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Umweltminister Gabriel spricht zu Europaschülern

10. 06. 2008

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Urwaldsause am 19. Mai 2008
Beginn der zweiwöchigen CBD-Konferenz* der UN.


Zwei Klassen 6c und 6f der Europaschule nehmen auf Initiative von  Sylvia Krautstein an der von Greenpeace organisierten "Urwaldsause" teil, einem Rahmenprogramm für Kinder.  Es gab einen Workshop mit Theaterstück, (umgedichteten) Liedern zum Thema, Trommelkurs und Tanz für die "Greenpeace Kids". Die Europaschüler bastelten  Plakate, sammelten  Unterschriften, schrieben Briefe mit ihren Forderungen an die Politiker und Delegierten der Konferenz.

Dann ging es los:
Treffen in der Rheinaue, langer  Demonstrationszug zum Robert-Schumann-Platz, große Bühne für Theater, Begrüßung von Gruppen aus Südamerika, Spanien,  und  für "Große"  Reden der Politiker. Davor eine bunte Schar von als Urwaldtiere geschminkten Kindern,  Ungetüme von  Urwaldtieren  aus Plastik, Bäume als Protestschilder, Plakate, riesige Schmetterlinge auf Stelzen, fast "echte" Plastikbäume: die "Ents" von Tolkien, bunter Kontrast zu "uns Jungs in den grauen Anzügen (auf der Konferenz)", wie Herr Gabriel sagte.
Nach einiger Wartezeit:  Eine Rede, sehr gefühlvoll, der Oberbürgermeisterin Frau Dieckmann: "Die Politiker da drin haben sehr gut zugehört, und genau gemerkt, dass es gar nicht mehr um ihre eigene, sondern um Eure Zukunft geht."

Danach kam Umweltminister Sigmar Gabriel. Er habe aus den ihm überreichten Unterschriftenlisten und Briefen einfach einen Brief herausgegriffen, "den wir jetzt mal zusammen lesen. Es ist ein Brief aus Bornheim."  Unsere Schüler jubeln vernehmlich. Dann lächeln sie verstohlen: Tatsächlich ihr Brief! Selbst die Lehrerin kriegt Herzklopfen.
Er las den langen Brief vor, in dem unsere Schüler/innen ihre Forderungen nannten: Was in allen Einzelheiten zu tun sei, um den Urwald zu retten, den Klimawandel aufzuhalten, z.B.: "Wir wollen, dass Sie sich dafür einsetzen, dass kein Urwald mehr abgeholzt wird, …dass in Deutschland kein Tropenholz mehr eingeführt wird, und ….außerdem dass Recycling-Papier verwendet wird."Herr Gabriel las bis zum Ende, nannte dies alles sehr richtig und fügte einen weiteren Aspekt hinzu: Man kann den Menschen in armen Ländern nicht vollständig verbieten, ihre Wälder zu nutzen, da sie dann noch ärmer seien, eine solche Einsicht von ihnen auch nicht erwartet werden könne. Aber es muss wieder aufgeforstet werden, dazu können die reichen Länder beitragen.Er fand -wie schon Frau Diekmann- das Engagement der Kinder und Jugendlichen beachtlich, sprach ebenfalls von ihrer Zukunft, um die es hier gehe.Den Spottgesang, mit dem er anfänglich empfangen  wurde, hatte er gar nicht verdient:"Sigmar Gabriel, Sigmar Gabriel, schläfst Du noch? Hörst Du nicht die Eisbären? Klimaschutz, Klimaschutz!"Achmed Djoghlaf, Chef des UN-Sekretariats über biologische Vielfalt, hielt auch eine Rede voller Dank über die Begeisterung, mahnte aber, die Jugendlichen müssten sich schon selber um ihre Zukunft kümmern, es helfe ihnen sonst niemand. Dann also weiter so!

*CBD = Convention on Biological Diversity, also Artenschutz, u.a. Urwaldschutz

 

M. Seibert-Ertl