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Schule für Projekte gegen Rassismus ausgezeichnet

29. 11. 2016

 Pressegespräch zur "Schule ohne Rassismus" ; das Projekt, für das dieser Sinnspruch im Bild gelten könnte, stellen vor vl. Schulleiter Christoph Becker, Schülersprecherin Pia Machts, Lea Schuhmann, Felicitas Gospos, Pia Gómez, Lehrerin Esther Stienen

Die Bornheimer Europaschule, die sich seit Längerem in der Friedenserziehung und in Projekten gegen Rassismus und Diskriminierung engagiert, erhält die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – eine Schule für Courage“

Die Europaschule Bornheim ist seit dem 25. Juli offiziell eine „Schule ohne Rassismus – eine Schule mit Courage“. Verliehen wird ihr die Auszeichnung des bundesweiten Vereins „Aktion Courage“ aber erst in einer Feierstunde am 19. Januar in der Oase der Schule.

Die Anerkennung des Vereins geht auf die Initiative der Schülervertretung (SV) um Sprecherin Pia Machts (18) zurück. Auch wenn sich die Schule schon seit Längerem in der Friedenserziehung und in Projekten gegen Rassismus und Diskriminierung engagiert, so wollten die Schüler die bisherigen Aktivitäten durch eine entsprechende Anerkennung festschreiben lassen. „Wir haben die Idee für erstrebenswert gehalten“, sagte Machts jetzt bei der Vorstellung des Labels.
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Riesiges Netzwerk

Das Prozedere bis zur Anerkennung war aufwendig. Nachdem die Schülervertretung eine mögliche Bewerbung bei der Berliner Bundeskoordinierungsstelle des Vereins beschlossen hatte, beschäftigte sich ein eigens gegründeter Arbeitskreis mit der Realisierung des Vorhabens. Zum Hintergrund: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist eine europäische Jugendinitiative, die sich in nationale Koordinierungsstellen aufgliedert. 2015 gehörten deutschlandweit knapp 1800 Schulen mit insgesamt über eine Million Schüler dem Netzwerk an.

„Wir leben hier Werte wie Demokratie, Solidarität, Akzeptanz, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Wir handeln genauso wie es der Titel vorschreibt“, begründete Machts die Motivation der Schüler. Ihr Engagement gegen Ausgrenzung, gegen Rassismus und für Frieden haben die Europaschüler schon mehrfach unter Beweis gestellt.

Als Patin engagiert sich Christel Neudeck

So betreuen die Zwölftklässler beispielsweise in einem Projekt das „Argumentationstraining gegen rechtsextreme Parolen“ bei den Zehntklässlern, das diese wiederum künftig bei den achten Klassen übernehmen sollen.

Dass rechte Gewalt und Ausgrenzung an der Europaschule keine Chance haben, zeigte auch das Abstimmungsergebnis von Schülern, Lehrern und Angestellten, kamen doch 1200 Unterschriften und damit 74 Prozent für die Bewerbung in Berlin zusammen.

„Dabei brauchten wir nur 70 Prozent Zustimmung. Ich habe mich so gefreut, dass so viele Schüler und Lehrer gegen Rassismus sind“, sagt Felicitas Gospos (13) von der SV. Im Juni lag dann die Anerkennung vor.

Als Patin gewann die SV Christel Neudeck, Witwe des im Mai verstorbenen Cap-Anamur-Gründers Rupert Neudeck, der auch Träger des von der Europaschule vergebenen „Bornheimers“ ist.

„Die Auszeichnung ist uns wichtig, weil so auch die neuen Fünfer unsere Werte von Anfang an kennen. Mit dem Label wollen wir zeigen, wer und was wir sind“, unterstreicht Esther Stienen, die als betreuende SV-Lehrerin die Schüler bei ihrer Bewerbung unterstützt hat.

Für Schulleiter Christoph Becker ist „der Kampf gegen Rassismus für unsere Gemeinschaft wichtig. Wir wollen die Kinder und Jugendlichen zu friedfertigen Menschen erziehen.“

Generalanzeiger vom 26./27.11.2016 von Susanne Träupmann