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Von der Reproduktion zur Konstruktion

24. 10. 2015

 Mit großem Interesse folgen die Eltern den Ausführungen von Jason Fahle, der seine Projektarbeit über die Vedische Mathematik anschaulich präsentiert.

 Die Projektteilnehmer 2015. FOTO: HERMES

 

Das Projekt „Extra Stark!" führt Schüler der Europaschule zu selbstständigem Arbeiten

Zum Auftakt der von nun an zwei Mal im Jahr stattfindenden Veranstaltung konnten 28 Schüler der Bornheimer Europaschule am Dienstagabend ihre Urkunden über die Teilnahme an dem Projekt „Extra Stark!" entgegennehmen.

Allesamt leistungsstarke Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10, denen aufgrund ihrer Motivation und Kreativität die Möglichkeit geboten wurde, ihre individuellen Fähigkeiten mit der Erarbeitung eines selbst gewählten Themas zu schulen und dies ihren Mitschülern und Eltern mit einem 15-minütigen Vortrag vorzustellen. Sie bekamen durch eine flexible Unterrichtsorganisation und die Unterstützung des Projektkoordinators Roland Gerstenmeyer die Möglichkeit, anstelle oder auch zusätzlich zum normalen Unterricht an ihrem Projekt zu arbeiten.

Nacheinander wurden vier Projektpräsentationen auf der Bühne vorgestellt: Sofia Mackholt berichtete über ihre Recherchen zum Thema Wildkatzen in Deutschland, Lea Gerner präsentierte ihre Ergebnisse zu Ebola, und Jerome Baumgardt und Nick Zorgman stellten ihre Ergebnisse zu den sportlichen Aktivitäten der Europaschüler in Zahlen und Diagrammen vor. Tim Kempchen untersuchte in seiner Arbeit den Umgang mit Müll an der Europaschule und machte Vorschläge zur Müllvermeidung durch die Einführung von Pfandsystemen für Müslibecher und Getränkepackungen.

Bei der Talkshow auf dem ARD-Bildungskanal Alpha kritisierte Schulleiter Christoph Becker, dass in der Schule zu viel reproduziert und zu wenig konstruiert werde, konnte jedoch keine Beispiele aus seiner Schule benennen, wie man es besser machen könnte. Das war für ihn die Motivation, an seiner Schule eine Stelle zur Förderung leistungsstarker Schüler auszuschreiben, die durch Roland Gerstenmeyer besetzt wurde. Er entwickelte daraufhin das Extra-Stark-Projekt, in dem Schüler ein frei gewähltes Thema eigenständig erforschen können.

„Ein erster Schritt von der einfachen Rekonstruktion hin zur Konstruktion", so der Schulleiter. Eindrucksvoll präsentierten die Schüler Jason Fahle, Juliau Hecht, Mia Hense, Franziska Mölls, Anne von Gliscynski, Luca Jakob, Maren Wojke, Maya Christian, Sarah Diesterhöft, Lena Krüger, Marie Thönneßen, Saskia Gerasch, Luis Jung, Alia Drescher, Katharina Rasky, Aaron Mumme, Torben Elsen, Adriana Lieberth, Andreas Bauer, Lennart Joest, Robin Asmus und Jonas Brähler ihre Arbeiten über Vedische Mathematik, Leben mit Demenz, Stammzellenspenden oder auch die Entwicklung des Gesangs an mehreren Stationen, die alle ihre interessierten Zuhörer fanden.


Generalanzeiger vom 22.10.2015 von STEFAN HERMES

 

 

Selbstständigneues Wissen erarbeitet


An der Europaschule Bornheim hat das Projekt „Extra stark" Premiere


Keine fünf Sekunden brauchte Jason Fahlen, um 594 durch elf zu dividieren. „Ist doch ganz leicht", sagt er strahlend zu den Besuchern, die sichtlich beeindruckt waren von den mathematischen Fähigkeiten des jungen Mannes. Er war nicht der einzige Europaschüler, der am Dienstagabend in der Aula der Europaschule die Besucher mit seinem Wissen verblüffte. Insgesamt präsentierten dort 28 Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen sechs bis zehn ihre Beiträge, die sie im Rahmen des Projekts „Extra Stark" im vergangenen Halbjahr erarbeitet hatten.
Ganz bewusst hatte sich Jason Fahlen dabei für das Thema Vedisehe Mathematik, einem System von Kopfrechenregeln, entschieden. Andere Schüler erforschten Bereiche wie Demenz oder Energieträger, Flüchtlinge in Bornheim, oder sie verglichen die Strukturen Kölns zu Zeiten der Römer mit denen von heute.

