Sie sind hier: Aktuelles > Beitrag

Dickes Lob aus Düsseldorf für die Europaschule

28. 12. 2005

 

BORNHEIM (BB). Das ging runter wie Öl: Günter Winands, seit Juli diesen Jahres Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, hatte bei seiner Rundreise durch verschiedene Schulen des Landes auch in Bornheim Station gemacht - und hatte dabei nur Gutes über die Europaschule zu sagen. “Leider sieht es landesweit nicht überall so gut aus, wie an der Europaschule, die mit Personal und Mitteln sehr gut ausgestattet ist”, so Winands, der sich für neuen Elan in der Schulpolitik NRW’s einsetzen möchte. Davon gebe es in der Bornheimer Gesamtschule allerdings jede Menge, zeigte er sich nach einer ersten Führung überzeugt: An keiner anderen Schule der gleichen Schulform, die er bisher besichtigt habe, gebe es einen so hohen Standard. Deswegen müsse trotz aller Finanzprobleme der Etat für Bildung und viele neue Lehrerstellen angehoben werden, meinte der Sechtemer Winands. Bei der Führung durch die Europaschule begleitete ihn Helmut Bürvenich, Leiter des Referats Gesamtschule im Schulministerium, Ulrich Thünken, Bornheims Schuldezernent Uli Rehbann und Schulleiter Klaus Breil mit einigen Kollegen.
   Die Telekom-Stiftung hat die Europaschule zur Modellschule gemacht und mit Material ausgestattet, und Breils Führung und seinem engagierten Kollegium ist es zu verdanken, dass an der Europaschule da so viel daraus gemacht wird. Vor Julia Pezer von der Telekom-Stiftung, Andrea Stabenow von der Schulpflegschaft, Thomas Ehl vom Förderverein und den Schülerinnen Lisanne Thodeikis und Amrei Krings von der Schülerzeitung musste Winands darum im Rückgriff auf die Situation an anderen Schulen verteidigen, warum noch so viel getan werden muss an den Schulen des Landes. Vielfach übernähmen die Gesamtschulen die Funktion von Hauptschulen, während zahlreiche Schulen mit Unterrichtsausfall und Lehrermangel zu kämpfen haben. Die neue Landesregierung jedenfalls stehe fest hinter der Schulform “Gesamtschule”, nur müsse sich die Qualität dieser Schulen verbessern. Landrat Frithjof Kühn, der später zu der Runde stieß, unterstützte die Tendenz zu mehr Selbstständigkeit der Schulen. Deren Verantwortung würde er gerne komplett den Kommunen in die Hand legen: “Was würden sich dann die Bürgermeister die Hacken ablaufen, um die besten Lehrer für ihre Kinder zu bekommen”, wagte sich Kühn als Vertreter des Rhein-Sieg-Kreises weit vor. Die Vertreter des Landesministeriums, dass diesen Politikwechsel zu organisieren und zu bezahlen hätte, waren da zurückhaltender. “Auch wenn wir deswegen Schwierigkeiten haben, die Schulleiterstellen besetzt zu bekommen: Viele haben Angst vor dieser Eigenverantwortung”, so Winands. Breil, dem es an Selbstbewußtsein bekanntlich nicht mangelt, nahm er dabei weise aus. Denn die Bornheimer Schule könne als Beispiel für die Entwicklung an anderen Schulen gelten, sowohl was die Ausrüstung als auch das vernetzte Arbeiten angehe, lobte Winands - was  Breil sichtlich runterging wie Öl.

(Schaufenster vom 28.12.2005)