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Gegen die Gefahren im Netz wappnen

28. 11. 2006

 

Informationskampagne “Internet-ABC für Eltern”
startete an der Bornheimer Europaschule

BORNHEIM. Alles war anders am Montagmorgen in der Bornheimer Europaschule. Auf dem Schulhof parkte ein Übertragungswagen, lange, rote Kabel waren im Schulgebäude ausgerollt, im Klassenzimmer der 6a standen Scheinwerfer und arbeiteten Kameramänner:
   Zwischen den Schülern saß die ARD-Moderatorin Anna Planken. Denn gestern wurden Teile des “Morgenmagazins” live aus Bornheim gesendet. Das Thema: Kinder und Internet. Denn die Sendung verfolgte den Startschuss für die neue “Internet-ABC-Informationskampagne für Eltern” unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission. Der Verein “Internet-ABC” hat ein Portal für Fragen rund ums Internet eingerichtet. Die Europaschule wiederum ist ins Projekt “Schule interaktiv” eingebunden, hat diverse Projekte im Bereich Neue Medien und versteht Medienerziehung als einen wichtigen Teil des Erziehungsauftrags.
   Methodentraining stand in der ersten Stunde auf dem Plan, eine Art Sicherheitstraining für den Umgang mit dem weltweiten Netz. Live schaltete das Aufnahmeteam immer mal wieder ins ARD-Studio zum “Morgenmagazin”. Dass die Bornheimer Europaschüler über die Gefahren des Internets bestens informiert sind, wurde schnell klar: “Das lernen wir schon in der fünften Klasse”, erzählten Max und Klaus vor laufender Kamera.
   In der Europaschule soll und darf gesurft werden. Ganz genau wissen die Junioren, auf was etwa im Chat (engl. plaudern) zu achten ist. Da loggen sich nämlich längst nicht nur arglose Altersgenossen ein. “Die Kinder müssen wissen, dass die Identität ihrer Chatteilnehmer nicht stimmen muss”, erklärte Christoph Becker, Organisationsleiter in der Europaschule. Der unbekannte Teilnehmer könne sich völlig unbehelligt als 13-Jähriger ausgeben, obwohl er vielleicht viel älter ist und wenig ehrenvolle Absichten verfolgt.
   Friedemann Schindler, Leiter des Internet-Portals Jugendschutz.net, war schon um 6 Uhr in die “Oase” der Europaschule gekommen. Schindler weiß nur zu gut, dass sich die Kinder im Umgang mit den Neuen Medien oft viel besser auskennen als ihre Eltern. Das fängt schon bei der Begrifflichkeit an. Verborgen bliebe Müttern und Vätern oft, welche Lieblingsseiten ihre Kinder haben, welche Spiele sie anklicken. Um Kinder vor problematischen Seiten und Inhalten zu schützen, geben es zwar spezielle Filterprogramme, doch nicht einmal Filter sind laut Schindler absolut sicher. “Sie minimieren aber die Gefahr erheblich”, betonte der Experte.
   Die beiden Oberstufenschüler Jan Meller und Sven Niepmann, beide 18 Jahre alt, würden sich wünschen, dass Kinder erst gar nicht an Spiele und auf Internetseiten geraten könnten, die nicht jugendfrei sind.

www.internet-abc.de

www.jugendschutz.net

www.internauten.de

www.zartbitter.de