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Schüler fragen - Experten antworten

25. 09. 2011

 

Im Wissenschaftscafe diskutieren Elf- und Zwölfklässler der Europaschule über Stammzellenforschung

Gehört haben sie alle schon mal davon, in den Fernsehnachrichten oder vielleicht auch im Radio. Möglicherweise haben sie in der Zeitung oder im Internet auch einen Bericht über Stammzellenforschung gelesen und sich Gedanken gemacht, warum dieses Thema so kontrovers diskutiert wird. Gelegenheit danach zu fragen, bekamen 76 Jugendliche aus den Jahrgangsstufen elf und zwölf an der Bornheimer Europaschule gestern im Wissenschaftscafe.

Gastgeber war der Wissenschaftsladen Bonn, der sich mit dieser Veranstaltungsreihe an dem EU-Projekt „ComScience" beteiligt. Ziel ist es, gesellschaftlich relevante und komplexe Themen auch für Laien verständlich zu machen. Dabei leisteten die Bornheimer Schüler auch ein Stück Pionierarbeit, denn sie sind die ersten, die jetzt Gelegenheit hatten, diese Alternative zum normalen Unterricht auszuprobieren. Dazu standen ihnen mit dem Wissenschaftsjournalisten Michael Lange, Ralf Kettenhofen vom Biotechnologieunternehmen „Axiogenesis" aus Köln, Martin Heyer vom Institut Wissenschaft und Ethik der Universität Bonn, Manal Hadenfeld und Simone Haupt vom Bonner Unternehmen „Life & Brain" sowie Christiane Hohensee von „Invitrojobs", Portal für Tier versuchsfreie Forschung, sechs Experten Rede und Antwort. „Gerade Stammzellenforschung ist ein Thema, das viele Facetten hat, und daher in einem Unterrichtsfach allein gar nicht zu vermitteln wäre", erklärt Brigitte Peter, Sprecherin des Wissenschaftsladens. Rund drei Stunden war das Wissenschaftscafe geöffnet. So hatten die Schüler Gelegenheit, sich nach einem Film zur Einführung ins Thema für eine Expertenrunde zu entscheiden und sich mit ethischen Probleme wie zum Beispiel der Frage nach der Forschung an embryonalen oder adulten Stammzellen oder auch mit der praktischenAnwendung auseinanderzusetzen. „Für die Experten, die wir eingeladen haben ist das zugleich eine gute Übung, ihr Thema allgemeinverständlich zu präsentieren und sich ein Bild zu machen, wo tatsächlich die Interessenschwerpunkte liegen", ergänzt die Ärztin und Wissenschaftsjournalistin Stefanie Schmid-Altringer, die das Projekt mit betreut. Und die Lehrer Jutta Heimarm-Feldhoff und Hendrik Förster, zuständig für das Projekt „Schule interaktiv" an der Europaschule, haben keine Zweifel, dass die Schüler dem schwierigen Thema gewachsen sind.

Selina Grande, 16, aus Bornheim beispielsweise hat ohne zu zögern gleich drei Freistunden „geopfert", um hier dabei sein zu können. „Wir hatten das Thema Stammzellenforschung vor zwei Jahren im Philosophieunterricht behandelt und ich fand es interessant, zu hören, wie sich das inzwischen weiter entwickelt hat", fügt sie hinzu. Simon Sonntag -ebenfalls 16, ebenfalls aus Bornheim und in derselben Jahrgangsstufe wie Selina - möchte mehr über die moralische Rechtfertigung der Forschung an menschlichen Embryonen erfahren und sich auf Grundlage dessen, sein eigenes Urteil bilden. Ganz im Sinne des Wissenschaftscafes, das zur kritischen Auseinandersetzung und zur Diskussion anregen will. Berührungsängste waren an den runden Tischen in der Aula der Europaschule jedenfalls recht schnell überwunden. „Ich bin wirklich beeindruckt, wie gut informiert und offen die Jugendlichen dem Thema gegenüberstehen", fasste Martin Heyer für alle abschließend zusammen.

 

(Bonner Generalanzeiger vom 23.09.2011 von Ulrike Strauch)

 

Café statt Klassenraum

Schülerinnen und Schüler trafen auf Wissenschaftler

WissenschaftscafeKein Lehrbuch, kein Internet, kein Lehrervortrag – dennoch haben sich 76 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 intensiv mit dem .Thema Stammzellenforschung auseinandergesetzt. Drei Stunden lang hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sechs renommierte Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen nicht nur mit ihren Fragen zu löchern, sondern auch auf Augenhöhe mit ihnen zu diskutieren: Im so genannten Wissenschaftscafé, das in der Aula stattfand, gab es mehrere Tische, an denen jeweils ein bestimmter Experte saß. „Für unsere Schülerinnen und Schüler war das eine einmalige Chance, die wir ihnen im Unterricht nie bieten könnten", sagt Lehrerin Jutta Heimann-Feldhoff, Jahrgangsstufenleiterin an der Europaschule.
Das Wissenschaftscafe fand im Rahmen des EU-Projekts ComSience statt, bei dem der Wissenschaftsladen Bonn untersucht, inwieweit Wissenschaftscafés eine erfolgreiche Form des Wissenschaftstransfers sind. Brigitte Peter vom Wissenschaftsladen Bonn: „Es hat uns begeistert, wie engagiert die Jugendlichen bei der Sache sind und wie gerne sich auch die Wissenschaftler auf die jungen Leute einlassen."

 

(Schaufenster vom 05.10.2011)