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Mobbing und Streit sind nicht das Gleiche

06. 11. 2013

 Was es bedeutet, gemobbt zu werden, zeigt das Stück mit (v.l.) Vanessa Topf, Anne Schröder und Marshall Ölmez. FOTO: HENRY

Sechstklässler der Europaschule diskutieren über systematische Schikane, und was man dagegen tun kann

Die Gesangseinlage, bei der der virtuelle Kämpfer Salokin über die Bühne tanzt, kommt bei den Sechstklässlern der Europaschule Bornheim an: Sie ist witzig. Das Thema allerdings, um das es der Schauspieltruppe von „comic on!" geht, ist ernst: Das pädagogische Theaterstück dreht sich um Mobbing, sowohl in der Schule als auch im Internet oder über das Handy - hier spricht man auch von Cyber-Bullying.
Im Theaterstück erleben die jungen Zuschauer mit, wie es zu Mobbing kommen kann und wie hilflos sich das Opfer dabei fühlt.

Die Geschichte: Der elfjährige Nik (Marshall Ölmez, 29) fühlt sich nur in der Figur seines virtuellen Alter Ego Salokin stark. Im realen Leben wird er von der 15-jährigen Lizzy (Vanessa Topf, 30) immer wieder auf dem Schulweg abgefangen und schikaniert. Erst, als er sich mit Freundin Natascha (Anne Schröder, 31) zusammentut, wendet sich das Blatt. Bei den Schülern kommt das Stück gut an. In der anschließenden Diskussion mit den Darstellern fallen ihnen einige Unterschiede zwischen bloßem Ärgern oder Streit und Mobbing ein: „Beim Streit kann man sich wieder vertragen, beim Mobbing fühlt man sich dagegen ausgeschlossen", sagt ein Mädchen. „Wenn zwei sich streiten, geht es beiden schlecht, beim Mobbing hat der, der mobbt, Spaß daran", fügt ein Schüler hinzu.

Neben der Diskussion geben die Darsteller den Kindern auch einige Tipps, etwa wie man eine Person in sozialen Netzwerken wie „Facebook" melden kann. Auch bei Belästigungen via Smartphone solle man besser den Kontakt ganz kappen, statt darauf einzugehen. Mobbing könne auch eine Straftat sein.

Applaus gibt es am Ende für einen Schüler, der klarstellt: „Ich finde, wenn man sieht, dass einer gemobbt wird, ist es selbstverständlich, dass man hilft. Da braucht es kein Gesetz."



(Bonner Generalanzeiger vom 18.10.2013 von Ulrike Sinzel)