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Bornheimer Europaschüler erklären den Frieden

07. 03. 2003

 

AKTION Workshops ersetzen den Aschermittwochsgottesdienst.
Ein Eurofighter kostet soviel wie zwei Schulen.

BORNHEIM. Jeder Mensch ist Taube und Falke zugleich. Deshalb beginnt der Krieg in jedem Menschen, sagt Pastoralreferent Bruno Schrage. Er und sein katholischer Kollege Pfarrer Dieter Katernberg waren am Mittwoch dabei, als die 9. und 10. Klassen der Europaschule sich unter der Überschrift “Den Frieden erklären” Gedanken zum Thema Krieg und Gewalt machten - und dazu, wie man beides verhindern kann.

   Die Klassen- und Religionslehrer der Europaschule hatten genug davon, ihre Schüler beim jährlichen Aschermittwochsgottesdienst “in den Bänken hängen” zu sehen, sagt Karin Beck, die die Veranstaltung organisiert hat. “Wir wollten, dass sich die Jugendlichen aktiv mit dem Thema Frieden auseinandersetzen.” Sie und 14 ihrer Kollegen boten statt des Gottesdienstes halbstündige Workshops in der Aula an. Zum Beispiel “Was man für einen Kampfhubschrauber alles kaufen könnte”. So schrieben die Teilnehmer auf Plakate, was für die 6,4 Millionen Euro, die ein Eurofighter pro Jahr kostet, finanziert werden könnte: der bau zweier Schulen, 324 Krebsoperationen oder die Behandlung von 30 000 leprakranken Kinder. Die Teilnehmer anderer Workshops beschäftigten sich mit Fragen wie “Warum ist Saddam Hussein noch an der Macht?” oder diskutierten über Fotos von Kriegsopfern. Zum Abschluss verbrannten die Schüler in einer symbolischen Handlung Landkarten von Nationen, die sich zur Zeit im Krieg befinden: “Alles versinkt in Schutt und Asche.” Abschließend erklärten sie den Frieden - mit einer riesigen Friedenstaube aus Handabdrücken. smu

 

(General-Anzeiger vom 07.03.2003)