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Von Heimerzheim nach Indiana

28. 03. 2014

 

Die 16-jährige Emily Gmireck erhält ein Stipendium für einen Auslandsaufenthalt in den USA

Für die 16-jährige Emily Gmireck aus Heimerzheim wird ein Traum wahr: Die Schülerin der Bornheimer Europaschule besucht ab August für zehn Monate eine High-School im US-Bundesstaat Indiana und wird in einer amerikanischen Gastfamilie leben. Kurz vor Weihnachten kam die Zusage für ihr Stipendium im Wert von 8350 Euro von der Jugendaustausch-Organisation Stepin, das ihr den Aufenthalt ermöglicht. „Erst mal war ich total schockiert, ich hab einfach nicht geglaubt, dass ich es schaffe", sagt Emily.

Deutschlandweit vergibt Stepin jährlich fünf Stipendienplätze, auf die sich dieses Mal rund 300 Jugendliche beworben hatten. In einem zweistufigen Verfahren setzte sich Emily gegen ihre Mitbewerber durch. Punkten konnten sie in ihrem Motivationsschreiben mit ehrenamtlichen Aktivitäten. So trainiert die Heimerzheimerin die Funkemariechen der Ehrengarde Heimerzheim, hilft in ihrer Kirchengemeinde und geht Babysitten. Im Dezember musste sie dann die Jury in mehreren Tests und Einzelgesprächen überzeugen, natürlich auf Englisch.

Von der amerikanischen Kultur ist Emily schon lange begeistert. Im vergangenen Jahr hatte sie bei einem zehntägigen Schüleraustausch zwischen der Europaschule und deren amerikanischer Partnerschule „Walker School" in Atlanta mitgemacht. „Das Miteinander dort ist ganz anders, viel persönlicher. Lehrer und Schüler zum Beispiel sind eher wie Kumpels", hat sie festgestellt. Jetzt sei sie gespannt darauf, den richtigen Alltag in den USA kennenzulernen. Seit kurzem kennt Emily auch schon ihre zukünftige Gastfamilie: Die Schroeders wohnen in Hanover, einer Kleinstadt in Indiana. Mutter Carol hat Emily bereits auf Facebook gefunden. Die Familie hat fünf Kinder - die drei älteren Brüder gehen bereits aufs College, von den zwei jüngeren Schwestern ist eine im selben Alter wie Emily.

Für die 16-Jährige ein beruhigender Gedanke, denn obwohl sie sich sehr auf ihr High-School-Jahr freue, mache sie sich auch Gedanken darüber, ob sie in den USA direkt Anschluss finden wird. 2 Monate sind schon eine lange Zeit. Und hier zu Hause werde ich ja auch einiges verpassen", sagt Zum Beispiel den 16. Geburtstag ihrer besten Freundin Matilda, Weihnachten und natürlich Karneval, wo sie eigentlich immer als Funkemariechen im Einsatz ist.

Einen passenden Ersatz dafür hat sich Emily aber schon überlegt: In den USA will die begeisterte Tänzerin als Cheerleaderin ihre Schulmannschaft anfeuern. Wenn möglich, will sie auch den Führerschein machen. Die Landschaft rund um Hanover würde die geisterte Reiterin aber auch gerne zu Pferd erkunden.

Überhaupt freue sie sich fast am meisten auf die Natur. Nach ihr Geschmack hätte es sogar in Einsamkeit der Berge von Montana gehen können, aber auch die Gegend in Indiana habe ihren Reiz. So liegt Hanover zum Beispiel am Ohio River. „Ein bisschen wie hier zu Hause am Rhein", sagt Schülerin und lacht.

Im Englischen fühle sie sich ausreichend sicher. „Klar macht man Fehler, aber ich denke, kann mich ganz gut verständigen", sagt sie. Das Schuljahr in den USA beginnt am 1. August. Noch sind die Flugtickets nicht gebucht, fest steht aber schon, dass sie die ersten Schultage wahrscheinlich verpassen wird. Vorher steht nämlich noch ein dreitägiges Seminar New York City auf dem Programm, wo sie mit anderen Austauschchülern lernen wird, worauf es im amerikanischen Alltag ankommt.

Bonner Generalanzeiger vom 27.03.2014