•    Fachgruppen: Geschichte, Englisch, Science, Spanisch, Deutsch, Erdkunde, TIP, Physik, Erlebnispädagogik,
•    Lo-Net,
•    Lösungsorientierte Gesprächsführung,
•    Projekt „Aufklärung“ in der Jahrgangsstufe 6

2010: Methodencurricula in Englisch und den Bili Sachfächern
•    Fachgruppen: Chemie, Musik, Hauswirtschaft/Ernährungslehre, Technik, Französisch, Erdkunde, Deutsch, Sozialwissenschaften, Latein, Mathematik, Spanisch, Sport,
•    Arbeit am Medienkonzept- sinnvoller didaktischer und methodischer Einsatz der Medien im Fachunterricht
•    Einsatz von Laptops und Smartboards im Unterricht
•    Fortbildung zur Verbesserung des Unterrichts- und Klassenklimas
•    Fortbildungen zur Optimierung der Klassenleitungen (z.B. nach Christina Großmann: „Soziales Projekt“ und „Erwachsen werden“ von Lion´s Quest)  
•    Arbeit mit den naturwissenschaftlichen Assistenten
•    Vorbereitung auf Lernstandserhebungen, Zentrale Prüfungen und Zentralabitur

2011: Inklusion (ganztägig)
•    Fortsetzung der Zukunftswerkstatt
•    Unterschiedliches Lernen von Jungen und Mädchen? -  Schärfung des Blickes auf Jungen im Schulalltag
•    AK Entlastung
•    AK Portfolio
•    Leseförderung in allen Fächern
•    Fachgruppen: Deutsch, DUG, Englisch, Physik, Musik,
•    Schule interaktiv (Smartboard, Laptop-Wagen, LANIS)

2012    Arbeit an den Kernlehrplänen in den Fachkonferenzgruppen
•    Lehren und Lernen mit dem Smartboard
•    Teamteaching
•    Sportfortbildung: Inklusion

2013    Individualisierung und Differenzierung im Unterricht
•    im Allgemeinen und in den
•    NW
•    Fremdsprachen
•    in Deutsch sowie in den
•    Gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichtsfächern (ganztägig)
•    Krisenmanagement
•    Entspannungstraining

2014    Arbeit an den Kernlehrplänen in den Fachkonferenzgruppen
•    Umgang mit herausfordernden Schülerinnen und Schülern
•    Kollegiale Fallberatung
•    Lehren und Lernen mit dem Smartboard

2015    Leitbild (ganztägig) - Arbeit an den Kernlehrplänen in den verschiedenen Fachgruppen:
•    Religion, Chemie, Englisch, Physik, Deutsch, Erdkunde, Sport, Musik, Mathematik, Sozialwissenschaften, Technik)
•    Schülerinnen und Schüler mit herausforderndem Verhalten - Kollegiale Fallberatung
•    Förderschwerpunkt: Hören und Kommunikation – Beispiele aus der Praxis
•    Männer- und Damenballett
•    Vorbereitung auf die Zentralen Prüfungen in der Jahrgangsstufe 10
•    Einführung zum Thema - Lehren und Lernen mit dem Smartboard und Medien an der EUBO

3.2    Anlagen zu dem Bereich Fort-und Weiterbildung

3.2.1    Fort- und Weiterbildungsplanung für das Schuljahr 2015/16

3.2.2    Antragsformular

3.3    Umfrage zur kollegiumsinternen Fortbildung – als Planungsgrundlage für
zukünftige Fortbildungen

3.3.1    PPT zur Auswertung

   


4.    Ausblick

Mit der Entwicklung eines neuen Leitbildes wird das Fortbildungskonzept einer Prüfung, Evaluation und eventuell einer Umgestaltung unterzogen.

 

5.    Persönlichkeitsentwicklung


"Bildung soll nicht Untertanen schaffen, Bildung soll nicht das Funktionieren der Ökonomie sicherstellen, Bildung soll keinen ideologischen Zielen dienen, sondern Bildung ist der Weg zur autonomen, zur selbstbestimmten Existenz." Julian Nida-Rümelin, Philosoph

Neben dem Erwerb von Kompetenzen und dem Erlernen von Inhalten ist es das Ziel unserer Schule jede Schülerin und jeden Schüler bei der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit zu unterstützen. Dies geschieht natürlich in der täglichen gemeinsamen Arbeit im Unterricht, aber auch im Rahmen gezielter Unterstützungsangebote.

 

 

5.1    Beratung an der Europaschule


Wer sich wohl fühlt kann erfolgreich lernen.

Das Beratungskonzept

Kinder, die kleinere oder größere Probleme haben, haben den Kopf nicht frei, um zu lernen.

Deshalb gibt es an der Europaschule außer der Schullaufbahnberatung ein Beratungs-team, das Schülerinnen und Schüler bei Problemen und in Krisen¬situationen unterstützt.

Erste Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen bei Problemen und Krisen sind natürlich die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer, die das für eine Beratung nötige Vertrauen be¬sitzen. Schülerinnen und Schüler, die nicht von den unterrichtenden Lehrern beraten werden wollen, können sich, wie auch Eltern und Lehrkräfte an Mitglieder des Beratungsteams wenden.

Beratung ist freiwillig. Sie erfordert einen hohen Grad an Unabhängigkeit in der Institution Schule, ihr Ergebnis kann nicht von Dritten eingefordert werden. Informationen aus Beratungsgesprächen dürfen seitens des Beraters nicht weitergegeben werden, es sei denn, der Ratsuchende entbindet ihn ausdrücklich von der Schweigepflicht. Das gesamte Beratungsteam unterliegt der Schweigepflicht.

Dem Beratungsteam der Europaschule gehören zwei ausgebildete Beratungs-lehrerinnen, eine Sozialpädagogin, ein Sozialpädagoge, die Abteilungsleiterinnen I und II sowie die Didaktische Leiterin an.

Das Beratungsteam nimmt im Rahmen des Beratungskonzeptes unserer Schule folgende Aufgaben wahr:
•    Beratung von Schülerinnen und Schülern in besonderen Problemlagen;
•    Einzel- und evtl. Gruppenförderung zur Entfaltung sozialer und kognitiver Kompetenzen in Zusammenarbeit mit Klassenlehrerinnen und Lehrern und zuständigen Abteilungsleitern;
•    Suchtvorbeugung und Gesundheitsförderung;
•    Streitschlichtung und Gewaltprävention;
•    Unterstützung von Eltern und Kolleginnen und Kollegen bei entsprechenden Problemlagen
•    Kontaktknüpfung und Kooperation mit außerschulischen Beratungsstellen;
•    Anregung von Schulprojekten zur Verbesserung des Sozial- und Lernklimas;
•    Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer bei der Etablierung und Realisierung pädagogischer Konzepte.

Für Schülerinnen, Schüler und deren Eltern besteht in akuten Krisensituationen die Möglichkeit, per Email unter beratung@europaschule-bornheim.de einen ersten Kontakt aufzunehmen. Diese Emails an das Beratungsteam unterliegen selbstverständlich eben-falls der Schweigepflicht. Das Beratungsteam wird dem Ratsuchenden eine geeignete Beratungsmöglichkeit anbieten.


Hanne Hufschmidt,
Ehemalige Didaktische Leiterin

 

 

5.2    Schulsozialpädagogik


Die Schulsozialpädagogik gibt es seit Anfang der 90er Jahre an der Europaschule Born-heim. In diesem langen Zeitraum gab es verschiedene personelle Veränderungen und seit dem Schuljahr 2005/2006 besteht unser Team aus zwei ganzen Stellen. Unsere Arbeit gehört seit Beginn zu einer festen Säule im Schulleben. Mit der Einschulung lernen uns Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern kennen und können sich an uns wenden.

In den letzten Jahren konnten wir dabei eine Erweiterung des Themenspektrums für Beratungsanlässe bei den Ratsuchenden feststellen. Dabei erfahren wir außerdem eine immer größere Eigeninitiative der ratsuchenden Schülerinnen und Schüler und Eltern das Angebot der Schulsozialpädagogik zu nutzen.

Beratung stellt einen Schwerpunkt in unserem Arbeitsalltag an der Schule dar, aber auch andere Aufgaben gehören zu unserem Tätigkeitsbereich. In alle Bereiche möchten wir Ihnen im weiteren Verlauf einen Einblick geben.

Beratung

Ein ratsuchender Schüler am Ende eines Gesprächs: „Also, … was schlagen Sie vor, was soll ich tun?“

Eine Antwort darauf werden wir als Schulsozialpädagogin oder Schulsozialpädagoge nicht geben können. Beratung ist kein Erteilen von Ratschlägen, sondern vielmehr das gemeinsame „Auf-der-Suche-sein“ nach Lösungen. Das Beratungsangebot richtet sich an alle, die am schulischen Leben teilnehmen: Schülerinnen und Schüler, Eltern, Kolleginnen und Kollegen. Sie benötigen Unterstützung bei persönlichen Problemen oder in schwierigen Situationen, bei Stress in der Schule oder im Elternhaus. Sie erfragen Informationen, benötigen Adressen verschiedener sozialer Institutionen. Sie suchen Impulse und die Einschätzung eines fachlich qualifizierten Kollegen. Alle Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.

Während des Beratungsprozesses orientieren wir uns an positiven Eigenschaften und Fähigkeiten, an den Ressourcen des Ratsuchenden. Beratung ist immer auch gekenn-zeichnet durch die Eigenverantwortlichkeit des Ratsuchenden. Das Herausarbeiten des konkreten Problems und das Aufspüren der Selbstwirksamkeit des Ratsuchenden sind zentrale Aspekte der Beratung. Nicht immer führen die anvisierten Lösungen zum Erfolg oder zu einer Verbesserung der Situation. Beratung ist keine Garantie für den positiven Ausgang einer Problemstellung (auch wenn sich das manche/r Kollege/in so wünschen würde).

Die Themen der Ratsuchenden sind so verschieden wie die Ratsuchenden selbst. Neben schulischen Problemen (z.B. Noten, Fehlzeiten, Auseinandersetzungen mit Lehrern, Mobbing) sind oft auch persönliche Krisen innerhalb des sozialen Umfelds (Familie, Freundeskreis, Beziehung) von Bedeutung. In einigen Fällen kann auch die Weitervermittlung zu geeigneten kommunalen Beratungsstellen sinnvoll sein.

Bei all dem liegt auch ein präventiver Gedanke zugrunde: Berichte aus Schulen belegen, dass Krisensituationen (persönliche oder schulische) zunehmen. Raum und Zeit für deren Bewältigung zur Verfügung zu stellen und diese gut zu begleiten, ist die Aufgabe einer umfassenden Beratung.


Gruppenarbeit

Die verschiedenen Gruppenangebote finden, wie die Projekte, zu bestimmten Zeiten im Schuljahr statt und sind in das Rahmenkonzept des Sozialen Lernens eingebunden. Die Grundlage dafür bietet schon seit vielen Jahren das „Projekt Soziales Lernen“ von Christina Großmann und seit dem Jahr 2009 das Material „Erwachsen werden“ von LionsQuest. Für eine intensive Durchführung im Jahrgang 5 bilden wir die Klassen-lehrerinnen und Klassenlehrer des neuen fünften Jahrgangs fort, damit sie mit Beginn des Schuljahres regelmäßig mit ihrer Klasse (u.a. im KMT-Unterricht) verschiedene Übungen zur Förderung des sozialen Miteinanders und einer guten Klassenatmosphäre durchführen können.

Begleitend bzw. aufbauend zum Sozialen Lernen findet im zweiten Halbjahr des fünften Jahrgangs das Tischgruppentraining statt. Hier werden die Team- und Koopera¬tions-fähigkeit, die Kommunikationsfähigkeit, die Konflikt- und Kompromissfähigkeit, und das Durch¬haltevermögen der einzelnen Tischgruppen anhand verschiedener Übungen trainiert.

Projekte

Zu festgelegten Zeitpunkten im Schuljahr bieten wir verschiedene Projekte in verschiedenen Jahrgangsstufen an.

Hierzu gehören das Projekt „Liebe, Freundschaft und Sexualität“ im Jahrgang 6 und die Streitschlichter-Ausbildung für den Jahrgang 7.

Darüber hinaus können klassen- und themenspezifische Projekte mit uns abgesprochen, geplant und durchgeführt werden.

Ganztag

Ein weiteres Aufgabengebiet von uns Schulsozialpädagogen ist die Organisation des Ganztags. Hierzu gehört die Koordination der Freizeitangebote in der Mittagspause und der Arbeitsgemeinschaften für den Jahrgang 5 und 6.

Eng verbunden mit dem Ganztagsbereich ist die Arbeit mit den Eltern, ohne die ein reibungsloser Ablauf des Ganztags nicht stattfinden kann. Etwa 100 Mütter und Väter arbeiten im Schulalltag im Bereich der Teestube, der Freizeitangebote und der Arbeits-gemeinschaften mit. Viele Eltern unterstützen den Ganztag seit vielen Jahren. Einen Einblick in diesen Bereich, aus Sicht einer mitarbeitenden Mutter, erhalten Sie beim Lesen des Artikels „Die Milchreis-Connection“.


Carola Ernst und Christian Vörtmann,
Sozialpädagogen

 

 

5.3    Streitschlichtung


Die Streitschlichtung hat an der Europaschule eine lange Tradition. Sie wurde von der damaligen Sozialpädagogin Frau Schumacher und dem Kollegen Olaf Heinen ins Leben gerufen und kultiviert. Verschiedene Modelle wurden ausprobiert, die etablierte Streitschlichtergruppe traf sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch und geselligen Beisammensein. In einer Zukunftswerkstatt bot sich die Möglichkeit, aus spontanen Visionen ganz konkrete Weichenstellungen für die eigene Arbeit zu entwickeln.

Wo stehen wir jetzt?

Nachdem die Arbeitsgemeinschaften für die älteren Jahrgänge abgeschafft worden waren (der Grund hierfür war die Schulzeitverkürzung), schlief die Streitschlichtung für kurze Zeit ein. Doch sie konnte als IBF-Fach wieder in das Stundenraster integriert werden. Heute können interessierte Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 7, die über besondere soziale Kompetenzen verfügen, das Modul für ein halbes Jahr wählen. Sie genießen eine Ausbildung durch die Sozialpädagogen Carola Vonderschmitt und Christian Vörtmann, absolvieren im Anschluss daran eine Prüfung und erwerben ihr Schlichterzertifikat. Für jede fünfte Klasse sind dann zwei Siebtklässler gleichsam als Paten zuständig. Es wird grundsätzlich im Zweierteam geschlichtet, da die Schlichtungsgespräche zuweilen eine große Herausforderung darstellen.

Der Grundgedanke ist dieser: Schülerinnen und Schüler sollen lernen, ihre Konflikte möglichst selbstständig und unter fairen Bedingungen auszutragen. Für die Streitschlichter bedeutet dies, dass sie zum einen Vorbilder sind, aber auch darauf achten, dass während der Schlichtungsgespräche ein geregelter Ablauf eingehalten wird. Mit diesem machen sie sich während der Ausbildung vertraut, üben in Rollenspielen verschiedene Situationen ein. Besonders anspruchsvoll ist die Anleitung zur sogenannten „Empathieübung“: Die Streitenden werden hier dazu gebracht, nachdem die Regeln für das Schlichtungsgespräch geklärt worden sind und jeder seine eigene Sicht des Konflikts geäußert hat, „in den Schuhen des Anderen zu gehen“, d.h. sich in den anderen hineinzuversetzen. Wenn das einmal geschafft ist, stellt der letzte Schlichtungsschritt, die Suche nach gemeinsamen Lösungen, gar keine so große Herausforderung mehr dar. Wichtig ist dabei nur, dass die Schlichter nur „echt gewollte“ Lösungen zulassen und nichts oktroyieren.

Letztlich lässt sich sagen, dass die Streitschlichtung einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Lernen und zu einer Streitkultur an der Europaschule leistet, sowohl auf der Geber-, als auch auf der Nehmerseite.


Julia Cevela,
Koordinatorin Streitschlichtung

 

 

6.    Besondere Profilbausteine


Eine besondere Stärke unserer Schule liegt in ihrer Vielseitigkeit und in dem breiten Angebot verschiedener Möglichkeiten. Dennoch gibt es mit der europäischen Dimension und der Medienkompetenz zwei Bereiche, die unsere Schule besonders prägen.

 

 

6.1    Die Europäische Dimension an unserer Schule


Mit Gründung der Europäischen Union wurden die Lehren aus den Katastrophen des Ersten und Zweiten Weltkriegs gezogen. Die Vision von einem geeinten Europa hat dem Kontinent seit mehr als 60 Jahren zu Frieden, Stabilität und Wohlstand verholfen. Deshalb ist Europa mehr als nur ein gemeinsamer Wirtschafts- und Währungsraum.

An unserer Schule bestand bereits zu einem frühen Zeitpunkt Konsens darüber, dass die Europäische Dimension des Lernens einen Schwerpunkt unserer Arbeit bilden soll. Dies fand Ausdruck in Projekten mit den Partnerschulen, durch die EU geförderte Comenius-Projekte und Verankerung europäischer Themen im Unterricht.

Diese Aktivitäten und eine Auszeichnung durch das Europaparlament veranlassten den Schulträger, die Stadt Bornheim, im Jahr 1996 zu einer ersten Namensänderung unserer Schule, die nun „Schule Europas“ hieß. Bereits ein Jahr später, nachdem die rechtlichen Voraussetzungen geklärt waren, kam es zu der endgültigen Bezeichnung „Europaschule Bornheim“.

2006 beschloss die damalige Landesregierung von Ministerpräsident Rüttgers die Gründung von Europaschulen zu unterstützen. Voraussetzung für eine Zertifizierung als Europaschule durch das Schulministerium war und ist die Erfüllung bestimmter Kriterien.

Das Schulprogramm muss einen deutlichen Schwerpunkt im Bereich der Europäischen Dimension aufweisen. So muss eine Europaschule ihren Schülerinnen und Schülern ein erweitertes Fremdsprachenangebot machen, das über die in der Ausbildungsordnung festgelegte Sprachenfolge hinausgeht. Weiterhin müssen bilinguale Module oder ein bilingualer Zweig im Lehrplan verankert sein. Dies bedeutet, dass in Fächern, wie zum Beispiel Erdkunde oder Geschichte, der Unterricht ganz oder teilweise in der Fremdsprache erfolgt.

Die Teilnahme an multilateralen europäischen Projekten, wie Comenius und der regelmäßige projektbezogene Austausch mit den Partnerschulen, sind ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil der obligatorischen Kriterien. Auch die Beteiligung an europäischen Wettbewerben ist erforderlich.

In Kooperation mit ihren Partnerschulen bieten Europaschulen Berufspraktika im Ausland an.

In den Unterrichtsfächern haben europäische Inhalte einen festen Platz, Planspiele zu europäischen Themen, wie zum Beispiel die EU-Erweiterung, werden im Unterricht durchgeführt. Während der Europawoche werden Vertreter der Europäischen Kommission oder des Europaparlaments in die Schule eingeladen, um mit den Schülerinnen und Schülern über aktuelle Fragen zu diskutieren.

Unsere Schule erfüllt diese Kriterien und wurde deshalb im November 2007 als eine der ersten zertifiziert. Da eine solche Zertifizierung nur fünf Jahre Gültigkeit besitzt, gab es im Frühjahr dieses Jahres eine erneute Überprüfung, die ebenfalls für uns sehr erfolgreich verlaufen ist.


Wir sind überzeugt, dass die Aktivitäten im Feld der Europäischen Dimension unsere Schülerinnen und Schüler auch zukünftig besser befähigen werden, sich in einem vereinten Europa zu engagieren und sich die notwendigen Kompetenzen in Ausbildung und Beruf anzueignen.

 

 

6.2    Unsere Partnerschulen –

ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Dimension

Als zertifizierte Europaschule des Landes Nordrhein-Westfalen fühlen wir uns dem Bildungsauftrag, europaorientierte Kompetenzen und Einstellungen zu vermitteln, besonders verpflichtet.

