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Fasziniert vom Leben der anderen

04. 06. 2005

 

Gastschüler aus Atlanta und ihre Bornheimer  Freunde
würden ganz gerne mal tauschen

Bornheim. Wenn sie tauschen könnten, keine Sekunde würden sie zögern: “Hier würde ich gerne leben und studieren”, sagen April (17), Liz (18) und David (17).
Alle drei kommen geradewegs aus Atlanta, sprechen fließend Deutsch und sind zurzeit Gäste in der Bornheimer Europaschule
– zusammen mit weiteren 14 Jugendlichen aus der US-Stadt.

Eine Woche bleiben sie in Bornheim, danach geht es eine Woche durch Deutschland. Umgekehrt denken allerdings auch die Europaschüler Tanja (16) und Daniel (16) nicht lange nach: “In Atlanta leben und studieren, das wäre schon ein Traum” , sagen sie unisono nach ihrem Atlantabesuch im vergangenem Herbst. Alles sei dort freier und weiter. Das leben in Amerika stellen sie sich unheimlich abenteuerlich vor. “Den Führerschein darf man da schon mit 16 Jahren machen”, schwärmen sie. “Hier gibt es Straßenbahnen und Busse die einen überall hin fahren”, bewundern dagegen die Jugendlichen aus Atlanta das deutsche Nahverkehrssystem. Solch ein bequemes  Fortbewegungsmittel in die Hauptstädte zum Einkaufen und Bummeln gibt es daheim nicht. “Da muss man immer ins Auto steigen um in die Stadt zu kommen”, bedauern sie. Besser finden die amerikanischen Jugendlichen auch, dass sie in Deutschland für den Schulbesuch freie Kleiderwahl haben: “Wir dürfen nur in Oberteilen zur Schule kommen,  die in einen Kragen haben”. ”Tops sind verpönt, ebenso alles mit tiefen Ausschnitt”. Und auch wenn sie noch nicht an sehr vielen Unterrichtsstunden in der Europaschule teilnehmen konnten - “Bei uns herrscht im Klassenzimmer mehr Disziplin”, sind sich die Amerikaner sicher. Lehrer und Schüler gehen höflicher miteinander um, es ist viel ruhiger in den Klassenzimmern. Das bestätigen  auch die  deutschen Schüler , die im Oktober 2004 die Privatschule in Marietta  bei Atlanta besucht haben. Die Schüler dort “maulen nie im Unterrichtsstoff herum, die Lehrer  können konsequent ihr Lernprogramm durchziehen”. Außerdem sind die Klassen in Atlanta viel kleiner.
   Hier sind die Tage viel länger”, sagt David – und meint das ganz wörtlich. Ganz einfach, weil die Sonne länger scheine als in Atlanta. Verwundert sind die amerikanischen Schüler, dass deutsche Getränke – wenn überhaupt – nur mit sehr wenigen Eiswürfeln serviert werden. “Wir lieben es immer eiskalt”, erzählt April. Außerdem habe so gut wie jedes Haus eine Klimaanlage.
   So wie die meisten deutschen Schüler, die beim Austauschprogramm mitgemacht haben, leben auch die aus Amerika angereisten Jugendlichen in Einfamilienhäusern. “Aber das sind Villen mit Gärten so groß wie Golfplätze”, erinnert sich Tanja – und würde am liebsten gleich morgen wieder hinfahren.

(Bonner Rundschau vom 4. Juni 2005 von Margret Klose)

www.thewalkerschool.org