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Brückenkonstrukteure helfen per Video

09. 12. 2003

 

Bornheim. Was hierzulande noch wie Science-Fiction wirkt, kann möglicherweise schon bald Realität in der Europaschule sein: Unterricht per Video-Live-Schaltung von Klassenzimmer zu Klassenzimmer oder zum Lehrer und zurück. “Online-Unterricht gehört an  verschiedenen Universitäten bereits zum Alltag”, erklärte Wilhelm Sonnenschein, Fachlehrer in der Europaschule. Auch eine Partnerschule in Straßburg arbeite schon lange mit der modernen Technik. Da unterrichtet beispielsweise ein Lehrer simultan an drei völlig verschiedenen Schulen Japanisch.
   Gestern erlebten Schüler der 5c der Europaschule und die 4c der Roisdorfer Sebastian- Grundschule den Unterricht der Zukunft . Die Unterrichtskooperation ist Teil des Projekts SUN (Schulen und Unternehmen für Nachhaltigkeit) der Fachhochschule Bonn/Rhein-Sieg, in dem Unternehmen und Schulen aus der Region zusammenarbeiten.
   “Wir sehen euch”, freuten sich die Kinder in beiden Klassenräumen, und so wurde erst einmal gewunken, gerufen und vor den Kameras in beiden Klassenräumen herumgealbert. “Die kriegen das alles mit”, warnte in Roisdorf Lehrer Jens Hoberg und in Bornheim Lehrer Wilhelm Sonnenschein. Gemeinsames Thema des Pilotprojekts war der Bau von Papierbrücken, die bei richtiger Bauweise eine erstaunliche Tragfähigkeit besitzen. Schnell stand fest, dass sich die Europaschüler die bessere Technik zunutze gemacht hatten. Das konnten die Grundschüler in Roisdorf nicht nur hören, dank der Kamera konnten die Europaschüler die Vorteile ihrer Klebe- und Falttechnik auch beweisen.
   Die Deutsche Telekom stellt bereits seit einigen Jahren solche Videoverbindungen her. Dadurch sei es möglich, Geschäftsverhandlungen etwa zwischen München und Kiel zu führen, die sonst nur durch einen persönlichen Besuch möglich gewesen wären, erklärte Joachim Ullrich von dem Bonner Unternehmen. Sehr schade fanden es die Schülerinnen und Schüler, dass nach dem gemeinsamen Brückenbau die Kommunikationsplattform erst einmal wieder abgebaut wurde. Wilhelm Sonnenschein ist allerdings bemüht, Sponsoren für die feste Installation in der Europaschule zu finden. Für Projekte der Schule mit ihren Partnerschulen im Ausland wäre eine Videokonferenztechnik eine wertvolle Weiterentwicklung der Zusammenarbeit, so Schulabteilungsleiter Christoph Becker.

(Bonner Rundschau vom 9.12.2003 - von Margret Klose)