Der intensive Kontakt und Austausch mit unseren Partnerschulen ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern weitaus mehr Erfahrungen zu sammeln, als dies bei einer Reise als „normaler Tourist“ möglich wäre. Während des Austausches erleben sie den Alltag in einer Gastfamilie, erfahren, was die Menschen dort bewegt und lernen so, sich der Perspektive anderer zu öffnen. In der Gastschule lernen sie den Unterricht kennen und arbeiten während des Aufenthaltes zusammen mit ihren Partnern an einem gemeinsamen Projekt. Dies versetzt unsere Schülerinnen und Schüler in die Lage, ihre sprachlichen, interkulturellen und sozialen Kompetenzen zu erproben und weiterzuentwickeln.

Im März 1991, das heißt, bereits eineinhalb Jahre nach Gründung der Schule fand ein erster Austausch mit dem Gymnázium Na Pražacce (Prag) statt. Obwohl Tschechisch bei uns nicht unterrichtet wird, ist die Kommunikation kein Problem, da zum einen die Prager Schülerinnen und Schüler teilweise Deutsch als Fremdsprache belegen, zum anderen Englisch von allen erlernt wird. Ein Schwerpunkt der Prager Schule ist die Kunsterziehung, so liegt es nahe, für jeden Austausch ein Kunstprojekt zu vereinbaren, das während des Aufenthaltes gemeinsam bearbeitet wird.

Ein erster Austausch mit den beiden französischen Partnerschulen, dem Collège Renaud-Barrault (Avesnes-sur-Helpe) und dem Lycée Jessé de Forest (Avesnelles)  fand im März 1993 zum ersten Mal statt. Da mittlerweile nur noch wenige Schüler in diesen beiden Partnerschulen Deutsch als Fremdsprache belegen, ist ein regelmäßiger Austausch schwierig geworden. Um gegenseitige regelmäßige Besuche sicherzustellen, haben wir eine neue Partnerschule, das Collège Goerges Politzer in Evreux (Normandie) gefunden.

Erstmalig fand 1994 ein multilaterales europäisches Projekt statt: Cinq Flammes Pour E. Beteiligt waren Schulen aus den vier französischsprachigen Ländern Frankreich, Schweiz, Belgien und Luxemburg sowie Schulen aus Deutschland. Über zwei Jahre arbeiteten Schülerinnen und Schüler des Collège Jean Monnet (Straßburg) und unserer Schule gemeinsam zum Thema Wasser- und Bodenschutz. Zwei Kurse mit insgesamt 58 Schülerinnen und Schülern waren daran beteiligt. 1994 besuchten sich die Kurse gegenseitig, 1995 fand ein Abschlusstreffen aller beteiligten Schulen in Dattenberg (bei Linz am Rhein) statt, um die Ergebnisse der Arbeiten zu präsentieren.

Aus dem multilateralen Projekt mit dem Collège Jean Monnet entwickelte sich eine weitere Zusammenarbeit. So trafen sich mehrmals Schülerinnen und Schüler, die das Fach Naturwissenschaften im Wahlpflichtbereich belegt hatten, mit den Straßburger Schülern in Boulogne-sur-mer am Atlantik. Dort arbeiteten sie gemeinsam eine Woche in den Fachräumen des Landschulheims sowie am Strand und untersuchten Flora und Fauna des Küstenbereichs.

Auch mit einer deutschen Partnerschule pflegen wir seit 1994 regelmäßigen Kontakt, dem Städtischen Gymnasium in Mittweida (Sachsen). Projekte im Bereich Technik und Naturwissenschaften sind Bestandteil der gemeinsamen Arbeit.

Nachdem bereits 1991 Wolgograder Schülerinnen und Schüler aus der Oberschule N135 bei uns zu Besuch waren, fand ein Gegenbesuch in Wolgograd 1994 statt, bei dem die deutsch-russische Geschichte Schwerpunktthema war.

Eine Partnerschule im flämischen Teil Belgiens kam 1996 hinzu. Arbeitsthemen während des Austauschs waren zum Beispiel Vergleich des Schul- und Bildungswesens, Alltagskonflikte in Schule, Elternhaus und Gleichaltrigengruppe, sprichwörtliche Redensarten in Flandern und Rheinland. Da die belgische Schule den Austausch nicht mehr fortführen wollte, bestehen nun Kontakte zu einer Schule in den Niederlanden, mit der wir zukünftig Austauschprojekte durchführen werden.

Von 1997 bis 2013 gab es einen jährlichen Austausch mit dem Liceo Scientifico Statale G. Falcone e P. Borsellino in Arese bei Mailand. Themen während des Austauschs waren beispielsweise das italienische Schulsystem, Epochen der Kunstgeschichte oder die Stadtgeografie Mailands. Da man auf italienischer Seite den Austausch nicht mehr fortführen wollte, haben wir Kontakt zu einer Schule in Bologna geknüpft und sind zuversichtlich, dass hieraus eine neue Schulpartnerschaft erwächst.

Die Partnerschaft mit der Djanogly City Academy in Nottingham begann 1990. Leider wurde der Zweig Deutsch als Fremdsprache mittlerweile eingestellt, sodass das Interesse englischer Schüler Deutschland zu besuchen, relativ gering ist. Dennoch besteht weiterhin die Möglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler in Nottingham ein Auslandspraktikum zu machen.

Im zweijährigen Rhythmus findet seit 1997 der Austausch mit The Walker School in Marietta (USA, Georgia) statt. Bearbeitet werden während des Aufenthaltes historische und geografische Projekte.

Auch mit einer spanischen Schule dem Instituto de Enseñanza Secundaria Ramiro de Maeztu in Madrid gibt es seit 2004 einen regelmäßigen projektbezogenen Austausch.

Im Anschluss an ein multilaterales Comenius-Projekt hat die Europaschule Bornheim im Jahr 2006 einen Partnerschaftsvertrag mit der polnischen Schule Il Liceum Ogólnoksztacace in Zawiercie geschlossen. Der projektorientierte Austausch hat seinen Schwerpunkt im Fach Sport. Vier Jahre später beschlossen die beiden Städte Zawiercie und Bornheim ebenfalls einen Partnerschaft zu vereinbaren.

Bei Comenius-Projekten arbeiten Schulen aus Europa an einem gemeinsamen Projekt und werden dabei finanziell von der EU unterstützt. 1995 war der Beginn des ersten Projekts, an dem unsere Partnerschulen aus Nottingham und Straßburg sowie einer Schule auf Gran Canaria beteiligt waren. Über drei Jahre beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler im Technikbereich mit dem Thema „Erneuerbare Energie-quellen Sonne und Wind“. Als Ergebnisse der Zusammenarbeit mit den Partnerschulen entstanden ein viersprachiges Fachwörterbuch, ein Solarkocher sowie ein Windrad. Auf Grund der guten Erfahrungen folgten dem ersten multilateralen Projekt regelmäßig weitere.

Aus den angeführten Beispielen der Zusammenarbeit wird ersichtlich, dass die Europaschule Bornheim mit ihren Angeboten dazu beiträgt, ihren Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein europäischer Zusammengehörigkeit zu vermitteln und sie auf ein Leben in einem zusammenwachsenden Europa vorzubereiten.


Rolf Börter,
Koordinator Europäische Dimension


 
Mit COMENIUS durch Europa

Nur kurz nach Gründung der Europaschule Bornheim im Jahr 1989 wurde von der EU-Kommission das europäische Bildungsprogramm COMENIUS, benannt nach dem böh-mischen Gelehrten Johann Amos Comenius (1592-1670), ins Leben gerufen. Ziel war es, die Zusammenarbeit von Schulen in ganz Europa zu fördern. Nur ein zeitlicher Zufall ... ?

Nun, zugegebenermaßen ja. Dennoch bedeutete dies für unsere Schule eine höchst willkommene und günstige Gelegenheit, mit anderen Schulen in Europa in Kontakt zu kommen und als eine der ersten Schulen in Deutschland an COMENIUS teilzunehmen. Mit der Aktion COMENIUS fördert die Europäische Kommission – bis heute – die projekt-bezogene internationale Zusammenarbeit von Schülerinnen, Schülern und ihren Lehrkräften und ermöglicht dank großzügiger finanzieller Unterstützung auch die Begegnung bei gegenseitigen Projekttreffen der Partnerschulen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Arbeit an selbst gewählten Themen, wobei diese Form von Lernen in Projekten offen für alle Schulformen und Altersstufen ist, möglichst fächerübergreifend ausgerichtet sein soll und vor allem als ganz „normaler” Teil des Unterrichts verstanden wird.

Diese Idee wurde an der Europaschule Bornheim in mittlerweile fünf Projekten von jeweils zwei oder drei Jahren Dauer in die Tat umgesetzt, wobei auch tatsächlich schon ein Großteil der bei uns angebotenen Fächer beteiligt war: Technik und Naturwissenschaften im Projekt „Erneuerbare Energiequellen Sonne und Wind”, Kunst, Deutsch, Literatur und Geschichte beim Projekt „Die ästhetische Darstellung des Menschen und seiner Lebenswelt in Europa”, das Fach Sport bei „Fit Kids in Europe”, Erdkunde und SoWi bei „Climate Change – Challenges and Opportunities for Schools in Europe” sowie Darstellen & Gestalten bei unserem aktuellen Projekt „One More Star for Europe”.Auch die Anwendung von Fremdsprachen – allen voran Englisch – spielt bei der internationalen Zusammenarbeit natürlich eine wichtige Rolle. Dies lässt sich kaum treffender beschreiben als durch die erstaunte Feststellung einer Schülerin der 7. Klasse bei einem einwöchigen Projekttreffen in der Türkei: „I didn‘t know that my English is so good!“.

Die Teilnahme an COMENIUS hat unsere Schule über Jahre geprägt: Europäische Projektarbeit ist neben zahlreichen bilateralen Partnerschaften, der Möglichkeit zu Auslandspraktika, dem Bilingualem Unterrichten und dem Einsatz von Fremd¬sprachen-assistenten zu einer der tragenden Säulen des Internationalen an der Europaschule Bornheim geworden. Unsere Bilanz ist nach einem knappen Vierteljahrhundert mit COMENIUS durchweg positiv: Die Begegnung mit Jugendlichen aus Ländern, die beim „klassischen” Schulaustausch nicht unbedingt in erster Reihe stehen wie beispielsweise Lettland, Polen oder Finnland, haben das europäische Verständnis – auch bei den beteiligten Lehrkräften – auf ganz spannende Art und Weise erweitert. Der Austausch und die Zusammenarbeit von Jugendlichen aus verschiedenen Ländern Europas waren für alle Beteiligten bereichernd und haben auch über die eigentliche Projektarbeit hinaus in zahlreichen Fällen zu persönlichen Kontakten oder Freundschaften geführt. Und nicht zuletzt ist es ein großer Erfolg für unsere Europaschule, dass aus zwei COMENIUS-Projekten mit Schulen aus dem polnischen Zawierçie eine feste Städte-partnerschaft mit Bornheim erwachsen ist. Das hätte sich auch der große Europäer Johann Amos Comenius nicht viel anders vorgestellt.


Guido Mädje,
Koordinator Comenius-Projekte

 

 

6.3    Medienkompetenz an der Europaschule Bornheim

– garantierte Grund¬bildung Im IT Bereich für alle Schülerinnen und Schüler

Als die Europaschule Bornheim im Jahr 2005 als eine von vier Schulen für das Pilotprojekt „Schule interaktiv“ der Deutschen Telekom Stiftung ausgewählt wurde, begann ein Schulentwicklungsprojekt, in das nahezu alle Arbeits- und Fachbereiche der Schule einbezogen wurden.

Was ist guter Unterricht und wie kann er mit digitalen Medien verbessert werden?

– Das war die Leitfrage, die alle Fachkonferenzen berieten und durch die einige schon lang gehegte und viele neu entwickelte Unterrichtsideen verwirklicht werden konnten.

Umfassende Veränderungen ergaben sich jedoch auch in der Organisations- und Personalentwicklung: Rechnerräume wurden für alle Kollegen zugänglich gemacht, Smartboards und Laptopwagen in Fach- und Klassenräumen erprobt, Intranet und Lernplattformen getestet.

In drei Jahren entstand ein Medienkonzept für die Jahrgangsstufen 5 – 10 mit an Fächer angekoppelten Unterrichtseinheiten zu allen wichtigen Medienkompetenzen, inhaltlich gebunden an passende Themen und, wo möglich, an die verwendeten Lehrbücher. Dadurch wurde eine Grundbildung zu allen wesentlichen Kompetenzen im IT- Bereich gesichert.

Nachdem das Pilotprojekt „Schule interaktiv“ ausgelaufen war, gelang es, die umfang-reiche Ausstattung und die inhaltliche Qualität unseres Medienkonzepts zu erhalten bzw. weiterzuentwickeln. Die hohen Anschaffungskosten der digitalen Geräte zu erkennen und den schonenden Umgang mit Ihnen zu beachten ist für Kinder und Jugendliche nicht immer einfach. Damit z. B. ein Smartboard besser wertgeschätzt wird, wurde vereinbart, dass die Klassen, die die Ausstattung mit einem Board beantragen, durch gemeinsame Aktionen wie Kuchenverkauf zu den Kosten beitragen.

Außer dem fachbezogenen „Lernen durch Medien“ gewann durch den immer größeren Einfluss des Internets und die mobilen Endgeräte auch das „Lernen über Medien“ rasch an Bedeutung. Hier entwickelte eine Gruppe von in der Sekundarstufe I unterrichtenden Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern Konzepte für Projektmodule zur Erlangung nachhaltiger Medienkompetenz zu den Themen „Internetsicherheit“, „Persönlichkeits- und Urheberrechte“ sowie „Cybermobbing“, sodass die Schülerinnen und Schüler möglichst gut gewappnet sind gegen die Probleme und Gefahren, die leider die Kehrseite der digitalen Medien darstellen.

Neben der engagierten medienpädagogischen Arbeit der Kolleginnen und Kollegen wäre all das nicht realisierbar ohne unsere seit 2006 existierende „IT-Abteilung“, in der zwei Kollegen sich um die Systemadministration kümmern und, unterstützt durch Auszu-bildende der Deutschen Telekom, dafür sorgen, dass ca. 200 Rechner und die dazu gehörenden Netzwerke zuverlässig funktionieren.

“Technology makes things possible, people make things happen.” Diesen Leitsatz haben wir 2008 als Motto unseres Medienkonzepts gewählt und stellen immer wieder fest, dass sowohl neue Technologien als auch das, was Menschen aus ihnen machen können, in der Schule zu immer neuen spannenden Unterrichtsideen und -konzepten führen. Hier stellen sich laufend interessante Aufgaben in vielfältiger Hinsicht, denn ein Medienkonzept ist eigentlich nie „fertig“ und seine Aktualisierung bedeutet fortwährend eine komplexe Herausforderung.


Jutta Heimann-Feldhoff,
Koordinatorin Schule interaktiv

 

Pädagogisches Medienkonzept der Europaschule Bornheim



„Technology makes things possible…
People make things happen.“
Erich Block, Director,
National Science Foundation
 
Inhaltsübersicht:

1    Pädagogische Leitideen
1.1      Das Medienkonzept als Teil des Schulprogramms
1.2      Ziele des Medienkonzepts
1.3     Neue Lernwege öffnen


2    Medienkompetenzen
2.1    Lernen mit Medien
2.2    Lernen über Medien
2.3    Rechte und Pflichten im Umgang mit Medien


3     Pädagogische Medienkompetenz
3.1    Zielsetzungen
3.2    Multiplikatorenprinzip
3.3    Fortbildungsangebote


4    Ausstattung
4.1    Netzwerk
4.2    Hardware
Computerräume, Smartboard-Räume, Beamer-Räume, Klassencomputer, Computerarbeitsplätze, transportable Beamer,
weitere Medien
4.3    Software


5    Organisation und Verwaltung
5.1    Unterrichtsorganisation
5.2    Nutzung der Hardware, Ausleihsysteme
5.3    Installation der Software
5.4    Wartung



„Gegen Ziele ist nichts einzuwenden, sofern man sich dadurch
nicht von interessanten Umwegen abhalten lässt.“
Mark Twain


1    Pädagogische Leitideen

1.1    Das Medienkonzept als Teil des Schulprogramms

Die Medienkonzeptarbeit ist als Teil der Schulentwicklung zu sehen, die die Bereiche Unterrichtsentwicklung, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung umfasst.

Zur Unterrichtsentwicklung gehören neue Unterrichtsformen, die eine neue Lernkultur befördern, z. B. neue Strukturen in der Unterrichtsorganisation, epochales Lernen.

Organisationsentwicklung bedeutet  internes Schulmanagement, Aufbau von neuen Organisationsstrukturen, aber auch  Kooperationen, Zusammenarbeit mit externen Institutionen. Es gilt, Beteiligungsstrukturen zu entwickeln, z. B. mit Hochschulen, Wirtschaftsunternehmen.

Personalentwicklung umfasst u. a. Bereiche wie Teambildung, Supervision und Fort-bildung.

Als Konsequenz des Medienkonzepts ergibt sich eine Formulierung des Aus-stattungsbedarfs.

Die im Rahmen der Schulentwicklung bereits erarbeiteten und im Schulprogramm festgehaltenen Ziele, Vereinbarungen und Grundsätze bilden die Basis für die schul-spezifische Medienkonzeptentwicklung.


1.2    Ziele des Medienkonzepts

Die Frage nach den Zielen eines Medienkonzepts führt zunächst einmal zu der Überlegung:

Welche pädagogischen Ziele  (Kriterien für guten Unterricht) verfolgen wir?

•    Wir wollen guten Unterricht, um Lernerfolg zu erzielen, das bedeutet Nachhaltigkeit, Selbsttätigkeit und Selbstverantwortung für den eigenen Lernprozess.

•    Zunächst einmal wichtig ist ein Lernklima, welches Lebensnähe enthält, eine gute Atmosphäre erzeugt und Motivation fördert.

•    Entscheidend ist auch ein Lernen in sozialen Zusammenhängen, in welchem Kooperation und Teamarbeit vorherrschen und Verantwortungsbewusstsein für andere entsteht.
Hierbei ist der Umgang mit Medien in vielerlei Hinsicht besonders zu berück-sichtigen.


•    Gleichzeitig ist Individuelles Lernen von Bedeutung, hier vor allem eine Binnen-differenzierung, die individuelles Lernen ermöglicht und individuelle Lerntypen berücksichtigt.

•    Neben dem Schwerpunkt des „guten Unterrichts“ sind die weiteren Bestand¬teile des Schulprofils, insbesondere „Gesunde Schule“ und „Europäische Dimension“ ebenso zu beachten und mit dem Medienkonzept zu vereinbaren.

1.3    Neue Lernwege öffnen

 Die Diskussion um schulische Bildung, der Ruf nach Bildungsstandards, die Einfüh¬rung von Lernstandserhebungen und zentralen Abschlussprüfungen werfen immer zugleich auch die Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten der Lehr- und Lernkultur auf.

Individuelles Lernen, Selbstständigkeit und Selbstverantwortung sind die zentralen Aspekte und Ziele dieser neuen Kultur. Neue Medien gewinnen bei der Schaffung neuer Lernwege immer mehr an Bedeutung. Über die Vision, ein Unterricht könnte generell ohne Lehrperson nur mit Medien stattfinden, sind wir längst hinaus. Der (oder die Lehrende) ist als fachkompetenter Wissensvermittler und pädagogischer Berater in vielen Situationen unersetzlich. Aber er erhält eine zusätzliche Rolle: Als Moderator, als Lernberater auf individuellen Lernwegen, die durch Medien unterstützt werden. Zugleich gelangen auch die Schülerinnen und Schüler immer öfter in die Rolle von im Lernprozess gleichberechtigt Beteiligten, woran eine große Chance für die Lernkultur liegt, die es zu nutzen gilt.

