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Den Wald als Lebensraum begreifen

20. 04. 2013

 Engagiert: Der Erdkundekurs der Europaschule. BfN-Präsidentin Beate Jessel (mit Urkunde) übergibt die Auszeichnung an Anke Valentin vom Wissenschaftsladen (mit Baum). FOTO: WOLFGANG HENRY

Bundesamt für Naturschutz zeichnet Umwelt-Planspiel aus, das auch Bornheimer Europaschüler testen

Junge Menschen spielerisch mit Interessenkonflikten bei der Nutzung des Waldes vertraut machen - das ist das Ziel des Umwelt-Planspiels „Tatort Wald" des Wissenschaftsladens Bonn. Dieses wurde nun im Rahmen eines Spiels der 11. Klasse der Europaschule Bornheim von Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet. „Das Schöne an dem Projekt ist, dass damit bei Jugendlichen das Interesse für den Wald als Lebensraum geweckt wird. Zudem erhalten sie die Möglichkeit zu einer kritischen und realitätsnahen Auseinandersetzung mit Konflikten", sagte Jessel, die das Planspiel im Wäldchen Eichenkamp in Hersel direkt erleben konnte.
Rund 20 Schüler des Erdkundekurses schlüpften in dem Projektspiel in Rollen unterschiedlicher Interessenvertreter. Darunter Naturschützer, bei denen die Erhaltung des Waldes im Vordergrund steht, Wirtschaftsförderer, die den Tourismus mit einem Kletterwald antreiben wollen, und der Förster, der mit dem Waldstück Geld machen möchte. Tür die Schüler liegt die Schwierigkeit vor allem darin, Vorschläge für die künftige Nutzung zu finden, zu argumentieren und schließlich Kompromisse einzugehen", sagte Brigitte Peter, Pressesprecherin des Wissenschaftsladens Bonn. Neben der Verdeutlichung von Nutzungskonflikten im Wald, spielt bei dem Projekt auch das Erlebnis der Sinne eine wichtige Rolle. Und so gingen die Schüler in den rund fünf Spielstunden ebenfalls auf Spurensuche: Sie prüften den Boden auf ihre Bestandteile hin, sägten Holz, um den Wert der Bäume zu ermitteln und betrachteten die Baumwipfel anhand von Spiegeln. „Jugendliche sollen die Natur mit allen Sinnen erfahren und den Wald vor ihrer Haustür als Ort biologischer Vielfalt entdecken", so Anke Valentin, Projektleiterin und Geschäftsführerin des Wissenschaftsladens Bonn. Und das gelang. Der 17-jährige Felix Hansen nahm seine Rolle als Mitarbeiter beim Forstamt sichtlich ernst und beeindruckte bereits binnen kürzester Zeit mit allerhand neu dazugewonnenem Wissen. Dabei wusste der Oberstufenschüler nicht nur über die einzelnen Baumarten und ihren Wert Bescheid, sondern unter anderem auch über die Bodenbeschaffenheit und Artenvielfalt im Wald. Bereits im Jahr 2011 erhielt der Wissenschaftsladen für seine Idee des Planspiels den Deutschen Naturschutzpreis. „Es ist für uns eine ganz große Ehre, nun doppelt ausgezeichnet zu sein", sagte Anke Valentin.

Schulen die an dem Unterricht ganz anderer Art Interesse haben, können sich bei Hilde Rüth vom Wissenschaftsladen Bonn unter Tel.  02 28/2 0161 51 oder per E-Mail an Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailhilde.rueth@ich-will-keinen-spamwilabonn.de informieren und anmelden.




(Bonner Generalanzeiger vom 16.04.2013 von Marie Antoinette Jaschinski)