Sie sind hier: Schwerpunkte > Inklusion > Inklusion komplett

Wie ist der SAmS entstanden ?

Im Schuljahr 2014/15 gab es erstmals die Möglichkeit für Schüler der Oberstufe (Jahrgangsstufe Q1) einen Sonderpädagogikkurs zu besuchen. Angenommen wurde dieser von etwa 60 Schülern. Diese haben sich unter der Leitung des Kurslehrers Philipp Michel u.a. mit den Themen Inklusion (an der Eubo) – Grenzen und Möglichkeiten, Umgang mit Menschen mit Behinderung, soziales Arbeiten und Fördermöglichkeiten und -maßnahmen auseinandergesetzt. Die Kursteilnehmer waren schnell motiviert, sich selbst aktiv am Schulleben zu beteiligen und die Schüler der Sek I zu unterstützen. Sie schrieben ein Konzept mit Umsetzungsmöglichkeiten, gestalteten einen Raum in der Oase um (Arbeitsplätze, Sofa, Lernmaterialien, Konzentrationsspiele, etc.) und informierten Eltern, Schüler und Lehrer über den Raum.

Was passiert im  SAmS?  
Schüler der Sek I kommen in den SAmS, wenn sie Unterstützung oder Hilfe bei schulischen Aufgaben benötigen, eine Auszeit brauchen, ihre Konzentrationsfähigkeit durch gezielte Übungen steigern möchten oder Gesprächsbedarf haben.
Im SAmS treten die Schüler der Sek I mit den Schülern der Sek II in Kontakt. Die Inhalte und Themen werden in Absprache mit den jeweiligen Lehrern festgelegt (Bsp.: Schüler X benötigt Unterstützung im Fach Mathematik. Oder: Schüler Y kann sich ab der 7. Stunde nur noch schwer konzentrieren. Oder: Schüler Z braucht Hilfe bei der Organisation von Terminen und Materialien).
Mit dem SAmS finden die Schüler einen Raum vor, in dem sie in Ruhe arbeiten und etwas Abstand vom stressigen Schulalltag gewinnen können.

Wer darf den SAmS aufsuchen?  
Den SAmS dürfen alle Schüler der Sek I aufsuchen, wenn sie eine der oben genannten Unterstützungs- oder Ausgleichsmöglichkeiten nutzen möchten. Dies wird zuvor immer mit dem Klassenlehrer abgesprochen. Wichtig ist, dass die Schüler den Raum freiwillig aufsuchen.

Wann ist der SAmS geöffnet?  
Der SAmS ist in nahezu jeder Schulstunde geöffnet und entweder durch Schüler der Oberstufe oder Lehrer besetzt.

Wie ist der aktuelle Stand? (Schuljahr 2015/16)
Momentan sind etwa 80 Schüler der Sek II im SAmS aktiv. Es haben sich über 20 Schüler, die im letzten Jahr den Sonderpädagogikkurs besucht haben, freiwillig gemeldet, weiterzumachen, da sich viele intensive und vertraute Beziehungen zwischen „Groß und Klein“ entwickelt haben. Eine „win – win – Situation“.
Momentan besuchen wieder knapp 60 Oberstufenschüler die Kurse. Der Raum wird regelmäßig genutzt, es entwickeln sich weitere feste Patenschaften – sowohl zu einzelnen Schülern als auch zu ganzen Klassen – und das schulische Miteinander wird gestärkt.

Individuelle Förderpläne

Zu Beginn eines jeden Schuljahres diagnostizieren die Sonderpädagogen die Stärken und Förderbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Hieraus entwickeln wir im Dialog mit den Schülern einen individuellen Förderplan sowie zwei bis drei Förderziele. Anhand von konkreten Maßnahmen und Angeboten sollen diese kurz- bis mittelfristig erreicht werden können.

Reflexionen und Feedback

Sowohl zur Erreichung von Förderzielen als auch zur Intervention und Prävention von Auffälligkeiten setzen wir regelmäßige Reflexionen und Feedback (d. h. mindestens einmal wöchentlich) ein. Dabei schätzen sich meist zunächst die Schüler selbst ein, um im Anschluss eine Rückmeldung vom Lehrer zu erhalten und ihre Eigenwahrnehmung mit der Fremdwahrnehmung abzugleichen.
Eine direkte Rückmeldung erhalten Schüler bei Bedarf, entweder nach besonders gelungenem Verhalten oder aber auch nach kritischem Verhalten.

Rückmeldebögen bzw. Mitteilungsmappen

Je nach Förderbedarf erhalten die Schüler eine Mitteilungsmappe mit einem Rückmeldebogen für jeweils eine Schulwoche. Auf diesen holen sich die Schüler von den Lehrern nach jeder Stunde eine Rückmeldung, bezogen auf ein bestimmtes Förderziel, ein. Zu Beginn der Woche wird eine Vereinbarung („Deal“) über ein mögliches Wochenziel zwischen dem Schüler und dem Sonderpädagogen getroffen. Diese wird am Ende der Woche anhand des Rückmeldebogens überprüft und der Schüler erhält eine Belohnung bei Erreichen seines Wochenziels bzw. Erfüllen seines Teils der Vereinbarung.

Verhaltensverträge

Bei Bedarf schließen wir mit einzelnen Schülern Verhaltensverträge ab. Diese beziehen sich auf ein bestimmtes Ziel bzw. konkret erwünschtes Verhalten. Bei Erreichen des Ziels erhalten die Schüler eine Belohnung.