Je mehr sich der oder die Lernende in diese Rolle versetzt sieht, umso mehr werden Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und Selbstbewusstsein der Jugendlichen ge-stärkt, was sich auf ihren Bildungsweg nur positiv auswirken kann.

Diese Veränderungen stellen im Hinblick auf guten Unterricht  neue Anforderungen an alle an der Schule beteiligten Personen und auch an Organisationsstrukturen und Institutionen. Sie sind so zu integrieren, dass sich die Lernkultur verbessert bzw. die in 1.2 genannten pädagogischen Prämissen für eine gute Lernkultur nicht über¬gangen werden.

2    Medienkompetenz

Aus dem Alltag sind Medien überhaupt nicht mehr wegzudenken und auch im Unter¬richt werden Schülerinnen und Schüler tagtäglich mit Medien konfrontiert. Dabei sind zwei Bereiche von Medienkompetenz zu unterscheiden:

Einerseits erfolgt ein Lernen mit Medien, bei dem diese als Hilfsmittel eingesetzt werden, Darüber hinaus ergibt sich das Lernen über Medien, das Prozesse der Mediengestaltung und der kritischen Medienreflexion enthält.

2.1    Lernen mit Medien

Lernen mit Medien beinhaltet zunächst nicht den Erwerb von Kompetenzen im Um¬gang mit Medien, sondern nutzt Medien hauptsächlich zur Erarbeitung fachbezo¬gener Inhalte, z.B. beim Zeigen eines Films im Geschichtsunterricht, beim Verwen¬den eines Laptops bei der Auswertung von Versuchsergebnissen, beim Nachschla¬gen eines Begriffs bei Wikipedia oder beim Einsatz einer dynamischen Geometrie¬software im Mathematik-unterricht. Diese Nutzung von Medien ist wesentlicher Bestandteil von Lehren und Lernen. Sie kann der Veranschaulichung dienen, unter¬schiedliche Lerntypen ansprechen und individuelles Lernen fördern.

Darüber hinaus kann das Lernen mit Medien Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzen, autonom und eigenverantwortlich zu arbeiten.

2.2    Lernen über Medien

Lernen über Medien beinhaltet den Erwerb von Medienkompetenzen auf den Ebenen der bewussten Anwendung und der kritischen Medienreflexion. Diese Ebenen lassen sich nach Gerhard Tulodziecki weiter differenzieren in

•    Das Auswählen und Nutzen von Medienbeiträgen
•    Das Gestalten und Verbreiten von eigenen Medienbeiträgen
•    Das Verstehen und Bewerten von Mediengestaltung
•    Das Erkennen und Aufbereiten von Medieneinflüssen
•    Das Durchschauen und Beurteilen von Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung

In den verschiedenen Jahrgängen und Unterrichtsfächern werden Unterrichtsreihen durchgeführt, die den Erwerb dieser Ebenen von Medienkompetenz einbeziehen und die Prozesse der Mediengestaltung und ihrer Einflüsse thematisieren.

Die dazu geplanten Unterrichtsvorhaben und die darin zu erwerbenden Kompetenzen sind in den Dokumenten „Unterrichtsvorhaben-Medienkompetenzbereiche“ und „Medienkompe¬tenzmodule“ einsehbar. (Siehe Schaubilder im Anhang.) Die Vertei¬lung der Unterrichts¬vorhaben entspricht dem Stand August 2010, sie sind seitdem jedoch erweitert und aktualisiert worden.

Erworbene Kompetenzen zum „Lernen über Medien“, zum Teil aber auch zum „Lernen mit Medien“ sollen im „Portfolio zum Lernerfolg“ dokumentiert werden.

Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden umso bedeutsamer, je mehr Medien in alle Lebensbereiche drängen und in vielfältiger Hinsicht im Umgang mit anderen Menschen und Institutionen einerseits zur selbstverständlichen Voraussetzung werden, andererseits aber auch zu einem außerordentlichen Instrument nicht nur für „gute Ziele“. Selbst bei nicht böswilliger Absicht bietet z. B. das Internet Möglich¬keiten, die zu negativen Konsequenzen für die Benutzer führen können. Die Auf¬gaben, die Pädagogen in dieser Hinsicht zu bewältigen haben, werden immer um¬fangreicher. Umso wichtiger ist die ständige Reflexion und Aktualisierung medien¬pädagogischer Arbeit in der Schule.

2.3    Rechte und Pflichten im Umgang mit Medien

Der Umgang mit Medien liegt im Interesse aller und soll im Vertrauen auf verantwort¬liches Handeln von einem größtmöglichen Maß an Freiheit gekennzeichnet sein. Restriktionen ergeben sich natürlich aus rechtlichen Gründen, zum Schutz der Schülerinnen und Schüler und der technischen Einrichtung.

Zum Schutz der technischen Einrichtung müssen Nutzungsvereinbarungen mit ent-sprechenden Sanktionen getroffen werden (siehe 5.2).

Zur Wahrung der persönlichen Rechte jeder einzelnen Person, die am Schulleben beteiligt ist, ist in zunehmendem Maß Aufklärungsarbeit nötig. Schülerinnen und Schüler müssen über den Umgang mit eigenen Daten und mit Daten über andere, insbesondere Bilder und Videos, zum beiderseitigen Schutz aufgeklärt werden. Vom Jahrgang 5 an ist es notwendig, z. B. in den Klassenlehrerstunden Informationen dazu zu geben und „Regeln“ zu formulieren. Außerdem erfolgen Hinweise auf regionale, evtl. auch schulinterne Informationsveranstaltungen für die Eltern. Besonders im Jahrgang 6 werden die Schülerinnen und Schüler durch eine Unterrichtsreihe im Zusammenhang mit einer Theaterveranstaltung des Vereins „Zartbitter“ auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht und im sicheren Umgang mit dem Internet geschult. In den höheren Jahrgängen werden Informationen zu aktuellen Rechtsfragen, die das Internet betreffen, durch die Abteilungsleitungen weitergegeben, sodass Schülerin¬nen und Schüler über neu aufkommende Rechtsprechungen informiert werden.

Das wichtigste übergreifende Ziel zur Vervollständigung des Medienkonzepts ist die verbindliche Festlegung von Unterrichtsvorhaben in allen Unterrichtsfächern, in denen die in den Medienkompetenzmodulen aufgeführten Fähigkeiten erworben werden. Diese sollen auch ins Portfolio aufgenommen und zertifiziert werden.

3     Pädagogische Medienkompetenz

„Pädagogische Medienkompetenz“ als die des Unterrichtenden umfasst mehr bzw. andere Aspekte als die des Lernenden. Neben der Sachkenntnis über Medien und ihre Handhabung, bei der manchmal die Unterschiede zwischen Lehrenden und Lernenden nicht groß sind und es auch nicht in jedem Fall sein müssen, ist die pädagogische Medienkompetenz Voraussetzung, um die drei zuletzt genannten Medienkompetenzstufen (Bewertung von Mediengestaltung, Diskussion von Medieneinflüssen, Bedingungen der Medienverbreitung und deren Beurteilung) bei den Lernenden zu erreichen.

In diesem Bereich werden der Schutz der Persönlichkeit und rechtliche Fragen immer bedeutsamer, so dass pädagogische Medienkompetenz immer mehr umfasst und einen immer größeren Stellenwert erhält.  

3.1    Zielsetzungen

Zu Beginn des Projekts „Schule interaktiv“ wurden nach einer Erhebung des Fortbil-dungsbedarfs innerhalb des Lehrerkollegiums die zunächst benötigten Fortbildungs-maßnahmen auf den Weg gebracht. Ziel war eine Systematisierung und Strukturierung der Weiterbildung, um einen möglichst breit gestreuten und breit gefächerten Bildungsstand des gesamten Kollegiums zu ermöglichen. Diese fachliche Medienbildung ist eine unerlässliche Voraussetzung für eine pädagogische Einbindung der Medien in den Unterricht, gleichwohl ist sie nur eine Voraussetzung, denn über den Sinn und die Effizienz eines Medieneinsatzes im Unterricht muss der Unterrichtende in der Planung und im Ablauf einer Unterrichtsreihe jeweils situationsbedingt ent¬scheiden.

Grundsätzlich erscheint es sinnvoll, Fortbildungen so zu anzubieten, dass Lehrende sich rechtzeitig mit der von Ihnen einzusetzenden Software und den technischen Voraussetzungen beschäftigen können. Während des Unterrichtseinsatzes sollte die Möglichkeit zur Beratung durch entsprechende Ansprechpartner vorhanden sein, die bereits mehr Erfahrung im Umgang mit den neuen Medien gewonnen haben.

In vielen zu „Schule interaktiv“ ähnlichen Projekten wird die Erfahrung gemacht, dass der Einsatz von Medien selbst bei einer guten technischen Ausstattung von einer oft nicht kleinen  Gruppe von Lehrenden wenig praktiziert wird. Dabei ist nicht immer das Alter ausschlaggebend, sondern z. B. oft die individuelle Einstellung,  ob es für den Unterrichtenden eine zusätzliche und unberechenbare Belastung im Unterricht dar¬stellt, der er sich nicht gewachsen fühlt. Durch das Prinzip, von technischen Assistenten unterstützt werden zu können, um sich auch bei kleineren technischen „Störungen“ im Unterricht ganz auf die Inhalte bzw. auf die Lernenden konzentrieren zu können, werden solche „Hemmschwellen“ umgangen, sodass z. B. Laptopwagen auch dann eingesetzt werden können, wenn sich die Lehrenden bei technischen Details noch unerfahren einschätzen. In der Regel ergibt sich nach einigen Medieneinsätzen eine größere Routine des Unterrichtenden, sodass er dann  die Unterstützung des technischen Assistenten nicht mehr benötigt.

3.2    Multiplikatorenprinzip und Modalitäten

Das Prinzip der Multiplikatoren in kleinen Gruppen ist in den letzten Jahren auf große Resonanz gestoßen, weil aus zeitlichen Gründen eine Fortbildung der Kolleginnen und Kollegen nur gruppenweise erfolgen kann, auch im Hinblick darauf, Unterrichts¬ausfall zu vermeiden. Einige Kolleginnen oder Kollegen nehmen eine regionale oder überregionale Fortbildungsmöglichkeit wahr und geben ihre erworbenen Kenntnisse an kleine Gruppen von Lehrenden weiter. Fortbildungen in Kleingruppen, die in kürzeren Abständen und Zeiteinheiten stattfinden, sind leichter zu terminieren und lassen eine erhöhte Bereitschaft zur Teilnahme erwarten.  

Je kleiner die Gruppe der Fortzubildenden, desto individueller kann auf die je nach Fachzugehörigkeit und Vorkenntnissen oft sehr unterschiedlichen Voraussetzungen eingegangen werden. Auch bei nicht fachgebundener Software erweist es sich oft als günstig, wenn die Fortbildung von ähnlichen Fachkonferenzen besetzt ist, z.B. von Sprachen, Naturwissenschaften oder Gesellschaftswissenschaften, um die Anwen-dungsmöglichkeiten direkt fachspezifisch kennen und erproben zu lernen. Die Erfahrung zeigt, dass der Erfolg der Fortbildung zur Anwendung von Software bei kleineren Gruppen deutlich höher ist, was sich letztlich auch in der Zufriedenheit der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen äußert.

Zum einen ist eine Fortbildung in der Regel dann am günstigsten angesetzt, wenn die darin erworbenen Kenntnisse zeitnah zur Anwendung kommen können. Für die An-wendung von neuer Software ist besonders beim erstmaligen Einsatz notwendig, dass mit dem entsprechenden Programm schon souverän umgegangen werden kann. Auch das spricht für möglichst individuelle Terminabsprachen für Fortbildungen, die bei geringer Teilnehmerzahl auch außerhalb der wenigen kollegiumsinternen Fortbildungstagen stattfinden können.

3.3    Fortbildungsangebote

Angebote zu kollegiumsinternen Fortbildungen in der oben beschriebenen Weise können u. a. zu

•    LANiS
•    Lernplattformen (lo-net, moodle)
•    Smartboardsoftware bzw. zur technischen Handhabung des Smartboards
•    Umgang mit dem Sprachlabor
•    Tabellenkalkulation, Präsentationssoftware
•    Digitale Bildbearbeitung
•    Webseitengestaltung

angeboten werden. Hinzu treten Fortbildungen zu fachspezifischer Software und eine Einweisung in die praktische Handhabung der Laptopwagen bzw. der Accesspoints sowie der digitalen Ausleihsysteme.

Neben der Möglichkeit der Weiterbildung über Multiplikatoren bestehen diverse Angebote, durch e-learning Grundlagenkenntnisse der entsprechenden Software zu erlangen. Die Informationen zu entsprechenden Angeboten werden an die Kolleginnen und Kollegen weitergegeben.

3.4    Fortbildungsentwicklungen und -zielsetzungen

Zur Fortbildung der pädagogischen Medienkompetenz wurden im Rahmen des Projekts „Schule interaktiv“ in den letzen Jahren folgende Schwerpunkte gesetzt:
Im Mai 2005 hat eine eintägige Fortbildung stattgefunden, bei der das Lernen mit Medien und über Medien unter der übergreifenden Zielsetzung „guter Unterricht“ dis¬kutiert wurde und eine vorläufige Grundlage für die Entwicklung dieses Medien¬konzepts im gesamten Lehrerkollegium erreicht wurde.

Ein Jahr später wurde durch LANiS ein internes Schulnetzwerk aufgebaut, das einen umfangreicher Datenaustausch und internen Datenzugriff aller Kolleginnen und Kollegen und – in begrenzten Bereichen – auch der Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Insbesondere kann von jedem Rechner, außer denen der Verwaltung, die besonders geschützt sind, auf gespeicherte Daten zugegriffen werden. Eine Einfüh¬rung aller Kolleginnen und Kollegen in LANiS erfolgte auf einer kollegiumsinternen Fortbildung durch den Systemadministrator, die technischen Assistenten und die Mitglieder der Steuerungsgruppe, neu hinzugekommene Kolleginnen und Kollegen und die Referendare werden zu Beginn jedes Halbjahrs in das Netzwerk eingewiesen.

Parallel zum Aufbau des internen Netzwerks wurde für alle Kolleginnen und Kollegen und alle Schülerinnen und Schüler eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Als nächstes Ziel ist der externe Zugriff auf LANiS vorgesehen, hierzu sind noch Sicherheitsvor¬kehrungen zu treffen. Andererseits werden Plattformen wie „lo-net“ und „moodle“ immer mehr genutzt, sodass auch Überlegungen, zusätzlich zu LANiS diese Zugänge zu nutzen, im Raum stehen. Hier wird sich letztlich eine Entscheidung daran orien¬tieren, welches  System sicherer und einfach die gewünschten Funktionen liefert.

Die Fortbildungsentwicklung geht dahin, einerseits alle Kollegen und Kolleginnen mit den vorhandenen Medienmöglichkeiten vertraut zu machen, sie in Fragen der Metho¬dik beim Medieneinsatz zu unterstützen und die Wirkung des Medieneinsatzes zu evaluieren.

Für die Fachkonferenzen sollten durch Fortbildungen einzelner Kolleginnen und Kollegen weitere Entwicklungen und Projekte auf dem Gebiet des Medieneinsatzes bekannt werden.

4.    Ausstattung

4.1    Netzwerk

Alle Klassen- und Fachräume sind mit einer Netzwerkdose versehen und sind somit in das schulinterne Netzwerk eingebunden. Mit dem Anschluss eines mobilen Access-Points an die Netzwerkdose sind die Laptopwagen in jedem Arbeitsraum nach dem gleichen Verfahren einsetzbar, was Arbeitsprozesse deutlich erleichtert.

4.2    Hardware

Wir verfügen über Computerräume für unterschiedliche Anwendungsbereiche und über Laptopwagen, die mobil überall einsetzbar sind. Fast alle Fachräume sind mit Smartboards ausgestattet, in jedem Jahrgang befinden sich interaktive Tafeln in ca. der Hälfte der Klassenräume. Zudem befinden sich im Gebäude über das Raum-buchungssystem belegbare Räume, die mit fest installierten Beamern, Smartboards oder LED-Bildschirmen ausgerüstet sind.

Im Selbstlernzentrum befinden sich Computerarbeitsplätze. In nahezu allen Klassen-räumen befinden sich jeweils ein fest installierter PC, der am Netz angeschlossen ist.
Es gibt Leih-Laptops und portable Beamer, die von den Kolleginnen und Kollegen an Stationen im Schulgebäude entliehen werden können. Ferner gibt es in den beiden Lehrerzimmern sowie in den Vorbereitungsräumen verschiedener Fachbereiche eine Vielzahl von festen und mobilen Computerarbeitsplätzen.

Natürlich verfügt die Schule auch über Medien wie Fernseher, Videorecorder, DVD-Player, Videokameras, Digitalkameras, Tageslichtprojektoren.

5.    Organisation und Verwaltung

Unabhängig von diesen eher auf Softwarekenntnisse oder pädagogische Über¬legungen ausgerichteten Fortbildungen ist die ständige Ansprechbarkeit eines oder mehrerer Systemadministratoren notwendig, der sich um die gesamte Hardwarebereitstellung und –wartung sowie die Installation neuer Software und die Reali¬sierung der Lernplattform kümmern. Auch wenn einige Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihres Fachstudiums die notwendigen Aufgaben mitbringen, sind sie in der Regel aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben und der schlichten Tatsache, dass sie die meiste Zeit in der Schule im Unterricht verbringen, nur in geringem Umfang für administratorische Aufgaben einsetzbar.

Das Ausleihsystem der Hardware ist unter 5.2. beschrieben.

5.1    Unterrichtsorganisation

Der Aspekt der Medienkompetenz  wirkt sich auf die Unterrichtsorganisation hinsichtlich der Zielsetzung aus, die neuen Medien pädagogisch sinnvoll und angemessen in den verschiedenen Jahrgangsstufen einzusetzen. Das pädagogische Primat und der Lernerfolg sind einerseits wichtige Kriterien, andererseits entspricht unserer Schul¬form und unserem Schulprogramm das Prinzip, möglichst viele Lerngruppen in den Nutzen aller zur Verfügung stehenden Medien kommen und den kritischen Umgang mit neuen Medien erlernen zu lassen.

Während der drei Jahre, in denen wir Erfahrungen im Projekt „Schule interaktiv“ gesammelt haben, haben wir zudem festgestellt, dass oft sehr pragmatische Aspekte, nämlich die Medien mit möglichst geringem Aufwand und Zeitverlust einzusetzen, eine wesentliche Rolle spielen. Es versteht sich von selbst, dass die Ziele, die man sich in pädagogischer Hinsicht setzt und die einer komplexen technischen Realisierung bedürfen, nicht immer alle gleichzeitig optimal zu erreichen sind. Hier haben wir durch personelle Veränderungen jedoch schon viele Verbesserungen in der Unter-richtsorganisation erreichen können. Ein Kollege, der fast überwiegend als System-administrator zur Verfügung steht und vier technische Assistenten, die dem Unter-richtenden bei großem technischen Aufwand im Unterricht zur Seite stehen, so dass er sich voll auf die inhaltliche Unterstützung der Lernenden konzentrieren kann, sind ganz wesentlich für den effizienten Medieneinsatz im normalen Unterrichtsalltag, bei dem in der Regel noch der 45-Minuten-Rhythmus vorherrscht. Nicht immer sind Doppelstunden möglich bzw. sinnvoll und durch das große Differenzierungsangebot lassen sich Doppelstunden in unserer Schulform nur in begrenztem Maß einrichten.

Zur Realisierung sind folgende Gesichtspunkte denkbar und zur Diskussion zu stellen:

•    Einrichtung einer Doppelstunde pro Woche bei mehrstündigen Fächern mindestens in den Jahrgängen, in denen ein Medieneinsatz vorgesehen ist

•    Projekttage mit dem Einsatz neuer Medien, wenn es sinnvoll erscheint, ein Projekt in längeren Zeiträumen zu realisieren.

