DaZ
Deutsch als Zweitsprache
Sprachförderung und Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler an der Europaschule Bornheim
Vielfalt leben – Integration gestalten
Weltweit verlassen Menschen ihre Heimat, um in Europa Sicherheit und eine neue Lebensperspektive zu finden. Migration kann freiwillig oder unfreiwillig erfolgen und vielfältige Ursachen haben – wirtschaftliche, ökologische oder soziale. Besonders oft sind Menschen gezwungen, aufgrund von Krieg, Verfolgung oder Gewalt ihre Heimat zu verlassen. In Europa suchen sie Schutz und Hoffnung – für sich, ihre Kinder und ihre Familien.
Schulen übernehmen bei der Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe. An der Europaschule Bornheim nehmen wir diese Verantwortung bewusst wahr.
Unsere Haltung ist klar: Jeder Mensch ist willkommen. Wir sehen in der Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Lebensgeschichten eine Bereicherung für unsere Schulgemeinschaft. Wertschätzung, Vertrauen und Respekt prägen unser Miteinander – unabhängig von Herkunft oder individueller Lebenslage.
Mit unserem Konzept zur Sprachförderung und Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler reagieren wir flexibel auf aktuelle Herausforderungen und passen unsere Maßnahmen kontinuierlich an – mit dem Ziel, allen Lernenden die bestmögliche Förderung und Teilhabe zu ermöglichen.
Konzept zur Sprachförderung und Integration neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler
1. Ziele des Sprach- und Integrationskonzepts
Unsere Ziele sind es, die sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern, ihnen eine erfolgreiche schulische und gesellschaftliche Integration sowie eine aktive Teilhabe zu ermöglichen und sie zu ihrem bestmöglichen Schulabschluss zu führen.
2. Teilintegratives Modell
An der Europaschule Bornheim wird ein teilintegratives Modell umgesetzt, in dem die Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse in speziellen Sprachfördergruppen unterrichtet werden und parallel hierzu am Regelunterricht teilnehmen. Dabei gilt, dass die Schülerinnen und Schüler so viel Sprachförderung wie nötig erhalten und so häufig am Fachunterricht teilnehmen wie möglich. Dieses Modell unterstützt eine schrittweise Integration, fördert die individuellen Stärken und Interessen der Lernenden und bereitet sie gezielt auf spätere Schulabschlüsse vor.
3. Individuelle Förderung
Der DaZ-Unterricht orientiert sich an den individuellen Stärken und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler. Durch Arbeitspläne und verschiedene Lernmethoden (z.B. Sprachspiele, digitale Anwendungen) wird eine gezielte Förderung sichergestellt. Zurzeit werden die DaZ-Kurse in zwei verschiedenen Sprachniveau-Stufen eingeteilt, um eine bestmögliche Förderung zu gewährleisten.
MPT-Kräfte unterstützen die DaZ-Lehrkräfte zusätzlich, indem sie bei Fragen zur Berufsorientierung, bei sozialen Fragestellungen sowie in der Alltagsbegleitung beratend und begleitend zur Seite stehen.
4. Sprachdiagnostik
Nach den Aufnahmegesprächen wird der Sprachstand der neu ankommenden Schülerinnen und Schüler ermittelt, um die passende Fördergruppe zuzuordnen. Lernerfolgskontrollen helfen dabei, den Fortschritt zu dokumentieren und die Förderung anzupassen.
5. Integration in den Bildungsgang
Das Ziel der Sprachförderung ist die Erlangung des Sprachniveaus B1 innerhalb von zwei Jahren. Nach Erreichen dieses Niveaus erfolgt die Integration in den regulären Bildungsgang, wo die Schülerinnen und Schüler gemäß den allgemeinen Beurteilungsmaßstäben bewertet werden.
Um den Schülerinnen und Schülern auch nach ihrer Integration in den regulären Unterricht weiterhin eine optimale Unterstützung zu bieten, setzen wir auf einen sprachsensiblen Fachunterricht. Durch sprachliche Hilfen und die Einbeziehung herkunftssprachlicher Kompetenzen erleichtern wir den Schülerinnen und Schülern den Zugang zu fachlichen Inhalten und unterstützen sie darin, ihre Sprachfähigkeiten nachhaltig zu entwickeln.
6. Inner- und außerschulische Kooperation
An der Europaschule Bornheim arbeiten wir in einem gut vernetzten Team, das sowohl inner- als auch außerschulische Kooperationen pflegt. Dies ermöglicht uns, die Schülerinnen und Schüler umfassend zu unterstützen und ihre Integration in unsere Schulgemeinschaft zu fördern. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, wie dem linksrheinischen Jugendmigrationsdienst und dem Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises, können wir zusätzliche Ressourcen und Angebote bereitstellen, die den Schülerinnen und Schülern zugutekommen.
7. Berufsorientierung
Die Europaschule Bornheim bietet den Schülerinnen und Schülern Unterstützung in der Berufsorientierung, einschließlich Potenzialanalysen, Berufsfelderkundung und Praktika. Zudem werden regelmäßig individuelle Sprechstunden zur Berufsorientierung durch die Agentur für Arbeit sowie das Team für Studien- und Berufsorientierung angeboten.
8. Außerschulische Lernorte
Außerschulische Lernorte und regelmäßige Exkursionen fördern den Spracherwerb sowie die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe der Schülerinnen und Schüler.
9. Ansprechpartnerinnen
Für Fragen und weitere Informationen stehen Ilka Huesmann und Katarzyna Wagner zur Verfügung. Wir freuen uns darauf, die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Integration in unsere Schulgemeinschaft zu unterstützen.
Kontakt:
Ilka.huesmann@europaschule-bornheim.de
Katarzyna.wagner@europaschule-bornheim.de