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Schule interaktiv: Vom Sahnehäubchen der neuen Medien

05. 05. 2008

 

 

Nach der Europaschule Bornheim will die Deutsche Telekom Stiftung weitere Partner fördern.
Wer dabei ist, erhält eine komplette Ausstattung mit Computern. Jugendliche erklären die Technik.

"Der Weg zur interaktiven Schule war kein Spaziergang", stellte der Schulleiter der Bornheimer Europaschule Klaus Breil klar. Die Umstellung erforderte das Engagement des gesamten Kollegiums. Die Gesamtschule ist Modellschule des Projekts der Deutschen Telekom Stiftung Schule interaktiv". Jetzt waren Vertreter von 15 Schulen aus dem Rhein-Sieg-Kreis in der Bornheimer Schule zu Besuch, um sich über die interaktive Schule zu informieren. Sechs weitere Schulen will die Telekomstiftung  zusammen mit dem Kompetenzteam des Rhein-Sieg-Kreises zu interaktiven Schulen machen.
Im Kunstunterricht manipulierten die Schüler ein Bild vom Kölner Dom am Computer. Im Hintergrund war ein Alpenpanorama zu sehen, im Vordergrund ein Fußballfeld. "Mit diesem Beispiel lernten unsre Schüler die Möglichkeiten der digitalen Technik kennen, aber auch die Gefahren", erklärte Schulleiter Breil ein Beispiel, was interaktive Schule ausmacht. Eine neue Lehr- und Lernkultur und die Entwicklung der Medienkompetenz wird gefördert. Als das Projekt vor drei Jahren startete, zeigte sich rasch, dass es nicht auf den mathematisch- naturwissenschaftlichen Unterricht begrenzt werden kann, sondern die gesamte Schule verändert, sagte Breil. "Die neuen Medien sind nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe, die im gesamten Teig gärt".
Schüler und Lehrer tauschten die Rollen. Denn die Schüler verfügten in der Regel über ein größeres Computerwissen als ihre Lehrer. So lernten die Pädagogen von ihren Schülern den Umgang mit E-Mails, Internet und anderen Computerprogrammen. Durch den Einsatz der neuen Medien veränderten sich nicht nur Unterrichtsmethoden sondern auch Organisationsstrukturen.
Heute gehört der Laptop als selbstverständliches Arbeitsmittel zur Europaschule. Wer keinen eigenen mobilen Computer hat, kann sich einen ausleihen. In der gesamten Schule haben die Schüler über kabellose LAN-Verbindungen Zugang zum Internet, wo sie für Hausaufgaben und Projekte recherchieren.. Der Systemadministrator berät Eltern beim Kauf von Computern und hilft bei Problemen. Durch eine spezielle Technik besteht die Möglichkeit, das im Unterricht entwickelte Tafelbild als E-Mail an die Schüler zu senden. Die Schüler senden die bearbeiteten Aufgaben zurück an den Lehrer und der schickt die korrigierten Aufgaben wieder zurück zum Schüler.
Die Deutsche Telekom Stiftung unterstützt zurzeit vier Modellschulen, neben der Bornheimer Europaschule ein Frankfurter Gymnasium sowie eine Mittelschule und ein Gymnasium in Leipzig. Die Schulen entwickelten unabhängig voneinander jeweils ihr eigenes Profil, tauschten sich jedoch regelmäßig aus. Wissenschaftlich begleitet werden die Schulen von der Technischen Universität Darmstadt. Auch die sechs Schulen im Rhein-Sieg-Kreis, die bis zu den Sommerferien ausgewählt werden, erfahren eine wissenschaftliche Begleitung. Die Bornheimer Europaschule unterstützt und berät die neuen Partnerschulen. Die Umsetzung geschieht über das Kompetenzteam des Rhein-Sieg-Kreises, das für die Lehrerfortbildung im Kreis zuständig ist. Wichtigstes Kriterium ist der Rückhalt des Projekts im gesamten Kollegium. Es locken Fördergelder der Telekomstiftung zur Schulausstattung.



(Bonner Generalanzeiger vom 3./4. Mai 2008 von Roland Kohls)