•    Veränderung der Stundentafel bzw. des Zeitrasters, um längere Unterrichts-einheiten von 60 Minuten zu ermöglichen.

•    Veränderung des Zeitrasters der Unterrichtsstunden, um zu „epochalerem“ Unterricht zu gelangen und schülerzentrierter arbeiten zu können – diese Diskussion wird schon seit längerem unabhängig von Medieneinsatz geführt.

5.2    Nutzung der Hardware

Die Hardware steht grundsätzlich allen Fachbereichen zur Verfügung.

Natürlich sind Pflichten und Rechte auch für Lehrende im Umgang mit Medien vereinbart. Für die Schülerinnen und Schüler werden Regeln und Vereinbarungen zum Umgang mit Hardware und Software, insbesondere zum Umgang mit dem Internet festgelegt und ggf. bei Nichteinhaltung mit Sanktionen reagiert.

Für die Nutzung der Hardware ist ein breit angelegtes Raum- bzw. Gerätebuchungs-system entstanden. Über einen Button auf der Homepage der Europaschule kann ein Buchungssystem geöffnet werden, in das sich jeder Kollege einloggen kann, um zu sehen, welche Räume und Geräte in welcher Stunde zur Verfügung stehen und um diese sofort buchen zu können. Dadurch kann jeder Unterrichtende sicher sein, dass ihm das Gewünschte in der entsprechenden Stunde zur Verfügung steht.

In das Buchungssystem eingebunden sind alle Rechnerräume, die Laptopwagen, die Smartboardräume, die DVD- und Videorecorder und die DVD-player. Auch einzelne Laptops und Beamer können so vorgemerkt werden.

Die Laptopwagen werden über einen Transponder freigeschaltet, der den Aus¬leihenden registriert.

Die Schülerinnen und Schüler melden sich bei der Nutzung der Rechner über LANiS an, so dass minutiös festgehalten wird, welcher Rechner von welchem Schüler genutzt wurde. Das Ziel, mit diesem System Missbrauch vorzubeugen, wurde bisher nahezu völlig erfüllt.

5.3    Wartung

Die Wartung gliedert sich in First-Level-Support und Second-Level-Support.

First-Level-Support übernehmen bei den Rechnern in Klassenräumen die Klassen-administratoren, im Übrigen jedoch die Systemadministratoren und die technischen Assistenten.

Zwei Schülerinnen oder Schüler jeder Klasse werden zu Klassenadministratoren fortgebildet und kümmern sich um den Austausch von Patronen, die Behebung kleiner Störungen und Mängel bei den Klassencomputern. Sie säubern und pflegen die Geräte und leiten Informationen über größere Mängel weiter.

Der Second-Level-Support umfasst die Reparaturen von Hardware, die Netzwerk-betreuung, die Wartung und Pflege von Server und Client, sowie den großen Bereich von ständigen Neuinstallationen. Diese Arbeiten werden nur von Systemadministra¬toren und technischen Assistenten durchgeführt.

First-Level-Support
-    Klassenadministratoren: Fortbildungen, Aufgabenbeschreibung
-    Austausch von Patronen, Behebung kleiner Störungen und Mängel
-    Weiterleitung größerer Mängel
-    Pflege, Säuberung

Second-Level-Support
-    Reparaturen von Hardware
-    Netzwerkbetreuung
-    Wartung und Pflege von Server und Client
-    Neuinstallationen (Software, Hardware)

 

 

6.4    Impulse – Pädagogischer Ehrenpreis


Der  BORNHEIMER  ist ein pädagogischer Ehrenpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird. Der Preis ist nicht mit einem Geldbetrag dotiert, kann jedoch angesichts der bisherigen Preis¬trägerinnen und Preisträger als Wertschätzung und Anerkennung empfunden werden. Der  BORNHEIMER  wird im Rahmen einer feierlichen – von der Europaschule gestalteten – Veranstaltung in Bornheim überreicht. Angefangen hat alles mit der Gründung unserer Schule im Jahre 1989 in Bornheim. Unsere Schule hat erstmalig im Jahre 1990 einen Preis gestiftet, der in jedem zweiten Jahr einer Persönlichkeit verliehen wird, die sich in besonderer Weise pädagogischen Herausforderungen gestellt und auf diesem Gebiet Entscheidendes geleistet hat. Die Preisträgerinnen und Preisträger wirken immer inspirierend auf die gemeinsame Arbeit in unserer Schule.

Übersicht der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

Erster Preisträger war im Jahre 1990 der Psychoanalytiker Professor Dr. Horst Eberhard Richter, Leiter des Sigmund-Freud-Institutes in Frankfurt, der geehrt wurde für sein Wirken mit besonderem Hinblick auf seine Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendpsychologie.

Zweiter Preisträger des „Bornheimers“ war der Österreicher Professor Samy Molcho, Leiter des Max-Reinhardt-Seminars in Wien, der 1992 in Bornheim in eindrucksvoller Weise über die Körper¬sprache und die damit ausgedrückte Symbolik der Kinder referierte.

Den „Bornheimer“ im Jahre 1994 erhielt die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren, weltbekannt für ihre Kinder- und Jugendbücher. Eine sehr eindrucksvolle Persönlichkeit.

Preisträger 1996 war der amerikanische Pädagogikprofessor Neil Postman, der durch seine Werke entscheidende Fragen der Erziehung innerhalb einer computerisierten Welt stellte und versuchte, Antworten darauf zu finden.

1998 wurde Lord Yehudi Menuhin für sein musikalisches Schaffen, die vielen pädagogischen Impulse, die er durch seine Musik, aber auch durch seine Persönlichkeit im Denken und Handeln gesetzt hat, mit dem „Bornheimer“ ausgezeichnet.

2000 erhielt Frau Lea Rabin, für ihre Friedensbemühungen, ihr Engagement, den vielen pädagogischen Impulsen, die sie durch die „Politik“ den Menschen gegeben und damit Zeichen für ein gesellschaftliches Miteinander gesetzt hat den „BORNHEIMER“.

2002 wurde der Redaktion „Sendung mit der Maus“ des Westdeutschen Rundfunks für die Form der Fernsehsendung, die im Erziehungsbereich wichtige Impulse setzt und Generationen geprägt hat, der „BORNHEIMER“ verliehen.

Im Jahr 2004 konnten wir dem Wissenschaftsredakteur Herrn Ranga Yogeshwar, der sich in eindrucksvoller Weise für die Vermittlung wissenschaftlicher Aspekte, einer sehr nachvollziehbaren und interessanten Aufbereitung von naturwissenschaftlichen Gesamtzusammenhängen und dem Erziehungs- und Bildungsauftrag einsetzt, mit dem „Bornheimer“ ehren.

Preisträger 2006 war Herr Andreas Schleicher, Leiter der Abteilung „Indikatoren und Analysen“ bei der OECD in Paris, weil er durch die Einführung der „Pisa-Untersuchungen“ die Diskussion um Veränderungen in Bildungswegen vorangetrieben hat.

2008 durften wir den aus Österreich stammenden Aktionskünstler, Kultur-Manager, Autor, Schauspieler und Sänger Herrn André Heller in der Europaschule mit dem Bornheimer auszeichnen. Herr Heller hat in eindrucksvoller Art und Weise durch seine Werke deutlich gemacht, dass der sensitive Bereich, das Erlebnis und das Gefühl untrennbar zur Gesamtpersönlichkeit des Menschen gehören.

Als 10. Preisträger wurde im Jahr 2010 der Tänzer und Choreograf Herr Royston Maldoom (England) mit dem Bornheimer 2010 geehrt. Das Credo seiner Arbeit, dass die Basis aller Pädagogik die Liebe und das Vertrauen sind, ist auch für uns Orientierung im täglichen Miteinander in unserer Schule.  

Im Jahr 2012 wurde Frau Sabriye Tenberken für Ihre bewundernswerte Arbeit im Blindenzentrum Tibet (Braille Ohne Grenzen e.V.) ausgezeichnet. Mit Ihrem Engagement zeigt sie, dass auch ein einzelner Mensch „Berge versetzen“ kann. Ihr mutiger Einsatz mit Kopf, Herz und Hand – einer der Leitgedanken unserer pädagogischen Arbeit – für die erblindeten Kinder Tibets ist für uns ein besonders eindrucksvolles Beispiel für verantwortungsvolles und menschliches Handeln. Ihr Wirken ist uns Vorbild und Ansporn.

Dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Herrn Martin Schulz, wurde 2014 der Bornheimer für seinen Einsatz für ein Europa der Menschen verliehen. Als Präsident des Europäischen Parlaments steht Herr Schulz für eine Europäische Union im Dienste der Bürgerinnen und Bürger und für ein Europa der Gerechtigkeit und der Chancen-gleichheit. Sein Einsatz für die Europäische Sache und für eine Europäische Gesellschaft und sein Bemühen, alle Bürgerinnen und Bürger für ein vereintes Europa zu gewinnen bestärkt uns auf unserem Weg als Europaschule.

 

 

7.    Lebensraum Europaschule - Ganztag


Unsere Schule ist mehr als nur ein Lernort und Arbeitsplatz, sie ist ein Raum zum Leben und Wohlfühlen. Das ist möglich, weil das Gebäude und die Gestaltung der Verkehrswege und Räume dies zulässt. Das war nicht immer so.

Als die Gesamtschule Bornheim 1989 an den Start ging, zog sie in das bereits bestehende Gebäude der Realschule ein, die aufgelöst wurde, weil sie keine Akzeptanz mehr in der Bevölkerung besaß. Das alte Gebäude war geprägt von engen, dunklen Fluren mit niedrigen Decken, geplant nach der damals gängigen Überzeugung, dass ein modernes Gebäude weder natürliches Licht noch natürliche Belüftung braucht.

Nach dem Beschluss zur Erweiterung der Zügigkeit von vier auf sechs stand fest, dass der vorhandene Raum für die zu erwartende Schülerzahl nicht mehr ausreicht. In enger, kreativer Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Sandhoff, Heuer, Sonntag heute Heuer und Faust aus Aachen, schafften der Schulträger und das Leitungsduo Klaus Breil und Rolf Kämper mit dem Bau der Oase, die 1995 eingeweiht werden konnte, den großen Wurf! Von nun an wehte ein neuer, ein frischer Wind durch die Schule.

Konsequent wurden in den folgenden Jahren auch die älteren Gebäudeabschnitte kern-saniert. Die Decken wurden von den überdimensionierten Lüftungsanlagen befreit, große Lichtschächte eingezogen und die Sicherheit durch den Bau von Außentreppen zur Entfluchtung aller Etagen und Abschnitte erhöht. Mit der Aufstockung einer dritten Etage auf zwei Abschnitte wurde schließlich der fehlende Raum für die mittlerweile 36 Klassen der Sekundarstufe I geschaffen.  

Nachdem im März 2014 der neu gestaltete Schulhof den Schülerinnen und Schülern zur Nutzung übergeben werden konnte, steht im weiteren Verlauf des Jahres die Sanierung der Aula auf dem Programm. Für die ebenfalls zunehmend dringend erforderliche Sanierung der Sporthalle steht noch kein Datum fest.

Fest steht hingegen, dass 2015/2016 die erneute Erweiterung des Schulgebäudes in Angriff genommen wird. Diesmal jedoch nicht, um einer noch größeren Schülerzahl Platz zu bieten, sondern um die räumlichen Voraussetzungen für eine gelingende Inklusion zu schaffen.

 

 

7.1    Die Mediothek


Die Mediothek der Europaschule Bornheim ist neben der berühmten Oase einer der zentralen Treffpunkte im Alltag der Schulgemeinde. Hier herrscht von morgens bis zum Schulschluss ein reges Kommen und Gehen von Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern gleichermaßen: Bücher werden ausgeliehen oder verlängert, die binomischen Formeln schnell noch einmal nachgeschlagen, Schülerinnen und Schüler schleppen ganze Kisten mit Wörterbüchern von der Mediothek in die Klassenräume und wieder zurück, Lehrerinnen und Lehrer leihen sich Dokumentarfilme aus, sehen Unterrichtsmaterialien ein oder stöbern in den mehr als 30 Fachzeitschriften.

Auf 200 qm Fläche lässt sich an 50 Arbeitsplätzen sehr gut lernen – 12 000 Medien aus sämtlichen Wissenschaftsdisziplinen sorgen für die optimale Versorgung mit Information. Aber auch für Freunde der schöngeistigen Literatur ist bestens gesorgt: Insbesondere die jüngeren Schülerinnen und Schüler lieben ihre Ecke mit der Jugendliteratur, hier gibt man sich Lesetipps oder bespricht die neu eingetroffenen Fantasy-Titel.

Für das reibungslose Funktionieren dieses Bienenstocks sorgt die Diplombiblio¬thekarin Christiane Framke. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört neben der täglichen Bibliotheksarbeit auch das Zusammenstellen themenspezifischer Bücherkisten für den Fachunterricht, das Vorbereiten und Durchführen der Vorlesewettbewerbe und Autorenlesungen sowie die Auswahl und Bestellung der Neuanschaffungen (aktueller Schwerpunkt ist das Thema Inklusion). Die Mediothek arbeitet auch eng mit der Stadtbücherei Bornheim zusammen – hier besteht ein reger Austausch unter Kolleginnen.

Wie es an der Europaschule üblich ist, kann sich auch die Mediothek des großen Engagements der Eltern sicher sein. Nur mit der tatkräftigen Hilfe zahlreicher ehrenamtlich mitarbeitender Eltern können die langen Öffnungszeiten der Räume gewährleistet werden. Dies ist umso wichtiger, als dass sich die Schülerinnen und Schüler in der Mediothek ja nicht nur mit Wissen und Büchern versorgen, sondern sich auch gerne Rat für alle Lebenslagen abholen. Gerne wird nach Literaturvorschlägen zum Verfassen eines Referats gefragt oder man tut sich gerade mit der Mathematik schwer und bittet um Erklärungen. Und manchmal möchte man sich auch nur den Klebestift ausleihen. In der Mediothek erfahren die Schülerinnen und Schüler tatkräftige Unterstützung im Schulalltag, hier treffen sie Freunde oder ziehen sich mit einem Buch in eine ruhige Ecke zurück und tauchen eine Weile ab.

Kurzum: die Mediothek ist sozusagen die „Kleine Oase“ der Europaschule – mit ihrem großen Angebot und ihren vielfältigen Möglichkeiten ist sie aus dem Alltag der Schulgemeinde nicht mehr wegzudenken.

 

 

7.2    Schulhofgestaltung


Der Schulhof der Europaschule umfasst insgesamt ca. 9000 m². Von dieser Gesamt-fläche wurden in den Jahren 2012 bis 2015 etwa 3000 m² umgestaltet, so dass der Schulhof jetzt Spiel- und Bewegungsflächen sowohl in den Vormittagspausen als auch im einstündigen offenen Angebot an den Langtagen (Mo, Mi, Do) bietet. Offenen Bewegungsangebote und die auf dem Schulhof befindliche Skateanlage sowie das Ballspielfeld und die Basketballkörbe werden in der Mittagszeit von Kolleginnen und Kollegen betreut. Die Außenoase wird während des Schulbetriebs als Aufenthaltszone sowie in den Sommermonaten außerhalb der Unterrichtszeiten z.B. für Klassenfeste u.ä. genutzt.

Eine erste Planung für den Schulhof wurde im Rahmen einer Facharbeit von Ober-stufenschülerinnen und -schülern der Q1 erstellt. Ein Arbeitskreis aus Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Schülerinnen und Schülern setzte die Detailplanung fort und prüfte die Umsetzbarkeit gemeinsam mit dem Schulträger. Obwohl die Planung nicht 1:1 umgesetzt werden konnte sind einzelne Elemente, wie z.B. die Außenoase (Eröffnung: 2012) und der Bewegungsparcours (Eröffnung: 2015), realisiert worden. Ganz wesentlich war die gemeinsame Umsetzung mit Hilfe der gesamten Schul¬gemeinde. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer haben den Schulhof gemeinsam geplant und gestaltet; der Schulträger hat Mittel für das Kleinspielfeld und die Skateranlage (Eröffnung: 2014) zur Verfügung gestellt.



Bild 1: Modell des Schulhofs (Facharbeit Jgst. 12)


Ein Teil der Umgestaltung wurde durch den Schulträger allein realisiert (Skateranlage, Kleinspielfeld), ein Teil in Eigenleistung der Eltern und Schüler (Außenoase, Chill-Out-Zone), ein Teil gemeinsam (Bewegungsparcours; die endgültige Fertigstellung steht noch aus).

Der Schulhof bietet nach der Umgestaltung sowohl Bewegungs- als auch Ruhezonen. So werden die Außenoase und die Chill-out-Zone (Eröffnung: 2012) zur ruhigen Begegnung
 
und Entspannung der Schülerinnen und Schüler genutzt; Kleinspielfeld, Bewegungs-parcours und Basketballspielfeld dienen der "aktiven Pause". Das Kleinspielfeld ist mit einem federnden Bodenbelag (Tartan) ausgestattet, die Außenoase mit Hackschnitzeln.


 

 

 

 

 

 

 

Bild 2: Außenoase                                                Bild 3: Chill-out Zone

Ein Teil des Schulhofes wurde von Schülerinnen und Schülern mit Unterstützung eines Bielefelder Graffiti-Künstlers und einer Kunstlehrerin im Rahmen eines Projekts gestaltet (2014).


 

 

 

 

 

 

 

Bild 4: Graffiti-Projekt (Teilansicht)                      Bild 5: Skateanlage (Teilansicht)

Der Schulhof ist außerhalb der Unterrichtszeiten für Kinder und Jugendliche geöffnet und wird häufig genutzt. Insbesondere die Skateanlage und das Kleinspielfeld wird auch von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Gemeinde genutzt; die offene Jugendarbeit der Stadt Bornheim macht einmal wöchentlich Angebote für Jugendliche. Nach der Fertigstellung wurden Jugendliche aus der Umgebung z.B. bei einem Grill- und Sportfest einbezogen.

 

 

7.3    Unser „Schulrestaurant Sunny“


Im Frühjahr 2006 erhielt der 2002 gegründete CST-Catering Service Theisen den Auftrag für die Bewirtschaftung der „Mensa“ an der Europaschule Bornheim. Als gelernter Koch und Verpflegungsbetriebswirt entwickelte ich meine Vision einer „Erlebnisgastronomie in der Schule“ mit einem bis dahin völlig neuen Verpflegungskonzept.

Unser Ziel war es anstelle des „Mensabetriebs“ und der „Speisenversorgung von Massen“ eine angenehme Begegnungsstätte mit Restaurantatmosphäre für Schülerinnen, Schüler und das Lehrerkollegium zu schaffen. Mit den dafür nötigen räumlichen Veränderungen wie einer neuen Wandgestaltung mit warmen Gelbtönen und Bildern, Verschönerung der Speisenausgabe mit unterschiedlicher Dekoration, Fensterdekoration mit Gardinenschals und gelben Sonnenschirmen, die auf witzige Art für mehr Gemütlichkeit sorgten, schufen wir die Voraussetzungen für unser Schulrestaurant.

