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Partnerschule: Zum interkulturellen Austausch in Bornheim

16. 02. 2017

 Interkultureller Austausch mit Schülern aus Italien: (v.l.) Batuhan Bayrak, Marco Martignani (Italien) und Driton Sulaj. Foto: Matthias Kehrein

„We are Europeans, wir sind Europäer“ heißt der Projektkurs der Jahrgangsstufe zwölf der Europaschule Bornheim. Und als Europäer sehen sich auch die jungen Leute, die sich seit 2014 regelmäßig treffen. Derzeit sind wieder 20 Jugendliche aus der italienischen Partnerschule zum interkulturellen Austausch zu Gast in Bornheim.

Wie der Europaschüler Batuhan Bayrak (18) erklärte, haben sich die insgesamt etwa 50 jungen Leute der Europaschule und die italienischen Gäste diesmal mit interkulturellen Erkundungen in mehreren Gruppen mit den Themen Architektur, Musik, Streetart, Essen, Geschichte, Sport und Karneval befasst. „Dabei haben wir schnell festgestellt, dass es große Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt“, so Bayrak.
„Karneval im Rheinland ist einzigartig“

„Karneval in Köln und dem Rheinland ist einzigartig“, zog zum Beispiel Marco Martzignani (18) ein Fazit. Auch in seiner Heimat in Bologna feiere man Karneval. „Aber dort tragen nur die Kinder Masken.“ Und Alkohol gehöre in Bologna überhaupt nicht in den Karneval. Anders als bei ihm zu Hause erlebte er auch die Kirchen in Köln und Umgebung. „Sogar hier in Bornheim hat jeder Ort seine eigene Kirche“, so der 18-Jährige. Bei ihm zu Hause gebe es so viele Kirchen nicht. Und die Baustile seien unterschiedlich, römisch in Bologna, gotisch in Köln.

Von den Kölner Einkaufsstraßen waren alle Schüler begeistert. Anastasia Biagini (17) und Federica Trabalzini (17) wären am Liebsten gleich zum Shoppen losgezogen. Köln sei eine fantastische Metropole. „Und es gibt hier auch sehr viele italienische Restaurants“, lobte Martzignani.

Um auch die kulinarischen Unterschiede zu schmecken, war die ganze Gruppe mitsamt ihren Kursleitern Konstantin Korda und Elisabeth Kerstgens von der Europaschule sowie den italienischen Kollegen Patrizia Calanchini und Marinella Marchesi zu Gast in einem Kölner Brauhaus.

„Wir wollten unseren Gästen zeigen, wie deutsches Essen schmeckt“, erklärte der Europaschüler Driton Sulaj (17). Dass das deutsche Essen teils noch würziger und vor allen Dingen mit noch mehr Knoblauch als in Italien zubereitet wird, das hätte auch er nicht für möglich gehalten.

Apropos Mahlzeiten. Martzignani ist aufgefallen, dass es in Bornheim kaum feste Essenszeiten gibt. „In Bologna ist zwischen 12 und 13 Uhr Mittagessenszeit und zwischen 19 und 20 Uhr gibt es Abendbrot“, sagte er. Schlimm findet er es jedoch nicht, dass diese Regelung in Deutschland nicht ganz so streng genommen wird.

Es seien ja gerade die verschiedenen Kulturen und Bräuche der einzelnen europäischen Länder, die für ihn und die Kursmitglieder das besondere und wunderbare an Europa ausmachen.

„Solche Austauschprogramme sind wichtig, um einander kennen und verstehen zu lernen“, betonte Martzignani. Er findet, dass sie von allen Schulen Europas angeboten werden müssten. „Bücher können nur Theorie vermitteln, aber das was wir hier gesehen und erlebt haben ist echt, viel intensiver und viel, viel besser.“ Gleichwohl bereitet die aktuelle Entwicklung den jungen Leute auch Bauchweh. Und wenn es nach ihnen ginge, könnte die Antwort auf den Brexit und andere nationalistische Tendenzen nur ein noch intensiverer Austausch der europäischen Länder untereinander bedeuten. „Damit wir unser Europa noch sehr viel mehr gemeinsam gestalten und voneinander lernen.“

Quelle: http://www.rundschau-online.de/25722554

 

Die Gäste aus Italien lieben die Currywurst

B-Ergebnispräsentation "We are Europeans" in der Europaschule; der Italiener Marco aus Bologna (2vr) vergleicht Karneval in Deutschland und seiner Heimat

 

Bornheimer Europaschüler haben Jugendliche aus Bologna empfangen. Verschiedene Ausflüge von Bonn nach Köln standen auf dem Programm. Bald steht dann der Gegenbesuch an.

„Buon giorno“: In der Oase der Bornheimer Europaschule sind verstärkt italienische Wortfetzen zu hören. 20 Schüler des Liceo Righi aus Bologna sind eine Woche lang zu Gast bei Gleichaltrigen der Gesamtschule. Der Projektkurs „We are Europeans“ der Jahrgangsstufe 12 fungierte als Gastgeber der Austauschschüler.

Im April starten die Deutschen zu einem Gegenbesuch in die Emilia Romagna. Ziel des deutsch-italienischen Schülertreffens ist vor allem die interkulturelle Erkundung des jeweiligen Gastlandes.

Die Themen in beiden Länden sind dieselben. So wurden und werden sowohl in Bornheim als auch in Italien Bereiche wie Architektur, Musik, Streetart, Essen, Geschichte, Sport und Karneval den Jugendlichen nahegebracht. Jetzt präsentierte jede Gruppe ihre Arbeitsergebnisse.

Für die 17-jährigen Antonio Ricci Armandi und Riccardo Cavana ist der Aufenthalt eine wichtige Erfahrung, zumal beide das erste Mal in Deutschland waren. „Ich liebe die andere Mentalität in Deutschland“, schmunzelt Riccardo. Er und Antonio waren mit der Architekturgruppe unterwegs und haben den Kölner Dom und Bonn besichtigt. Besuche bei Starbucks und Kentucky Fried Chicken waren für die italienischen Gäste ein Muss, denn diese Restaurantketten gibt es zu Hause nicht. „Ich mochte Starbucks nicht. Der italienische Kaffee ist viel besser“, ist sich Riccardo sicher. Aber dafür haben es ihm und seinem Freund die Currywurst angetan. Und die Luft, die sei hier besser als in Bologna. Er und seine 20 Klassenkameraden waren in Begleitung ihrer Schulleiterin Patrizia Calanchini und der Kursleiterin Mariela Marchesi angereist. Es war die dritte Schüler-Begegnung seit Gründung des Schüleraustauschs 2014.

Kurslehrerin Elisabeth Kerstgens und ihr Kollege Konstantin Korda organisieren jedes Jahr auf deutscher Seite den Austausch. In diesem Jahr präsentierten sie ihren Schülern auch Experten, die sie zu den einzelnen Themen befragen konnten.

Ob den Kölner Architekten Christian Korda, den Maler René Kemp, den Karnevalsexperten und Lehrer an der Europaschule, Christian Schneider, oder die Kölner Street Punk Band „Karoshi“– der Einblick in die rheinische Kultur war vielfältig. „Es war schön, auch wenn manche Dinge wie zum Beispiel die Essenszeiten anders waren“, bilanzierte Rebecca Morini.

Generalanzeiger vom 12.02.2017 von Susanne Träupmann