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Europaschüler speisen im Restaurant "Sunny"

21. 08. 2006

 

BILDUNG  Die neue Mensa bietet vor allem gesunde Kost. Die Jugendlichen entwickeln ein Experiment für den Astronauten Thomas Reiter: Was passiert mit einem Öl-Wasser-Gemisch im Weltall ?

Bornheim. Auch in diesem Jahr hat die Bornheimer Europaschule einen Preisträger mit internationalem Format für ihre pädagogische Auszeichnung  “Der Bornheimer” gefunden. Der Leiter des OECD-Programms zur Bewertung der internationalen Schülerleistungen (PISA), Andreas Schleicher, erhält den Preis . Er wird dem “Vater der PISA-Studie” bei einer Feier am 15. September, übergeben. Bei einem Pressegespräch erklärte der Leiter der Europaschule Klaus Breil, weshalb die Wahl auf den Bildungsforscher fiel und informierte über Neuerungen an der Bornheimer Gesamtschule.
   “Er und seine Studie sind ein Stachel im Fleisch der Bildungspolitiker”, erklärte Breil. Die Studie habe gezeigt, dass etwas passieren müsse an den Schulen. Die Laudatio wird der Vorsitzende der Telekom-Stiftung und ehemalige Außenminister Klaus Kinkel halten. Die Europaschule ist eine von drei Schulen, die von der Stiftung unterstützt werden, um den naturwissenschaftlichen Unterricht zu verbessern.
   “Wir wollen bei der Feier deutlich machen, dass für uns Schule mehr ist als messbares Wissen”, sagte Breil, “bei und lernen die Schüler mit Kopf, Herz  und Hand.” Der Preis wird alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit verliehen, die drängende pädagogische Fragen aufgreift. Ein Gremium aus Schülern, Eltern und Lehrern sowie Vertretern der Stadt Bornheim wählt den Preisträger aus. Der erste Preis ging im Jahre  1990 an den  Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter. Andere Preisträger waren die Kinderbuchautoren Astrid Lindgren, der Soziologe Neil Postmann, der Geiger Yehudi Menuhin und zuletzt der Fernsehnmoderator und Wissentschaftsjournalist Ranga Yogeshwar.
   Die Bornheimer Europaschule wurde vom Deutschen Zentrum Luft- und Raumfahrt ausgewählt an dem Projekt “School in Space” in besonderer Funktion teilzunehmen. Alle Schüler in Deutschland sind aufgerufen, Hypothesen zu einem Experiment zu entwickeln, das der deutsche Astronaut Thomas Reiter bei seinem Aufenthalt im All durchführt. 180 Schüler der Europaschule nehmen an der Projekteröffnung am Donnerstag in Porz teil. Zur Auflösung des Rätsels am Samstag, 32. September ist die ZDF-Sendung “Pur” in der Europaschule zu Gast. Das Experiment ist so einfach, dass es jeder zu Hause durchführen kann. Öl und Wasser sollen vermischt werden. Auf der Erde wird sich das leichtere Öl oben sammeln. Doch was passiert bei Schwerelosigkeit, wenn man keine der Flüssigkeit leichter ist als die andere? Das Ergebnis habe selbst die Wissenschaft verblüfft, verriet der stellvertretende Schulleiter Christoph Becker, der das Projekt an der Europaschule mit seinen Kollegen Achim Kittelmann und Hendrik Förster leitet und zu den wenigen Menschen gehört, die das Ergebnis des Experiments bereits kennen.
   Mit dem neuen Schuljahr hat sich die Essensversorgung an der Europaschule geändert – aus der Mensa wurde das Restaurant “Sunny”. Die Mensa, die früher eher an eine Kantine erinnert, wurde umgestaltet. An den Tischen sitzen jetzt höchstens sechs Personen, gelbe Tischdecken und Sonnenschirme geben dem Raum eine freundliche Atmosphäre. Außerdem wird die Mensa von einem neuen Catering-Service betrieben. Bei der Auswahl wurde vor allem auf gesunde Ernährung Wert gelegt. “Wir bereiten das Essen zu 80 Prozent hier vor Ort zu”, sagte der Chef des Catering-Service, Björn Theisen. Er beliefert bereits viele Bornheimer Kindergärten und vier Grundschulen. Die Hauptküche hat er im Roisdorfer Seniorenheim Sankt Josef. Die Schüler können aus sechs Menüs wählen und an der Salattheke ihren Salat zusammenstellen. Durch Aktionswochen soll das Angebot attraktiv gehalten werden An den ersten drei Tagen gingen gut 500 Essen über die Theke – früher wurden selten über 200 Essen verkauft.

(General-Anzeiger vom 21.08.2006 von Roland Kohls)