Pünktlich zum Schuljahresbeginn 2006 eröffneten wir das Sunny mit großem Erfolg. Von Beginn an verdreifachten wir die Besucherzahlen im Vergleich zu unserem Vorgänger. Folgende Merkmale tragen bis heute für die hohe Teilnehmerzahl zum Mittagessen bei:
•    Angebot von insgesamt 5 Menülinien
•    Angebot eines riesigen Salatbuffets
•    Gratisbeilagensalate zur Förderung gesunder Ernährung
•    Wöchentlich Front Cooking Aktionen wie Grillspezialitäten oder Wokvariationen, im Sommer wie im Winter AUF DEM SCHULHOF
•    Einführung einer „Fairtrade Kaffeebar“ für Oberstufe und Kollegium
•    Ernährungsberatung bei Unverträglichkeiten und Allergien analog zu unseren Speisen
•    Angebot eines riesigen Sortiments an Backwaren und Getränken in unserem Schulbistro, der Q-Bar
•    Teilnahme an landesweiten Aktionen wie z.B.: Tag der Schulverpflegung NRW
•    Zubereitung aller Speisen in Anlehnung an die Empfehlungen der Deutsche Gesellschaft für Ernährung
•    Frische Zubereitung vor Ort, wie auch nach dem Cook & Chill Verfahren
•    Nachhaltigkeit durch Beschaffung regionaler Rohstoffe und Produkte
•    Müsliangebot to go

Bereits im Jahre 2010 erhielten wir als vorbildliches Unternehmen, die erst seit 2011 für alle Caterer von Kitas und Schulen zur Pflicht gewordene EG EU Zulassung. Diese Zulassung dient im Wesentlichen dem Verbraucherschutz und stellt unser Hygienemanagement bezüglich unseres sehr hohen Qualitätsstandarts absolut transparent dar.

Ganz nach dem Motto „Stillstand ist Rückschritt“ engagieren wir uns in der EuBo bis heute in höchstem Maße mit bester Schulgastronomie und ganz persönlicher Betreuung aller großen und kleinen Gäste.

Ich danke an dieser Stelle ganz besonders der Schulleitung und stellvertretenden Schulleitung für die sehr gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren und hoffe, auch weiterhin mit großer Freude die Kids mit leckerem Essen bedienen zu dürfen!


Björn Theisen,
Caterer

 

 

 

7.4    Arbeitsgemeinschaften und Projekte


Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 werden donnerstags in der 8. und 9. Stunde Arbeitsgemeinschaften angeboten. Sie lernen hierbei verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kennen. Durch das Engagement unserer Elternschaft gibt es eine vielfältige Auswahl an Arbeitsgemeinschaften.

Folgende Arbeitsgemeinschaften wurden bisher angeboten: Fußball, Basketball, Schwimmen, Filzen, Tanz, Kochen, Fotografieren, Sports in Europe, Laufen, Theater, Monster Häkeln, Computer, Girls Only, Echte Kerle, Malen, Rope Skipping, Kreative Mädchen.

Nach der Vorstellung aller Arbeitsgemeinschaften in der Aula haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, drei Wünsche auf einem Wahlzettel anzukreuzen. Sie können sich außerdem an der AG-Wand nochmals über die Arbeitsgemeinschaften informieren. Dann nehmen sie für ein Halbjahr an einer Arbeitsgemeinschaft ihrer Wahl teil.

Zum Abschluss des Halbjahres gibt es die Möglichkeit die Ergebnisse aus dem künstlerischen Bereich den Mitschülerinnen und Mitschülern zu präsentieren. So fand unter anderem die Aufführung „Apfelpudel und Königsfrosch“ der Theater-AG im Theater im Kloster statt. In der Schule gab es eine Ausstellung der Foto-AG (siehe Abbildungen).

All diese interessanten Angebote wären nicht möglich ohne das große Engagement der Elternschaft der Europaschule Bornheim – seit nunmehr 25 Jahren!

Dafür ganz herzlichen Dank an alle beteiligten Eltern.


Koordinator/in Arbeitsgemeinschaften

 

 

7.5    „Keep Swinging!“ – BigBand


Mit obigem Slogan pflegte Kalle Bruns, Gründer und ehemaliger Leiter der BigBand, stets seine Briefe und E-Mails zu signieren. Treffender könnte das Motto der BigBand der Europaschule nicht beschrieben werden. „Keep Swinging“ verweist dabei nicht allein auf die legendäre Swing-Ära der 1920er- und 1930er Jahre, den Jahren, in denen Count Basie den Jazz neu erfand und die erste wegweisende BigBand ins Leben rief. „Keep Swinging“ meint vielmehr eine grundsätzliche Lebenseinstellung: Es geht nicht um Alter, Hautfarbe, Herkunft oder Aussehen, sondern um den Mut, den eigenen Emotionen Töne zu verleihen und den alltäglichen Freuden und Problemen mit (musikalischer) Leidenschaft und einer gewissen Gelassenheit entgegenzutreten.

Nach Kalle Bruns übernahmen die damaligen Referendare der Europaschule Balthasar Guggenmos und Henrik Holtbernd die Leitung der BigBand. Mit zahlreichen Proben, gemeinsamen Grillabenden und den mehrtägigen Musikworkshops der jährlichen BigBand-Fahrt wurde die BigBand-Arbeit fortgesetzt und ausgebaut. Nicht vergessen werden Schülerinnen und Schüler sowie die und Lehrkräfte die vielen Auftritte und gemeinsamen Erfahrungen auf diversen Schulveranstaltungen (Weihnachtsbasare, März-Concerts, Karnevalssitzungen, Bornheimer-Preisverleihungen, Musikzweigfeste etc.). In den letzten Jahren kamen zunehmend auch externe Engagements (z.B. Museumsmeilenfest, Bonner Beethovenfest) hinzu, die es ermöglichten, die Europaschule auch regional musikalisch zu repräsentieren. Auch wenn die Arrangements dabei mittlerweile moderner und die Songauswahl aktueller geworden sind, ist der ursprüngliche Spirit immer noch derselbe. Und das ist gut so!

Seit der Einführung des Musikzweigs an der Europaschule vor vier Jahren haben sich viele junge Musikerinnen und Musiker dazugesellt. Die Mischung aus Jung und Alt erweist sich dabei als äußerst gewinnbringend. Die erfahrenen Schülerinnen und Schüler können ihre Fähigkeiten an die nächste Generation weitergeben und Verantwortung für das soziale Gefüge übernehmen. Die jüngeren Lernenden haben im Gegenzug (musikalische) Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Für eine stetige Nachwuchsförderung ist also gesorgt. Grund genug, um positiv in die Zukunft zu blicken!


Keep Swinging!
Henrik Holtbernd und Balthasar Guggenmos,
Leiter der Big Band

 

 

7.6    Schülerfirma „webteam5“ weiter auf Erfolgskurs


Bereits im Jahr 2009 fiel der Startschuss: 5 Schülerinnen und Schüler der Europaschule Bornheim gründeten die Internetfirma „webteam5“.

Angefangen hatte alles mit einer Homepage-AG, in der sich die Jugendlichen Kenntnisse zum Erstellen von Internetseiten angeeignet hatten. Schon damals hatten sie das Ziel, Websites für kleine Firmen und Institutionen aber auch für Privatpersonen zu erstellen. Nach wechselnder Zusammensetzung sind es derzeit wieder fünf Jungunternehmer, die sich außerhalb des Unterrichts treffen, um erste Erfahrungen im Wirtschaftsleben zu sammeln.

Mit Lehrer Roland Gerstenmeyer installieren die Jugendlichen für Kunden sogenannte Content Management Systeme (CMS). Diese ermöglichen es den Kunden später ihre Homepage ohne Fachkenntnisse „von zu Hause“ selbst zu aktualisieren. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Pflege von Seiteninhalten nur Computerfreaks vorbehalten war. Seit Jahren arbeiten auch Online-Redakteure aller großen Zeitungsverlage mit dieser Technik, die einer einfachen Textverarbeitung gleicht.

„Seit der Firmengründung haben wir bereits mehrere umfangreiche Projekte für unsere Kunden abgeschlossen“, erläutert Geschäftsführer Timo Jagusch (14). Zusammen mit dem zweiten Geschäftsführer Marvin Kopka (15) halten die beiden die Fäden in der Hand und pflegen die Kundenkontakte. Zu den bisherigen Auftraggebern zählten sowohl Bornheimer Institutionen, als auch kleinere Unternehmen und Schulen. „Derzeit arbeiten wir an zwei weiteren Kundenprojekten, die in den nächsten Wochen abgeschlossen werden“, weiß Niklas Bielzer (16) zu berichten.

Im Jahr 2010 konnte die Schülerfirma „webteam5“ nach fast sechs Monaten intensiver Vorarbeit die Fertigstellung einer besonders aufwendigen Website bekannt geben: Im Auf¬trag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW (MSW) und des Ministeriums für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW (MBEM) wurde eine Internetplattform für die „Europaschulen in NRW“ geschaffen, die jetzt untereinander Kontakte knüpfen und Informationen austauschen können. Die damaligen Firmenmitglieder präsentierten das Ergebnis zum offiziellen „Website-Launch“ im vollbesetzten Düsseldorfer Landtag.

Professionelle Websites für ein begrenztes Budget, das ist das Erfolgsrezept der Jung-unternehmer, zu denen auch immer wieder Mädchen zählen. Für einen Bruchteil üblicher Kosten erhält der Kunde ein nach seinen Wünschen erstelltes Seiten-Design mit neuster Technik. „Sollte ein Kunde auch die redaktionelle Betreuung unserer Firma überlassen wollen, so ist das für eine geringe Pauschale möglich“, stellt Timo Jagusch klar. Die erziel¬ten Einnahmen werden weiter in die technische Ausstattung und in Werbemaßnahmen gesteckt, denn weitere Kundenanfragen werden gerne entgegen genommen.

2014 wurde das 5-jährige Firmenjubiläum gefeiert. Damit ist „webteam5“ die am längsten existierende Schülerfirma der Europaschule Bornheim. Wer sich für die Arbeit des Jung-unternehmens und deren Referenzen interessiert, wird unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.webteam5.de fündig


Roland Gerstenmeyer,
Leiter webteam5

 

 

7.7    Karneval / Brauchtum im Rheinland


Nachdem 1989 der Unterricht an der neuen Gesamtschule begonnen hatte, kam sehr schnell der Gedanke auf: Wie werden wir als Schule überall bekannt?

Im Rheinland gibt es ein Mittel dazu, die Teilnahme an der 5. Jahreszeit, dem Karneval! Und da ist am wirkungsvollsten der Zug am Karnevalssonntag! So gründete sich zur Vorbereitung ein Arbeitskreis mit Lehrern, Eltern und Schülern unter der Leitung von Herrn Horst Richels. Kostüme wurden angefertigt, Wurfmaterial besorgt, die Anmeldung gemacht usw. usw.

Am Karnevalssonntag stellte die Gesamtschule die größte Fußgruppe des Zuges, musste aber als Neuling ziemlich am Anfang des Zuges gehen. Die Teilnahme war ein großer Erfolg, hat sehr viel Spaß gemacht und alle Beteiligten waren sich einig: Nächstes Jahr wieder!

So wurde eine Tradition begründet, die sich über mehrere Jahre hinzog. Irgendwann hatten wir auch unseren eigenen Wagen, der dem jeweiligen Motto entsprechend „gebaut“ werden musste. So lautete unser Motto z. B.: „Zauberland Gesamtschule“ (1992), „Ein himmlisches Vergnügen“ (1993) oder auch „Bunte Früchte aus der Oase“ (1996). Im Jahr 1997 wurde dann das Feiern der 5. Jahreszeit in das Schulgebäude verlagert. Jährlich findet eine Karnevalssitzung in unserer Aula statt. Diese wird von Schülerinnen, Schülern, Kolleginnen und Kollegen organisiert und auch gestaltet und erfreut sich bester Beliebtheit bei der gesamten Schulgemeinde der Europaschule Bornheim.


Horst Richels

 

 

8.    Aktuelle Projekte


Neben den dauerhaft eingerichteten Konferenzen, Werkstätten und Profilbausteinen gibt es an unserer Schule immer wieder auch eine Vielzahl aktueller Projekte.

 

8.1    Aktion „Schöne Schule“


Wir alle halten uns täglich mehrere Stunden in unserer Schule auf und möchten, dass sich unsere Schülerinnen und Schüler und wir Lehrerinnen und Lehrer uns während dieser Zeit in der Schule und auf dem Gelände wohl fühlen. Dabei kommt dem Thema Sauberkeit eine große Bedeutung zu. Der Arbeitskreis „Schöne Schule“ tagt seit November 2014 und hat folgenden Aktionsplan erarbeitet:
Schritt 1 - Müll sichtbar machen
In einem ersten Schritt haben wir von Mittwoch bis Freitag (12.-14.11.2014) Müll sichtbar gemacht. Dazu haben einige Lehrerinnen und Lehrern mit ihren Klassen oder Kursen an diesen Tagen den nicht in Mülleimern entsorgten Müll gesammelt und in der Schulstraße „ausgelegt“. Begleitet wurde die „Ausstellung“ von Hinweis¬schildern:  "Nach der 1. großen Pause ...", "Nach der 2. großen Pause ...", „Nach Tag 1“ etc. und von Plakaten mit der Aufschrift
  "Herzlich Willkommen in der Europaschule“ Bornheim!"


Schritt 2 – Schülerbeteiligung

Am Freitag, dem 14.11.2014, fand in der Aula eine Versammlung der SV statt. Auf dieser Versammlung wurden alle Klassensprecherinnen und Klassensprecher von den Schülersprechern über die Aktion an sich und weiteren Schritten informiert, Fragen beantwortet und gebeten, an die Eigenverantwortung ihrer Mitschülerinnen und -schülern zu appellieren.

Schritt 3 – „Stunde Null!“

Am Montag, dem 17.11.2014, wurde das Thema „Wir stehen zu unserer Schule!“ in der ersten Stunde in allen Klassen und Kursen thematisiert . Im Rahmen dieser Stunde wurde auch eine kurze Befragung zum Thema  durchgeführt und eine Checkliste zur Sauberkeit im Raum  vorgestellt. Die Stunde wurde mit einer gemeinsamen Aufräumaktion beendet, die alle Klassen- und Kursräume ebenso einschließt wie die Flure und das Schulgelände.

Die Erarbeitung und Auswertung der Umfrage  übernahmen Schülerinnen und Schüler aus Sozialwissenschaftskursen der Sekundarstufe II. Die Ergebnisse der Umfrage flossen in die Konzeption des Wettbewerbs „Das schönste Klassenzimmer“ ein.

Schritt 4 - Null Toleranz aller Lehrkräfte!

Mit der Stunde Null wurde unsere Schule in einen sauberen Zustand versetzt. Damit es sich dabei nicht um eine einmalige Aktion handelt, gilt es von da an diesen Zustand zu bewahren. Dazu müssen vor allem wir Lehrerinnen und Lehrer ausnahmslos an einem Strang ziehen. Das bedeutet: Wir alle übernehmen Verantwortung für eine saubere Schule und wir alle sorgen dafür, dass Müll - wo und wann immer er uns im Schulgebäude begegnet - entsorgt wird.

Schritt 5 – Elternbeteiligung

Alle Eltern wurden in einem Schreiben (Verteilung über die Pflegschaftsvorsitzenden) gebeten, das Thema Sauberkeit mit ihren Kindern zu besprechen und auf eine Verhaltensänderung hinzuwirken.

Schritt 6 - Positive Verstärkung

Zur positiven Verstärkung wurden wenige Tage nach Beginn der Aktion als kleiner Dank kostenlose Sauber-Waffeln an die Schülerinnen und Schüler verschenkt.
Außerdem wurde ein Wettbewerb zum Thema "Schönstes Klassen¬zimmer"  ausgelobt. Die negativen Bilder der Auftakt-Ausstellung – s. Schritt 1 - wurden gegen positive Bilder des neuen Zustands ausge¬tauscht.  

    Aktueller Hinweis: Der Wettbewerb „Schönstes Klassenzimmer“ läuft noch, daher liegen noch keine Ergebnisse der Jury vor.


Ergebnisse des Fragebogens „Schöne Schule“


1)    Stört dich der Müll an unserer Schule

2)    Falls ja, wo stört dich der Müll in unserer Schule

3)    Passiert es dir manchmal, dass Müll auf dem Boden landet und du ihn nicht aufhebst?

4)    Hebst du manchmal fremden Müll auf, auch wenn du keinen Aufräumdienst hast?

5)    Sollten ‚Müllverursacher‘ den Lehrerinnen und Lehrern gemeldet werden?  


6) Hast du Vorschläge, wie unsere Schule sauberer werden könnte?


Zusammengefasste Ergebnisse:
•    Mehrheitlich wurde die Frage mit „Müll in den Mülleimer werfen“ beantwortet. Jeder sollte auf seinen eigenen Müll achten, das heißt auch weniger Tüten und Verpackungen (besonders aus der Q-bar) verbrauchen. Eine andere Idee ist, die Pfandpreise auf Becher und Getränke zu erhöhen.
•    Damit unsere Schule sauber bleibt, sollten die Mülltonnen öfter ausgeleert werden. Ebenfalls sollte es mehrere und größere Mülltonnen geben.
•    Außerdem sprechen sich auch einige Schülerinnen und Schüler für härtere Strafen und mehr Kontrollen aus. Es wurde aber auch an die Lehrerinnen und Lehrer appelliert, auch sie sollen Müll aufheben.
•    Andere Stimmen sprechen sich für mehr Putzaktionen und solche Projekte wie dieses aus.

7) Was könntest du an deinem Verhalten ändern, damit die Schule sauberer wird?
Zusammengefasste Ergebnisse:
Viele Schülerinnen und Schüler verhalten sich bereits vorbildlich und erklären sich bereit, fremden Müll aufzuheben und freiwillig beim Müllaufräumen zu helfen. Es gibt aber auch einige wenige, die zugeben, dass sie ihr Verhalten noch verbessern können.

8) Der Wettbewerb: Das schönste Klassenzimmer
Vielen Dank für deine Teilnahme und Hilfe, unsere Schule schöner zu gestalten!
Wettbewerb – Schönstes Klassenzimmer!

Liebe Schülerinnen und Schüler,

wir Lehrerinnen und Lehrer bedanken uns ganz herzlich bei euch dafür, dass ihr uns geholfen habt, unsere Schule wieder schöner und sauberer zu machen! Wir sind nun auf einem sehr guten Weg! Für die Zukunft wünschen wir uns, dass ihr uns weiterhin so tatkräftig dabei unterstützt, diesen Zustand zu erhalten.   

Wie ihr bereits wisst, wird es einen Wettbewerb geben, der das schönste und sauberste Klassenzimmer auszeichnet. Dieser Wettbewerb wird am 04.02.2015 beginnen und am 27.03.2015 enden. In den kommenden Wochen habt ihr somit Zeit, euren Klassenraum weiter zu verschönern und wie bisher sauber zu halten.

Nun fragt ihr euch bestimmt, wie die Gewinner des Wettbewerbs ermittelt werden. Es wird eine Jury, bestehend aus einer Schülerin/einem Schüler, einem Elternteil und einer Lehrerin/einem Lehrer, geben. In dem oben genannten Zeitraum wird diese Jury unangekündigt vorbeikommen. Einen kleinen Hinweis geben wir euch: die Jury kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die gesamte Klasse im eigenen Klassenraum befindet.
Alle Jurymitglieder füllen unabhängig voneinander einen Bewertungsbogen mit 7 Kriterien aus. Diese Kriterien habt ihr in der Umfrage „Schöne Schule“ selbst bestimmt:

1.    Kein Müll auf dem Boden
2.    Saubere Möbel (nicht bekritzelt, kein Kaugummi, keine Papierreste, etc.)
3.    Vorhandensein von Besen und Kehrblech
4.    Sauberes Waschbecken
5.    Keine „Rumpelkammer“ (d.h. frei von Gegenständen, die niemandem gehören)
6.    Saubere Tafel
7.    Schöne Dekoration (z.B. gesunde Pflanzen, Bilder, Poster, etc.)

Pro Kriterium könnt ihr maximal 10 Punkte erreichen, das heißt insgesamt maximal 210 Punkte (3 x 70 = 210). Am Ende gewinnt die Klasse mit der höchsten Gesamtpunktzahl.

Die Gewinner können sich auf tolle Preise freuen!

1.    Preis: 300 €, die für einen gemeinsamen Tagesausflug genutzt werden
          (z.B. Kanu fahren, Klettern gehen)
2.    Preis: 200 € für die Klassenkasse
3.    Preis: 100 € für die Klassenkasse

Noch einmal vielen Dank für eure Unterstützung und viel Erfolg beim Wettbewerb!