Differenzierung

An unserer Schule finden sich vielfältige Formen der Äußeren Differenzierung (siehe auch „Individuelle Förderung“) Außerdem führen wir in den Hauptfächern bei Bedarf Förderstunden in Kleingruppen durch.
Bei der Inneren Differenzierung werden dem Förderplan des Schülers entsprechend vor allem das Unterrichtsmaterial und/oder die Unterrichtsmethode angepasst, um den individuellen Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden. Diese Differenzierung kann die unterschiedlichsten Ausprägungen haben: Differenzierung der Inhalte (qualitativ und/oder quantitativ), der Methoden, der Leistungskontrolle, der Medien, der Sozialform, der personalen Unterstützung oder des Erziehungsstils.

Auszeiten

Eine weitere Form der Inneren Differenzierung stellen die Auszeiten dar. Wenn ein Schüler aufgrund seines Lern- und Arbeitsverhaltens oder anderen akuten emotional und sozialen Hindernisse nicht mehr dazu in der Lage ist am Unterricht teilzunehmen, hat er in Absprache mit seinen Lehrern die Möglichkeit eine Auszeit zu nehmen. Dies erfolgt z. B. durch das Zeigen einer Auszeitkarte oder individuellen Absprachen mit dem Schüler. Er oder sie hat danach die Möglichkeit an einem Inseltisch im Klassenraum (siehe auch 2.2) oder im SAmS-Raum weiter zu arbeiten bzw. wieder zur Ruhe zu kommen.

Patenschaften

Oberstufenschülerinnen und –schüler übernehmen Patenschaften für Kinder aus der Unterstufe, um diese zum Beispiel einmal pro Woche in einem Unterrichtsfach zu unterstützen (siehe 2.1 SAmS)

Berufsvorbereitung

In den einzelnen Jahrgängen werden folgende Maßnahmen für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf zur vertiefenden Berufsvorbereitung angeboten und durchgeführt. Individuell kann es notwendig sein, dass die Angebote und Maßnahmen an den Entwicklungsstand und Förderbedarf der Schüler angepasst oder geändert werden müssen.

JgSt. 08
Berufsorientierungstage: Betriebserkundungen, Arbeit mit dem Internetprogramm und Arbeitsmaterial von „planet-beruf.de“
Potenzialanalyse innerhalb der Schule (angepasst an den individuellen Förderbedarf):  Sie soll ermöglichen, Fähigkeiten, Stärken, Neigungen und Interessen hinsichtlich einer zukünftigen Berufstätigkeit feststellen und erkennen zu können.

JgSt. 09
Besuch der Bonner Berufswahlmesse für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
Besuch des Berufsinformationszentrums BIZ
Erstes Beratungsgespräch durch einen Reha-Fachberater der Agentur für Arbeit in der Schule. Im Anschluss wird ein Berufswahl- und Eignungsfeststellungstest durch die Agentur für Arbeit durchgeführt.
Bei Bedarf weitere individuelle Beratungsgespräche mit verschiedenen am Prozess beteiligten Personen und Kooperationspartnern
3-wöchiges Berufspraktikum vor den Sommerferien

JgSt. 10
Zweites Beratungsgespräch mit der Agentur für Arbeit  (Besprechung des Gutachtens, der bisherigen Entwicklung, Förderplanung, Festlegung einer Maßnahme)
Am Ende des Schuljahres eventuell Abschlussgespräch mit der Agentur für Arbeit
Bei Bedarf weitere individuelle Beratungsgespräche mit verschiedenen am Prozess beteiligten Personen und Kooperationspartnern
Eventuell Durchführung eines weiteren Berufspraktikums oder von Berufspraxistagen
Nach Bedarf individuelle Unterstützung in Form einer Übergangsbegleitung Schule-Beruf

3.2 Kooperationspartner für die Durchführung dieser Maßnahmen

Bundesagentur für Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit ist als Rehabilitationsträger für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zuständig. Speziell ausgebildete Rehabilitationsberater übernehmen für alle Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf bereits während der Schulzeit die Aufgaben der Berufsberatung. Ihre Aufgabe ist es die Schülerinnen und Schüler individuell und umfassend über die Möglichkeiten ihrer beruflichen Eingliederung zu beraten und sie auf dem gemeinsamen erarbeiteten Weg ins Berufsleben aktiv zu begleiten und zu unterstützen.

Integrationsfachdienst
Um junge Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in das Berufsleben zu unterstützen, benötigen sie eine umfassende Berufsorientierung und effiziente Unterstützung schon während der Schulzeit, sowie eine kompetente Begleitung beim Einstieg in das Arbeitsleben. Das Angebot des IFD richtet sich an Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf der Schwerpunkte Körperlich-Motorische Entwicklung, Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation und Sprache, sowie an alle Schülerinnen und Schüler mit Schwerbehindertenausweis.

4. Bildungsgänge und Abschlüsse

a) für zielgleich geförderte Schülerinnen und Schüler
Hauptschulabschluss
Fachoberschulreife
Fachoberschulreife mit Qualifikation für die Sekundarstufe II
Abitur (nach 12 oder 13 Schuljahren)

b) für zieldifferent geförderte Schülerinnen und Schüler
Abschluss des Bildungsganges im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung
Abschluss des Bildungsganges im Förderschwerpunkt Lernen (nach Klasse 10)
In einem besonderen Bildungsgang führt die Klasse 10 zu einem Hauptschulabschluss nach Klasse 9