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Auf Nachwuchssuche

02. 09. 2016

 Werben für ihre Branche (v.l.): Siegfried Steuer, Matthias Ruetten, Jens Meißner und Hans-Bert Mohr vom Bauindustrieverband NRW.

Der Bauindustrieverband NRW informiert an der Bornheimer Europaschule über Ausbildungsmöglichkeiten.

Würde die Berufswahl bereits im Kindergartenalter festgelegt, bräuchte sich die Baubranche keine Sorgen um Nachwuchs zu machen. Wie eh und je gehört Baggerfahrer zu den beliebtesten Berufswünschen kleiner Sandkastenbauarbeiter. Für Jugendliche, die ihren Schulabschluss in der Tasche haben, scheint ein Job in der Bauindustrie jedoch immer weniger attraktiv zu sein. Obwohl im vergangenen Jahr in NRW 650 junge Menschen ihre Ausbildung in den Bauunternehmen des Bauindustrieverbandes begonnen haben, ist noch reichlich Luft nach oben.

„Wir brauchen mindestens 800 neue Auszubildende jährlich, um die drohende Facharbeiterlücke zu schließen und unsere Kompetenz erhalten zu können“, erklärte Hans-Bert Mohr, der beim Bauindustrieverband NRW dem Verbandsbezirk Bonn vorsitzt.

Immerhin sei die Zahl der Auszubildenden im Jahr 2016 annähernd stabil geblieben. Dennoch: Im Wettbewerb um die besten Auszubildenden sind gute Ideen gefragt. Daher startete die Bauindustrie NRW im Januar die Nachwuchskampagne „Bau – dein Ding!“. Höhepunkt dieser Aktion ist der multimedial ausgebaute Baubus, der durch nordrhein-westfälische Schulen tourt. Hier werden Schüler von Haupt-, Real- und Gesamtschulen ab der siebten Klasse auf spielerische Art und Weise über die Bauberufe und die Karrieremöglichkeiten in der Bauindustrie informiert. Am Mittwoch machte der Baubus bereits zum zweiten Mal auf dem Schulhof der Bornheimer Europaschule Station.

Wer kann mit dem Greifer des Spielzeugbaggers am schnellsten Klötzchen aufeinanderstapeln? Welche Baumaterialien kann man an der „Fühlbar“ ertasten? Und wie viel wiegt eigentlich ein Mauerstein? Mit diesen Aufgaben waren die Siebtklässler erst einmal eine Weile beschäftigt. Zudem konnten sich die Jugendlichen mit dem „Bauberufe-Checker“ über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten informieren.
„Der Bauberuf hat mit seinem Image zu kämpfen“

Die Idee des Baubusses ist nicht neu. In Baden-Württemberg gibt es die erfolgreiche Kampagne bereits seit vier Jahren. „Der Bauberuf hat mit seinem Image zu kämpfen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandsbezirks Bonn, Jens Meißner. Der Spruch „Wenn du nichts kannst, dann geh zum Bau“ stimme längst nicht mehr. Vor allem gute mathematische Fähigkeiten und technisches Verständnis seien gefordert. „Den muskelbepackten Mitarbeiter, der nichts anderes tut, als Löcher buddeln, gibt es nicht mehr“, pflichtete Hans-Bert Mohr bei. „Der Beruf hat sich gewandelt.“

Die Gesamtschüler seien durchaus die richtige Zielgruppe. Erstaunt seien viele, dass sich die Vergütung sehen lassen könne. „Ein Auszubildender im dritten Lehrjahr verdient 1400 Euro brutto.“ Auch könne ein Facharbeiter zum Vorarbeiter, Polier oder Bauleiter aufsteigen. „Was in unserer Branche ebenfalls geschätzt wird, sind traditionelle Werte wie Erfahrung und Bodenständigkeit“, meinte Mohr. „Der Bauindustrieverband NRW möchte seine Mitglieder bei ihren Bemühungen um qualifizierten Nachwuchs mit der ,Bau – dein Ding'-Kampagne noch effizienter unterstützen“, so Jens Meißner, der hofft, dass sich der ein oder andere Schüler beim Spielen im „Baubus“ auf den Berufswunsch seiner Kindheit besinnt – ob als Baumaschinenführer oder Bauingenieur.

Der Bauindustrieverband verfügt landesweit noch über freie Ausbildungsplätze im gewerblichen, technischen und kaufmännischen Bereich. Interessenten können ihre Bewerbung jederzeit an das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW gGmbH, Sandra Schelonka, Uhlandstraße 56, 40237 Düsseldorf, richten. Kontakt: 02 11/6 70 32 32, E-Mail: s.schelonka@bauindustrie-nrw.de. (Sonja Weber)

(Generalanzeiger vom 01.09.2016)