Liebe Grüße vom Arbeitskreis „Schöne Schule“

 

 

8.2    Die Europaschule als MINT-Schule


MINT steht für Initiativen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften (Biologie, Physik, Chemie) und Technik. Die Europaschule hat sich zum Ziel gesetzt, sich für das Schuljahr 2016/17 auf den Weg zur MINT-Schule zu machen und die Bewerbung beim MINT-EC-Verein (Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e.V.) vorzubereiten.

Die Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im naturwissenschaftlichen Bereich werden bereits nachhaltig gefördert, dabei steht im Vordergrund zum einen eine fundierte Bildung in mathematisch-natur-wissenschaftlichen Grundfragen, die den Schülerinnen und Schülern dauerhaft eine aktive und rational abwägende Teilnahme an gesellschaftlichen Entscheidungs-prozessen in der modernen Gesellschaft ermöglicht. Das systematisch aufgebaute und curricular verankerte Spektrum an MINT-Angeboten von der Klasse 5 bis in die Sekundarstufe II trägt diesem Vorhaben Rechnung. Zudem werden sich Schülerinnen und Schüler, die bereits in ihrer Schulzeit motivierende und vertiefende Einblicke in Ideen und Methoden der MINT-Fächer erhalten, bewusster für eine Ausbildung oder ein Studium dieser Fächer entscheiden. Die Schwerpunkte werden hier nicht nur auf die Förderung der leistungsstarken Schülerinnen und Schüler gesetzt, sondern alle Schülerinnen und Schüler genießen vielfältigen und vernetzten naturwissenschaftlichen Unterricht:

- Science (Jg 5/6): Der von der Universität Duisburg Essen sehr positiv evaluierte Unterricht in diesem Fach verbindet die Fächer Biologie, Physik und Chemie. Über zahlreiche Experimente erlernen die Schüler naturwissenschaftliche Arbeitsmethoden und gewinnen fächerübergreifende Einblicke.

- Wahlpflicht TIP / CEP (ab Jg 6): Im Wahlpflichtbereich wird für Schülerinnen und Schüler, die nicht bzw. noch nicht die zweite Fremdsprache gewählt haben, unter anderem die Fächer TIP (Technik/Informatik/Physik) und CEB (Chemie / Ernährungslehre / Biologie) angeboten. Wie auch in Science stehen hier fächerübergreifende Elemente im Vordergrund.

- IBF Naturwissenschaften / IBF Physik / IBF Chemie / IBF Biologie / IBF Informatik: Zusätzliche Angebote naturwissenschaftlichem Unterrichts werden im Bereiche der Individuellen Begabungsförderung (siehe auch IBF) in den Jahrgängen 6 – 10 angeboten.

- Leistungskurse in allen Hauptnaturwissenschaften sowie naturwissenschaftliche Projektkurse unterstreichen die Förderung der Naturwissenschaften auch in der Sekundarstufe II.

Außerunterrichtliche Förderung und Forderung naturwissenschaftlicher Bildungs-angebote findet in Form von zahlreichen Projekten und Wettbewerben wie dem Känguru- und Biberinformatikwettbewerb, der A-Olympiade und biologisch statt. Der AG Bereich rundet das Angebot für naturwissenschaftliche Förderung ab.

Die Europaschule erfüllt bereits viele der für die Zertifizierung als MINT-Schule notwendigen Kriterien  und blickt zuversichtlich auf die weitere Entwicklung.

 

 

8.3    Friedenserziehung


Die Europaschule Bornheim sieht es als wesentlichen Teil der Persönlich¬keitsbildung, die Schülerinnen und Schüler für die Lehren der deutschen Geschichte zu sensibilisieren und ihnen zu ermöglichen, einen aktiven Beitrag zur Friedensarbeit zu leisten. Aus diesem Grund haben wir verschiedene Projekte etabliert, die den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit bieten, sich im Unterrichts und darüber hinaus intensiver mit der Thematik Verfolgung – Flucht - jüdische Geschichte in Deutschland sowie den aktuellen Problemen des Nahostkonfliktes auseinanderzusetzen.

Im Schuljahr 2014/15 haben die bilingualen Lerngruppen des Jahrgangs 9 an einem Erinnerungsprojekt zum 75. Jahrestag der Reichsprogromnacht teilgenommen und eine Ausstellung zur Geschichte der jüdischen Kindertransporte nach England erstellt, die u.a. in Köln und Bornheim präsentiert wurde.

Ebenfalls im Schuljahr 2014/15 haben wir während der Projektwoche erstmalig das Projekt „Friedenserziehung“ durchgeführt, bei dem Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 13 gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 6 individuelle jüdische Lebensgeschichten während der Zeit des Dritten Reiches recherchiert haben und diese für eine kleine Ausstellung aufbereitet haben.

Beide Projekte sind evaluiert worden und sollen in leicht veränderter Form weiterhin durchgeführt werden.

Zusätzlich wird eine kleine Schülergruppe aus dem Jahrgang 10 2015/16 erstmalig an einem Israel-Austausch teilnehmen, der seit 2001 von der deutsch-israelischen Gesell-schaft und der Stadt Bonn mit verschiedenen Bonner Schulen durchgeführt wird. Hier werden die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit haben, einen israelischen Gast in Deutschland aufzunehmen sowie zum Gegenbesuch nach Israel zu reisen. Teil des Programms in Deutschland sind der Besuch des Hauses der Geschichte und einer Synagoge in Bonn sowie eine Fahrt nach Berlin, bei der u.a. das ehemalige KZ Sachsen-hausen, der Deutsche Bundestag und das Haus der Wannseekonferenz besucht werden.

An diesem Projekt nehmen sowohl jüdische als auch arabische Jugendliche teil, was auch für die deutschen Schülerinnen und Schüler spannende kulturelle und politische Einblicke mit sich bringt und sie mit den aktuellen Herausforderungen der Entwicklungen im Nahen Osten konfrontiert. Von diesem Projekt versprechen wir uns eine besondere Sensibilisierung für die Notwendigkeit der Friedenssicherung und eine Motivation, sich aktiv dafür einzusetzen.

 

 

8.4    Symbolen folgen Taten – „Fußball verbindet“


Mit dem Votum der Schulkonferenz hat die Europaschule der Bornheimer Erklärung ihren klaren Rückhalt zugesichert. Wir als Schule treten für ein respektvolles und tolerantes Miteinander, unabhängig von Herkunft oder Hautfarbe, ein.
Aus aktuellem Anlass gilt diese Unterstützung ganz besonders Flüchtlingen, die in Bornheim und Umgebung einen Zufluchtsort gefunden haben. Mit der Verabschiedung dieses klaren Signals war uns, der Schülervertretung, klar, es nicht bei reiner Symbolik belassen zu wollen.
Wir sind uns sicher, dass sozialer Kontakt mit Bornheimer Schülerinnen und Schülern eine Schlüsselrolle bei der Integration von Flüchtlingen spielt. Keinesfalls möchten wir Menschen, die unvorstellbares Leid erfahren mussten, isoliert sehen.
An dieser Stelle kommt das Projekt “Fußball verbindet” zum Tragen. In Kooperation mit der Klasse 10D unter der Leitung der Sozialwissenschaftslehrerin Anja Stamm hat die SV in diesen Wochen interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, gemeinsam ein Fußballtreff zu gestalten. Das Ziel wird sein, in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren aus Bornheimer Flüchtlingsunterkünften Fußball zu spielen. Das Angebot wird nachmittags und unverbindlich stattfinden.
Überwältigt hat uns der große Zuspruch: Mehr als 80 Schüler haben ihr Interesse und die Bereitschaft bekundet, den Fußballtreff baldmöglichst starten zu lassen. Sobald ein Termin für die Nutzung eines Bornheimer Fußballplatzes zur Verfügung gestellt wird, bekommen die eingetragenen Schülerinnen und Schüler eine Nachricht mit genauen Treffpunkten und Terminen. Gleichzeitig wird auch ein Team aus der Schülervertretung in den Unterkünften Werbung für das gemeinsame Projekt machen.
Letztlich ist das Ziel, “Fußball verbindet” nur als Startschuss für viele weitere Projekte zu nutzen. Denn der wichtigen “Bornheimer Erklärung” taten folgen zu lassen ist ein Schritt, der uns allen am Herzen liegt!


Adrian Arab, Schülersprecher

 

 

8.5    Nachhaltigkeit - Handy-Sammelaktion

„Alte Handys für Gorillas“

Ein Sowi-Zusatzkurs der Jahrgangsstufe 13 hat sich mit dem Thema „Unternehmens- und Konsumentenverantwortung in einer globalisierten Welt am Beispiel des Handys“ beschäftigt. Woher kommen die Rohstoffe in unseren Handys? Was hat mein Handy mit der Kriegswirtschaft im Kongo zu tun? Was hilft es Gorillas, wenn mein Handy fachgerecht entsorgt wird und die Rohstoffe wiederverwertet werden? Um diese Frage zu beantworten, haben wir einige Forschungen angestellt…

Schülerinnen und Schüler gehören zu den Hauptkonsumenten. Im letzten Jahr 2014 wurden alleine in Deutschland über 24 Millionen Handys verkauft und die Nachfrage steigt kontinuierlich. Gerade auf Grund dieser Zahlen hat der Sowi-Kurs über den Abbau der Rohstoffe, die Herstellung von Handys, deren Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt und die fachgerechte Entsorgung informiert (Informations-Stellwand designed und ausgestellt, Briefe an jede Klasse geschrieben, Eltern und Lehrkräfte in Kenntnis gesetzt und einen Text für die Schulhomepage geschrieben).

Als Handlungsmöglichkeit hat sich der Kurs demokratisch für das Projekt des Kölner Zoos „Alte Handys für Gorillas“ entschieden. In der Woche vom 23. bis zum 27. Februar 2015 haben die Schülerinnen und Schüler des Sowi-Kurses alte, kaputte Handys eingesammelt, damit diese fachgerecht recycelt werden und gleichzeitig einem guten Zweck dienen. Die Aktion lief so erfolgreich an, dass wir die Möglichkeit der Abgabe alter Handys auf drei weitere Tage verlängert haben. Bisher haben wir 540 alte Handys eingesammelt. Bisher hat durchschnittlich jede/r dritte Schüler/in ein altes Handy abgegeben – das ist eine großartige Resonanz. Damit haben wir Geld in Höhe von über 800€ eingespielt, welches an die Deutsche Umwelthilfe gespendet wird.
Damit die Abgabe alter Handys attraktiv ist, haben wir die Aktion als Wettbewerb ausgeschrieben, d.h. die Klasse, die die meisten Handys abgibt, bekommt als Klasse freien Eintritt in den Kölner Zoo.   


Die SV

 

 

8.6    Schule atmosfairisch


Das Programm Schule atmosfairisch von den Malteser Werken vermittelt Hand-lungswissen zum Thema Mobbingprävention, Umgang mit Mobbing, Einsatz von Regeln im Schulalltag, Entwicklung eines durchgängigen Sozialcurriculums oder Etablierung einer positiven Feedbackkultur. (www.schule-atmosfairisch.de)

Die Europaschule Bornheim hat sich entschlossen, das Programm Schule atmosfairisch zu installieren um eine passende Ergänzung für das schon bestehende Soziale Lernen (nach dem Programm „Erwachsen werden“ von LionsQuest) zu bekommen.

Ziel ist es, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein Sozialcurriculum (für die Jahrgänge 5-10) zu entwickeln, das nachhaltig eine Atmosphäre schafft, in dem sich Jede und Jeder wohl fühlt, gerne zur Schule geht und dadurch optimale Lernbedingungen erhält.

Um einen optimalen Nutzen aus dem Programm zu ziehen, wird die Europaschule Bornheim 18 Monate mit den Malteser Werken eng zusammen zu arbeiten, um im Anschluss selbstständig weiter die erarbeiteten Ziele voran zu bringen und zu etablieren.

Dafür setzt die Europaschule Bornheim auf eine Zusammenarbeit von allen am Schulleben beteiligten Personengruppen (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern). Aus jeder Personengruppe nehmen Vertreterinnen und Vertreter, gemeinsam mit einem Schulleitungsmitglied und den Sozialpädagogen, an einer Initiativgruppe teil, die die Einbindung des Programms Schule atmosfairisch in den Schulalltag gewährleistet.

 

 

8.7    Kultur und Schule


Lifestyle der 50er und 60er Jahre: Rock 'n' Roll, Petticoat, Elvis-Tolle…aber auch kritische Auseinandersetzung mit Rollenbildern, Massenmedien und Konsumhaltung.
Künstler der Pop Art griffen Alltagsphänomene auf und suchten künstlerischen Ausdrucksformen bzw. Antworten. Eine Kunstströmung, die bis heute ihre Gültigkeit besitzt und Jugendlichen Anlass bietet sich mit ihrer Lebenswelt 2015 in Beziehung zu setzen.

Im Rahmen des offenen Angebotes wird im Laufe des Schuljahres 2015/2016 eine Auseinandersetzung mit Pop Art-Kunst stattfinden und ein Theaterstück entwickelt werden.

Frau Sévère, unter deren Leitung dieses Projekt durchgeführt wird, ist ausgebildete Visagistin, Theaterpädagogin und Modedesignerin. Neben den Einflüssen aus der bildenden Kunst wird sie zudem Aspekte aus den Bereichen Modedesign, Musik und Maske aufgreifen, die als Elemente in das Theater einfließen:
•    Herstellen von Kostümen (z.B. Rockstar-Outfit, Etuikleider, Kleidung im Comicstyle)
•    Darstellen von Musik und Lebensgefühl (z.B. Rock 'n' Roll, Rockabilly, Rock)
•    Bühnen-Make-up entwickeln (z.B. Lichtensteins „Pünktchenstil“ schminken und „Comicfrisuren“ entwerfen.

Im Kontext von „Darstellen und Gestalten“ verknüpft dieses Projekt verschiedene künstlerisch-ästhetische Bereiche und bietet Raum für sinnliche Wahrnehmung. Die Persönlichkeitsstärkung der einzelnen Schülerinnen und Schüler steht hierbei im Zentrum. Ziel ist, dass sie eigenständig eine Rolle entwickeln, ihre Stärken erkennen, darin aktiv bestärkt werden und diese ausbauen. Die Sensibilisierung für Geschlechterrollen bzw. gesellschaftliche Klischeebilder bildet einen weiteren thematischen Schwerpunkt. Hier rückt besonders die Förderung von Jungen in den Fokus.

Im kreativen Prozess wird gemeinschaftlich ein Theaterstück konzipiert, das als Abschlusspräsentation vor Publikum aufgeführt wird.

 

 

9.    Schulgeschichte


Der Blick zurück ist nicht nur für geschichtsinteressierte Menschen interessant. Die Weiterentwicklung unserer Schule zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Schule gründet auf der gemeinsamen Arbeit der vergangenen 25 Jahre.

 

9.1    Schulentwicklung von 1998 bis 2009


Im Schuljahr 1998/1999 wurde der IST-Zustand des Schulprogramms unter Mitwirkung aller am Schulleben Beteiligten in Form des Schulprogrammbaums (s. Anlage 1) erhoben. Das Kollegium der Europaschule Bornheim hat sich bei der Debatte um das Schulprogramm schnell für das Symbol des Baumes entschieden. Er steht für die Lebendigkeit und das stetige Wachstum unserer Schule. An unserer Schule gibt es eine große Vielfalt an Schwerpunkten und Aktivitäten, so dass es sich als günstig herausstellte, diese in Form von Ästen und Blättern zu ordnen und darzustellen, wohl wissend, dass diese nicht immer bleibend sind, alte vergehen, neue wachsen. Die Äste des Baumes sind stark und kräftig und symbolisieren die Orientierungen und Kompetenzen, die auf der Europaschule Bornheim vermittelt werden sollen. Einige davon sind zu Schwerpunkten geworden, auf die in der schulischen Arbeit besonderer Wert gelegt wird und die sich im Laufe der Zeit zu charakteristischen Merkmalen unserer Schule entwickelt haben. Sie werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Anhand der zeitlich gebundenen Bausteine wurde eine Rhythmisierung des Schuljahres für alle Jahrgangsstufen erarbeitet.

Im Schuljahr 1999/2000 wurden durch Beteiligung der Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft vier Schwerpunkte für die Arbeit am Schulprogramm der Europaschule festgelegt

1.    Im Bereich Sachkompetenz:
Zeit und Qualitätssicherung für guten Unterricht, Veränderung der Lern- und Unterrichtskultur,

2.    Im Bereich Lernkompetenz
Förderung der Selbst- und Eigenverantwortung durch Methoden¬kompetenz und Neue Medien

3.    Im Bereich Europäische Orientierung:
Klassen- und Kursfahrten
Austauschprogramme und Praktika
Europa im Unterricht

4.    Im Bereich Ökologische Orientierung:
Projekte zur Verwirklichung einer „Gesunden Schule“ im ganzheitlichen Sinn (physisch, psychisch, ökologisch)

Im Schuljahr 2000/2001 wurden zu den o.a. Schwerpunkten
-    auf einer kollegiumsinternen Lehrerfortbildung Zielvorstellungen entwickelt und konkrete Umsetzungen erarbeitet.
-    In einem Workshop „Schulprogramm“ für die SV wurden von der Schüler¬schaft ebenfalls Ziele formuliert und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten mit Beteiligung aller Schüler/innen aufgestellt.

-    Im Rahmen der Projekttage im Juni 2002 zum Thema Schulprogramm machten Klassen (Jahrgangsstufen 5 und 6) und Projektgruppen (Jahr¬gangsstufen 7 bis 12) Projekte zu verschiedenen Bausteinen des Schul¬programms. Die Ergebnisse wurden den Eltern am Abschluss der Projekt¬tage „Am Tag des Schulprogramms“ präsentiert.


1.    Mittelfristige Ziele der Schwerpunkte

Ziele des Schwerpunktes Sachkompetenz:
Zeit und Qualitätssicherung für guten Unterricht, Veränderung der Lern- und Unterrichtskultur

Die Schule soll kontinuierlich an der Verbesserung der Lern- und Unterrichts¬kultur arbeiten, um den Schüler bestmöglich und individuell nach seinen Mög¬lichkeiten und Erfordernissen fördern zu können.

Dazu gehören:
-    Erarbeitung und Reflexion von Förder- und Fordermaßnahmen, z.B. individuelle und gruppenspezifische Angebote, Möglichkeiten der Differenzierung u.a.
-    Kontinuierliche Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer z.B. in neuen Unterrichts-methoden, Einsatz neuer Medien, Fragen der Klassenleitung, u.a.
-    Unterstützung einer Diskussionskultur im Kollegium bzgl. der Möglich¬keiten der Verbesserung der Lern- und Unterrichtskultur

Interaktive Schule

Durch die Teilnahme am Projekt „interaktive Schule“ in den Schuljahren  2004/2005 bis 2007/2008 der Stiftung der Deutschen Telekom hat sich der Schwerpunkt „Sach-kompetenz“ verändert. Die ursprüngliche Intention hier durch eine Veränderung der Lern- und Unterrichts¬kultur eine Antwort auf PISA zu finden und die Sachkompetenz unserer Schüle¬rinnen und Schüler zu verbessern, hat nun in der wissenschaftlichen Begleitung der Universität Darmstadt einen kompetenten Partner gefunden, der von außen diesen Prozess begleitet und unterstützt. Eines der Ergebnisse des Diskussions-prozesses zwischen dieser wissenschaftlichen Begleitung und der Lehrerschaft, war die Not¬wendigkeit der Erarbeitung eines übergreifenden Konzeptes zur Me¬dienkompetenz. Diese Fähigkeit ergänzt nun den Schwerpunkt „Sachkompetenz“. und eigentlich auch „Lernkompetenz“  Es wurde sichtbar, dass die Schwerpunkte Sachkompetenz und Lernkompetenz sehr eng zusammenhängen, teilweise nur theoretisch trennbar sind und sich gegenseitig ergänzen.

