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22 neue Sterne am Schulhimmel

26. 08. 2008

 

Die Bornheimer Europaschule bot den Rahmen für die Schulzertifikate

Glitzersmoking, Glitzerzylinder - das Outfit war schon ungewohnt, in das Europaschul-Leiter Klaus Breil gestern geschlüpft war. Aber sehr passend als Direktor im Zirkus Europa. Im großen blau-roten Zirkuszelt auf dem Schulhof in Bornheim hieß es hereinspaziert für Polit-Promis, aber vor allem für die Vertreter von 22 Schulen aus dem ganzen Bundesland, die ihre Zertifikate als Europaschulen in der Manege entgegen nahmen. Die Bornheimer Lernstätte, die im Jahresverlauf schon ihr 20-Jähriges als Europaschule feiert, war da gerne Gastgeberin.
Auf dem "Mutterschiff der Europaschulen" hieß Klaus Breil denn auch Landrat Frithjof Kühn, Bürgermeister Wolfgang Henseler und die CDU-Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager willkommen. "Hier geht es nicht nur um die Normierung von Apfelgrößen", machte Breil klar, "wir leben den europäischen Gedanken und wollen Zeichen setzen für die Gemeinschaft".
"Europaschulen sind die Sterne am Schulhimmel", leitete Matthias Kopp, Sprecher der Staatskanzlei, anschließend seine lockere Moderation ein und fragte den Bornheimer Bürgermeister erst mal nach dessen Lieblingstier im Zirkus: Die Löwendressur fand ich immer toll", sagte Wolfgang Henseler spontan - "so ähnlich wie im Bornheimer Stadtrat". Nach Europa selbst gefragt sagte Henseler, es sei "erstaunlich und ein riesiger Fortschritt, was aus den ehemals zwei politischen Blöcken geworden ist, die sich argwöhnend beäugt und teils säbelrasselnd gegenüber gestanden haben". Wenn im kommenden Jahr 20 Jahre Mauerfall gefeiert werden, sie dies "auch ein wichtiges Zeichen für die jungen Menschen".
"Elefanten, dickhäutig, aber feinfühlig", sind die Lieblingszirkustiere von Michael Mertes. Der Staatssekretär für Bundesangelegenheiten und Europa, der die verhinderte Schulministerin Barbara Sommer vertrat, erinnerte bei seiner Ansprache in der Manege an die Forderung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, bis 2010 jede größere Stadt im Land mit einer Europaschule auszustatten. "Wir nähern uns diesem Ziel in Siebenmeilenstiefeln", so Mertes. Mit den gestern zertifizierten 22 neuen Europaschulen gibt es jetzt 59 im Bundesland, und viele stehen laut Mertes Schlange. Nordrhein-Westfalen nehme eine zentrale Position in der Europäischen Union ein, das "steht uns gut zu Gesicht, wenn wir bei Europaschule die Nase vorn haben", so Mertes.
Barbara Gessler, die Leiterin der Regionalen Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn, nannte als Wesen der Europaschulen, "das sich austauschen und voneinander lernen". Diese Schule erweitere den Horizont von Lehrern und Schülern gleichermaßen. So, wie es der österreichische Aktionskünstler, Schauspieler und Chansonnier André Heller gesagt hat: "Ich möchte mich lernend verändern, möchte etwas weniger blöd sterben, als ich geboren wurde".
André Heller wird denn auch als Stargast am Ende der Festwoche in der Bornheimer Europaschule erwartet. Da passt das Zirkuszelt wieder als Rahmen für die Übergabe des "Bornheimers" an Heller ganz vorzüglich, der einst Mitbegründer des Zirkus' Roncalli war und jüngst das Zirkusspektakel "Afrika, Afrika" nach Deutschland brachte. Am Sonntag, den 31. August, reiht sich Heller ein in die Preisträgerliste von Horst Eberhard Richter über Yehudi Menuhin bis "Pisa"-Vater Andreas Schleicher.


(Bonner Rundschau vom 26.08.2008 von Jaqueline Rasch)
 

 

22 neue Europaschulen im Land

Bornheimer waren die Vorreiter - Festwoche zum 20-jährigen Bestehen.



André Heller bekommt in diesem Jahr den „Bornheimer“ verliehen. Die Europaschule in Bornheim feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Festwoche
Mit dem Ratsbeschluss im August 1988 hat die Geschichte der Europaschule in Bornheim begonnen, die dann 1989 die ersten Schüler aufnahm. Die Gründung der Schule wird nun mit einer Festwoche gefeiert. Schulleiter seit den ersten Tagen ist Klaus Breil, der auch den europäischen Gedanken in der Schule verwurzelte. So wurde die Europaschule zum Vorbild für viele weitere und war unter den ersten, die die Zertifizierung zur „Europaschule“ bekam. „Kriterien sind unter anderem, dass Europa fächerübergreifend Thema ist, Praktika in anderen Ländern vermittelt und mindestens eine zusätzliche Fremdsprache angeboten wird“, erklärte Ministerialrat Joachim Keferstein vom Schulministerium NRW.

Zu Beginn der Festwoche der Europaschule Bornheim begrüßte er in einem Zirkuszelt auf dem Schulhof die Vertreter von 22 Schulen in NRW. Auch sie hatten alle Kriterien erfüllt und wurden nun offiziell zu Europaschulen ernannt. In NRW gibt es damit 59 zertifizierte Europaschulen. „Bald soll es in jeder größeren Stadt eine geben. Diesem Ziel kommen wir mit der heutigen Verleihung ein gutes Stück näher“, erklärte Staatssekretär Michael Mertes bei der Verleihung im Zirkuszelt.

