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Statt eines neuen Lehrers ein PC-Techniker

06. 10. 2004

 

Europaschule setzt auf “e-Learning” und investiert ins Netzwerk

BORNHEIM. (BB) Kommunikationsserver, Backbone- Switch, File-Server und Router - das mag zwar alles nötig sein, um ein leistungsstarkes Computernetzwerk funktionieren zu lassen, aber wer kennt sich schon damit aus ? Nicht viele, doch Heiko Schabernack ist einer davon. Und da die Europaschule so ein Netzwerk besitzt, hat Schabernack jetzt dort eine Stelle bekommen. Schulleiter Klaus Breil sparte einen Lehrer ein, um dem Netzwerktechniker die 140 Rechner der Schule anzuvertrauen. Denn mittlerweile arbeiten die Schüler in vielen unterschiedlichen Fächern regelmäßig auch am PC, suchen sich im Internet Daten zu ihren Referatsthemen heraus und tauschen sich mit Schülern in den Partnerschulen quer durch ganz Europa aus. “E-Learning” heißt das. Um ihnen dafür die bestmöglichen technischen Vorraussetzungen zu bieten, machten sich in einer Kooperation Auszubildende der Telekom, der T-Com und Schabernack von der “Bonner Akademie”, der Weiterbildungsagentur des Deutschen Herolds, ans Werk und analysierten den Bestand an der Schule, modernisierten die Technik und brachten das Netzwerk auf den neuesten Stand.
   Auf dem freien Markt würden die Arbeitskosten in die Hunderttausende gehen, aber für die Auszubildenden war es eine willkommenen Gelegenheit, ihre theoretischen Kenntnisse einmal in der Realität auszutesten. “Wir arbeiten jetzt mit Glasfaser-Technik”, berichtete Vize-Schulleiter Christoph Becker stolz. Und Schabernack hält das komplizierte Netzwerk am Laufen. “Das ist auch für uns Lehrer sehr beruhigend: Jetzt ist immer jemand da, der nicht nur Fehler wieder in Ordnung bringt, sondern uns auch erklärt, was möglich ist”, so Becker. Doch das Projekt entwickelt sich noch weiter: Bald sollen den Europaschülern 200 Rechner in acht verschiedenen Räumen zur Verfügung stehen, während sie sich per Videokonferenz schon heute mit ihren Partnerschülern in Nottingham unterhalten können.
   “Dafür haben wir von Siemens vier Exemplare eines Prototypen zum Test erhalten, der so nie auf den Markt kommen wird, aber alle unsere Anforderungen erfüllt”, meinte Schulleiter Breil.

(Bornheimer Schaufenster vom 06.10.2004)