Ab dem Schuljahr 2004/2005 Umbenennung des Schwerpunkts in

Sach- und Medienkompetenz

hinzu kommen die Ziele:
-    Beim Lernen im Team ist der Umgang mit Medien in vielerlei Hinsicht besonders zu berücksichtigen.
-    Gleichzeitig ist Individuelles Lernen von Bedeutung, hier vor allem eine Binnen-differenzierung, die individuelles Lernen ermöglicht und individuelle Lerntypen berücksichtigt. Auch hier leisten Medien einen wichtigen Beitrag.
-    Neben dem Schwerpunkt des "guten Unterrichts" sind die weiteren Bestandteile des Schulprogramms, insbesondere "Gesunde Schule" und "Europäische Orien-tierung" und „Lernkompetenz“ ebenso zu beachten und mit dem Medienkonzept zu vereinbaren.

Im engeren Sinne umfasst Medienkompetenz
•    Das Auswählen und Nutzen von Medienbeiträgen
•    Das Gestalten und Verbreiten von eigenen Medienbeiträgen
•    Das Verstehen und Bewerten von Mediengestaltung
•    Das Erkennen und Aufbereiten von Medieneinflüssen
•    Das Durchschauen und Beurteilen von Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung

Ziele des Schwerpunktes Lernkompetenz
Förderung der Selbst- und Eigenverantwortung durch Methoden¬kompe¬tenz und Neue Medien

Die Schülerinnen und Schüler sollen Schlüsselqualifikationen und Strategien erwerben, die es ihnen erlauben, sich lebenslang, selbstständig neues Wissen zu erschließen.

Dazu gehören:
-    Förderung der Methodenkompetenz und des selbstständigen Lernens der Schülerinnen und Schüler z.B. in individuellen oder gruppenspezifischen Ange-boten, Methodenmodulen, Lernberatung u.a.
-    Förderung der Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, ihren eigenen Lernprozess zu reflektieren und zu beurteilen
-    Reflektierte Nutzung der Möglichkeiten neuer Medien zum selbstständigen Lernen
-    Zusammenarbeit mit Projekten, die diese Aktivitäten unterstützen wie z.B. Selgo, Lo-Net2 u.a.

Ziele des Schwerpunktes Europäische Orientierung:
Klassen- und Kursfahrten
Austauschprogramme und Praktika
Europa im Unterricht

Unsere Schülerinnen und Schüler sollen vorbereitet werden auf ein Leben in einem sich erweiternden Europa.

Dazu gehören:
-    Breite Förderung der sprachlichen Kompetenzen durch entsprechende vielfältige Sprachangebote auf verschiedenen Niveaus
-    Direktes Kennenlernen der europäischen Nachbarn z.B. durch Kontakt und Austausch mit unseren Partnerschulen, Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes in Form von Betriebspraktika, u.a.
-    Bewusste Verankerung europäischer Inhalte und Fragestellungen in verschiedenen Fächern und deren Vernetzung
-    Zusammenarbeit mit Organisationen und Durchführung von Projekten, die diese Aktivitäten unterstützen wie z.B. Sokrates, Comenius, Neos u.s.w.

Ziele des Schwerpunktes Ökologische Orientierung
Projekte zur Verwirklichung einer „Gesunden Schule“ im ganzheitlichen Sinne

Unserer Schule geht von einem Gesundheitsverständnis aus, das physische, psychische, soziale und ökologische Aspekte einschließt. Die Schule soll so gestaltet werden, dass die Gesundheit Aller, die in der Schule lernen und arbeiten, in diesen Aspekten unterstützt wird.

Dazu gehören:
-    Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für dieses umfassende Gesundheits¬verständnis in unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Maßnahmen

-    Förderung der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler in unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Maßnahmen
-    Gestaltung der Schulumwelt z.B. Gebäude, Räume, Flächen, Mensaangebot, zeitliche Gestaltung, u.a. im Rahmen dieses Gesundheitsverständnisses
-    Beteiligung und Koordinierung verschiedener Fachbereiche und Arbeitsbereiche wie z.B. Sport, Ernährungslehre, Schulsozialarbeit, Beratungsteam, Lehrerrat u.a.
-    Zusammenarbeit mit Organisationen und Projekten, die diese Aktivitäten unter-stützen, wie z.B. Robert Bosch Stiftung, Opus, Gut drauf, u.a.

Auch der Bereich ökologische Orientierung, gesunde Schule hat sich im Laufe der Arbeit verändert. Schon am Anfang wurde deutlich, dass Gesundheits¬förderung vielfältige Aspekte umfasst, die über die ökologische Orientierung hinausgehen. Unserer Schule geht von einem Gesundheitsverständnis aus, das physische, psychische soziale und ökologische Aspekte einschließt. Daher ver¬suchen wir diese Aspekte in Projekten wie z.B. zur Suchtprävention, oder dem Mineralwasser Projekt in der Jahrgangsstufe 5 zunehmend zu verbinden. Das Spektrum reicht von Aktionen zur gesunden Ernährung wie z. B. die Calciumtage oder zur verantwortungsbewuss¬ten Gestaltung unserer Schulumwelt z.B. umwelt¬bewusste Mülltrennung oder Umgang mit Ressourcen (Strom, Wasser, Heizung) über die Festlegung der Grundsätze des Zusammenlebens in unserer Schule in der Schulcharta, Aktionen zum Schutz gegen sexuellen Missbrauch bis hin zur Fitness-Orientierung, nicht nur im Sportunterricht. Unterstützt wird unsere Schule dabei von offenen Partizipationsnetzwerken für Schulgesundheit OPUS und Globe.

Seit dieser Anfangsphase wurde das Schulprogramm gemäß der in der Schul¬gemeinde entwickelten Zielvorgaben und Vorstellungen in den Schwerpunkten weiterverfolgt und weiterentwickelt. Im Folgenden sind nur zentrale Aspekte  kurz festgehalten. Nähere und ausführlichere Informationen findet man in den entsprechenden Anlagen und aktuell auf der Homepage der Europaschule: www.europaschule-bornheim.de . Teilweise haben sich Schwerpunkte und Ziel¬setzungen verändert oder verschoben.  

In das zeitliche Konzept wurden die jährliche Durchführung eines Sport- und Spieletages, sowie eine jährlich abwechselnde Durchführung einer Projektwoche bzw. eines Schul¬festes zu einem Thema oder Schwerpunkt des Schulprogramms aufgenommen.

Neben der Arbeit in den Schwerpunkten gibt es weitere Bausteine bzw. „Blätter“ und „Zweige“ unseres Schulprogrammbaumes, an denen gearbeitet wird oder die sich verändern und ebenfalls zu unserem Schulprogramm gehören. An¬zuführen wäre z.B. der bilinguale Bildungsgang, das Schülerbetriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 9, unser Sozialpraktikum in der Jahrgangsstufe 11 oder die regel¬mäßigen Klassenfahrten oder die kulturellen Aktivitäten. Da sie nicht den Schwerpunkten zugeordnet werden, sind sie im Folgenden nicht aufgeführt. Diese sind jedoch im Schulprogrammbaum enthalten.


2.    Organisation der Arbeit am Schulprogramm

Seit dem Schuljahr 2000/2001 begleitet und koordiniert der Arbeitskreis Schulpro¬gramm die Arbeit am Schulprogramm. Mitglieder sind

•    die Didaktische Leitung,
•    die Koordinatoren der Schule für
    Schulprogramm
    Europäische Dimension
    Methodentraining, Lernen lernen
    Arbeitslehre und Berufsorientierung
    ICT Erziehung
    Sozialpraktikum in der Sek II
    Projektorientierter Unterricht
    Mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht
    Gesellschaftswissenschaftlicher Bereich
    Facharbeit in der Sek II
    Umweltbewusste Schule
    Gesunde Schule – Ernährung
    Gesunde Schule – Sport

und weitere Lehrer, Schüler und Eltern, die an der Entwicklung des Schulprogramms mitarbeiten wollen. Dieser Arbeitskreis arbeitet zusammen mit diversen anderen Arbeits-gruppen unserer Schule wie z.B. Europäische Dimension, Umweltbewusste Schule, Interaktive Schule u.a..

Dieser Arbeitskreis beobachtet und begleitet die Arbeit in den Schwerpunkten, berichtet in den Gremien Lehrerkonferenz und Schulkonferenz über den Fortschritt der Arbeit, nimmt Anregungen auf und entwickelt neue Ideen, die wiederum in die entsprechenden Gremien und Arbeitskreise eingebracht werden. Er achtet darauf, dass in der Vielzahl der Aktivitäten in unserer Schule, die Grundsätze und Zielvorstellungen des Schulprogramms beachtet und einbezogen werden und die Arbeit mit Hilfe dieser Grundsätze und Zielvorgaben reflektiert wird. Er initiiert in Zusammenarbeit mit der didaktischen Leitung der Schule notwendige kollegiumsinterne und fachspezifische Fortbildungen. Er regt Evaluationen an und dokumentiert die Arbeit am Schulprogramm.

 

 

9.2    Schule und Computer – ziemlich beste Partner


Kevins Arme hängen schlapp herunter, sein Blick ist nach unten gerichtet. Er ist wohl etwas deprimiert und lustlos. Verständnisvolle Aufmunterung und Motivation sind jetzt angesagt. Vor 25 Jahren war diese Situationsanalyse durch den Lehrer meist zutreffend. Heute könnten dieselben Symptome auch darauf hindeuten, dass Kevin gerade unter der Bank mit einem Smartphone seinen Pflichten auf Facebook nachkommt. Nun wäre es Sache des Schülers, verständnisvoll auf die Wünsche des Lehrers einzugehen.

Wäre man bei der Gründung der Europaschule im Jahr 1989 auf den Gedanken gekommen, das neu gebildete Lehrerkollegium nach dem Einfluss der Informationstechnik in den kommenden Jahren zu fragen, dann hätte sich die Antwort vermutlich überwiegend aus Skepsis und sehr vorsichtiger Erwartung zusammengesetzt. Dieses Ergebnis ist quasi eine gesellschaftliche Norm. Technische Prognosen sind wegen der vielen Synergien zwischen den Innovationen extrem schwierig.


High-Tech 1989 – Overhead-Folienprojektor


Selbst Futorologen oder Science-Fiction Autoren bleiben in der Regel hinter der Realität der wirklichen Zukunft zurück. Bill Gates, Gründer des heute marktbeherrschenden Softwarekonzerns „Microsoft“ sagte noch 1981, dass man mehr als 640 Kilobyte Arbeitsspeicher wohl nie benötigen werde. Das Schwungrad öffentlicher Einrichtungen trägt seinen Teil zur Verzögerung bei. So leben wir naturnotwendig mit einer Differenz der Technologieentwicklung „draußen‘ (in Industrie und Gesellschaft) und innerhalb des Systems Schule. Wegen der exponentiellen Technologieentwicklung wird sich dieses Gefälle sogar noch vergrößern.

In der schulischen Praxis bestand 1989 die Integration technischer Medien in den Unterricht überwiegend aus Overheadprojektoren oder 16mm-Filmprojektoren mit Material von der Landesbildstelle. Es erforderte schon etwas Bürokratie, einen Film im Unterricht zeigen zu können. Und, viele Kollegen wissen das nicht oder nicht mehr, das Einlegen eines Films in den 16mm-Projektor war mindestens so kompliziert wie die Bedienung eines modernen Computers. Downloads und DVDs standen erst später für den Unterricht zur Verfügung. Sogenannte Sprachlabore gab es allerdings auch schon in der sog. Kreidezeit, d.h. vor der Adaption der Computer in den Schulbetrieb. In den 1960er Jahren fand man an vielen Schulen einen Raum, in dem etwa 15-20 analoge Tonbandgeräte mit Kopfhörer und Mikrophon in den Wahlkabinen ähnlichen Schülerplätzen untergebracht waren. Der Lehrer hatte die Möglichkeit, sich über Kopfhörer in die jeweiligen Sprechversuche des Schülers einzuschalten und über Mikrophon korrigierend einzugreifen. Diese Technik war rein analog und relativ teuer. Dazu kam dann noch das ebenfalls teure und wenig ausdauernde Bandmaterial.

 
Computerraum

Rolf Kämper, stellvertretender Schulleiter und Herrmann-Josef Kerber als Informatiker sind zwei Kollegen, die in diesem Zusammenhang aufgrund ihrer großen Verdienste erwähnt werden müssen. Die Gesamtschule Bornheim ist, gemessen am Durchschnitt der Schulen des Rhein-Sieg-Kreises, früh und mit viel Pioniergeist in das digitale Zeitalter gestartet. Obwohl die Mittel knapp waren, entstand 1990, 1 Jahr nach der Gründung, mit Hilfe einiger von der Realschule „geerbter“ C64 Computer das erste digitale Sprachlabor. Mit heutigen PCs, Laptops oder auch Smartphones waren die C64-Rechner nicht zu vergleichen. Grafische Benutzeroberflächen oder komplexe Anwendungen (Office- oder Grafikprogramme) und die Anbindung an das Internet waren praktisch nicht vorhanden.

Im sogenannten „Science“-Raum wurde dann 1991 der erste klassische PC-Computer-raum auf der Basis von Intel286-Prozessoren eingerichtet. 12 PCs und 1 Lehrer-PC waren der Quantensprung des Jahres. Auf Spiele oder Ablenkung durch unerwünschte Internet¬seiten brauchte man damals noch nicht zu achten. Die nächsten Computerräume entstanden dann erst 1993 gegenüber dem Science-Raum, ebenfalls mit
12 PC-Arbeitsplätzen und einem Lehrer-PC und 1997 ein dritter, inzwischen aber wieder abgebauter Computerraum im obersten Stock des Schulgebäudes.


Schulen ans Netz

1996 startete auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Deutschen Telekom AG das Projekt „Schulen ans Netz‘ mit dem Ziel, alle Schulen an das Internet anzubinden. Seit 2001 ist dieses Ziel für alle allgemeinbildenden Schulen erreicht. Mit tiefgreifenden Konsequenzen für die Unterrichtsgestaltung. Im Verlauf der folgenden Jahre wurden alle Computer der Europaschule über ein internes Netzwerk an das Internet angebunden, so dass sich heute alle Schüler und Lehrer zugleich mit dem Internet verbinden können.

Die Entwicklung der Informationstechnik in den ersten 25 Jahren unserer Schule hat sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern tiefe Spuren hinterlassen. Mobbing in sozialen Netzen, Youtube- und Spielsucht, Googleitis sowie Wikipediaismus sind heute tägliche Problempraxis. Positiv: Lehrprogramme und praktische Anwendungen im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Info, Naturwissenschaften und Technik) stellen mehr und mehr reale Bezüge zur wissenschaftlichen und industriellen Praxis her und liefern einen Nutzwert, an den man in der Zeit vor der Computerisierung nicht einmal denken konnte. Mathematische Kurvendiskussionen, chemische Strukturen oder 3D-Darstellungen aus Physik und Biologie sind innerhalb von Sekunden visualisierbar, Filme und Dokumente aus dem aktuellen Zeitgeschehen stehen im Geschichtsunterricht spontan und im Idealfall problemlos zur Verfügung. Wir haben uns fast schon daran gewöhnt.

 
Schüler in der Bibliothek


Wie so oft, wenn eine wesentliche Komponente des sozialen Miteinanders, in diesem Fall die Schulbildung, großen Änderungen ausgesetzt sind, können innovative (technische) Errungenschaften nicht einfach dem freien Spiel der Kräfte überlassen werden. Chancengleichheit, Beurteilungsgerechtigkeit, zuverlässige Leistungsstand¬ards und technische Zuverlässigkeit im Unterricht müssen ja gerade im schulischen Umfeld sichergestellt sein. Wenn der Computer also von Schülern genutzt wird, dann muss dies für alle Schüler gleichermaßen möglich sein. Da dies für den privaten Bereich nicht einfach vorausgesetzt werden kann, gibt es in der Bibliothek der Europaschule allgemein zugängliche PC-Arbeitsplätze und Druckmöglichkeiten.

Die Europaschule-Bornheim durfte, verglichen mit anderen Schulen in NRW, einige glückliche Rand- und Anfangsbedingungen nutzen. Da ist zunächst die Bereitschaft der Stadt Bornheim zu nennen, die zu einem sehr frühen Zeitpunkt die Förderung der Computerausstattung begann. Dies muss man rückblickend sehr dankbar betrachten, wenn man einen Vergleich mit anderen Schulen zieht. Nach der Initialzündung in den frühen 90ern profitierte die Europaschule von dynamischen Persönlichkeiten wie dem stellvertretenden Schulleiter Rolf Kämper und Direktor Klaus Breil und dem aktuellen Schulleitern Direktor Christoph Becker und dem stellvertretenden Schulleiter Andreas Kreutzer, die die Vision des interessanten, lebendigen, durch Computer unterstützten Unterrichts unverdrossen vorantreiben und Budgetengpässe mit sehr aktiver Spenderakquisition meisterten und meistern. Die Telekom-Stiftung hat mit der Unterstützung bei der Vernetzung aller Computer einen wesentlichen Beitrag geleistet, der Förderverein der Schule war in dieser Entwicklung mit Beamern und sonstiger Computerperipherie ebenfalls prägender Leistungsträger.


Gefördert: Die Smartboards der Europaschule

Zur heutigen Ausstattung der Europaschule Bornheim gehören 7 Computerräume, 7 Lap¬topwagen und 26 Smartboards, zusätzliche Beamer, Klassen-PCs und TV-Schränke. All diese Geräte erfordern aufwendige Instandhaltung, damit der tägliche Betrieb mit minimaler Ausfallrate sichergestellt ist. Für die Systemadministration und die Betreuung der Lehrerkollegen im Rahmen des Unterrichts sind mehrere Kollegen neben dem Unterricht aktiv.

Die technische Prognose für die nächsten 25 Jahre ist mindestens so schwierig wie die vor 25 Jahren. Wegen der nicht linearen Entwicklungen und Innovationsschübe eher noch viel schwieriger. Die Randbedingungen einer IT-gestützten Pädagogik werden vermutlich den Rahmen aller Vorstellungen von heute sprengen. Futurologen haben nämlich ein riesiges, nahezu unlösbares Problem zu beachten: Jeder technologische Quantensprung bewirkt neben den Konsequenzen, die sich direkt aus der Nutzung einer Innovation ergeben, auch einen neuen Entwicklungsbaum in der Entwicklung der daraus hervorgehenden weiteren Innovationen. So kompliziert wie das klingt, so ist es auch.

 
3D-Arbeitsplatz


Ray Kurzweil, Autor des Buchs „Die Singularität naht‘ und Berater des amerikanischen Präsidenten kündigt für das Jahr 2029 die Ebenbürtigkeit der Computerintelligenz mit den menschlichen Fähigkeiten an, also auch im Bereich des Lehrens (!) und Lernens. Dem Leser sei es hier überlassen, sich die Konsequenzen für den Schulbetrieb auszumalen.


Hans-Joachim Beese und
Heiko Schabernack,
Systemadministratoren

 

 

9.3    Geschichte der Europaschule


Im aufrechten Gang –  Interview mit dem Gründungsschulleiter Klaus Breil

An einem regnerischen Oktobernachmittag lud Herr Breil – vormals Schulleiter und Gründungsvater der heutigen Europaschule Bornheim – Luisa Gay (7a), Selin Yener (9f) und Emilio Caceres (Jg. 13) zu einem Interview ins Cafe Ente in die Bonner Innenstadt ein.

Bei dampfenden Spaghetti stellten die Schülerinnen und Schüler Herrn Breil ganz nebenbei ein paar Fragen.