Nach dieser Eröffnung der Festwoche stehen in dem Zirkuszelt noch einige Termine an. So wird die Europaschule Bornheim am heutigen Dienstag auch noch mit dem „Gut-drauf“-Siegel ausgezeichnet, womit der Schule eine sportliche und gesundheitsorientierte Ausrichtung bescheinigt wird. Alle sind dann für Mittwoch, 27. August, um 20 Uhr zur Lesung des Schauspielers Gerhard Fehn eingeladen, der aus dem Roman „Die letzten Dinge“ von Friedrich Karl Waecherter vorliest. Zum Ende der Woche sind die Proben der Schüler im Zelt abgeschlossen, die dann als Artisten eine Zirkusvorstellung bieten. Alle Ehemaligen sind zum Treffen in das Zelt am Freitag, 29. August, ab 19 Uhr eingeladen und der Höhepunkt der Festwoche wird die Verleihung des „Bornheimers“ sein. Seit 1990 verleiht die Schule diese Auszeichnung an Persönlichkeiten, die sich im pädagogischen Bereich verdient gemacht haben. Nach Astrid Lindgren, Lord Yehudi Menuhin und der Maus vom WDR wird in diesem Jahr André Heller den Preis ganz passend im Zirkuszelt entgegen nehmen. Der stellvertretende Schulleiter Christoph Becker begründet: „André Heller macht Mut, seine eigenen Träume zu leben und das passt zu unserer Europaschule, wo nicht nur gelernt sondern auch das Leben gestaltet wird“.

(Kölner Stadtanzeiger vom 25.08.08 von Michael Kasiske)

 

 

"Europa ist Zukunft"

22 weitere Schulen aus Nordrhein-Westfalen sind seit gestern Europaschulen.Wer international denkt und sich mit anderen Ländern austauscht, der bekommt das begehrte Zertifikat.



Zuerst erklingt die Eurovisionshymne, gehört bei vielen Fernsehsendungen aus fernen Ländern. Klaus Breil, seines Zeichens Leiter der Europaschule in Bornheim, schwingt an diesem Tag die Peitsche, kommt in buntem Mantel und in Zylinder daher. Der Zirkusdirektor begrüßt die erlauchten Gäste. In der Manege bewegen sich Schüler und Kollegium schon seit Tagen, denn am Wochenende wird André Heller der "Bornheimer" verliehen, und da will man mit einigen Attraktionen unter dem Zeltdach aufwarten. Doch gestern gibt es einen anderen Grund, sich mit vielen Besuchern zu freuen. 22 Schulen aus dem Land bekommen das Zertifikat "Europaschule". Werden dafür belohnt, dass sie sich besonders um den Europagedanken verdient gemacht haben. Die Bornheimer Gesamtschule hat dieses Zertifikat schon seit anderthalb Jahrzehnten. War eine der ersten im Land und damit Vorreiter.
International geht es schon bei der Begrüßung zu, denn die Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen haben ein paar Worte ihrer Muttersprache parat. Türkisch, albanisch, polnisch, englisch und französisch klingt es durch das Rund. Mit aus Bonn sind die Ennertschule und die Marienschule-Nordschule dabei, aus dem Rhein-Sieg-Kreis das Albert-Einstein-Gymnasium Sankt Augustin und die Grundschule Harmonie aus Eitorf. Dass Schulministerin Barbara Sommer und Landesminister Andreas Krautscheid verhindert sind, stört die Zirkusvorstellung nicht. Stattdessen werden andere "Promis" vom Zirkusdirektor begrüßt und gelobt. Bürgermeister Wolfgang Henseler, denn die Stadt ist der Träger der Europaschule; die Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager, die sich vor allem in Düsseldorf stark gemacht habe; Landrat Frithjof Kühn, der den europäischen Markt der Möglichkeiten ins Leben gerufen habe. Staatsminister Michael Mertes, der "Europabeauftragter der Landesregierung", berichtet von seinem Chef: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers will bis 2010 in jeder größeren Kommune des Landes mindestens eine Europaschule anbieten.
Auch der Bürgermeister ist stolz auf die Europaschule: "Europa ist nicht nur die Normierung der Apfelgrößen. Wir haben einen europäischen Markt der Möglichkeiten. Und Ihr Schüler könnt ihn nutzen". Die stimmen schließlich an: "We are the future".
"in diesen Schulen wird Europa nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt", umschreibt Schulministerin Barbara Sommer die Kriterien, nach denen eine Schule als "Europaschule in Nordrhein-Westfalen" zertifiziert werden kann. Seit gestern sind das 59. Das Wissen über Europa müsse verbessert und das Verständnis über die Grenzen hinweg erhöht werden. Es sei "eine exzellente Vorbereitung für die Jugendlichen auf das Leben und Arbeiten in einem geeinten Europa". Zu den Kriterien gehören unter anderem: Erweitertes Fremdsprachenangebot, bilinguale Angebote, internationale Projekte und Partnerschaften, Austauschprogramme, Teilnahme an europäischen Projekten, vertiefte Auseinandersetzung mit europäischen Inhalten, entsprechende Ausrichtung am Europa-Profil und Feste mit Europabezug. Weiter Kriterien können bei der Landesregierung erfragt werden.

(Bonner Generalanzeiger vom 26.08.2008 von Werner Meyer)