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Das Wissen um die Magneten wandert weiter

10. 03. 2016

 Was passiert denn da? Die Schüler machen Halt an einer der fünf Versuchsstationen. FOTO: ROLAND KOHLS

Im Projekt „MINTeinander" forschen Bornheimer Kitakinder, Viert- und Achtklässler gemeinsam

Wo ist ein Magnet am stärksten? „ An den Seiten", vermutet Can, Aenn die Metallstäbchen sind nur an der Seite des Magneten hängen geblieben." So hat es der Viertklässler im gerade durchgeführten Experiment richtig beobachtet. Dass diese Enden des Magneten „Pole" genannt werden, erklären heute ganz besondere Lehrer: Elf Achtklässler der Europaschule sind zu Gast in der Waldorfer Nikolaus-Schule, um ihr Wissen mit den jüngeren Schülern zu teilen. Und die behalten es auch nicht für sich, sondern werden es am nächsten Tag wiederum an die Vorschulkinder der Kita „Flora" in Waldorf weitergeben.

„MINTeinander" nennt sich dieses Projekt für stufenübergreifendes Lernen - basierend auf der Abkürzung für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Während eines Zeitraums von zwei Wochen führen die Mädchen und Jungen unterschiedlichen Alters bei gegenseitigen Besuchen zusammen Experimente zum Thema Magnetismus durch. Konzept und Material dazu stammen von der Telekom-Stiftung, wie Petra Domscheit, Leiterin der Nikolaus-Schule, erklärt.

Im vergangenen Jahr hatten die Schulen sowie mehrere Kitas nach erfolgreicher Bewerbung drei Material-Kisten erhalten. Die Lernmaterialien bauen laut Telekom-Stiftung wie Spiralen aufeinander auf: So sollen im Elementar- und Primarbereich Kompetenzen vermittelt werden, an die die Kinder in den weiterführenden Schulen nahtlos anknüpfen können. Dieser

Blick über den Tellerrand" motiviere die Kinder, sagt Domscheit, und er helfe dabei, die Übergänge von der Kita zur Grund- und zur weiterführenden Schule zu gestalten. Auch die Kitas Sankt Joseph in Kardorf und „Der Spatz" in Hemmerich machen mit.

Und was bringt das Projekt den älteren Schülern? „Die können sich mal in der Lehrerrolle ausprobieren", sagt Thomas Asmus, der an der Europaschule Technik, Informatik und Physik (TIP) unterrichtet und mit den Achtklässlern heute in der Waldorfer Grundschule zu Gast ist. Seine Schüler hätten sich zudem mit dem Thema intensiv auseinandersetzen müssen, damit sie nun in der Lage seien, die Dinge so „herunterzubrechen", dass die Kleinen sie verstehen.
Für Laurin ist das kein Problem: „Nord- und Südpol von verschiedenen Magneten ziehen sich an, Nord- und Nordpol stoßen sich ab", erklärt der 14-Jährige an einer der fünf Versuchsstationen, die die Schüler durchlaufen.
Und so wird das mit einem kleinen Magneten beladene Holzauto mal nach vorne hingezogen, mal nach hinten weggedrückt, je nachdem, welchen Pol eines zweiten Magneten die Kinder davor halten. In ihrem „Forscherbuch" notieren die jungen Naturwissen schaftler ihre Beobachtungen und Erkenntnisse. Zwei „Expertenkinder" aus jeder Klasse dürfen dann in den nächsten Tagen zu den „Großen" in die Europaschule fahren, um noch schwierigere Dinge über Elektromagnetismus zu erfahren.
Klar, dass sie, zurück in der Grundschule, ihren Klassenkameraden Bericht erstatten, was es da noch alles zu lernen gibt.

 

Bonner Generalanzeiger vom 09.03.2016