Emilio
„Herr Breil, sind Sie momentan über den Stand der Dinge an der Europaschule informiert?“

Herr Breil
„Natürlich! Und ich weiß sogar, wer fehlt! Im Internet schaue ich mir des Öfteren den Vertretungsplan an. (lacht)
Nein, im Ernst: Ich habe ein freundschaftliches Verhältnis zu Herrn Becker und wir tauschen uns natürlich auch nach meiner Pensionierung weiterhin aus. Aber über die Homepage informiere ich mich fast täglich über das aktuelle Geschehen.“

Emilio
„Ist Herr Becker eigentlich ein guter Nachfolger als Schulleiter?“

Herr Breil
„Ich bin ganz glücklich, dass er mein Nachfolger geworden ist, denn er ist jemand, der Spuren hinterlässt. Mit ihm habt ihr jemanden als Schulleiter, der Verständnis für Schülerinnen und Schüler hat, der aber andererseits auch die Richtung weist.
Er peilt ein Ziel an und möchte es gemeinschaftlich erreichen.“

Selin
„Wenn ich recht informiert bin, gab es vor 25 Jahren noch keine Gesamtschulen.“

Herr Breil
„Es gab in Bornheim keine Gesamtschulen. Wohl aber im Umkreis, es gab eine in Bonn und eine in Köln. Auf der Beueler Seite Bonns gab es die Gesamtschule Bonn I, so hieß sie damals. Alle anderen Gesamtschulen in Bonn, Brühl oder Weilerswist wurden erst nach uns gegründet.
Es war etwas Neues, dass eine Stadt wie Bornheim eine Gesamtschule hat.“

Selin
„Wie reagierten die Menschen im Umkreis denn auf diese neue Schule?“

Herr Breil (lacht)
„Einige dachten sich wohl: Da steckt der Teufel hinter, die werden unchristlich, diese Kinder. Und wie soll das letztendlich werden? Das führt doch zu Chaos und so weiter und so fort. So war die Vorstellung bei manchen Leuten.“




Selin
„Herr Breil, noch mal zum Verständnis. Es existierten bereits Haupt- und Realschulen sowie zwei Gymnasien in Bornheim. Warum bestand dann noch Interesse an einer weiteren Schule?“

Herr Breil
„Die ersten Eltern, die ihre Kinder anmeldeten, wussten noch gar nicht genau, was das für eine Schule werden wird. Im Grunde genommen waren sie mit dem „Klammerbeutel gepudert“. Sie meldeten ihre Kinder an einer Schule an, die es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gab. Wo geht diese neue Schule hin? Das war allen unbekannt. Die Eltern mussten eben Vertrauen in einen persönlich haben und darauf hoffen, der „Breil“ wird das schon machen.
Und so hatten wir zu Beginn – statt der benötigten 112 – dann 206 Anmeldungen. Daher hatte die erste Jahrgangsstufe bereits sechs Eingangsklassen. Das war dann am 10.08.1989 der Beginn der Gesamtschule Bornheim. Später richteten wir unser Profil auf Europa aus und nannten uns fortan auch Europaschule.“

Emilio
„Apropos Europa: Das Motto der Europäischen Union lautet heute „In Vielfalt geeint“. Denken Sie, dass die Europaschule diesem Motto heute gerecht wird?“

Herr Breil (denkt einen Moment nach)
„Wenn ich zum Beispiel an meine Jugend zurückdenke, dann erinnere ich mich besonders an eine Fahrt nach Holland. Genauer gesagt bin ich da hin getrampt. In Rotterdam angekommen, bin ich tatsächlich angespuckt worden, weil ich Deutscher war.
Mein Vater – also die Generation eurer Großeltern – hat noch mit den Franzosen gekämpft und sie als Feinde und nicht als Nachbarn angesehen. Ende der Fünziger-/ Anfang der Sechzigerjahre wurde dann das Deutsch-Französische Jugendwerk gegründet. Es wurden Freundschaften mit England geschlossen, vormals ebenfalls ein „Erzfeind“ und unser kleines Kollegium (wir waren damals um die 20 KollegInnen) wusste bereits, dass wir nur etwas schaffen können, wenn wir in Europa gemeinsam handeln. Dazu gehört, dass man den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, andere Länder kennen zu lernen. In Frankreich hatten wir dann die ersten beiden Partnerschulen, später auch in Nottingham.

Andererseits wollten wir auch neue Wege gehen. Ein neuer Weg war, dass wir schon 1990 die erste Partnerschaft mit unserer Partnerschule in Coswig hatten. Die Schule besteht heute nicht mehr, denn sie war unterwandert von der Stasi, wie sich später herausstellte. Auf jeden Fall hatten wir unmittelbar nach Gründung unserer Schule Kontakt mit der ehemaligen DDR. Später kam dann Mittweida dazu.

1990 haben die Eltern Pakete mit Lebensmitteln für Wolgograd gepackt, auch dort hatten wir eine Partnerschule. Zu dieser Zeit bestand in weiten Teilen der UdSSR eine Hungersnot. In den heutigen Besprechungszimmern stapelten sich die Pakete der Eltern bis unter die Decke. (Kleiner Exkurs: Irgendwann baten die Kollegen aus Wolgograd darum, keine Pakete mehr zu schicken, in denen Backmischungen oder sonstige kompliziert zuzubereitende Mahlzeiten verpackt waren. Die Wolgograder Elternschaft konsultierten nämlich fortwährend die Deutschkollegen, um ihnen bei der Übersetzung der Anleitung zu helfen.)
Auf jeden Fall spürten wir zu dieser Zeit einen Aufbruch, wir fühlten, dass da etwas Neues entsteht, das es gemeinsam zu bestreiten gilt. Wir waren bereit für ein geeintes Europa, aber nicht nur im Bereich der westeuropäischen Länder wie Frankreich und England, sondern eben auch mit den osteuropäischen Ländern, wie Russland und später dann auch Tschechien. Die Partnerschaften mit diesen Ländern waren wirklich neu, andere Schulen öffneten sich nach Osten hin nicht so schnell. Was nutzt es eigentlich, große Worte darüber zu verlieren, was Einigkeit und Frieden sind? Einigkeit und Frieden beginnen im Kleinen und das wurde uns nach den Grenzöffnungen rasch klar.
Magarita aus Spanien, Natascha aus Tschechien und Malcom aus England; die müssen wir alle persönlich kennen lernen. Mitscherlich, ein zeitgenössischer Philosoph und Sozialwissenschaftler meinte einmal sinngemäß: „Wenn man das Weiße im Auge des anderen sieht, dann kennt man jemanden“. Durch Begegnungen gehen also Vorurteile verloren und aus Fremden werden Vertraute, Menschen die ich kenne.
Daraus erwuchs das Erziehungsziel, sich gegenseitig wahrzunehmen und auf einander zuzugehen.“

Luisa
„War es nicht schwer für Sie als blinder Mensch, eine neue Schule zu gründen?“

Herr Breil
„Die Erblindung kam erst nachher. Dass es nun so ist, wie es heute ist und ich nur noch zwei Prozent Sehkraft habe, hat sich erst nach meiner Pensionierung eingestellt. Alles in allem war es ein schleichender Prozess. Erst 2008/2009 wurde es schlimmer. Aber 1988 war ich ganz frisch und wollte eine neue Schule bauen.“ (lacht)

Emilio
„War das nicht eine große Umstellung in Ihrem Leben?“

Herr Breil
„Weil es ein langsamer Prozess war, konnte ich mich daran gewöhnen. Und ich falle mal lieber auf die Schnauze, als dass ich den Trippelschritt eines Blinden mache. Ich gehe also forsch voran, da sieht man die Schwelle manchmal nicht. Das ist mir aber lieber, als langsam zu schleichen. Das ist nicht mein Naturell.“ (lacht)

Emilio
„Zu etwas anderem. Wenn Sie heute auf die Europaschule schauen, sehen Sie Ihre Ziele von damals erreicht?“

Herr Breil
„Wir hatten damals eine ganz neue Situation im Vorgebirge und im Rhein-Sieg-Kreis. Zum Beispiel heißt es im Schullied „Wir lernen gemeinsam mit Kopf, Herz und Hand“. Dass weiterführende Schulen mit Kopf, Herz und Hand lernen, das war unbekannt. An den Gymnasien gab es das Wort Freiarbeit nicht, das war ein Fremdwort für die. Oder, dass man technische Vorgänge im Unterricht behandelt. Dass Leistungsstärkere und Leistungsschwächere zusammen arbeiten, das war etwas ganz, ganz Neues.
Unsere Aufgabe war es, das in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Dass leistungsstärkere Jungs nicht nur aufs CoJoBo und leistungsstarke Mädchen zu den Ursulinen gehen müssen, sondern genauso gut zu uns – zur heutigen Europaschule Bornheim – kommen konnten. Davon mussten wir einerseits die Grundschulen überzeugen, so dass die dortigen Lehrerinnen und Lehrer das auch verstanden. Andererseits mussten wir auch die Eltern überzeugen, denn sie stimmten ja ab, sie trafen mit der Anmeldung ihrer Kinder die Entscheidung. Wir mussten zeigen, dass wir nicht nur Kopffüßer – wie an den Gymnasien produzieren – sondern eben gemeinsam mit Kopf, Herz und Hand lernen. Das soziale Miteinander ist nach wie vor ein wichtiger Wert an der Europaschule. Oder der technische Bereich, der weit über das Basteln hinausgeht, indem die Schüler intellektuelle Fähigkeiten entwickeln und technische Vorgänge durchschauen. Eine Wertegleichheit der Fächer zu erreichen, das war ebenfalls etwas Neues, auch für Gesamtschulen.“

Luisa
„Haben Sie damals auch schon über Inklusion nachgedacht?“

Herr Breil
„Das war damals nicht direkt unser Thema, uns ging es darum, gemeinsam zu lernen; der Leistungsstärkere mit dem Leistungsschwächeren und zu erkennen, dass jeder wertvoll ist. Jeder ist einzigartig. Jeder hat seine Aufgabe.
Die Grundschulen sind im Grunde genommen so etwas wie eine Gesamtschule. Alle Schülerinnen und Schüler eines Bezirks gehen auf eine Schule. Da wird auch nicht geschaut, wer schon schön schreiben kann und wer den Handstand auf einem Bein macht, sondern da werden alle Schüler zusammen unterrichtet. Das wollten wir auch.“

Selin
„Das heißt also, Sie haben früher bereits Inklusion betrieben?“

Herr Breil
„Wir hatten Schülerinnen und Schüler, die behindert waren. Zum Beispiel Schüler mit minimaler zerebraler Dysfunktion. Das war der Begriff für Kinder, die so etwas wie ADHS in erweiterter Form haben. Wir hatten Kinder, deren Sehfähigkeit nicht voll ausgebaut war. Wir hatten auch Kinder, die kleinwüchsig waren. Wir haben also einige Kinder aufgenommen, obwohl ausgewiesene Integrationsschulen, wie sie damals hießen, lediglich die Gesamtschule Bonn-Beuel und die Gesamtschule Köln-Holweide waren. Die bekamen auch die entsprechenden Lehrer zugewiesen. Aber wir hatten dennoch Schülerinnen und Schüler, die körperlich behindert waren oder eine minimale geistige Einschränkung hatten.
Aber das war nicht wirklich unser Schwerpunkt, der lag woanders. Eben die Grundschulform weiterzuführen, in der alle gemeinsam in einer Schule sind. Es ging um die Integration verschiedener Leistungsformen, aber auch um die Integration der sozial Schwächeren. An Gymnasien wurde da früher selektiert. Arbeiterkinder z.B. kamen nicht aufs Gymnasium. Und hier war unser Punkt, hier sagten wir, dass wir gemeinsam lernen.“

Selin
„Eine andere Frage: Ich denke, die Schülerinnen und Schüler von 1989 und heute unterscheiden sich nicht wirklich. Sehen Sie das anders?“





Herr Breil
„Da gebe ich dir Recht. Wobei es einen deutlichen Unterschied gibt. Ich habe immer versucht, ganz helle Schulflure und -gänge zu schaffen. Um Platz zu haben für Bilder, Exponate oder auch ein Aquarium. (Selin schaut, verwundert über die Antwort, suchend in Herrn Breils Richtung.)

Ich sage Dir, warum ich darauf komme. Auf einem hellen Flur kann man aufrecht gehen. In Tunneln geht man gebeugt. Wenn z.B. Eltern ein leistungsschwächeres Kind anmelden wollten, das das zweite Kind in der Familie war, dann erkundigte ich mich immer nach dem ersten Kind. Wenn dann Eltern ganz glücklich darüber berichteten, dass das erste Kind zum CoJoBo oder zu den Ursulinen nach Hersel geht, dann war ich meistens sehr vorsichtig. Wir wollten eben, dass unsere Schüler den aufrechten Gang gehen und stolz sind, Schüler der damaligen Gesamtschule Bornheim zu sein. Unsere Schüler sollten im Vergleich zum CoJoBo nicht zweitrangig sein.

Heute glaube ich, wissen die Schüler, dass die Europaschule Bornheim eine der führenden Schulen in Deutschland ist und die führende Schule in Bornheim mit den besten Auszeichnungen, Möglichkeiten und so weiter. Heute brauchen die Schülerinnen und Schüler nicht mehr zu lernen, dass auch sie etwas sind, sondern das merken sie an der Europaschule sehr schnell.“

Selin
„Ich habe aber trotzdem gehört, dass es auch heute noch Menschen gibt, die der Europaschule als Gesamtschule skeptisch gegenüber stehen.“

Herr Breil
„Es gibt immer ewig Gestrige; die gibt es in der Gesellschaft überall. Sei es nun in der Parteienlandschaft, in der Weltanschauung oder sonst wo. Die Schwierigkeit ist, dass manche es nicht wahrhaben wollen. Je mehr Menschen aber die Erfahrung gemacht haben, je mehr selbst auf einer Gesamtschule waren, desto mehr Menschen erkennen auch, welche Chancen und Möglichkeiten mit der Gesamtschule verbunden sind. Du musst aber auch berücksichtigen, dass die ältesten Gesamtschulen gerade einmal 35 Jahre bestehen, die Schulform also immer noch recht neu ist.

Die Phalanx derer, die an der Europaschule Bornheim ihr Abitur abgelegt haben und nun Ärzte oder Ingenieure sind, und diejenigen, die nach Klasse 10 die Schule verlassen haben und erfolgreich in ihren Berufen sind, sind doch ein Zeichen für den Erfolg der Schulform und unserer Schule.“

Selin
„Für einige Schüler besteht so etwas wie eine Rivalität zwischen dem Alexander-von-Humboldt Gymna-sium und uns…“

Herr Breil
„Zugegeben, ich hatte bei der Gründung des Gymnasiums auch ein ungutes Gefühl.
Aber bereits in den ersten Jahren hat sich gezeigt, dass Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen, zur Europaschule kommen. Es geht ja nicht darum, das AvH schlecht zu machen. Aber wir sollten uns auf der gleichen Augenhöhe begegnen, im aufrechten Gang.“





Luisa
„Wären Sie als Schüler auch gern auf die Europaschule Bornheim gegangen und was hätte Ihnen besonders gut gefallen?“

Herr Breil
„Also ich war im Grunde ein schlechter Schüler, zumindest bis zur Untersekunda (Klasse 10). In der Acht bin ich einmal hängen geblieben. Da wäre es viel besser gewesen auf die Europaschule zu gehen, dann hätte ich nicht die Schwierigkeiten gehabt, wegen Latein und Griechisch die Klasse wiederholen zu müssen, sondern dann hätte man gesehen, dass der Breil gar nicht so schlecht in Deutsch, Geschichte und Religion ist.

Erst mit zwanzig habe ich dann gelernt, dass Leistungsschwächere und Leistungsstärkere, handwerklich Begabte und intellektuell Gestärkte gleich viel wert sind. Besser wäre es gewesen, ich hätte das schon mit zehn gewusst. Das hätte ich an der Europaschule gelernt. Leider war diese Schule zu der Zeit noch nicht erfunden.“ (Luisa freut sich sichtlich.)

Emilio
„Als Sie Schulleiter waren, war Europa in ständiger Erweiterung. Mittlerweile erfährt die Europäische Union immer wieder Belastungsproben, zuletzt durch die Eurokrise. Wo sehen Sie da unsere Schule?“

Herr Breil
„Europa hat seine Krisen. Europa ist schwierig, weil in manchen Köpfen immer noch der Gedanke vorherrscht, dass Europa die Normierungsstation für Apfelgrößen und Bananenkrümmung ist. Einige sehen Europa noch als reine Wirtschaftsgemeinschaft. Und deshalb ist es wichtig, dass wir Europa als Chance auf Frieden begreifen. Noch nie gab es in Deutschland eine so lange Friedenszeit wie gegenwärtig. Wir können grenzenlos nach Norwegen, Tschechien oder Dänemark fahren, wir brauchen keine alten Feindschaften mehr zu haben.

Die ganze Geschichte mit der Eurorettung ist natürlich mit Angst verbunden. Aber man sollte auch sehen, dass Deutschland von dieser Währung profitiert und wir mehr sind als nur eine Wirtschaftszone. Es ist eben auch ein politischer Wille, hier eine Einheit zu schaffen. Wer sind wir schon als kleines deutsches Völkchen. Nur gemeinsam können wir handeln und auch unsere Interessen als Europäer vertreten.

Die europäische Dimension in unserer Erziehung, dasjenige, was also Christoph Becker mit seinen Kolleginnen und Kollegen an der Europaschule durchzieht, spiegelt genau das wider, was Europa kennzeichnet.“

Emilio (nickt)
„Das sehe ich auch so.“

Selin
„Wie wird sich denn die Europaschule Ihrer Meinung nach in den nächsten 25 Jahren entwickeln?“

Herr Breil
„25 Jahre? Das ist ein bisschen viel!“

Emilio
„Dann sagen wir fünf!“
Herr Breil
„Die Inklusion wird stärker ausgebaut werden. Dem Land sollte man einerseits zeigen, wie Inklusion betrieben wird, dass es da andererseits aber eben auch Grenzen gibt. Inklusion bekommt man nicht zum Nulltarif. Außerdem darf sie nicht zum Einsparen von Lehrerstellen dienen. Auch ein technisches Problem sehe ich. Die Europaschule verfügt momentan über einen Aufzug. Was passiert aber, wenn’s wirklich mal brennt? Was passiert dann mit jemandem, der im Rollstuhl sitzt? Par ordre de mufti wird Inklusion nicht gemacht, sondern man muss auch die entsprechenden personellen und technischen Mittel dazu bereitstellen. Das wird sich wohl in den kommenden fünf Jahren zeigen.

Ein anderer Punkt werden G8 und G9 sein. In ganz NRW sind wir die einzige Schule, die beide Varianten anbietet. Wird dies auch in Zukunft noch attraktiv sein? Der internationale, nationale und regionale gute Ruf unserer Schule wird sich aber auch die nächsten zehn Jahre noch halten.“

Emilio
„Was halten Sie von der LVR Schule? Es kann doch nicht sein, dass da direkt eine Schule an unsere gebaut wird!“

Herr Breil
„Ich habe ja eben gesagt, dass es mir darum ging, Leistungsstärkere und –schwächere zu integrieren. Ich sehe diese Schule also nicht als Gefahr. Man muss sich natürlich gegenseitig Grenzen stecken und klären, wer für was verantwortlich ist. Aber es bietet sich eben auch an, gemeinschaftlich Dinge anzugehen. Ich könnte mir da z.B. gemeinsame sportliche Aktivitäten oder Projekte vorstellen.“

Emilio
„Wir danken Ihnen für das Gespräch Herr Breil!“

Herr Breil
„Es war nett mit euch und ich hoffe, dass ich euch den Geist der Gründungszeit etwas näher bringen konnte.“
Selin
„Das haben Sie! Was machen Sie heute noch?“

Herr Breil
„Ich gehe jetzt zum Bahnhof.“

Luisa
„Aber Sie haben doch gar keinen Regenschirm dabei!“

Herr Breil
„Den brauche ich nicht. Ich gehe einfach kurz durch den Regen, der macht mir doch nichts aus!“

Schnellen Schrittes bewegte sich Herr Breil dann in Richtung Hauptbahnhof. Emilio, Selin und Luisa blieben noch ein wenig sitzen, solange, bis sich der Regen allmählich verzogen hatte.