Sie sind hier: Aktuelles > Beitrag

In ihrer letzten Schulwoche schlüpfen Abiturienten in Kostüme

10. 04. 2014

 Geschlechtertausch lautete das Thema in der Europaschule Bornheim. Foto: Sebastian Fink

Seltsame Gestalten treiben sich in diesen Tagen auf den Schulhöfen der Gymnasien herum. Da tauchen schon einmal die Videospielfigur Super Mario, die Oma mit dem Rollator oder junge Männer in Frauenkleidern in den Schulen auf.

Die letzte Woche vor den Osterferien, gleichzeitig die letzte Unterrichtswoche für die künftigen Abiturienten, ist traditionell eine Mottowoche: An jedem Schultag wird sich getreu des Tagesmottos verkleidet.

"Per Abstimmung haben wir uns auf die Mottos geeinigt, zehn bis zwölf standen zur Auswahl", sagt Laura Kraus, Oberstufenschülerin der Europaschule in Bornheim. Und diese Mottos werden richtig gelebt in der Schule. Zum Start am Freitag durfte alles getragen werden, was die Lehrer sonst gar nicht gerne sehen. Da gab es Kappen und Handys, die Hosen hingen weit unterhalb der Hüfte. "Die Abiturienten lassen sich immer wieder etwas Witziges einfallen", berichtet Lehrer Eike Brandt.

Auch am Sankt-Joseph-Gymnasium in Rheinbach geht es in dieser Woche bunt, laut und fröhlich zu. War am Montag noch der erste Schultag samt großer Schultüte das Motto, standen am Mittwoch die Helden der Kindheit im Mittelpunkt. "Bei den Mottos orientiert man sich natürlich auch an den vorherigen Abiturjahrgängen", sagt Alexander Jansen. "Sehr positiv ist, dass die Schüler auch ein Auge dafür haben, dass es außer ihnen auch dem Rest der Schule Spaß macht", ergänzt Schulleiter Hans Rieck.

Bei der Europaschule stand am Mittwoch ein Geschlechtertausch an. Schülerinnen malten oder klebten sich einen Bart auf, zogen einen Anzug an und stolzierten durch die Schule, während ihre Mitschüler sich in Kleider zwängten, hohe Schuhe anzogen und den Brustumfang mit Polstern vergrößerten.

"Man ist schon froh, wenn die Verkleidung am Abend abgelegt wird", sagt Victor Schumacher. Zu Beginn der Woche war der Rentner-Look das Ziel der Verkleidung: Lockenwickler, Gehstöcke und der von der Oma ausgeliehene Rollator waren beliebte Accessoires. Entsprechend langsam ging es im Schulalltag zu.

Normalen Unterricht gibt es in diese Woche aber auch. "Die Lehrer haben schon noch Botschaften zu verbreiten", sagt der Rheinbacher Schulleiter Rieck. Nach dem morgigen Abigag stehen die Osterferien als Zeit des Lernens an. Denn der Ernst des Schullebens holt die Abiturienten schnell wieder ein: Nach den Osterferien stehen die Abiturprüfungen an.

Bonner Generalanzeiger vom 10.04.2014 von Sebastian Fink