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Walker in Bornheim

03. 06. 2005

Europaschule Bornheim – der Name ist Programm. “Mit Kopf, Herz und Hand,” so sollen die Schüler hier lernen, was Europa bedeutet. Aber an Europas Grenzen ist noch lange nicht Schluss. Das zu beweisen, haben sich die Austauschschüler der Walker School bei ihrem Gegenbesuch in Bornheim zur Aufgabe gemacht.

   Montag, 12:30 Uhr. Schulalltag an der Europaschule Bornheim – die sechste Stunde hat gerade begonnen. Ob Mathematik, Deutsch oder Erdkunde, die Pause ist vorbei: Es wird wieder gelernt. So auch in den Klassen der Jahrgangsstufen 9 und 10.
   Auf den ersten Blick fällt nichts auf. Aber wenn man genauer hinsieht, fällt auf, dass hier und da doch der eine oder andere fehlt. Was der Außenstehende vielleicht mit einem missbilligenden Blick und einer Bemerkung zur “Jugend von Heute” abtun würde, zeigt dem Eingeweihten mehr: Es fehlen die, die am Austauschprogramm The Walker School teilnehmen. Und das nicht ohne Grund.

Gäste – jetzt Gastgeber

   Die Fehlenden nehmen alle am Austauschprogramm mit der ersten amerikanischen Partnerschule der Europaschule teil: Die Walker School in Marietta (Georgia) wurde im Jahr 1997 zum Partner der Bornheimer Gesamtschule. 17 Schüler der amerikanischen Schule haben sich dieses Mal für die Tour durch Deutschland und die Schweiz gemeldet. Erste Station: Bornheim. Hier erwartet sie das Wiedersehen mit ihren ehemaligen Gästen – ein Teil eben dieser Jungen und Mädchen, die gerade jetzt im Unterricht fehlen.
   Schon im November letzten Jahres begann der fünfte, jetzige Durchgang des Austausches. Besonders auffällig in diesem Jahr war die hohe Resonanz an beiden Schulen. In den letzten Jahren hatten Gruppen von 12 Schülern den Sprung über den großen Teich gemacht. Von der Europaschule waren es auch diesmal 12 – der Andrang war aber so groß, dass nur knapp die Hälfte der Bewerber hatten fahren können. Im November besuchte die deutsche Delegation die Walker School – für viele der erste Besuch in den United States of America (USA).

Besuch in Good Old Germany

   Jetzt der Gegenbesuch – nach langer Zeit der Vorfreude ist die Gruppe der Walker School angekommen. Sie haben sich viel vorgenommen. Die erste Woche der zwei-wöchigen Tour ist für das Partnerprogramm reserviert. Den Anfang macht Bürgermeister Wolfgang Henseler selbst beim Empfang im Bornheimer Rathaus. Von einer Führung durch den Kölner Dom bis zum Grillen in der “Oase” der Europaschule – gemeinsames Programm mit den deutschen Teilnehmern des Programms prägen das Bild.
   Aber das ist nicht alles. Das Rheinland ist schön, aber es gibt noch mehr zu sehen. Die zweite Woche bringt vor allem eins mit sich: Kilometer, die überwunden werden sollen. Deutschland, Schweiz und zurück – Bornheim, Stuttgart, München, Arosa, Berlin. Die Hauptstadt bildet den Abschluss: Besuch des Reichstages und die “Story of Berlin” sind nur zwei Punkte des Programms. Von dort aus geht es dann “back home”.

Wachsende Nachfrage – Wachsende Chancen

   Der Austausch mit der Walker School geht 2006 ins neunte Jahr und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Waren in den letzten Jahren die Schüler jeweils noch zu zwölft, werden es jetzt immer mehr. Durch die große Nachfrage in Marietta konnten dieses Jahr mehr Europaschüler sich schon jetzt am Austausch beteiligen.

Bornheim, 3. Juni 2005, Jens Christian Dombert

 

(General-Anzeiger vom 4./5. Juni 2005)

 

Aufgeregtes Geschnatter beim gemeinsamen Frühstück in der Oase, verlegenes Gekicher beim darauf folgenden Gruppenfoto. Zum fünften Mal besuchten amerikanische Schüler der Walker School in Atlanta die Europaschule Bornheim und “verstanden sich auf Anhieb blendend mit ihren deutschen Gastgebern”, wie die Englischlehrerin Hiltrud Dombert feststellte. Am Sonntag reisen die 17 Schüler mit ihrer Lehrerin Janet Word wieder ab. (ema)