Vielfalt an Themen


Beim Proj ekt „Extra Stark" geht es vor allem darum, dass die Schüler sich ihr Wissen in der Freizeit oder anstelle des regulären Unterrichts selbstständig erarbeiten. Schulleiter Christoph Becker sieht in der Umsetzung des Projekts einen ersten Schritt von der einfachen Rekonstruktion hin zur Konstruktion.
Das Projekt, das nun dauerhaft für die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn in der Europaschule installiert wurde, richtet sich insbesondere an alle, die auch im Schulalltag bereits einen überdurchschnittlichen Einsatz zeigen. Doch die Vielfält an Themen der „Extra-Stark-Pioniere" überraschte auch den Rektor. „Ihr seid alle die Gewinner dieses ersten Durchgangs", lobte Becker, bevor er allen Teilnehmern eine Urkunde überreichte. Dank seines neuen Wissens in der Mathematik konnte sich Jason Fahlen sogar noch während des Projekts Extrapunkte bei einer Mathematikarbeit holen. „Es gibt viele Tricks, die uns das Rechnen erleichtern", sagte er.
Ganz begeistert waren auch Jason Coenen und Luis Jung von ihren neuen Erkenntnissen, die sie zum Thema „Kuhmilk — Stoff aus Milch" gemacht haben. Dabei sei die Methode, aus Milch Stoffe herzustellen, gar nicht neu und eigentlich sehr einfach. Vergossene Milch würde einfach mit Essig gemischt. „Dabei flockt die Milch auf, es entsteht Kasein", erklärten die beiden 13-Jährigen. Getrocknetes Kasein sei das Milcheiweiß in Pulverform. „Das haben wir auch selber hergestellt", berichteten die Jungen. Maschinell würde das Pulver im weiteren Verlauf durch feine Düsen gedrückt. Dabei entstünden Fäden, die zu Stoffen weiterverarbeitet würden. Das Besondere daran sei, dass diese Stoffe ähnlich hautfreundlich und fein wie Seide seien und nicht nach Milch röchen.
In ein ganz anderes Thema tauchte Aaron Mumme (15). Er verglich die Strukturen im Köln der Römer mit denen von Köln im 21. Jahrhundert. „Ohne Zweifel, die Römer haben die Stadt erst zu dem gemacht, was Köln heute ist", sagte er. Besonders gefiel ihm, dass viele Strukturen wie etwa die Aachener- und die Hohe Straße die Domstadt bis in die heutige Zeit prägen.
Mit Beginn des neuen Jahres startet die zweite Auflage von„Extra Stark", deren Ergebnisse dann spätestens im kommenden Herbst präsentiert werden.

Kölner Stadtanzeiger vom 22.10.2015 von MARGRET KLOSE

 

 

Europaschüler sind "Extra-Stark"

Eigene Ideen haben sie bearbeitet und den Mitschülern vorgestellt

Jason Fahlen hat die vedische Mathematik für sich entdeckt, Anne von Gliscynski informierte über das Leben mit Demenz und Maren Wojke über das Themen Stammzellenspende, dem fairen Handel auf der Spur waren Mia Hense und Franziska Mölls, Lea Gerner beschäftigte sich mit dem Ebola-Virus und Sofia Mackholz erklärte die Unterschiede zwischen Wild- und Hauskatzen.

Bild

Foto: Frank Engel-Strebel
Clevere Ideen, interessante Projekte: Rund 30 Europaschüler nutzten das neue "Extra stark!"-Angebot und präsentierten nun ihre Ergebnisse öffentlich.

 

 

 

 

 

Dies waren nur einige Beispiele, mit denen sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 seit Frühjahr neben ihrem eigentlichen Schulunterricht freiwillig beschäftigt haben. "Extra stark!" lautet das Projekt, das seit einigen Monaten an der Bornheimer Europaschule läuft und von Lehrer Roland Gerstenmeyer koordiniert wird.

Jetzt stellten die engagierten Schüler ihre Ergebnisse in der Schulaula erstmals öffentlich vor. Dahinter steckt die Idee, die Kinder und Jugendlichen zu motivieren Lösungen und neue Ideen für Themen zu finden, welche sie sich selbst gesucht haben und beschäftigen: "Wir möchten mit diesem Projekt, dass die Schüler nicht wie im Unterricht Dinge, die andere bereits gedacht haben, reproduzieren, sondern ihre eigenen Gedanken entwickeln", erklärte Schulleiter Christoph Becker.


Die Teilnahme ist freiwillig und richtet sich an leistungsstarke Schüler. Diese werden hierfür auf Empfehlung von ihren Klassen- oder Fachlehrern für bis zu vier Wochenstunden vom regulären Unterricht für das "Extra stark!"-Projekt freigestellt. Damit trotzdem die schulischen Leistungen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, erfolgt die Betreuung durch die Fachlehrer beziehungsweise dem Koordinator.

Wichtig war vielen Schülern auch der Bezug zu ihrer eigenen Schule. So gingen etwa die beiden Neuntklässler Jerome Baumgardt und Nick Zorgmann der Frage nach, welche Sportarten bei ihren Schulkameraden besonders beliebt sind und was sie motiviert, Sport zu machen. Dafür haben die beiden Jungen eine schulinterne empirische Untersuchung gestartet. So lag etwa bei den Mädchen der Tanzsport vorne, bei den Jungen der Fußball.

Tim Kempchen aus der 10A ging der Frage nach "Müll - unser einziges Erbe?". Er analysierte, welche Arten und wie viel Müll an der Europaschule anfallen, und entwickelte Konzepte, diesen künftig zu reduzieren, etwa durch den Verzicht des Verkaufs von Müsli in Plastikbechern oder die Einrichtung eines Containers für Pfandflaschen, denn viele Schüler werfen die Flaschen einfach weg anstatt sie im Geschäft wieder zurückzugeben. Der Erlös aus der Pfandflaschensammelbox könnte dem Förderverein oder sozialen Einrichtungen in Bornheim zugute kommen, schlug Tim Kempchen vor. An dem ersten Durchlauf haben 30 Schüler teilgenommen, derzeit läuft die zweite Runde.

Schaufenster vom 03.11.2015