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Latein

Latein – wohin man schaut!


“Sein Kurs war auf einer Exkursion, deswegen konnte er das Finale im Fernsehen nicht direkt sehen, aber seine Freunde erkannten die Situation und nahmen das Spiel mit dem Videorekorder auf, so dass er sich nach seiner Rückkehr informieren konnte und total im Bilde war, als am anderen Morgen eine interessante Diskussion begann…”

Etwas ganz Alltägliches, wie man meint – aber dieser Satz ist gespickt mit Fremdwörtern, und sie alle kommen aus dem Lateinischen: elf sind es – wer findet sie ?

Latein
Hättest du gewusst, dass die Automarke Audi nur deshalb so heißt, weil das die lateinische Übersetzung vom Namen des Firmengründers ist – der hieß nämlich Horch (so wie: hör mal!). Daher auch die Audio-Kassetten (die zum Hören), im Unterschied zu den Video-Kassetten (zum Sehen).

 

 

Man sieht nur, was man weiß !


Mit den Lateinkursen sitzen wir nicht nur im Klassenraum:

  • Wenn wir in Köln über die Hohe Straße bummeln, ahnen wir zunächst nicht, dass wir über eine römische Hauptstraße gehen.
  • Im Museum üben wir, Inschriften zu entziffern und studieren die überlegene Technik der Römer.
  • Bei der Wanderung durch die Eifel treffen wir vielleicht auf die Reste einer sorgfältig gemauerten Wasserleitung…
  • Überall im Rheinland finden wir römische Bäder und sogar Theater.
  • Auch Bornheim war fest in römischer Hand, wie der “Bornheimer” zeigt.


Was erwartet dich noch im Lateinunterricht ?

Latein wird heute nicht mehr gesprochen; deshalb steht das Lesen und Verstehen im Vordergrund, nicht (wie z.B. in Englisch oder Französisch) das Sprechen und Schreiben. Du wirst oft etwas Geduld brauchen, um den Inhalt einer Geschichte herauszufinden; genaues Hinsehen ist hier gefragt, ähnlich wie in der Mathematik, wo es ja auch oft auf die Stellung eines einzigen Kommas ankommt.

Neben dem genauen Hinsehen gehören auch weitere “Detektiv-Arbeiten” zum Lateinunterricht, wie zum Beispiel: kombinieren, immer wieder neue Lösungen versuchen, genau passende Wörter finden, die überzeugendere Möglichkeit wählen usw.

Das kommt Dir auch in vielen anderen Fächern zu Gute.

Warum diese Mühe mit einer alten Sprache ?

Eben weil es auch mal gut tut, über den Tellerrand unserer engen Welt hinauszublicken:

  • Latein gilt als Mutter vieler Sprachen in Europa, und wer Latein beherrscht, verfügt über einen “europäischen” Grundwortschatz und über gefestigte Lerntechniken, die eine sichere Grundlage für den Erwerb weiterer Sprachen sind.

Beispiel:

Lateinisch

Englisch

Französisch

Spanisch

Italienisch

Deutsch

pater

father

père

padre

padre

Vater

  • Lateinkenntnisse werden für das Universitätsstudium in einigen Fächern gefordert, und es ist in der Schule einfacher zu erlernen als später. Dieses “Latinum” legt man nach vier bis sechs Schuljahren – je nach Beginn des Lateinunterrichts – an unserer Schule bei mindestens ausreichenden Leistungen ab.
  • Der Abstand, mit dem wir die Antike betrachten, hilft uns, unsere eigene, so selbstverständlich erscheinende Welt im Vergleich zu sehen und so ein objektiveres Bild zu gewinnen.
  • Gerade in der Zeit eines zusammenwachsenden Europas schafft die Beschäftigung der römischen Kultur eine Grundlage für das Verständnis unserer Nachbarn.

Diese Themen erwarten Dich:

In den ersten drei bis vier Lateinjahren:  “Wie lebten die Römer ?”

  • Wie lebten die Römer?
  • Wie sah es in den Familien aus?
  • Wie waren Schule und Arbeitswelt geordnet?
  • Welche Beziehungen hatten die Römer zu anderen Völkern?
  • Wie stellten sie sich das Universum vor?
  • Wer waren ihre Götter?


In den letzten beiden Lateinjahren: Original-Lektüren, die von Schülerinnen und Schülern mit ausgesucht werden, z.B.

  • Plinius: Ausbruch des Vesuvs (ein Briefbericht)
  • Caesar: Der gallische Krieg (ein “Politkrimi”)
  • Catull: Carmina (Liebesgedichte)
  • Ovid: Metamorphosen (mythologische Geschichten) oder
  • Cicero: Rede gegen Verres (ein Bestechungsskandal)


LateinNur Mut also: sapere aude!

 


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